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Burn-Out, das Tabuthema trifft nicht nur Manager

Burn-Out, das Tabuthema trifft nicht nur Manager

News Team
05.10.2016, 15:57 Uhr
Beitrag von News Team

Oft als Modekrankheit verschrien, entpuppt sich Burn-Out als immer wiederkehrende Diagnose. Jetzt auch bei Müttern.

„Mama hier, Mama da. Ich kann es nicht mehr hören“. Das und noch viel Schlimmeres, dachte sich die zweifache Mutter Tanja. Wie gelähmt konnte sie den einfachsten Abläufen mit ihren Kindern nicht mehr nachgehen. Schmerzlich hat sie feststellen müssen, dass ihr die Zeit als Mutter und Hausfrau zu viel wurde. Ihr jetziges Leben ist stressiger als eine harte Woche im Job als Marketing-Manager, dachte sie oft. Die Kinder machten nicht mehr glücklich, sondern zehrten an ihren Nerven. Es überkam sie die totale Erschöpfung, gestand sie im Interview mit der "Bild".

Die Symptome waren eindeutig. Schlaflosigkeit, Herzrasen, kreisende Gedanken, Reizbarkeit und Ungeduld. Die Diagnose ihres Artzes traf sie wie ein Schlag. „Burn-Out“.

Das Problem ist hausgemacht und ein absolutes Tabuthema. Zu hohe Erwartungshaltung und Druck an die eigene Person bestimmen den Alltag. Streben nach absolutem Perfektionismus.

Die tägliche Devise lautete: „Die Kinder sollen es schön haben. Schreien lassen ist keine Option“, sagte die Mutter zu „Bild“.

Nachlässigkeit und die Hilfe Dritter werden sich selbst unter keinen Umständen zugestanden. Es könnte als Zeichen der Schwäche gewertet werden. Eltern, Schwiegereltern, Freunde – Niemand bemerkt die Erschöpfung, weil sie schlichtweg überspielt wird.

Auch der Partner erkennt die Signale nicht und man bleibt allein und entkräftet zurück. „Sein Job ernährte uns alle und ging deshalb meistens vor. Ich verstand nicht, warum er so oft weg sein musste“, so die Mutter. Als Haupternährer mit einem besseren Gehalt ging die Arbeit bei Tanja und ihrem Partner stets vor.

„Viereinhalb Jahre war ich nichts als Mutter. Dann merkte ich: Ich geh hier drauf“, erzählt sie.

Als sie die Notbremse zog und sich tatsächlich auf Anraten ihres Arztes auf den Weg zu einer Kur machte, sah sie eine Chance raus aus ihrem persönlichen Teufelskreis. „Ich habe jahrelang nicht eine einzige Nacht durchgeschlafen“, das soll sich mit dem heutigen Tag ändern. Ihr Mann unterstützte sie und auch die Großeltern halfen öfter aus.

Nach rund einem Jahr hat es Tanja geschafft den Blick wieder auf sich selbst zu richten, nicht nur für das Wohl der Kinder zu leben, eigenen Interessen und Hobbies ohne schlechtem Gewissen nachzugehen.

Die Zeit, aus Angst eine schlechte Mutter zu sein, sobald man die Kinder nicht im Schlepptau hat, hat sie hinter sich gelassen. Heute geht sie ohne Selbstzweifel und geplagt von Vorwürfen zum Sport, am Abend mit den Freunden aus oder gönnt sich einfach eine Portion Schlaf. Sie hat es geschafft, persönliche Grenzen zu ziehen und sich Zeit für sich einzuräumen.

Dieser Orang-Utan küsst weinend einen Babybauch

1 Kommentar

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Burn out and what is next? This language appears to be strange. However it is not German. Therefore do not expect any comments.
  • 05.10.2016, 21:47 Uhr
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