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Angst als Familientherapeut ?

Angst als Familientherapeut ?

Peter Leopold
27.07.2016, 05:28 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Der "Einmal im Monat Sex", der "Wir könnten mal wieder Sex", der Versöhnung - Sex", der "Lass uns mal sehen, ob es noch klappt Sex". Es ist schon seltsam, dass Viele ab einem gewissen Alter dafür eigene Kategorien brauchen. Da kommen Situationen, die einen absoluten Zusammenhalt erfordern, gerade rechtzeitig. Wenn man die Menschen auf der Straße beobachtet, könnte man denken, dass sie die Ängste vor Terror und Veränderung der Lebensumstände näher zusammen bringen.

Für jeden Fremden, der argwöhnisch betrachtet wird, rücken Paare enger zusammen, halten sich die Hände und sogar Küsse sind drin. Ob zu den oben genannten Kategorien in den Schlafzimmern auch noch der "Wer weiß, wie oft wir noch die Gelegenheit haben Sex" dazu kommt, wird sich zeigen. und ganz ehrlich: So genau will ich das auch gar nicht wissen. Aber zumindest in der Öffentlichkeit kann man ein deutliches "sich näher kommen" beobachten.

Bringt Angst also die Menschen zusammen ? Vielleicht nicht alle Ängste. Begründete Ängste, die tief in uns verwurzelt sind, wären die Angst vor Krankheit, Tod Unfällen und eingeschränkter persönlicher Bewegungsfreiheit. Seltsam ist nur, dass gerade diese Ängste kaum dazu beitragen, die Menschen näher zusammen zu bringen. Andere Ängste, die nur bedingt real sind, haben aber kaum Auswirkungen auf diesen Punkt. Natürlich KANN immer und überall etwas passieren. Aber die Möglichkeit, in einen Terroranschlag oder einen Flugzeugabsturz verwickelt zu sein, ist vergleichsweise gering. Und doch erscheinen diese Möglichkeiten ausreichend, um diesen Zusammenhalt demonstrieren zu müssen.

Um ein Zeichen zu setzen, ist dieser demonstrative Zusammenhalt durchaus geeignet. Geschlossen ist man auch eine Art Bollwerk gegen Diejenigen, die eine Gesellschaft spalten wollen. Aber im kleinen Bereich wirkt eine derartige Demonstration recht heuchlerisch. Wenn man schon jahrelang mit seiner Familie keinen Kontakt hatte und plötzlich vor deren Tür steht, muss man mit der Frage rechnen, was man überhaupt will. Noch deutlicher wird es, wenn plötzlich der Ex auftaucht und "nur mal fragen will, wie es denn so geht". Da stecken eher besondere Absichten dahinter, als echtes Interesse.

Angst kann eine starke Motivation sein. Ein Kitt für Beziehungen - gleich welcher Art - ist sie jedenfalls nicht. Die natürliche Angst hat schließlich auch noch keine Familie zusammen gehalten.

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