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Wer ist mein Nächster?

Wer ist mein Nächster?

22.07.2016, 21:41 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Jeder, der sich wirklich einmal die Mühe macht, intensiv darüber nachzudenken, wird sicher immer betroffener werden. Die Zahl derer nämlich, die theoretisch in Frage kämen, steigt heute angesichts der Flüchtlingsströme ins Unermessliche. Da fällt der Blick nicht nur auf solche Menschen, mit denen man regelmäßig zu tun hat oder die einem hin und wieder begegnen; die modernen Verkehrs- und Kommunikationsmittel haben es mit sich gebracht, dass sogar „Fernste“ oftmals zu „Nächsten“ werden können. Und mit wie viel menschlicher Not in aller Welt werden wir fast täglich konfrontiert!

Wie reagiert die Zeugen Jehovas auf diese Flüchtlingsströme, die auch in unser Land kommen? In einem „Merkblatt zur Bearbeitung von Asylantenheimen“ werden folgende Hinweise gegeben: (Man beachte schon die Ausdrucksform „zur Bearbeitung von Asylantenheimen“ Es geht um nichts anderes als um die Bearbeitung eines Gebietes, um Menschen zu missionieren!!!)

1. Halte Ausschau nach Flüchtlingsunterkünften, auch in kleinen Orten.
2.Habe dein Tablet oder Smartphone dabei, um sie auf JW.Org hinzuweisen. (Nicht auf die Bibel)
3. Man kann auch Traktate und Broschüren verteilen.
4. Am besten kommt man an dem Aufsichtspersonal vorbei, wenn man sagen kann, dass man von einem Bewohner direkt eingeladen sei.
5. Um das zu erreichen, wird empfohlen, mit dem Trolley vor der Unterkunft auf und ab zu gehen, um dann eingeladen zu werden.

Wie nehmen Menschen normalerweise mit den Flüchtlingen Kontakt auf - Personen die von den Zeugen meistens abwertend als 'Weltmenschen' bezeichnet werden?. Sie gehen hin, um Menschen in Not zu helfen. Ich denke dies ist die beste Methode, um einen Kontakt herzustellen. Davon findet sich aber nicht der geringste Hinweis in diesem Merkblatt.

Ein Gesetzeslehrer der Juden wollte von Jesus wissen, wer sein Nächster sei. Vorausgegangen war die Frage nach den beiden größten Geboten. Jesus nannte sie und stellte den Mann damit zufrieden. “Aber wer ist mein Nächster“, fragte er, “den ich lieben soll, wie mich selbst?” Um diese Frage des Mannes zu beantworten, erzählte Jesus das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, welches wir in Lukas 10 finden. Jesus schließt dieses Gleichnis mit der Frage: “Wer von den dreien hat sich, wie es dir scheint, als Nächster des Mannes erwiesen, der unter die Räuber fiel?” Die Antwort des Gesetzeslehrers: “Derjenige, der ihm gegenüber barmherzig handelte.” Und dann Jesus: “Gehe hin, und handle ebenso.”

Es ist ja bekannt, dass sich die Zeugen Jehovas offiziell nicht an karitativen Projekten dieser Welt beteiligen. Wenn es regional begrenzte Katastrophenhilfe gibt, dann wird die Hilfe in erster Linie für die Glaubensbrüder geleistet. Nur in Fällen, wo es nicht vermeidbar ist, werden auch Außenstehende mit bedacht, um es dann später in einer propagandistischen Art und Weise auszuschlachten. Das ist das offizielle Bild, und es entspricht zum Glück nicht dem Verhalten einzelner Zeugen Jehovas, die selbstlos und ohne Bedingungen zu stellen, Menschen in Not helfen. Diese zweckgesteuerte Hilfsbereitschaft der JW.ORG entspricht dann genau dem Verhalten der Pharisäer. Wenn Hilfe nötig ist, dann sollen zuerst jene helfen, die in der Nähe sind, aber sie sollen sich nicht einmal auf die Versammlung berufen.

Man behauptet, es sei wichtiger, die Wahrheit der Bibel bekannt zu machen, als Brot zu verteilen. Diese Art der praktischen Hilfe sei nur bedingt von Nutzen, da die wirklichen Probleme durch das Königreich Gottes beseitigt werden. Und man meint, sich dabei auf Jesus stützen zu können, der einmal erwähnte, dass buchstäbliches Brot nur vorübergehend satt mache, das Wort Gottes aber für immer, weil es ewiges Leben vermittelt. Man muss es dem Gewissen des Einzelnen überlassen, über diese Argumentation zu urteilen und eine Verbindung zum Gleichnis vom barmherzigen Samariter herzustellen.

Zur Beschämung der offiziellen Zeugen Jehovas gibt es in unserem Land angesichts der Flüchtlingswelle unzählige „Weltmenschen“, die sich für Verfolgte und Hungernde einsetzen. Sie tun es nicht so sehr, weil sie katholisch oder evangelisch oder sonst etwas sind, sondern weil sie das Gewissen treibt, barmherzig zu sein, Mitleid zu haben und zu helfen. Für sie hat das Wort “Barmherzigkeit” noch die alte, ursprüngliche Bedeutung. Es bedeutet, ein “Herz für die Armen zu haben”. Sie denken nicht daran, jemanden zu “bekehren”. Sie haben nicht den Hintergedanken, nur in der Hoffnung zu helfen, dass der Empfänger der Hilfe sich dann zu ihrer Kirche bekennen muss. Sie stellen keine Bedingungen. Vielleicht hoffen sie darauf, dass Gott es sieht, und dass Nächstenliebe nie ohne Wirkung bleibt. Aber egal, wie sie denken. Entscheidend ist doch, dass es sie gibt! Und sie tun es, ohne dass es von der Regierung befohlen worden ist.

Ganz anders jene, die mit dem Trolley vor einem Flüchtlingswohnheim stehen! Das ist ein neuer “Dienstzweig” und man hört schon Älteste, die natürlich “begeistert” darüber berichten. Manche meinen sogar, dass Gott die Sache so gelenkt habe, dass diese verfolgten Menschen, die zum großen Anteil Moslems sind, nun zu uns kommen, damit wir ihnen die gute Botschaft verkündigen können.

Sie wollen mit Traktätchen Jünger Jesu machen. Wie schon erwähnt, werden sie in einem Schreiben der JW.ORG angehalten, die Leute in ein Gespräch zu ziehen und sich dann von ihnen einladen zu lassen, damit sie mit ihnen die Bibel an Hand ihrer Bücher und Traktate betrachten.

Mit dieser Taktik soll das Missionierungsverbot der Behörden in Flüchtlingswohnheimen umgangen werden. Tatsächlich aber sollen sie die Menschen zur sogenannten „Organisation Jehovas“ führen.

Aber auch andere haben dieses “Feld” schon entdeckt. Es sind die Salafisten, die Scientologen, und auch die radikalen Islamisten wittern hier eine Chance. Wie wirkt wohl dieses Bild auf die Passanten, wenn Zeugen Jehovas mit dem Trolley Seite an Seite mit Koranverteilern vor einem Flüchtlingswohnheim stehen?

Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Christ über seinen Glauben spricht. Aber was spricht lauter und deutlicher? Es sind nicht die freundlichen Worte! Es ist die dem Nächsten geschenkte liebevolle Tat! Es ist die Liebe, die niemals nur in Worten bestehen kann und nicht vor konfessionellen Schranken Halt macht. Die Liebe stellt keine Bedingungen. Das ist ihr Wesen. Sobald sie Bedingungen stellt und sich davon abhängig macht, ist sie zur Berechnung geworden. Dann ist es eher Erpressung zu einem wünschenswerten Verhalten des Empfängers, als die Liebe zu einem Menschen um seiner selbst willen. Es geht nicht an, dass man humanitäre Hilfe an die Bedingung eines Bibelstudiums knüpft oder sich nur für die “geistige Speise” zuständig fühlt und das leibliche Wohl den anderen überlässt. Worte allein sind schwach und wirken oft auch noch unglaubwürdig, wie das auch in Jakobus Kapitel 2 deutlich zum Ausdruck kommt:

"Ein Bruder oder eine Schwester hat keine Kleider. Ja, er hat nicht einmal das tägliche Brot zu essen. Einer von euch könnte sagen: ‘Friede sei mit euch! Ihr sollt es warm haben und satt sein!’ Was nützt es, wenn ihr ihnen nicht gleichzeitig gebt, was sie zum Leben brauchen?” (Jak. 2:15, 16)

14 Kommentare

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Die Zeiten ändern sich und die Menscheit im Allgemeinen ist ohnehin auf einem Weg das spirituellen Erwachens, auch wenn' noch nicht ganz danach aussieht. Dann hat sich jegliche Religion überholt, bzw. wird es niemanden geben, der sich Gedanken über den Glauben und dessen Ausführung (so nicht gewaltätig in jeglicher Weise) macht.
  • 23.07.2016, 18:15 Uhr
  • 1
so sollte es sein ....
  • 23.07.2016, 18:20 Uhr
  • 0
....ist so...
  • 23.07.2016, 19:19 Uhr
  • 0
Kommt darauf an, was Du unter "spirituelles Erwachen" verstehst. Ich vermute wieder ein religiöses Glaubensmuster als Ersatz. Die Zeiten ändern sich. Das stimmt. Aber es nicht "spirituelles Erwachen", sondern eher "nihilistisches Erwachen". Für die einen ein Segen, für die anderen ein Fluch.
  • 23.07.2016, 19:57 Uhr
  • 1
Z.'Mit dem Begriff Nihilismus (lateinisch nihil, „nichts“) wird allgemein eine Weltsicht bezeichnet, die die Möglichkeit jeglicher objektiven Seins-, Erkenntnis-, Wert- und Gesellschaftsordnung verneint. Er wurde auch polemisch verwendet, so etwa für Kritiker von Kirche und Religion oder politischer Ordnungen (Anarchismus). Umgangssprachlich bedeutet Nihilismus die Verneinung aller positiven (seltener auch der negativen) Ansätze. Durch die gedankliche Orientierung am Nichts beinhaltet der Nihilismus einen absoluten Vorrang des Individuums, das allein seinen Trieben und Neigungen folgt und dem alles erlaubt ist.' Z.E. Wikipedia, der Erklärung wegen.

Meine Antwort: Nein, es trifft nichts dergleichen in dieser Form zu, was ich mit 'spirituellem Erwachen' meine.
  • 24.07.2016, 15:16 Uhr
  • 0
Ja, daß meine ich auch. Denn "spirituelles Erwachen" ist in Wirklichkeit, ich habe es ja schon erwähnt, eine Ersatzreligion.
Aber der nihilistische Aufbruch war und ist im Gange. Das ist das wahre Erwachen durch die Erkenntnis, daß "Gott tot ist" (F. W. Nietzsche). Der Nihilismus führt die Menschen aus der religiösen Unmündigkeit heraus. "Sapere Aude" (Imanuel Kant). Die christliche Moral wendet sich zuletzt gegen das Christentum selber und entdeckt deren Verlogenheit und Falschheit auf. Das gilt auch für das "spirituelle Erwachen".
  • 24.07.2016, 17:26 Uhr
  • 0
Zusatz: Definition Nihilismus von F. W. Nietzsche:
"Der Untergang des Christenthums – an seiner Moral (die unablösbar ist –), welche sich gegen den christlichen Gott wendet (der Sinn der Wahrhaftigkeit, durch das Christenthum hoch entwickelt, bekommt Ekel vor der Falschheit und Verlogenheit aller christlichen Welt- und Geschichtsdeutung. Rückschlag von "Gott ist die Wahrheit" in den fanatischen Glauben "Alles ist falsch". Buddhismus der That...)
  • 24.07.2016, 17:47 Uhr
  • 0
Umgekehrt, alles ist richtig. Ich spreche nicht gerne von richtig und falsch. Und Gott ist auch nicht tot, wie sollte das funktionieren? Spirituelles ERwachen bedeutet, dass wir uns daran erinnern, wer wir sind und wer die Quelle allen Seins ist.
  • 24.07.2016, 20:36 Uhr
  • 2
Was ist die Quelle des Seins
  • 25.07.2016, 09:45 Uhr
  • 0
denk' mal scharf nach... Da war doch was.... was war das gleich.... Energie.... Urknall, Ursuppe, Strings, Wellen, Prallesuniversen.... hmmm.... ahhhh jaaaa Schöpfer ICH-BIN, ICH-BIN-HIER, der/die ALLES-IN-ALLEM.

Warum? Weil es kaum sein kann, dass sich ein paar Elemente, die umgeschwebt sind und 'zufällig' durch, weiß der Geier warum kollidiert sind und somit eine 'Beziehung' eingingen sich sagten, 'komm, wir machen mal Aminosäuren und dann bauen wir Leben'.

Aber John, Du musst das alles nicht glauben. Das macht nichts, wenn's nicht Dein Herz berührt und sich Dein Intellekt wehrt. Ich gehöre nicht zu jenen die erklären, da sei eine Hölle und der Teufel, der Dich dann ewig durch die Mangel dreht. Es ist schlicht so, dass jeder Mensch den spirituellen Weg nehmen wird, früher oder später. Das Bedeutsamste im Leben ist, ein achtsamer, aufrichtiger und wahrhaftiger Mensch zu sein. Der Rest stellt sich dann von alleine ein (früher oder später). Und du wirst wissen, wann es so ist.
  • 25.07.2016, 12:54 Uhr
  • 1
>> Spirituelles ERwachen bedeutet, dass wir uns daran erinnern, wer wir sind und wer die Quelle allen Seins ist.>>.
Dein Zitat. Wer sind wir denn? Antwort: Nichts weiter als organische Materie. Das bißchen Vernunft, macht uns lange nicht zu Wesen vor der man Ehrfurcht haben sollte. Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit = Redlichkeit finde ich gut für sich selber. Nach dem Motto: Sei dir selber treu. Aber achtsam gegenüber meinen Mitmenschen? Da muß ich als pragmatisch denkender Mensch entschieden verneinen,denn es bringt für mich keine Vorteile im Kampf ums Dasein. Sondern nur eher Nachteile. Um seinen Platz in der Gesellschaft zu erreichen, ist Skrupel fehl am Platz. Die Natur gibt dir nur einen Befehl:
ÜBERLEBE. Wer das erkennt, hat die wahre Quelle des Seins
erkannt. Mitleid und christliche Nächstenliebe vermindert die Kraft die man braucht um erfolgreich im Kampf ums Dasein sich zu behaupten.
  • 25.07.2016, 19:41 Uhr
  • 0
Vorteile, Mitleid, Überlebenskampf, nicht meine Welt!

Denke Deine Gedanken noch einmal. Wenn Du nicht hinter hinter meine Gedanken kommst, denke Deine Gednaken nochmal.

Wir sind viel, viel mehr, als nur Körper. Ich bin nicht mein Körper, ich bin nicht meine Gedanken. Ich bin.
  • 25.07.2016, 20:15 Uhr
  • 0
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Interessant ist auch, dass die "Zeugen" hier im SB kostenlos Reklame für ihre Organisation machen dürfen. Ansonsten muss jeder seine Werbung über SB bezahlen.
Ob da ein paar ZJ´ler in der Redaktion sitzen?
  • 22.07.2016, 23:10 Uhr
  • 0
nicht auszuschließen...
  • 22.07.2016, 23:47 Uhr
  • 2
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