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Spiritualität

11.12.2016, 19:08 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Spiritualität ist noch da: 53 Prozent glauben, dass es irgendeine überirdische Macht gibt*

Ob es nun der Glaube an eine Wiederauferstehung nach dem Tod, die Wiedergeburt oder die Ankunft im Paradies ist – Spiritualität schenkt Menschen Trost und Zuversicht in schweren Krisen wie Krankheit, Trennung oder Tod. Und sie ist so etwas wie der soziale Kitt, der die Verbindung herstellt zu uns selbst, den Menschen und der Welt, die uns umgibt. Denn mit religiösen Bekenntnissen oder spirituellen Erfahrungen verbunden ist auch ein ethischer Kodex für das Zusammenleben. Bei den Christen heißt es: Liebe deinen nächsten wie dich selbst, für Buddhisten führt die Erleuchtung über das Mitgefühl.

Ein Schutzengelbild hängt heute nicht mehr über meinem Bett. Aber mir geht die Anfangszeile eines evangelischen Kirchenliedes nicht mehr aus dem Kopf, eine Zeile, die auch die Ex-Bischöfin Margot Käßmann gern zitiert: "Du kannst nicht tiefer als nur in Gottes Hand... "Aufgefangen und gehalten zu werden – das ist es doch, wonach wir uns alle sehnen.

* Quellen: Religionsmonitor 2013, Institut für Demoskopie Allensbach

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15 Kommentare

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Ich pflege eine Spiritualität, die weder einen Glauben an eine höhere Macht, noch an ein - wie auch immer geartetes - Leben nach dem Tod braucht. Ich bin bereit meine Endlichkeit und Sterblichkeit ganz persönlich zu akzeptieren. Ich kann in und mit dem Mysterium der EXIXTENZ leben, ohne auf die nichtbeantwortbare Frage, was sie IST, eine Antwort haben zu müssen. Als Teil kann ich nie aus dem Ganzen heraustreten, um es wie von Aussen zu überblicken. Ich kann es immer nur durch meine Bedingtheit hindurch erfahren.
Mir genügt es, mich in meiner Einzigartigkeit mit allem und jedem Ereignis seit dem Urknall verbunden zu fühlen. Denn wäre irgendetwas nicht geschehen, ich wäre nicht.
Mir genügt es, mich in meinem innersten Wesenskern als Mensch zu erfahren. Und diese Erfahrung hat für mich den Namen LIEBE.
  • 25.03.2017, 12:51 Uhr
  • 0
p.s.: Und wir genügt es für alles was ich denke, fühle und tue, für alle meine Erfahrungen und für all mein Er-Leben SELBST zu übernehmen.
  • 25.03.2017, 12:55 Uhr
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Ich denke, dass diese Erde und somit die Menschen nicht das Mass aller Dinge sind und somit ist durchaus wahrscheinlich, dass es ausserirdisches Leben gibt. Dieses könnte auch "überirdisch sein".
Eine Beschränkung auf die bisherigen Legenden von diversen Göttern bzw. religiösen Vorstellungen greift mir zu kurz und deren Existenz ist durch nix wirklich nachweisbar.
  • 13.12.2016, 14:23 Uhr
  • 0
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Man kann es auch umgekehrt sehen: fast die Hälfte der Bevölkerung glaubt NICHT (mehr) an eine überirdische Macht.

Die Tendenz geht eindeutig zum Nichtglauben. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass vor zwanzig Jahren noch wesentlich mehr Menschen "gläubig" waren. Und es werden immer weniger.
Spiritualität schenkt dem Menschen Trost und Zuversicht in Lebenskrisen, das mag sein. Deswegen muss Spiritualität aber nicht etwas Gutes sein. Auch Alkohol schenkt Trost und Zuversicht in Lebenskrisen.
Glücklicherweise erleben die meisten Menschen nicht andauernd Lebenskrisen, sodass sie auch ohne die Tröstungen der spirituellen Illusion auskommen.

Auch mag es sein, dass wir uns danach sehnen, aufgefangen und gehalten zu werden. Wir sehnen uns ja nach so vielem Unerfüllbaren. Das biblische Paradies ist so ein Ort, wo alles Ersehnte vorhanden sein soll: keine Arbeit, keine Mühe, keine Ängste, ewige Gesundheit ewige Jugend und ewiges Leben, ein Schlaraffenland in jeder Beziehung. Aber dieses Ziel ist unerreichbar und bei näherem Nachdenken nicht einmal theoretisch möglich. Eine schöne Phantasie eben.
Wir sollten als Erwachsenen den Mut haben, uns von diesen Kinderträumen zu distanzieren und die Wirklichkeit ins Auge zu blicken. Sooo schlimm ist die nämlich gar nicht.
  • 11.12.2016, 23:32 Uhr
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Du hast recht volker indem Du schrfeibst FAST die Hälfte der
Bevölkerung glaubt nicht (mehr) an.....Aber einige Prozente mehr TUN ES!
Was ist bei Dir die Wirklichkeit? Was wäre WENN die Wirklich- keit, eine andere WÄRE?
  • 12.12.2016, 12:05 Uhr
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Jochen,
Die Hälfte der Bevölkerung, die an ein höheres Wesen glaubt, setzt sich aus vielen verschiedenen Gruppen zusammen.
Die größte Gruppe dürften die "Scheinchristen" sein, also Menschen, die als Kind mit katholischen oder evangelischen Inhalten erzogen wurden und später nicht mehr groß drüber nachgedacht haben, also Kirchenmitglieder, die nicht ausgetreten sind, weil sich "das nicht gehört", die aber keinen eigentlichen Glauben haben. Dann gibts die wachsende Zahl der Muslime, die (z.B. thailändischen) Buddhisten, die Juden und die zahlreichen mehr oder weniger christlichen Sekten, ZJ, altkatholische, neuapostolische, evangelikale, und und und...
Auch die zunehmende Zahl von Esotetikern ist darin enthalten.
Sie glauben alle was verschiedenes, sind sich über das "höhere Wesen" nicht einig. Die knapp 50% der Ungläubigen sind sich alle einig: ein "höheres Wesen" gibt es nicht. Sie stellen somit die weitaus größte homogene Gruppe dar.

Diese Tatsache sollte zu denken geben, wenn man überlegt, was "wirklich" richtig ist.
Weiter ist in puncto Wirklichkeit zu bedenken, dass auch innerhalb der verschiedenen Glaubensrichtungen grob unglaubwürdige Dinge - ja sogar sich selber widersprechende Dinge - behauptet werden.
Daraus muss man schlussfolgern, dass die sog. "Glaubenswirklichkeit" eine Schein-Wirklichkeit ist, eine illusionäre, von Wunschdenken geprägte Vorstellung der Realität.
  • 12.12.2016, 13:25 Uhr
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Zu dieser Deiner Aussage>>>Die größte Gruppe dürften die "Scheinchristen" sein, also Menschen, die als Kind mit katholischen oder evangelischen Inhalten erzogen wurden und später nicht mehr groß drüber nachgedacht haben, also Kirchenmitglieder, die nicht ausgetreten sind, weil sich "das nicht gehört", die aber keinen eigentlichen Glauben haben. <
stimmen wir überein.
  • 12.12.2016, 14:35 Uhr
  • 1
Eben, Jochen.
Wenn wir diese Scheinchristen herausrechnen sehen wir eine überwältigende Mehrheit für die, die von der Nicht-Existenz eines "höheren Wesens" überzeugt sind.

Natürlich muss auch eine überwältigende Mehrheit nicht immer recht haben.
Ich stütze mich mehr auf die Tatsache, dass noch niemals zweifelsfrei eine Einwirkung eines "höheren Wesens" festgestellt wurde. Würde dieses Wesen ein Interesse daran haben, dass wir von seiner Existenz wissen, dann könnte es sich doch einfach mal zeigen. Dabei könnte es auch gleich die vielen widersprüchlichen Meinungen über sich korrigieren. Es reicht dafür nicht, vor 2000 Jahren seinen Sohn gesandt zu haben - ein Update wär dringend nötig.
  • 13.12.2016, 08:56 Uhr
  • 0
Noch ein Gedanke zum "aufgefangen und gehalten werden":

Nur solche Menschen können daran Interesse haben, die sich über einem Abgrund wähnen, in den sie hineinzustürzen drohen. Also Menschen, die von tiefen Ängsten geplagt werden. Mir scheinen solche Charaktere eher ein Fall für den Psychiater oder den Psychotherapeuten zu sein.
  • 13.12.2016, 17:24 Uhr
  • 0
WIEDEREINMAL eine SEHR bekannter Kommentar von Dir.
  • 13.12.2016, 21:07 Uhr
  • 0
Jochen,
Geistig Gesunde und seelisch stabile Personen leiden nicht andauernd unter Ängsten, die sie nur mit Illusionen bekämpfen können. Es sind eher bedauernswerte Personen, die diese Konstrukte benötigen. Fachleute können hilfreich sein, um solche Ängste zu mildern. Was soll daran verkehrt sein?
  • 14.12.2016, 00:07 Uhr
  • 0
Ich meine, Gläubige betrachten die Empfehlung für einen Besuch beim Seelendoktor als Beleidigung. So ist es nicht gemeint.
Auch der Glaube ist doch eine Art Psychotherapie. Allerdings mit der "Nebenwirkung" dass die Gläubigen leicht zu der Auffassung gelangen, ALLE Menschen müssten ihren Glauben teilen.

Bei Gläubigen findet man immer den Gedanken der "Mission", wie er ja auch in der Bibel steht ("geht hinaus in alle Welt und lehret alle Völker.."). Ebenfalls weit verbreitet ist die Geringschätzung von "Ungläubigen", die bis zu Hass und Mord ausarten kann.
Diese Art von Nebenwirkung finde ich nicht akzeptabel. Es gibt besser verträgliche Methoden der Psychotherapie.

Absurd am Missionsgedanken ist auch, dass vorausgesetzt wird, dass ALLE Menschen diese Probleme mit ihren Ängsten haben - also ALLE diesen jeweiligen Gott gebrauchen könnten. Das ist ungefähr so, wie wenn ich ALLEN Menschen ein Medikament (z.B.) gegen Zuckerkrankheit empfehlen wollte nur weil ich selber zuckerkrank bin.

Auch als Glaubender sollte man versuchen, über den Tellerrand zu schauen und zu akzeptieren, dass andere Menschen auch anders (vielleicht gesünder!) sein könnten.
  • 14.12.2016, 09:22 Uhr
  • 1
Franz,
Eigentlich weiss man über die Welt überhauptnichts ganz genau. Alle Erkenntnis beruht auf Erfahrung. Genau weiss man nur Dinge, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben: etwa dass ein Kreis keine Ecken hat.

Was das "Höhere" betrifft, so ist seine Existenz äusserst unwahrscheinlich.

Selbstverständlich ist es jedem selber überlassen, sich eine Meinung zu bilden.

Ob man versuchen sollte, jemanden von seiner Überzeugung (ob es das "Höhere" gibt oder nicht) abzubringen, ist wieder eine andere Frage.
Der Glaube an ein (wahrscheinlich nicht existierendes) "Höheres" hat nämlich oft dramatische Auswirkungen, etwa, wenn sich Menschen, die an verschiedene "Höhere" glauben, nicht vertragen können.
Der blutige Streit zwischen Katholiken und Protestanten (Nordirland), zwischen Juden und Muslimen (Palästina), zwischen Sunniten und Schiiten, zwischen Juden und Christen (Antisemitismus) wäre nämlich viel einfacher beizulegen, wenn es allgemein akzeptiert wäre, dass es "das Höhere" überhaupt nicht gibt - ausser in den Köpfen der Kontrahenten.
Wenn man durch Überzeugungsarbeit erreichen könnte, dass wenigstens das "Höhere" als Konfliktursache beseitigt werden könnte, wäre das die Mühe durchaus wert, jemanden von seiner Überzeugung abzubringen. Oder?
  • 14.12.2016, 13:03 Uhr
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Ich schätze "Ungläubige " NICHT gering ein, ABER ich bedauere sie, weil sie etwas "Besonderes" nicht für möglich halten bzw. ablehenen. Wenn diese NUR im Ansatz erfassen könnten, was es bedeutet von Gott geliebt und getragen zu werden. Von einem "geschenkten" und ewigen Leben ganz abgesehen!
  • 14.12.2016, 13:56 Uhr
  • 1
Jochen, du magst da eine Ausnahme sein.

Aber auch Bedauertwerden ist für einen Menschen kein schönes Gefühl. Menschen möchten auch nicht bedauert werden. Das ist nur der Anfang, eine Vorstufe der Geringschätzung und treibt einen Keil zwischen dich und den "Ungläubigen" bzw. den Andersgläubigen.
Jedenfalls ist dieses Gefühl, etwas Besseres zu sein, von einem "Gott" geliebt und getragen zu werden, bei anderen Gläubigen noch viel ausgeprägter und artet leider allzu oft in Verachtung und Hass gegen Andersgläubige aus. Leider! Sonst könnte es jedermann egal sein, wer was - oder auch nichts - glaubt.
  • 14.12.2016, 22:03 Uhr
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