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Tabea  - tätig in der Nächstenliebe bis zum Umfallen

Tabea - tätig in der Nächstenliebe bis zum Umfallen

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
30.05.2016, 14:20 Uhr

Im Taschenbuch "Menschen, die Gott gebrauchen kann" von Werner Pfundsack fand ich einen Aufsatz "Tabea - ein Wunder der Liebe". Der Anfangssatz lautet: "Auch Frauen sind Menschen, die Gott brauchen kann." Was für eine Formulierung! Ich spüre, wie mein Adrenalinspiegel steigt. Das Buch wurde 1960 in der Schweiz verlegt.

Tabea oder Tabitha ist das aramäische Wort für Gazelle, Luther übersetzte es mit "Reh". Vielleicht wurde sie wegen ihrer anmutigen Gestalt so genannt. Sie wurde wegen ihrer Wohltätigkeit von ihren Mit-Christen in Joppe (heute Jaffa, ein Stadtteil von Tel Aviv) geliebt. Nach ihrem Tod rief die trauernde Gemeinde den in der Nähe weilenden Petrus herbei. Er erweckte die Tote wieder zum Leben. Die Geschichte findet sich in der Apostelgeschichte im Kapitel 9, Verse 36 bis 42.

Das Erstaunliche an Tabea ist, dass sie als einzige Frau des Neuen Testaments "Jüngerin" genannt wird. Auch heute gibt es viele Christinnen, die wie Tabea wissen, dass alle Nächstenliebe tätig ist. Tabea half den Armen, nähte Kleider, tat Gutes und spendete reichlich. Sie diente mit den Gaben, die ihr gegeben waren.

Welche Erfahrungen hat sie wohl gemacht, um zu so einer gütigen Person zu werden? Sicher ist, dass sie von der Frohen Botschaft Christi auch in Joppe gehört hatte. Wer die Frohe Botschaft dorthin brachte, weiß man nicht, vielleicht war es Philippus. Die Apostelgeschichte berichtet auch, dass Witwen um die tote Tabea trauerten. Ob sie selbst Witwe war, oder unverheiratet?

Die Trauernden rufen Petrus herbei. Er kommt, schickt alle aus dem Raum, in dem Tabea aufgebahrt ist, kniet nieder und betet. Dann ruft er "Tabea, steh auf!", woraufhin Tabea die Augen wieder öffnet und aufsteht.

Ich kann Tabeas Auferweckung in meine christliche Erfahrenswelt noch nicht recht einordnen. Ich denke aber weiter an vielleicht ähnliche Geschehnisse: Es ist gut, wenn Menschen in einer Situation, die ihnen aussichtslos vorkommt, Hilfe von außen suchen. Wie hier auch bringt diese Hilfe von außen oft erst einmal Ruhe in eine aufwühlende Situation und ermöglicht ein Durchatmen und Sich-klar-werden. "Woran bin ich, und wie aussichtslos oder aussichtsvoll ist jetzt mein Wollen und Können?" Wie hier hilft auch sonst oft das Gespräch mit Gott, also das Gebet. Das gilt erst recht, wenn wie hier jemand anderes für einen betet, vielleicht, weil man selbst nicht dazu in der Lage ist. Und gerade wer "ganz unten" ist, vielleicht im Drogensumpf steckt oder die Dämonen seiner Alkoholkrankheit nicht vertreiben kann, der braucht oft die direkte Ansprache. Genau so, wie Tabea hier von Petrus angesprochen wird: "Tabea, steh auf!"

Gott, Jesu Wirken und der Geist der Liebe können zu neuem Leben erwecken. Einfach so. Sonst nichts. Das ist Ostern!

Heide Schnellbacher
Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Haushaltsführungskräfte (AEH), Worms


Monatsandacht für den Mai
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