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Ethik des Alten Testaments

13.11.2016, 14:17 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Ethik, gleich welcher Art, bedarf einer Legitimation. Die profane Legitimation pflegt auf die Notwendigkeit bestimmter Regeln für ein gedeihliches Zusammenleben zu rekrutieren. Sie sollen sich im Laufe der Evolution verfestigt haben. Dafür spricht, dass das, was geboten, erlaubt und verboten ist, von Kulturkeis zu Kulturkreis variiert. Es gibt nur sehr wenige ubiquitäre Regeln, z.B. das Inzestverbot. Aber schon die Achtung des Lebens ist unterschiedlich: Der Jainismus in Indien, der in Befolgung des Ahinsa einen Mundschutz tragen, damit sie nicht versehentlich beim einatmen ein Insekt töten, und mit einem Wedel Kleinlebenwesen auf ihrem Wege fortwischen und ihr Trinkwasser filtern, und der Kannibalismus auf Papua-Neuguinea. Das spricht gegen eine zentral offenbarte Ethik.

Die Verletzung ethischer Normen hat unterschiedliche Inhalte und Formen. Normalerweise richtet sich die Übertretung gegen die Gemeinschaft oder gegen deren Mitglieder. Die Normen haben nicht nur die Funktion, das Zusammenleben der Menschen zu ermöglichen, sondern auch gesellschaftliche Strukturen und Hierarchien zu stabilisieren oder auch nur, um sich von anderen Gruppierungen abzugrenzen, wie z.B. die Beschneidung, viele Speisegebote und der muslimische Bart oder das Kopftuch.

Formal besteht die Ethik aus einem Katalog von Geboten und Verboten, die, wenn sie von einem Gott geoffenbart sind, absoluten Gehorsam einfordern. Die Alternative dazu ist eine Metaethik, die ohne Katalog auskommt und nur das Ziel ethischen Handelns vorgibt. Bekanntestes Beispiel für die erste Art ist das Buch Leviticus im Alten Testament, für die zweite Art Jesu Gebot, Gott und den Nächsten zu lieben: „An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ (Matth. 22,40). Aber es gibt auch andere, z. B. der aztekische Polytheismus: Das Leben sei zu kompliziert und vielseitig um es an Regeln zu binden. Einzige Regel ist, dass man in seinem Leben glücklich sein und andere auf der Suche nach dem Glück unterstützen soll.

Die Verletzung zieht Sanktionen nach sich, auf die aber der verletzte Teil auch verzichten oder einer Umwandlung in eine andere Strafe zustimmen kann: Todesstrafe wird zur Vermögensbuße. Es kommt auch vor, dass die Normverletzung die Weltordnung stört. Da ist Gnade nicht möglich. Die Macht der Ethik beruht regelmäßig auf der Furcht vor den Folgen einer Übertretung. Dies war auch im Alten Testament so. Der Fürcht vor den folgen der Übertretung stand auch die Überzeugung zur Seite, dass es nur dem Frommen und Rechtschaffenen gut gehen werde. Psalm 37: „Denn die Arme der Frevler werden zerschmettert, doch die Gerechten stützt der Herr. Der Herr kennt die Tage der Bewährten, ihr Erbe hat ewig Bestand. In bösen Zeiten werden sie nicht zuschanden, sie werden satt in den Tagen des Hungers. Doch die Frevler gehen zugrunde, die Feinde des Herrn sind wie die Pracht der Auen: Sie schwinden dahin, wie Rauch schwinden sie hin.“ Aber bald fiel auf, dass das gar nicht stimmte. Psalm 74: „Denn es verdroß mich der Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Gottlosen so wohl ging. Denn sie sind in keiner Gefahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast. Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt. Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muss wohl getan heißen. Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken. Sie achten alles für nichts und reden übel davon und reden und lästern hoch her. Was sie reden, das muss vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muss gelten auf Erden. Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser und sprechen: "Was sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten?" Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glücklich in der Welt und werden reich. Soll es denn umsonst sein, dass mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche, ich bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?“ Im Buch Hiob wird das dann durchbuchstabiert. Der Tun-Ergehen-Zusammenhang bekam einen Riss. Angesichts der Tatsache, dass es kein Leben nach dem Tode gab (Psalm 88: „Meine Seele ist gesättigt mit Leid, mein Leben ist dem Totenreich (Sheol, Schattenreich, Unterwelt) nahe. Schon zähle ich zu denen, die hinabsinken ins Grab, bin wie ein Mann, dem alle Kraft genommen ist. Ich bin zu den Toten hinweggerafft wie Erschlagene, die im Grabe ruhen; an sie denkst du (Gott) nicht mehr, denn sie sind deiner Hand entzogen „), war das eine große und existenzielle Ungerechtigkeit. Nach dem Exil entstand dann der Gedanke, dass sich Gott auch um die Menschen nach dem Tode kümmere. Im Psalm 88 kommt er noch als rethorische Frage daher: „Wirst du an den Toten Wunder tun, werden Schatten aufstehn, um dich zu preisen? Erzählt man im Grab von deiner Huld, von deiner Treue im Totenreich?“ Von da war es nicht mehr weit zu der Überzeugung, dass den Menschen dann Gerechtigkeit widerfahren werde, die Guten würden belohnt, die Frevler bestraft.

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32 Kommentare

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Ethik ist die Philosophie über Moral und nicht die Moral selbst.
In dem Beitrag geht es um Moral, nicht um Ethik.
  • 12.12.2016, 10:34 Uhr
  • 0
Eine kühne Behauptung. Über die Moral philosophieren, ohne die Moral wenigstens ansatzweise zu beschreiben, scheint mir nicht möglich. Das ist auch Aristoteles nicht gelungen. In dem Artikel geht es nicht um die Beschreibung von konkreten Sollenssätzen, sondern um deren Legitimation und Herkunft. Das Gute als Ergebnis von sozialer Evolution und die Legitimation durch Angst vor innerweltlicher oder jenseitige Strafe oder Gutsein aus Dankbarkeit. Die erwähnten moralischen Vorschriften dienen nur als Beispiele.
Der Begriff "Metaethik" hat sich nun mal so eingebürgert, wenn auch "Metamoral" vielleicht treffender gewesen wäre.
  • 12.12.2016, 10:52 Uhr
  • 0
So kühn ist das gar nicht. Schau Dir nur Deinen ersten Satz an: "Ethik, gleich welcher Art, bedarf einer Legitimation". Oder diesen: "Formal besteht die Ethik aus einem Katalog von Geboten und Verboten, die, wenn sie von einem Gott geoffenbart sind, absoluten Gehorsam einfordern."
  • 12.12.2016, 11:25 Uhr
  • 0
Aber ich wollte Dich nicht angreifen, oder ein großes Bohei darum machen. Sondern lediglich auf diese Verwirrung hinweisen.
  • 12.12.2016, 11:34 Uhr
  • 0
ok. Hast gewonnen.
Mir kam's auf etwas anderes an, und da habe ich nicht akribisch auf die richtige Terminologie geachtet.
  • 12.12.2016, 11:36 Uhr
  • 0
Bin halt ein Erbsenzähler. Nichts für Ungut
  • 12.12.2016, 11:38 Uhr
  • 0
Die mag ich besonders! Wenn sie gut zählen! Normalerweise mache ich das auch - nur da war ich etwas schlampig.
Das Erbsenzählen ist gerade zu "postfaktischer" Zeit die oberste Tugend!
  • 12.12.2016, 11:43 Uhr
  • 1
Dieses Wort ist das traurigste Beispiel dafür, dass es heute nur noch eine Wahrheit geben darf. Nur die einen "Fakten" sind wahr, die anderen sind "postfaktisch".
  • 12.12.2016, 11:58 Uhr
  • 0
So einfach ist das nicht. Nicht nur Fakten sind wahr. Es gibt auch Wahrheiten, die nicht durch Fakten zu belegen sind.
Aber es gibt eben auch Behauptungen von Fakten, die es in Wirklichkeit nicht gibt oder gegeben hat.
Und von denen werden nur die "postfaktisch" genannt, die zielgerichtet in verleumderischer Absicht erfunden, also gleichsam als Waffe verwendet werden.
(Jetzt zähle ich mal die Erbsen)
  • 12.12.2016, 17:38 Uhr
  • 0
Man kann aus einer Tatsache verschiedene Wahrheiten ableiten. Denn jede "Tatsache" erlaubt verschiedene Interpretationen. Wahrheiten ohne Fakten, beruhen auf Glauben oder Fühlen, hier können die Wahrheiten so zahlreich sein, wie es Menschen gibt (und keine ist wahrer als die andere).
"Postfaktisch" ist immer, was sich nicht mit meiner Interpretation oder Auswahl der Fakten deckt. So ist jeweils das, was für den einen seine Fakten sind, für den anderen Postfaktisch. Selten kann man das so geballt beobachten wie in den politischen "Diskussionen" hier im wl.
Der ganze Unsinn basiert auf der Annahme (Hoffnung) das es immer nur eine (unbestreitbare) Wahrheit gäbe. Die individuelle Wahrheit kommt aber immer aus unserer Wahr-nehmung. Die "Wahrheit" ist das, was wir als wahr annehmen.
Das wissen die Geisteswissenschaftler seit 100 Jahren. Auch die Physik und Neurologie weiß das. Das Klammern an der Vorstellung von einer "einzigen Wahrheit" kennen wir von den Kirchen aus dem Mittelalter und heute, in den Zeiten der allgemeinen Verunsicherung, hat dieser Glaube wieder Hochkonjunktur. Wider jedes bessere Wissen.
  • 12.12.2016, 21:17 Uhr
  • 0
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Neben den geschilderten Motiven für ein rechtschaffenes Leben und gegen die Verletzung der ethischen Regeln kam im jüdisch-christlichen Ideenkreis eine neue Linie hinzu, und zwar die Dankbarkeit.
Sich an die Regeln halten und Rechtschaffenheit üben aus Dankbarkeit, das ist die eigentliche Neuerung.
Das beginnt schon im Alten Testament – wenn man die 10 Gebote richtig übersetzt:
„Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Sklavenhause, geführt habe. Deshalb wirst du keine anderen Götter neben mir haben. usw.“
Jesus stellt diese Motivation ins Zentrum seiner Lehre, besonders im Gleichnis vom unbarmhezigen Knecht: „Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.“
Kontrastiert wird eine astronomisch hohe Schuld des 1. Sklaven mit einer deutlich geringeren Schuld des 2. Sklaven. Hundert Denare entsprechen in etwa dem Halbjahresverdienst eines Tagelöhners in der Landwirtschaft. Rechnerisch entsprechen 100 Denare dem 600000 sten Teil von 10000 Talenten.
Im Epheserbrief heißt es: „Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.“
Das setzt allerdings zwingend Gott als einen Adressaten für diese Dankbarkeit voraus. Dankbarkeit ohne Person, so ins Nichts hinein, geht nicht.
Wenn es also keinen Gott gibt, muss man ihn erfinden, um diese Ethik umsetzen zu können.
  • 13.11.2016, 17:20 Uhr
  • 1
"Folterknechte, Sklaven, den bösen strafenden Gott, Diener, und Regeln erklärt aus dem alten/heutigen Ägypten."
Geht es etwas präziser?
Wo sind im christlich-jüdischen Ideenkreis "Foltrknechte"?
Wo ist der Gott "böse"?
Was bedeutet in diesem Zusammenhang "Diener"?
Welche "Regeln erklärt aus dem alten/heutigen Ägypten"?

Ich glaube, in die Ecke gedrängt, schlägst du nur noch völlig absurd um dich.

Jedenfalls eins ist sicher: Mit klaren Fakten habt ihr es nicht so. Hassgeblöke - mehr ist nicht.

Um das klarzustellen: Ich will niemanden von seinem Atheismus abbringen. Aber es ist für einen Atheisten beschämend, mit Leuten in einen Topf geworfen zu werden, die nur solches Geschwurbel von sich geben.
  • 16.11.2016, 20:22 Uhr
  • 0
Du Ärmster, du weißt jetzt nicht mehr weiter. Ich bin weit davon entfernt, Pfarrer zu sein.
Tja, die Details. Damit habt ihr es nicht so. Lieber großzügig mit geschwurbelten Voruteilen einfach so rumposaunen.
Wie sagte schon Lenin? "Zu großes Detailwissen lähmt den revolutionären Elan".
Es kommt gar nicht darauf an, was richtig ist. Es kommt nur darauf an, seine Vorurteile unter allen Umständen zu retten - und wäre es mit den absurdesten Behauptungen.
  • 16.11.2016, 20:43 Uhr
  • 0
Wo habe ich mich für Gott eingesetzt? Du phantasierst. Für mich sind Fakten wichtig. Wenn man dir kulturellem Analphabeten die Stirne bietet, ist man arrogant. Kritik würde akzeptiert, wenn sie nicht aus geschwurbeltem Wörteschaum bestünde.
  • 16.11.2016, 21:35 Uhr
  • 0
Damit habe ich doch nicht die Existenz Gottes behauptet.
Eijeijei. Es ging da um Dankbbarkeit als Grundlage der Ethik.
Hat Du auch was Sachliches auf Lager?
  • 16.11.2016, 22:42 Uhr
  • 0
Werner,
Ich habe auch den Eindruck, dass Christian so argumentiert wie ein "Pfaffe". Er kommt mir ein bisschen so vor, wie der Pfarrer, der in der Oberstufe Religionsunterricht geben soll. Immer einen Trick im Ärmel, immer einen verwirrenden geistigen Winkelzug parat um das Offensichtliche zu widerlegen. Und er darf doch seinen widersprechenden Schülern nicht Recht geben... Wie ein Staubsaugervertreter (oder Vesicherungsvertreter) den man niemals - auch nach tagelangen Diskussionen nicht - dazu bringen kann zuzugeben, dass seine Produkte nichts taugen.

Und dann der Satz "Hast Du auch was Sachliches auf Lager?"
Wo gerade er doch mit Beleidigungen nur so um sich schlägt.

Christian ist kein Freund einer klaren, geraden Linie. Er ist ein Freund von massenweisen Details, die er immer ins Feld führt, wenns gerade passt. Wie ein Geisteswissenschaftler eben: viel Geschwätz, wenig Erkenntnis.
  • 17.11.2016, 07:38 Uhr
  • 0
Pfaffe? Da lach ich doch nur: https://www.amazon.de/Bundes-Bodensc.../3452247686
Und du merkst doch gar nicht, dass dei kritikloses Geschwafel sich in Rauch auflöst, wenn man mal genau hinschaut.". Er ist ein Freund von massenweisen Details, die er immer ins Feld führt, wenns gerade passt." Es passt immer, weil genaues kritisches hinschauen eben das Geschwurbel als solches entlarvt.
  • 17.11.2016, 08:17 Uhr
  • 0
Das ist hier doch ein Forum für Religion und Philosophie. Wenn ihr davon nichts versteht, frage ich mich, was ihr hier wollt.
Aber ich habe eine noch bessere Idee: Die vernunftbegabten Atheisten tun das, was sie immer predigen: Den wissenschaftlichen Zweifel praktizieren.
Und das geht so: Man nimmt irgendeinen Satz, z.B. "Die christlichen Werte haben den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt behindert."
Dann stellt man diesen Satz auf den Prüfstand: Was sind überhaupt "Werte"? "Leichtgläubigkeit" z.B. ist kein Wert, so wenig wie Kurzsichtigkeit. Vielmer "Tapferkeit", Redlichkeit" usw., also etwas, das man anstrebt. Dann: Wann ist ein Wert "christlich"? Anschließend "Welche Wissenschaft wurde wie und durch welchen Wert behindert?" Nach atheistischer Vernunftmaxime müssten diese Fragen die Atheisten selbst stellen. Ich bin einer, der das tut, was ihr eigentlich tun müsstet. Dann heißt es: "Das was Du gelernt hast ist richtig, alle anderen Ansichten sind falsch. Du verbeißt dich förmlich in Details. Dein Detailwissen macht dich aber blind für die Realitäten." Ihr wollt mich wohl auf den Arm nehmen. Die Maxime des wissenschaftlichen Zweifels würde nun erfordern, nach den Realitäten zu fragen, für die ich blind sein soll. Wahrscheinlich die Phrasen der Giordano-Bruno-Stiftung. Und von welchem Lerninhalt habe ich behauptet, dass er richtig sei und nicht hinterfragt werden dürfe?

In Wirklichkeit geht es Euch gar nicht um irgendeine Wahrheit, sondern ausschließlich um hirnloses Kirchenbashing. Jeder Unsinn ist dann Wahrheit, wenn er diesem Ziel dient.
  • 17.11.2016, 09:37 Uhr
  • 0
Christian,
Das ist genau das, was ich oben beschrieben hatte.

Der Ausdruck "Hirnloses Kirchenbashing" würde zun einem "Pfaffen" passen.

Und du versuchst wieder, Argumente zu bekritteln anstatt sie zu widerlegen.

Es kommt mir so vor wie der Autofahrer, dessen Wagen stehenbleibt und die Tankuhr steht auf Null. Natürlich könnten auch alle Zündkerzen gleichzeitig ausgefallen sein. Aber sehr wahrscheinlich hat er doch kein Benzin mehr?
Oder muss ich das auch in allen Einzelheiten "beweisen"?

Ich wiederhole:
Eine Denkrichtung, die die absolute Wahrheit schon kennt, wird kein Interesse an Forschung haben. Nur feste glauben ist angesagt. Und wehe, wenn die Forschung die absolute Wahrheit widerlegt. Dann ab auf den Scheiterhaufen mit dem Forscher. Wär ja noch schöner...
  • 17.11.2016, 11:38 Uhr
  • 0
Das Übliche.
Nun zeige doch mal deine Zweifeltechnik:
Wo hat die Kirche jemals behauptet auf allen Gebieten die absolute Wahrheit zu wissen, so dass die Forschung überflüssig wäre? Wo behauptet sie, über Photosynthese, von organischer Chemie, von Festkörperphysik, von Elektrizität, von Quantenmechanik, Astronomie (wieso betreibt der Vatikan eine Sternwarte, wo doch alles in der Beibel stehen soll?) absolutes Wissen zu besitzen, die Forschung überflüssig macht?
Komm mal rüber und Butter bei die Fische.
Aber ich bekrittele ja nur!

Und was den Scheiterhaufen anbetrifft: Der Kam nicht wegen wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern wegen einer von der Kirche abweichenden lehre von gott. Galilei bekam nur Hausarrest, Hus wurde verbrannt.

Außerdem: die erste Frage im vorigen Absatz an Werner gilt auch für dich: Was macht jemand, den Religion überhaupt nicht interessiert, der sich weigert zu dem Thema ein Buch in die Hand zu nehmen, der davon überzeugt ist (und diese Überzeugung keineswegs hinterfragt - wo denn!), dass Religion ein Zeichen von Dummheit ist, was macht der in einem Forum über Religion? Kenntnisloses Kirchenbashing ist alles, was hier rüberkommt.
  • 17.11.2016, 12:25 Uhr
  • 0
Christian,
Zu deiner ersten Frage werfe ich dir einfach mal den nächstbesten Brocken vor die Füsse. Er heisst "Evolution".
Wahrscheinlich wirst du jetzt antworten, die Kirche habe Darwin gleich zugestimmt.
Ok, Galilei bekam "nur" Hausarrest. Nur? "Nur" einsperren? Das ist wohl ein Ausdruck von Zuneigung...

Zum letzten Absatz: woher soll ich wissen, was jemand macht, der sich für Religion überhaupt nicht interessiert?

Falls du mich ´damit meinst: ich hab Religion samt religiöser Erziehung als Jugendlicher ausgiebig kennengelernt. Und durch die Hauskirchen meiner Frau hab ich mehr Kontakt zu Evangelikalen als mir lieb ist. Kannst mir jedenfalls nicht vorwerfen, ich sei nicht informiert.
  • 17.11.2016, 13:54 Uhr
  • 0
Auf deinen 1 Satz antworte ich dir nicht, was du denkst, sondern stelle fest, dass nur die katholische kirche die Evolution bekämpft hat. Ist ja schmeichelhaft, dass du die Katholiken mit der Gesamtkirche identifiziert. Darwin war Christ, gehörte der anglikanischen Kirche an. Seine Mutter war Unitarierin. Die Tatsache der Evolution wurde in den nächsten Jahren in Wissenschaftskreisen praktisch universell akzeptiert, sehr viel weniger allerdings die natürliche Selektion, mit der sich selbst Darwins Freunde Lyell und Asa Gray nicht anfreunden konnten. John Herschel kritisierte sie scharf als „law of the higgledy-piggledy“ („Regel von Kraut und Rüben“). Karl Ernst von Baer stellte sie sogar in die Nähe eines Wissenschaftsmärchens. Darwins väterlicher Freund Henslow lehnte die Evolution ab, blieb Darwin aber freundschaftlich verbunden. Sedgwick und Richard Owen veröffentlichten hingegen ablehnende Rezensionen. Darwins Freunde unterstützten das Buch mit mehreren Rezensionen, so Huxley in der Times.
Also, dass das Christentum die Evlutionslehre bekämpft habe, ist barer Unsinn.

"Und wehe, wenn die Forschung die absolute Wahrheit widerlegt. Dann ab auf den Scheiterhaufen mit dem Forscher. Wär ja noch schöner... " Nun ist der Scheiterhaufen nicht mehr gefragt, Hausarrest langt schon. Und? Wurde dadurch die wissenschaftliche Astronomie gehemmt?
"Und durch die Hauskirchen meiner Frau hab ich mehr Kontakt zu Evangelikalen als mir lieb ist. Kannst mir jedenfalls nicht vorwerfen, ich sei nicht informiert." Meine Schwiegermutter war Mitglied einer Pfingstgemeinde. Auch nicht besser. Wollten meinen Schwager durch Gebet vom Down-Syndrom heilen! Aber wahrscheinlich flüchtset du (verständlicherweise) wenn der Hausgottesdienst beginnt. Jedenfalls bist du keinesfalls "informiert". Aber da hättest du ohnehin nicht informiert werden können.

Werner: Da widert es einen nur noch an. Ja, was suchst du dann noch hier?
  • 17.11.2016, 14:50 Uhr
  • 0
Wo siehst du hier religiöse Fanatiker? Ich sehe fast nur Atheisten, den einen oder anderen Gläubigen, einen Zeugen Jehovas, der sich aber hier nicht beteiligt, und - glaube ich - einen Evangelikalen. Freie Meinungsäußerung in Sachen Religion, Fanatismus Fehlanzeige.
Also, wenn's dich anwidert, dann brauchst du dir das nicht anzutun.
Und Widerspruch ohne Kenntnisse dürfte nicht von Erfolg sein. Mit Bashing allein kannst du einen 100-prozentigen eh nicht überzeugen.
  • 17.11.2016, 18:41 Uhr
  • 0
Ja. Aber Fanatismus sah ich da nicht. Das war Lourdes oder Fatima oder sowas. Und? Lass die doch in Ruhe.
Und was soll das HIER? Keiner von denen ist heir zu Gange. Wenn du den 150prozentig Religiösen "das Feld nicht überlassen" willst, dann geh dorthin und halte entsprechende Ansprachen.
Aber hier bist du mangels Gegner fehl am Platze. Ich werde auch nicht auf Internetseiten von Beduinen für das Walfangverbot werben. Unfug.
Ich glaube, das ist bloß ein durchsichtiger Vorwand, um irgendwelche Andersdenkenden nach Herzenslust anpöbeln zu können. Denn Inhaltlich hast du ja weniger auf der Pfanne, als die meisten Prozessionsteilnehmer.
  • 17.11.2016, 21:23 Uhr
  • 0
Richtig. Hatte in der Schule Französisch.
Aber egal, von denen ist keiner hier.
Gefährlich sind für mich die Agressiven, die Bombenleger vor den Abtreibungsklinken. Aber die sind hier auch nicht vertreten. Und es gibt noch andere Fanatiker: Tierschützer, die in Gefangenschaft geborene und gehaltene Tiere "befreien", die dann in der "Freiheit" verhungern. Gibt's hier alles nicht.
Und ich wette 1000: 1 dass du das, was da verkündet wird, 1:1 ungeprüft übernimmst und niemals in Frage stellen wirst. Selber denken - verboten.
  • 17.11.2016, 21:32 Uhr
  • 0
Wieso? Wer hier ist hier damit gemeint? Wer von den schlimmen Leuten ist hier zu Gange, denen du das Feld nicht überlassen willst? Nenn mir mal einen.
  • 17.11.2016, 21:42 Uhr
  • 0
Na dann nenn doch mal einen.
  • 17.11.2016, 21:44 Uhr
  • 0
Da musst du ja offenbar lange suchen, bis du dich lächerlich machst.
  • 17.11.2016, 21:48 Uhr
  • 0
Ihr seid niveaumässig wieder unter den Tisch gerutscht..
Aber Christian fällt halt nicht Besseres ein, angesichts der erdrückenden Argumente..
Das ist immer das letzte Mittel, wenn gar nichts mehr geht: provozieren, schimpfen und die vernünftige Antwort schuldig bleiben bis die Frage so weit oben steht, dass keiner mehr dran denkt.
  • 17.11.2016, 22:08 Uhr
  • 1
Werner antwortet nicht. Das genügt mir.
Was ihr hier zu suchen habt, ist immer noch ein Rätsel.
  • 17.11.2016, 22:50 Uhr
  • 0
Christian,

Ich schlage vor, das Geschimpfe zu beenden und beim 17.11., 14:50 anzuknüpfen.

Ja, Darwin war Christ - weil in dieser Zeit kaum etwas anderes möglich war. Das Argument, dass Wissenschaftler Christen waren, wird öfter gebraucht. Es besagt aber nichts. Angesichts der Macht der Kirche und den allgemeinen Sitten musste (fast)jedermann irgendeiner Religion angehören, und wehe, es war nicht die Mehrheitsreligion, das Christentum. Man traute sich schon aus Angst nicht, gegen die Kirche zu opponieren. Deswegen hat auch Darwin seine Erkenntnisse so lange zurückgehalten bevor er es wagte, sie zu veröffentlichen.

Ich wundere mich, dass dir nicht der Computer abstürzt, wenn du schreibst: "..dass das Christentum die Evlutionslehre bekämpft habe, ist barer Unsinn." Muss man zu diesem Thema wirklich noch Fakten heraussuchen?

Weiter: Schön, Galilei wurde "nur" unter Hausarrest gestellt. Andere wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Wie kannst du nur im Ernst fragen, "Wurde dadurch die wissenschaftliche Astronomie gehemmt?". Was sonst? Wenn man Menschen mit abweichender Meinung einsperrt (oder hinrichtet), wird damit vielleicht die Meinungsfreiheit gefördet? Selbstverständlich sind solche Bedingungen ein Hemmnis für die unabhängige Forschung. Du wirst das nicht im Ernst bezweifeln wollen, oder?

Ich antworte dir auch gern auf die kleine Provokation, ob ich mich vor der Haukirche fürchte. Nein, das tue ich nicht. Ich hab früher an den dort üblichen Diskussionen teilgenommen und auch meine Argumente gebracht. Diese Erlebnisse haben mich ja bewogen, zu versuchen, Gläubige zu verstehen. Ich habs bei den Hauskirchenleuten aufgegeben. Es ist einfach zu absurd. Das Letzte, an das ich mich erinnere war, dass ein Gläubiger (Physiotherapeut) mehrfach und im Brustton der Überzeugung behauptet hat, er könne mit Gottes Hilfe Beine nachwachsen lassen. Was soll man da noch sagen? Wundert es dich, dass ich diese Leute für psychisch gestört halte?
  • 18.11.2016, 10:08 Uhr
  • 1
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Hallo Christian,
Hier ist wieder dein "Troll"...

Du schreibst: "... Regeln für ein gedeihliches Zusammenleben zu rekrutieren. Sie sollen sich im Laufe der Evolution verfestigt haben. "

Ich erinnere mich, dass ich genau das behauptet hatte, nur du hattest es energisch bestritten. Hast du deine Meinung jetzt geändert? Ist Altruismus nun doch ein Ergebnis evolutionärer Entwicklung?
  • 13.11.2016, 15:36 Uhr
  • 2
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