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Deutschland - Rosinenpicker

Deutschland - Rosinenpicker

Peter Leopold
09.05.2016, 05:22 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Jedem sollte inzwischen klar sein, dass Deutschland neben vielen verschiedenen Eigenschaften eine Fähigkeit besitzt, die in dieser Ausprägung einmalig in Europa ist. Und die zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten - vom bettelnden Alkoholiger vor dem Bahnhof bis hin zum Vorstandsmitglied im Großkonzern. Es ist die Fähigkeit zum Rosinen picken - also das Beste von Allem rauszuholen und den Rest weitgehend zu ignorieren.

Aber das Gute kann ohne das Böse nicht existieren - ebenso wenig, wie das Böse ohne das Gute erkennbar wäre. Im Moment macht das dieser seltsam anmutende Türkei-Deal sehr deutlich. Und hier geht es auch nicht um einen Disput zwischen Christen und Muslime, sondern darum, die bequemste Lösung zu finden, um einen Karren aus dem Dreck zu ziehen, der bis zur Ladefläche hinein gefahren wurde. Es geht auch nicht um Schuldzuweisungen, sondern einfach im den IST Zustand und wie man aktuelle Probleme nachhaltig löst.

Dazu dienen weder rechte Gruppierungen, die nicht einmal annähernd praxisnahe Lösungen anzubieten haben, weil diese schon im Ansatz scheitern würden, noch um das "Hobby" von Möchtegern-Proktologie-Studenten, machtbesessenen Despoten hinten rein zu kriechen. Vielleicht braucht man eine gewisse Distanz um eine Möglichkeit zu sehen, die naheliegender wäre, als alle bisher Vorgeschlagenen.

Jedenfalls ist mir nicht so ganz klar, warum man die Türkei braucht, um die Schwemme von Scheinflüchtlingen zu verhindern, die ohnehin keinen Anspruch auf Asyl hätten - jedenfalls gilt diese Möglichkeit für Länder mit EU-Aussengrenzen. Die Tatsache, dass die Türkei ein NATO - Mitgliedsstaat ist, bedeutet nicht, dass interne Konflikte unmöglich wären, oder gar innerhalb der NATO ein Bündnisfall gegen einen anderen NATO-Staat eintreten könnte. Das wäre völlig absurd.
Aber andere Möglichkeiten würden natürlich auch negative Konsequenzen haben - in erster Linie finanziele und personelle Kosten. Und vor Allem müsste man die EU-Grenzstaaten massiv stärken und unterstützen. Eine Option die Deutschland besonders schmerzhaft erscheint. Aber es ist doch auffällig, dass ein bis 2020 zu erwartender Steuer-Überschuss von knapp 42 Milliarden "zufällig" den zu erwartenden Flüchtlingskosten entspricht. Für mich eine Ausrede, um eine bereits interne Verplanung der Einnahmen schon im Vorfeld zu rechtfertigen, denn mit einer nachhaltigen Flüchtlingsregelung würde man diese Einnahmen dafür nicht benötigen.

Aber welche "Kosten" erwartet Deutschland? Gestiegene Renten ? Vielleicht sinnlose Bauprojekte ? Oder sind es (wieder einmal) Kriegsvorbereitungen ? Etwas ist klar: Der Rest der EU wird bei Deutschlands Alleingängen nicht ewig zusehen und der Tag ist nicht mehr fern, an dem Deutschland alleine da steht. Auch die Wiedervereinigung macht nur innerhalb eines größeren Bündnisses wirklich Sinn weil damit natürlich auch die "Selbsterhaltungskosten" gestiegen sind.

Neue ziellose Parteien mit großer Klappe bringen eher Rückschritte und Isolation und die "Altparteien" werden nicht angenommen, weil die Führungsspitzen schon etwas angestaubt sind. Und es ist aus deren Sicht verständlich, nicht besonders aktiv zu sein. Immerhin sind diese Spitzen in wenigen Monaten oder Jahren nicht einmal mehr für Kneipengespräche tauglich. Wer sagt, dass "junges Personal" nicht mit neuen Ideen und Klartext im Gepäck mehr erreichen könnte und vor Allem auch besser ankommt ? Der österreichische Aussenminister ist ein Paradebeispiel für eine Rundum-Erneuerung.

Man muss gelegentlich auch unpopuläre Lösungen in Betracht ziehen um langfristig etwas voran zu bringen. Aber dazu zählen bestimmt nicht Experimente, die sich schon durch ihre Rhetorik als Solche verraten und an antike (bei den Meisten) unbeliebte Propaganda erinnern. Rosinen picken funktioniert jedenfalls nicht. daran sind andere Staaten gescheitert und daran wird auch Deutschland scheitern.

2 Kommentare

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Herr Leopold sie drücken sich zwar sehr schön aus, in dem sie die von Frau AM gemachte Dummheiten und Unvermögen zu Regieren versuchen zu verschleiern. Tatsache ist, daß Deutschland seit 1989 wieder einer Großmannssucht verfallen ist und seit Frau AM ihre 3 Wahlperiode gewonnen hat sie anfing eine Dummheit nach der Anderen zu produzieren. Ich war damals in Budapest als die Flüchtlinge am Ostbahnhof und den davor gelagert Platz bevölkerten. Zu diesem Zeitpunkt hätte man ohne die theatralische Einladung von Frau AM die Leute in die Busse einladen können, nach vorheriger Rücksprache mit Österreich, Ungarn, Tschien usw. und Brüssel und dann gleich die Grenzen schließen. Alle nicht Flüchtlinge gleich wieder zurück weisen sollen. Aber die sogenannte Willkommenskultur in Deutschland entfachte in vielen Ländern eine Aufbruchstimmung auf nach Deutschland, Was daraus wurde sehen wir ja heute. Alle die damals mahnten und auf die sich daraus resultierenden Probleme aufmerksam machten, wurden verunklimpft von den verschiedenen Parteien, wie die Grünen, die bis heute noch nichts gelernt haben. Die zweite Dummheit von Frau AM war schließlich der Vertrag mit der Türkei, der uns nicht nur viel, sehr viel Geld kostet, sondern wenn die gemachten Vereinbarung eingehalten werden , uns noch mehr sogenannte Flüchtlinge aus der Türkei kommen werden.
Keine der beiden Regierungsparteien hat der Frau AM Einhalt geboten - nein es wurden gegenseitige Belobigungen ausgesprochwen " Wir schaffen das" - ja es wurde ein Chaos geschaffen ca. 500.000 NICHT-registrierte Einwandere befinden sich in Deutschland und kein Mensch weiß wo sich wer befindet. Das ist die sagenhafte Leistung unseres Innenministers. Heute spricht er von Integration und wen will er wieder zurückführen, wenn er nicht einmal weiß wer alles in Deutschland sich unangemeldet aufhält?
Die Groko-Parteien haben das Vertrauen das sie von vielen Wählern erhalten haben verspielt, darum hat die AfD - die von vielen Menschen vorher nicht beachtet worden sind- den großen Zulauf bekommen. Mit Recht, da sich viele Mitbürger nicht mehr ernst genommen fühlten. Wenn die AfD es schafft die extremen Kräfte aus der Partei zu drängen, dann wird sie noch einen größeren Zulauf erhalten. Die anderen Parteien glauben immer noch, daß sie des Volkes Willen umgehen können.
  • 09.05.2016, 11:07 Uhr
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Peter Leopold
Also erstens würde ich den Namen in der ersten Zeile rausnehmen (ist nicht zulässig) Und dann versuche ich keineswegs irgend etwas zu verschleiern, denn ich bin keineswegs ein Fan von ihr. Und dann muss man natürlich auch das parlamentarische System verstehen und das sieht vor, dass NUR der Finanzminister gegenüber dem Kanzler ein Vetorecht hat. Nachdem er aber von derselben Partei ist, ist der Gebrauch dieses Rechts eher unwahrscheinlich.
  • 09.05.2016, 11:11 Uhr
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