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„Noahs Arche wird nie gefunden“

12.09.2016, 12:13 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Der Archäologe Erich Cline entzaubert in seinem neuen Buch beliebte Geschichten aus der Bibel


Die Suche nach der Arche Noah? Aussichtslos. Joshuas Attacke auf Jericho? Ein Mythos. Die Zehn Gebote? Hatten historische Vorläufer. Und der Exodus des Volkes Israel aus Ägypten? Hat so wohl nie stattgefunden. In seinem Buch „Warum die Arche nie gefunden wird“ analysiert der US-Archäologe Eric Cline beliebte Erzählungen aus der Bibel – und weist Interpretationen frei nach dem Bestseller „Und die Bibel hat doch recht“ zurück. Cline wehrt sich gegen selbst ernannte Experten, die behaupten, sie hätten die Arche Noah am Berg Ararat entdeckt oder die verlorene Bundeslade gefunden. „Es ist höchste Zeit für professionelle Archäologen, Althistoriker und etablierte Bibelkundler, ihr von Pseudowissenschaftlern besetztes Terrain zurückzuerobern“, sagt er. Die Bibel müsse wie jede andere antike Quelle behandelt werden: als ein Text, der „analysiert werden muss“.
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Die Forschung sei sich weitgehend einig, dass das Alte Testament aus vielen Quellen zusammengefügt wurde, von denen „die ältesten auf das 9. oder 10. und die jüngsten auf das 6. oder 5. Jahrhundert vor Christus zurückgehen“, so Cline. Einen historischen Kern billigt er der Erzählung vom Turmbau von Babel zu. Die biblische Beschreibung passe zu archäologischen Überresten von religiösen Bauten in Babylon, Uruk und Ur.
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Religiös und politisch heikel sind Clines Anfragen an die Erzählungen vom Exodus Israels und von Joshuas Heldentaten – schließlich zählen sie zu den Gründungsmythen des Staates Israel. Widersprüche sieht er bei biblischen Zahlen. Dass „sechshunderttausend Mann zu Fuß“ Ägypten verließen, sei unvorstellbar. Insgesamt wären dann mit Frauen und Kindern 2,5 Millionen Menschen 40 Jahre durch die Wüste gezogen. Denkbar sei, dass der Exodus ein Prozess war, der sich über Jahrhunderte erstreckte. Möglich auch, dass der Auszug aus Ägypten von Bibelautoren während des babylonischen Exils erfunden wurde. Archäologische Hinweise aber gebe es nicht.
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Ähnliches bei den Eroberungen Jerichos und Kanaans: Archäologen hätten nachgewiesen, dass „die Städte, von denen die Bibel sagt, sie seien von Israeliten zerstört worden, zu jener Zeit nicht zerstört wurden oder nicht bewohnt waren, während Zerstörungen anderer Stätten in der Bibel fehlen“, sagt er. „Unsere Daten lassen die biblische Darstellung der Eroberung von Kanaan nicht glaubwürdig erscheinen.“

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5 Kommentare

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Die christliche Bibel ist ein einziges Lügenmachwerk . Dabei heißt es doch "Du sollst nicht lügen" Forscher, Historiker haben herausgefunden, daß dieser Jesus nicht Gottes Sohn war, wie die naiven Christen meinen. Jesus war der Sohn eines römischen Legionärs. Maria hatte eine Liebschaft mit diesem Besatzungssoldaten. Joseph hatte ihn adoptiert. Jesus hatte noch Halbgeschwister. Jesus konnte keine Wunder
vollbringen. Alles Lügen. Nur ein Beispiel: Man hat z.B. den See gefunden wo er angeblich laufen konnte. Es stimmt. Man kann tatsächlich über diesen See laufen. Jeder kann es. Warum ? Weil an einer bestimmten Stelle eine Erhebung ist. Und die Jünger, alle samt geistige Spinner gewesen, puschten das als Wunder auf. .
  • 12.09.2016, 16:16 Uhr
  • 2
Quatsch: Wie kann man Menschen, die vor 2500 bis 3000 Jahren gelebt haben, unterstellen, sie hätten bewusst gelogen?
Wer so etwas tut, beweist damit höchstens sehr mangelhafte Geschichtskenntnisse. Gerade darum bemüht sich ja dieses vorgestellte Buch: Dichtung von Wahrheit zu unterscheiden.
Und welche Forscher herausgefunden haben sollen, wessen Sohn Jesus in Wirklichkeit war, bringt mich echt zum Lachen, wo es doch eine Menge Atheisten gibt, die behaupten, Jesus hätte nie gelebt!
  • 13.09.2016, 16:38 Uhr
  • 1
wize.life-Nutzer. Ebenso Quatsch: Wie naiv bist du eigentlich.
1. Diese ganzen angeblichen Wunder, dienten nur um das jüdische Volk zu manipulieren um für ihre christliche Ideologie zu werben. Es war nicht Jesus, die die Lügenmärchen verbreitet haben, sondern seine Jünger.
2. Denkt mal darüber nach, wo her kommt denn der ganze ideologische Dreck, den diese Jünger verbreitet haben, wenn es nicht jemand geben hatte auf die sie sich lügenhaft berufen
konnten. Ich wußte schon instinkiv das es diesen Nazarener
gegeben hatte. Dazu braucht man nicht Christ sein.

Hausaufgabe: Wer war Jesus? Alles was sich nicht christlich nennt. Warum?
  • 15.09.2016, 19:23 Uhr
  • 1
Keinesfalls möchte ich dich von der Richtigkeit der Bibel überzeugen ---- Du nennst mich "naiv", vermutlich, weil du meinen Hinweis auf deine mangelnden Geschichts- und Psychologie - Kenntnisse nicht verstehen kannst oder willst.
  • 15.09.2016, 20:45 Uhr
  • 0
Ich halte "Lüge" auch nicht für den richtigen Ausdruck.
John, Heidi,

Klar ist, dass diese biblischen Wundermärchen allesamt keine historischen Wahrheiten darstellen. Sie sind nicht so passiert, wie sie da in der Bibel stehen und wenn wir Zeitreisen machen könnten,. würden wir vergeblich nach einem Menschen suchen, der übers Wasser laufen kann und stinkende Leichname ins Leben zurückholen kann.

"Lüge" bezeichnet aber bewusst und absichtilich etwas zu behaupten was nicht stimmt um bestimmte Wirkungen zu erzielen.

Ich meine, diese Bibelmärchen wurden von den Menschen geradezu verlangt. Sie WOLLTEN sie glauben. Sie hatten ein Bedürfnis nach Übersinnlichem, nach Göttern, nach Erlösung von ihrer als unerträglich empfundenen Lage. Anders gesagt: man musste diese Leute gar nicht anlügen. Ein paar Andeutungen, vielleicht gar nicht so gemeint, und schon verbreitete sich das Gerücht, wurde von Erzähler zu Erzähler ausgeschmückt und immer mehr übertrieben bis schliesslich das herauskam, was wir heute lesen können.
Es bedurfte also gar keines absichtlichen, hinterhältigen Lügners. Das Wunschdenken der "Belogenen" war mindestens genauso daran schuld.

An anderer Stelle im SB ist gerade von "echten" und "falschen" Marienerscheinungen die Rede. Ich denke, das funktioniert ähnlich. Menschen haben sich so in dieses Marien-Ideal hineingesteigert, dass sie es für real halten. Und erwarten, dass sich diese Maria (endlich) einmal zeigt. Da braucht es dann nur noch jemand mit blühender Phantasie, der sich einbildet, eine weisse Frau im Wald gesehen zu haben. Und schon fällt das Gerücht auf fruchtbaren Boden, wird hin- und her erzählt, jedesmal weiter ausgeschmückt und übertrieben bis dann eine so große Zahl von "Gläubigen" von diesem "Wunder" überzeugt ist, dass gewisse Kirchenleute es als solches anerkennen. Und wenn es erst mal von der Kirche offiziell anerkannt ist, folgt die übliche Entwicklung zu Wallwahrtsort und der kommerziellen Verwertung mit Souvenirständen, Busreisen, etc.etc. Dann wir sich der zuständige Gemeinderat auch sehr überzeugt geben, dass dieses Wunder auch passiert ist - endlich kommt Geld ins Dorf...
Man kann ähnliches bei der Legende vom Monster von Loch Ness beobachten. Da hat eine "unabhängige Kommission" festgestellt, dass das Monster existiert. Die unabhängige Kommission bestand aus dem Gemeinderat und den umliegenden Gastwirten...
  • 16.09.2016, 09:33 Uhr
  • 1
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