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Was ist Hass eigentlich genau?

Was ist Hass eigentlich genau?

20.12.2016, 20:32 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

"Neben Gier, ist Hasserfüllung, die größte Bedrohung für die Menschheit. Neben Hoffnung, ist Liebe die größte Rettung der Menschheit."
Schon lange mache ich mir über dieses stärkste negative Gefühl des Menschen so meine Gedanken. Auf Grund dessen, was man in den Medien, in den Netzwerken zu lesen bekommt und Menschen egal aus was für Gründen auch immer, ihrem Hass ungehindert freien Lauf lassen. Aber auch verblendeten Menschen, die aus Fanatismus anderen Leid zufügen. Für alle ist Hass die stärkste Triebfeder und Motivation.
Ich habe ein wenig nachgeforscht wie von Psychologen dieses Gefühl beschrieben wird.

Auszüge aus einem Beitrag
von Psychologin Dr. Doris Wolf

Was ist wirklicher Hass denn genau?
Hass ist dass höchste Gefühl der Verachtung und Verabscheuung, eine sehr starke Antipathie gegenüber Menschen oder Dingen. Eines der intensivsten negativen Gefühle die man erleben kann. Manchmal ist der Hass unbewusst und manchmal bewusst an eine Situation oder eine oder mehrere Personen sowie Dinge geknüpft. Der hassende hat oft den Wunsch das Ziel zu vernichten oder ihm erheblichen Schaden zuzufügen. Dieses starke negativ Gefühl bewirkt sehr viel in uns, es kann von kurzer Dauer sein oder lange in einem brodeln. Einen selbst solange quälen bis man den Hass überwindet.

Die Schwelle von starker Wut zu Hass ist oftmals gering. Allerdings ist Hass intensiver und meist langanhaltender als Wut und wie schon erwähnt mit starken Gedanken verknüpft dem Ziel sehr zu schaden. Der hassende denkt oft, dass eine Auslebung des Hasses z. B. der Schaden des Anderen, Rache oder schaden zu sich selbst oder jemanden unbeteiligten, ihn von seinen Hassgefühlen befreien wird.

Allerdings ist bekannt das eben genau dies NICHT geschieht, wenn man seinen Hass auslebt. Der angestaute Hass bleibt auch durch den Schaden des Zieles oder anderweitiger Zerstörung in einem erhalten. Oft werden bald neue Opfer gesucht und/oder die Selbstzerstörung weiter vorangetrieben.
Der Haupt leidende und das größte Opfer dieses Zustandes ist der hasserfüllte Mensch selbst.
Hass entsteht meist aufgrund einer tiefen seelischen Verletzung oder Verlusterfahrung, der man glaubt ausgeliefert zu sein und gegen die man glaubt, sich nicht wehren zu können. Man fühlt sich also total hilflos und ohnmächtig und gleichzeitig tief verletzt und angegriffen.

Der Hass ist eine viel stärkere Emotion wie Wut oder Ärger.
Wenn wir hassen, dann geben wir uns “gute” Gründe für den Hass. Wir sehen den oder die andere/n als eine Bedrohung für uns an. Die Hassgedanken nehmen gewöhnlich sehr viel Raum in unserem Alltag ein.
Hass wird immer mit dem Wunsch begleitet, dem anderen zu schaden, sich zu rächen. Häufig mündet der Hass deshalb in aggressive Verhalten.
Und Hass macht blind. Wer hasserfüllt ist, der ist gegenüber vernünftigen Argumenten, blind. Wenn wir hassen, dann hat das sehr negative Auswirkungen auf unser emotionales Befinden und unseren Körper.
Wir sind angespannt, chronisch gereizt und feindselig, finden keinen inneren Frieden und schaden uns somit am meisten.

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8 Kommentare

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Ich bin überzeugt, dass Hass Vorstufen hat, bis es zum Hass ausartet. Die Vorstufe kann Entäuschung und/oder Wut sein, das muss aber nicht unbedingt zum Hass ausarten. Es gibt ja auch Hassliebe(?).
Erlebtes, bewusst zugefügtes Leid, kann zu Hass führen und Hass kann in Rache ausarten.
Rache ist für mich die letzte Stufe, es gibt dafür keine Steigerung. Wie oft führt Rache zur Ausführung einer Tat, auch eines Mordes.
Egal ob das Auto beschädigt, die Person verprügelt oder der Hass geht so tief, dass er bis zum Mord führt.
z.B. Fanatismus, ist ganz selten harmlos. Wer sich in den Fanatismus begibt, sich da hineinesteigert, der ist auch bereit zur Tat, um jeden Widerspruch im Keim zu ersticken. Der Hass treibt diese Fanatiker in tiefste Verachtung, die dann zur Rache aufruft und nicht selten auch bis hin zum Mord führt.
Seit es Religion gibt, wird diese heute genau so wie vor Jahrhunderten, meisten vom Fanatismus begleitet. Es wird zwar der Versuch unternommen, dem Fanatismus vorzubeugen, siehe ökomänisch Gemeinsamkeit zu finden, was aber selten gelingt.
Das beste Beispiel liefern jetzt die religiösen Kriege in Arabien und Africa.
  • 11.02.2017, 11:07 Uhr
  • 0
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Hass ist ein überlebenswichtiger Teil des natürlichen Aggressionstriebes. Denn in einer okkupierten Welt kommt es unweigerlich zu Konflikten mit seinen Mitmenschen =Konkurrenz.
Schon Charles Darwin hatte richtig erkannt, daß der "Kampf ums Dasein" innerhalb einer Art am heftigsten ist als zwischen den verschiedenen Arten.

" Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft". Aus Dr. Faust von Johann Wolfgang von Goethe.

Schönen Gruß vom Sozialdarwinisten John Doe. Hallo Heidi Planetenfrau.
  • 23.12.2016, 18:22 Uhr
  • 2
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Natürlich hast Du recht Volker, predigen und danach leben sind zwei verschiedene Schuhe. Man sieht es ja immer wieder, wie im Namen der Religion, Untaten entschuldigt, als Motivation herhalten. Ich denke auch an das alte Testament bei uns Christen "Auge um Auge" "Zahn um Zahn"
Doch ich denke eher an den einzelnen, warum Hass den Menschen beherrscht, dass keine anderen Gefühle, muss ja nicht gerade Liebe sein, Platz haben.
Wer liebt schon grenzenlos? Dazu müsste man ein Heiliger sein und wer ist das schon? Alles ist verständlich, Ärger, Wut, Verachtung, doch Hass ist ganz was anderes. Hass beherrscht einen das ganze Leben, während die anderen Gefühle vergänglich sind, oft genügt eine Aussprache, ein gutes Wort, eine gute Argumentation um anderen Sinnes zu werden. Während Hass gegenüber allen Vernunftgründen einer Überzeugungsarbeit immun ist, da es irrational ist.
  • 21.12.2016, 11:29 Uhr
  • 2
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Vielleicht sollte man sich einmal fragen, warum Menschen hassen können. Und warum sie nicht unbedingt und grenzenlos lieben können.

Diese Emotion muss sich ja im Laufe der Jahrhunderttausende der Entwicklung der Menschheit als nützlich erwiesen haben - Menschen, die hassen konnten, haben eher mehr Nachkommen gehabt, als die sympathischen, lieben, guten Menschen - oder sollte ich schreiben, die naiven Menschen?

Menschen lebten auch noch zu biblischer Zeit in Gruppen und Stämmen zusammen, die nach innen zusammenhalten mussten, aber jedem, der nicht dazugehörte, mit Misstrauen und Ablehnung begegneten. Im Alten Testament wurde das sehr schön geschildert: die Israeliten waren nicht zimperlich im Morden und Zerstören von Nachbarvölkern. Und ihr Gott hat öfter mal ausdrücklich befohlen, alle Besiegten hinzumetzeln, manchmal wurden die Jungfrauen zwecks weiterer Verwendung geschont, manchmal aber sogar die Viehherden schonungslos umgebracht.

Wer nicht hassen konnte, wer diese - aus heutiger Sicht unglaublichen - Grausamkeiten nicht unterstützt hat, konnte nicht überleben und wurde seinerseits von seinen Nachbarvölkern ausgelöscht.

Diese Instinkte haben bis heute überdauert - siehe Ausländerhass etc.
Es wird sehr schwer werden, die daraus entstehenden Konflikte zu entschärfen. Mit religiösen Ideen wird es jedenfalls nicht möglich sein: Religionsgemeinschaften bilden genauso Gruppen wie die alttestamentarischen Völker: freundlich nach innen, ablehnend nach aussen. Und was haben solche Religionsgemeinschaften schon für Grausamkeiten vollbracht...
Eher wird dieser Hass-Instinkt durch die Vernunft in den Griff zu kriegen sein, also gegen religiösen Widerstand.
  • 21.12.2016, 11:13 Uhr
  • 0
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Guten Morgen Heidi Planetenfrau. Diese drei Geistesgifte sind die Ursache alles Übels auf der Welt und werden auch von den verschiedenen Religionen angeprangert.
Ich habe mich ein wenig mit dem Buddhismus befasst, und seine Ansichten, Lehren sagen mir sehr zu, obwohl ich Katholikin bin, aber keine praktizierende.
Liebe Grüße
  • 21.12.2016, 09:38 Uhr
  • 1
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Gier, Hass und Verblendung - das sind die drei Geistesgifte, die der Buddhismus als Ursachen des menschlichen Leides erkennt.
Jemanden oder etwas zu hassen resultieren oft aus einem mangelnden Selbstwertgefühl. Wer sich selbst - als menschliches Wesen - wertschätzt, wird auch den Hass überwinden können.
  • 21.12.2016, 00:32 Uhr
  • 2
Im Buddhismus ist Reinkarnation ein wichtiger Bestandteil der Religion. Güte und Liebe schützen die Seele. Es ist eine friedliche Religion, vielleicht sogar die Friedlichste von allen anderen.
  • 11.02.2017, 11:12 Uhr
  • 1
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Bei mir ist es genau so Brigitte, ich empfinde manchmal Ärger, Verachtung, Wut, je nach Situation, aber niemals Hass.
Wer hasst, ist ein armer Mensch, denn Hass lässt positive Gefühle, Gedanken nicht zu. Er ist selbstzerstörerisch und lässt einen seelisch verkümmern. Liebe Grüße zu Dir
  • 20.12.2016, 21:16 Uhr
  • 1
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Ich verachte manchmal Taten der Menschen - aber Hass - ist nur Selbstzerfleischung und vollkommen unproduktiv.
  • 20.12.2016, 21:00 Uhr
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