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Sarina, Tochter des Universums Teil 2

Sarina, Tochter des Universums Teil 2

27.02.2017, 14:07 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Teil2
Sarina und ich hatten einen stürmischen Herbst durchspielt. Wir durch schlidderten die wenigen eisigen Wintertage und begrüßten aufatmend zartgrüne Pflanzenspitzen im Frühlingsgarten.
Darauf warfen wir uns in prallgrüne Arme der Sommerhitze. Wir schwammen in Kiesseen und teilten Geheimnisse miteinander.
Sarina wusste nun, dass jeder Mensch auf eine sehr eigene Weise sah und fühlte und gleiche Dinge anders erleben konnte als sie. Eines abends hatte sie mir anvertraut, dass jeder Mensch so ganz viele Farben habe und dass sie ganz genau sehen würde wer lieb und nicht lieb sei und dass es ‚Leute’ und Menschen gäbe. Und Sandra sei rötlichgrünlichlilalieb.
Wie so oft wagte ich es nicht Fragen zu stellen. Für Sarina schien alles so klar, so sicher zu sein. Ich fühlte mich unwissend und alleine.
Mit Bauchgrimmen, bis hin zum Schmerz, dachte ich an die folgende Woche. Schulbeginn.
Die größte und schönste Schultüte von ganz Köln hatte Sarina in einem kleinen Papierladen entdeckt. Die Füllung überließ sie gnädig mir. Hauptsache eine richtige Juppheiditüte müsse es sein, hatte sie gemeint.

Sarina war vor Stunden zu Sandra spielen gegangen. Ich beschloss sie zu holen, es wurde Essenzeit. Anina Jade öffnete auf mein Klopfen mit einem Psst Laut und Zeigefinger über dem Mund. Auf dem Weg ins Wohnzimmer zog sie leise die Kinderzimmertür zu.
„Unsere Töchter beschließen gerade Schwestern zu werden und in der Schule nebeneinander zu sitzen“, lächelte Anina. „ Und was sie sich in den Schultüten wünschen haben sie auch besprochen“, ergänzte sie. „Na, das Thema ist dann ja erledigt,“ grinste ich.
„Wäre es nicht sinnvoll, wenn wir uns nun auch besser kennen lernen, Corinna? Immerhin wollen unsere Beiden nun Schwestern sein! Zeit, dass wir uns duzen.“ Ich nickte und mir wurde bewusst, wie sehr ich mich seit Keiths Tod von meiner Umgebung abgeschlossen hatte. Dabei hatte es vor dem Unfall den Anschein gehabt, als könne zwischen uns und den Nachbarn eine gute Bekanntschaft, wenn nicht gar Freundschaft wachsen. Doch dann….

Stunden später, die beiden Mädchen waren nach einer ausgiebigen Kuchenschlacht zwischen Decken und Kissenbergen eingeschlafen, saß ich allein in meinem ‘Katzensessel’, ließ den Nachmittag Revue passieren.
Die Schemen der Linden schimmerten durch langsam sinkende Dunkelheit. Im Radio erklang meine Lieblingsarie aus Rusalka, das Lied an den Mond. Glückstränen rollten über mein Gesicht. Da hatte ich mich Monate in meinen Ängsten selber gefangen gehalten, blind für den Menschen, der in reifer Geduld gewartet hatte, bis ich bereit war die ‘Augen zu öffnen.’
Heute war ich offene Türen eingerannt. Seit langem schon hatte Anina sich mit einschlägiger Literatur befasst, denn auch sie hatte die Veränderung bei Sarina erkannt und damit den Einfluss auf Sandra. Unfassbar wohl tuenden Gedankenaustausch hatte ich erfahren. Befreiende Entdeckungen gemacht, von einem Aha ins Andere gestolpert. Mir war deutlich geworden, dass es in der Tat mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als jemals zuvor gedacht. Sarina war nicht länger ‚mein’ Kind, sondern Tochter ihres Seins, Lehrerin und Tochter des Universums.
BIOLOGIE und SEIN ...

Meine Seele war schon
zweitausend Jahre alt
als ich den - geliehenen -
kleinen Körper aus
deinem Schoß hinaus presste.

Du hast dich - unwissend -
täuschen lassen von
diesem biologischen Vorgang
und dreiundfünfzig Zentimetern
Hilflosigkeit.
Fünfzig Jahre lang versuchtest du
- zwingend -
deine Träume in passende Tochter
‘umzubauen‘
doch
„Zweitausend Jahre Wissen“ ließen
mir die Freiheit meiner Seele
letztendlich.....
Sarina war das einsame Kind in mir, was meine Mutter nie erkannte. So schrieb ich diesem Kind die Mutter, die ich in diesem Leben war und bin!

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