wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Kurz vor ihrer Heiligsprechung - Kritik an Mutter Theresas dunkler Seite

Kurz vor ihrer Heiligsprechung - Kritik an Mutter Theresas dunkler Seite

News Team
29.08.2016, 14:21 Uhr
Beitrag von News Team

Am 4. September will Papst Franziskus Mutter Theresa heiligsprechen. Kritiker greifen ihn deswegen an. Die Verehrung von Mutter Theresa beruhe vor allem auf falschen Annahmen.

Die offizielle Geschichte von Mutter Theresas Wirken ist schnell erzählt. Nachdem sie am 10. September 1946 in Kalkutta eine Vision hat, beschließt die Ordensschwester aus Albanien ihr Leben den Armen und Kranken auf der Straße zu widmen. dem Mythos zufolge soll sie so 36.000 kranke und sterbende Menschen von der Straße geholt haben und zum Sterben ein Obdach gegeben haben.

Doch stimmt diese Geschichte überhaupt?

1. Mission statt Nächstenliebe


Christopher Hitchens veröffentlichte 1995 eine umfassende Kritik mit der Kernaussage, dass es Mutter Teresa weniger um die Hilfe für die Armen und Kranken, sondern um die Verbreitung ihres fundamentalistischen katholischen Glaubens gegangen sei.

Sterbende seien oft ohne deren Einverständnis getauft worden sein.

2. Glauben ist wichtiger als Hygiene


Die Kranken litten den Kritikern zufolge unter den hygienischen Zuständen und waren unzureichend hygienisch versorgt, weshalb viele starben, die hätten gerettet werden können. Nach dem Bericht von Aroup Chatterjee, der selbst nach Kalkutta reiste, wurden leicht heilbare Patienten vom Sterbehaus nicht immer in ein Krankenhaus eingewiesen, sondern ihnen sei bisweilen durch die Behandlung womöglich geschadet worden.

Beispielsweise durch Verwendung nicht sterilisierter, mehrfach verwendeter Spritzen.

Auf Vorwürfe, ihren Mitarbeitern mangle es oftmals an medizinischer Ausbildung, entgegnete Mutter Teresa: „Nicht der Erfolg, sondern die Treue im Glauben ist wichtig.“

3. Verherrlichung von Armut


Laut Robin Fox und Dave Hunt waren die Patienten im Sterbehaus vielfach auf primitiven Feldbetten in großer Zahl auf engstem Raum untergebracht, und die Nahrungsversorgung war nicht immer im nötigen Umfang gewährleistet. Etliche der dem Orden gespendeten Häuser waren ursprünglich gut ausgestattet, wurden aber auf Anordnung Mutter Teresas auf äußerste Schlichtheit und Armut umgestaltet (unter anderem wurden vorhandene neuwertige Matratzen entsorgt, und es wurde nicht oder kaum geheizt).

Weiterhin soll die Gabe von Schmerzmitteln untersagt worden sein.

Laut Mutter Teresa sei durch das Leid eine besondere Nähe zu Jesus Christus erfahrbar, Schmerzen und Leiden seien daher positiv zu bewerten.

4. Undurchsichtige Finanzen


Eine Studie dreier Forscher der Universitäten von Montreal und Ottawa von 2013 kam zu dem Schluss, dass die Spendeneinnahmen wenig transparent verwaltet worden seien. Daher stelle sich die Frage, wo die Millionen von Dollar geblieben sind, die gespendet wurden. Die Forscher folgern, dass ihr Ruf als selbstlose Retterin der Armen nicht den überprüfbaren Tatsachen entspreche und Folge einer bewusst gesteuerten Öffentlichkeitskampagne der Kirche gewesen sei.

Krankenwagen des Ordens sind zum Fahrdienst für die Schwestern umgebaut worden, und bei Hilferufen verwies der Orden auf die Ambulanz von Kalkutta.

5. Weltfremde Politik gegen die Armen


In Westbengalen regierte um diese Zeit die Kommunistische Partei, die versuchte, durch Agrarreformen die Armen aus ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit von lokalen Eliten zu befreien. Anstatt die unteren Schichten in ihrem Kampf nach Unabhängigkeit zu unterstützen, unterstützten Mutter Teresas individuell-religiöse Heilsversprechungen die antikommunistische Gegenbewegung.

Dies ging mit der Ablehnung sozialer und sozialistischer Bewegungen durch den Vatikan einher, wie sie mit der Befreiungstheologie in Südamerika und in anderen Teilen der Dritten Welt entstanden.

Dass die katholische „Kirche der Armen“ in Südamerika Mutter Teresas Organisation ablehnte, wurde öffentlich nicht erwähnt.

Ihre für sich geltend gemachte politische Neutralität stand auch im Widerspruch zu der Vortragstournee, die sie 1995 in Irland abhielt, um gegen die geplante Abschaffung des geltenden Scheidungsverbots zu argumentieren. Die Befürworter der Abschaffung gewannen letztlich in einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit.

6. Geburtenkontrolle schlimmer als Armut und Hunger


Mutter Teresa vertrat die vatikanischen Glaubenspositionen zum Verbot von Verhütungsmitteln und Schwangerschaftsabbrüchen und gewann Einfluss durch ihre Gespräche mit Staatsmännern und bedeutenden Persönlichkeiten auf Konferenzen weltweit als eine Botschafterin päpstlich-katholischer Wertvorstellungen.

In ihrer Rede bei der Verleihung des Friedensnobelpreises bezeichnete Mutter Teresa die Abtreibung als „größten Zerstörer des Friedens“.

Hell’s Angel: Mother Teresa, 1994 (TV-Doku, engl., 30 Min.)


(Quelle: Wikipedia)

Gut Aiderbichl Besuch von David Hasselhoff

Initialize ads

4 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Die Vorwürfe sind uralt. Ich habe sie bereits gelesen, als sie noch lebte. Dass sie bestimmte Auffassungen hatte, die von denen der Kritiker abweichen, kann man ihr nicht vorwerfen. Wenn sie Abtreibung verurteilt, ist das von der Meinungsfreiheit gedeckt und auch dann zu respektieren, wenn man anderer Meinung ist. Dass Hitchens ihr das vorwirft, zeigt, dass er seinerseits seine Meinung verabsolutiert.
Man kann tun, was man will, es wird immer jemanden geben, der anderes besser gefunden hätte.
Gebildete Inderinnen gehen - wenn sie Nonnen werden wollen - in Orden, wo sie mit dem Schmutz der Welt nicht in Berührung kommen. Also besteht der Orden von Theresa ganz überwiegend aus Ungebildeten aus den Unterschichten. Dass die von Hygiene nicht viel verstehen, liegt auf der Hand.
Sie sammelte die Sterbenden auf und legte sie in ein ordentliches Bett, damit sie in Würde sterben können. Die Kritiker bemängeln die fehlende medizinische Versorgung. Und? Was wäre die Alternative? Wer hätte sich an wem gestört, wenn man die Sterbenden in der Gosse hätte liegen lassen? Was hinderte Hitchens daran, nach Kallkutta zu fliegen, dort ebenfalls Sterbende aufzusammeln und ihnen die vermisste medizinische Versorgung zuteil werden zu lassen? So sitzt er in Filzpantoffeln und mit einem Bier vor sich und schimpft auf Leute, die vielleicht 10% des Notwendigen tun, und wirft ihnen vor, dass sie nicht 100 % tun, während er selbst 0 % tut.
Das, und nur das, ist die wahre Heuchelei!
  • 01.09.2016, 11:17 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ich kenne das Buch von Christopher Hitchens und seine Meinung, was "Mutter Theresa" betrifft.
Ich kann zwar keine eigenen Erfahrungen dazu beisteuern. Es scheint mir aber so, dass diese albanische Nonne auch ihre dunkeln Seiten hat.
Dass man sie heilig spricht - die höchste Auszeichnung der katholischen Kirche - zeigt doch nur, welch zwielichtige Gestalten vom Vatikan als Vorbild hingestellt werden.
Aber was solls, das ist doch alles längst bekannt. Wer ein Hirn hat zu denken, der denke. Eigentlich kann nur der Entschluss herauskommen, dieser Kirche den Rücken zu kehren - oder aber in eine Welt der Illusion leben zu wollen.
  • 31.08.2016, 13:48 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Es sind zu viele Menschen, ehemalige Mitarbeiter usw, die nichts Gutes über Mutter Teresa berichten können, sondern sie als boshafte, rechthaberische alte Frau schildern. Bei so vielen Berichten unterschiedlichster Menschen kann man doch nicht von einer Hetzkampagne sprechen!
  • 30.08.2016, 18:55 Uhr
  • 1
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ich gebe den Kritikern recht, dass alles besser gemacht werden kann. Nur, mit Kritik alleine, ist noch nichts verbessert.
  • 30.08.2016, 14:52 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.