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Wenn Schwäche des Einen die einzige Stärke der Anderen ist

Wenn Schwäche des Einen die einzige Stärke der Anderen ist

Peter Leopold
10.05.2016, 04:32 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Es ist in den verschiedensten Lebensbereichen immer wieder zu sehen: Für manche Menschen scheint es tatsächlich so zu sein, dass sie ihre scheinbare Stärke ausschließlich aus der Schwäche der Anderen schöpfen. Doch es ist eine Illusion, der sie selbst nur zu gerne unterliegen und das Erwachen aus diesem Traum wird irgendwann erschreckende Realität - spätestens dann, wenn dir scheinbar Starken sich beweisen müssen Und in den meisten Fällen bleibt nur heisse Luft.

Solange sich dieses Pänomen auf den persönlichen Bereich beschränkt, sind glücklicherweise nur Wenige betroffen. Auch wenn das im Einzelfall schon dramatisch genug ist, so ist es im Vergleich zu Denjenigen, die eine größere Gruppe von Menschen auf diese Art vereinnahmen, ein überschaubarer Schaden, den diese Profiteure von Schwächeren verursachen und ich habe für solche menschen nur einen Ausdruck. Parasiten der Gesellschaft-

Doch Parasiten haben ein massives Problem, das sie selbstverständlich in ihrem vermeintlichen Erfolgstaumel nicht erkennen (wollen): Stirbt der Wirt des Parasiten, geht auch der Parasit selbst zu Grunde. Am Ende verlieren Alle. Dieses erschreckende Bild zeichnet sich gerade in Europa ab. Rechtsradikale Gruppen, die nicht einmal ansatzweise realistische bzw. durchführbare Ideen haben, machen sich in erschreckender Weise breit.

Jüngstes Beispiel ist der Rücktritt des österreichischen Kanzlers Faymann. Menschlich durchaus verständlich, denn Werner ist in den letzten acht Jahren um Jahrzehnte gealtert. Aber der Zeitpunkt ist nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich denkbar ungeeignet. Ebenso wie Deutschland ist das Land ohnehin gesellschaftlich gespalten. Und so ganz nebenbei befindet sich Österreich gerade im Wahlkampfmodus. Anders als in Deutschland, wird dort der Bundespräsident direkt vom Volk gewählt und es dürfte keine Überraschung sein, wenn unter diesen Umständen das nächste Staatsoberhaupt tief braun gefärbt wäre.

Die wirren Ideen der AfD, in Tschechien die "Alternative für Tschechien" zu gründen ist auch ein Symptom für Größenwahn. Schon deshalb, weil es rechtlich gar nicht möglich wäre, dass eine Partei eine politische Gruppierung im Ausland gründet, die Einfluss auf eine nationale Regierung nehmen kann. Auch diese Parasiten leben von der Schwäche der nationalen Politik und haben - wie immer - nichts anzubieten, das auch nur annähernd realisierbar wäre - ausser natürlich Sprüche klopfen.

Es erinnert an fatale Erziehungsversuche von Kindern, die nur darauf beruhen, dass man sich die Schwäche des Kindes zunutze macht, um seine eigenen Machtvorstellungen durchzusetzen. Am Ende bleiben geprügelte und traumatisierte Kinder, die langfristig ohne Hilfe kaum lebensfähig sind. Man hat aber nur in Ausnahmefällen eine zweite Chance, Erziehungsfehler, die bereits Auswirkungen gezeigt haben, zu korrigieren.

So gibt es auch politisch keine reelle Chance, einen Weg, der Europa in´s Chaos stürzt, wieder zu verlassen. Es ist fünf vor zwölf und die einzige Möglichkeit, die Zeit etwas zu verlangsamen, sehe ich nur darin, sich jeder Art von radikalem Denken entschieden entgegen zu stellen...

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