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Pfarrerinnen für eine lebendige Kirche

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
08.06.2016, 16:27 Uhr

Ein massives Roll-back in der Evangelischen Welt ist der Beschluss der Lettischen Evangelischen Kirche, dass Frauen fortan keine Pfarrerinnen mehr sein sollen. Der Beschluss wirkt seltsam unmodern und nach hinten gewandt. Gerade, wo Frauen im Priesteramt so gefragt sind, so selbstverständlich und gut angenommen werden und wie ihre männlichen Kollegen ihre wertvolle Arbeit tun, soll ihnen diese Möglichkeit genommen werden. Und nicht nur ihnen, sondern den vielen Gemeinden im ganzen Land. Darüber hinaus können Pfarrerinnen auch eigene und andere für Frauen gangbare Wege erschließen und tragen so dazu bei, das ganze Leben auch in der Kirche abzubilden.

Die Vertreterinnen des Dachverbandes der Deutschen Evangelischen Frauenverbände, der Evangelischen Frauen in Deutschland, EFiD, finden klare Worte zur lettischen Entwicklung. Die Vorsitzende der EFiD Susanne Kahl-Passoth: "Wir sind entsetzt über diese Entscheidung, die aus unserer Sicht theologisch unhaltbar ist." Und ihre Stellvertreterin Angelika Weigt-Blätgen erklärt in aller Deutlichkeit:

Das Priestertum aller Gläubigen ist Kern der reformatorischen Botschaft, auch die Geschlechtergerechtigkeit gehört zu diesem Kern. Damit ist auch die gleichberechtigte Ordination von Frauen und Männern nicht aufgebbarer Bestandteil der reformatorischen Botschaft."

Die Evangelische Landeskirche in Bayern versichert die lettischen Theologinnen und Pfarrerinnen ihrer Solidarität durch eine Aktion im Internet: #WeAreLutherans Hier werden Bilder gesammelt, die Pfarrerinnen bei ihrer Ordination und ihrer Arbeit in gemischten Teams zeigen. Schon nach dem ersten Tag sind genügend Bilder für zwei aussagefähige Bildstreifen auf der Titelseite der ELKB zusammengekommen. Die Aktion ist deshalb so gelungen, weil sie nicht nur Solidarität übt, sondern auch den großen Reichtum, den Pfarrerinnen durch ihre Arbeit für die Kirche bedeuten, uns allen deutlich vor Augen führt.

Auch wir im Deutschen Evangelischen Frauenbund erleben lebendige und vielfältige Theologie von Frauen und für Frauen. Pfarrerinnen im Verband und an unseren Tagungsorten halten wunderbare Gottesdienste und Andachten, auf die wir auf unseren Versammlungen großen Wert legen. Bei unserer kommenden Tagung in Neuendettelsau am 24. und 25. Juni freuen wir uns auf die Pfarrerinnen Susanna Arnold-Geissendörfer und Hella Mahler, die einen Gottesdienst gestalten beziehungsweise dort predigen werden. In Bayern ist es den Frauen erst seit 40 Jahren möglich, überhaupt ordiniert zu werden. Es ist wichtig für uns und auch selbstverständlich. Wir möchten auf Pfarrerinnen und Dekaninnen oder Bischöfinnen in der Kirche nicht mehr verzichten!

http://www.evangelischefrauen-deutsc...%202015.pdf

https://www.facebook.com/evangelisch...e=3&theater

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