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Sollte man mit Nazis reden?

23.05.2016, 10:00 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Man macht sich ja so seine Gedanken: jeden Tag liest und hört man von AfD, Pegida, NPD, Die Rechte, 3. Weg und wie sie alle heißen; die Frage, die sich mir stellt, ist jedoch, wie man den aufstrebenden "aufrechten Deutschen" und "besorgten Bürgern" Einhalt gebieten kann?

Ist es sinnvoll (und/oder machbar) mit diesen Menschen zu diskutieren? Oder sollte man sie lieber aus dem öffentlichen Diskurs ausschließen?

Ich differenziere jetzt einfach mal zwischen Pegida und AfD, die nicht pauschal als Nazis kategorisierbar sind und NPD, REP, 3. Weg usw., die definitiv Nazis sind.

Mit zweiter Gruppe sollte man definitiv nicht "reden", da ich der Meinung bin, dass ihre Gesinnung derart verfestigt ist, dass ein Diskurs ad absurdum geführt wird. Bei Pegida, also den selbsternannten "Errettern des Abendlandes" muss man unterscheiden zwischen: Anhängern obiger Parteien und Organisationen sowie den sogenannten "besorgten Bürgern", die ich für noch nicht ganz verloren halte.

Nun also die "Alternative für Deutschland". Der Zentralrat der Muslime lud die Führung erst kürzlich zu einem Diskurs. Man hält sie also zumindest in diesem Rahmen für gesprächsbereit. Ich bin dennoch der Meinung, dass Rechtspopulisten, die zwar keine Nazis, aber immerhin fremdenfeindlich sind, gesellschaftlich eher isoliert werden sollten, um ihnen kein allzu großes Podium zu bieten.

Dass man diesen Bestrebungen (also dem neu aufkeimenden Neofaschismus) entschlossen entgegen treten sollte, steht für mich außer Frage. Doch wie sollte der antifaschistische Widerstand organisiert sein, wie lässt sich der Rechtsruck effektiv aufhalten?

Es gibt hierzu drei antifaschistische Positionen:
- der praktische Widerstand, d.h. der Straßenkampf sowie Blockierungen rechter Demos und Veranstaltungen, teils gewalttätige Formen des Widerstands und Sabotageaktionen
- der theoretische, "intellektuelle" Widerstand, eine Aktionsform, die etwas in Verruf geraten ist, weil Intellektuelle oft dazu tendieren, sich hinter ihren Büchern zu verstecken und der Bezug zur Realität oftmals verloren geht; nichtsdestotrotz kann dies eine effektive Möglichkeit sein, Nazis entgegen zu treten, insbesondere durch die Nutzung sozialer Netzwerke
- die letzte Position ist sozusagen eine Mischform aus den ersten beiden: die Vernetzung in sozialen Netzwerken und Agitation sowie Ausarbeitung theoretischer Standpunkte verbindet sich mit aktivem Widerstand auf Demonstrationen und Kundgebungen sowie Gegenaktion zu rechten Veranstaltungen

Letztlich ist klar, dass etwas getan werden muss. Welche Taktik eingesetzt wird, entscheidet jede/r AntifaschistIn für sich selbst! Wo mit Worten gekämpft werden kann, sollte auch mit Worten gekämpft werden. Wo Worte versagen (z.B. bei knallharten Nazis und Rassisten), müssen Taten sprechen.

3 Kommentare

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Wenn du den Gegenüber als Menschen betrachtest, muss du immer erst einmal bereit sein zu Gesprächen und Kommunikation.
Wenn du von vorne herein Menschen aus der Kommunikation ausschließt, erreichst du gar nichts.
Den Aufruf zum "praktischen Widerstand", also auch Straßenkampf sehe ich persönlich als Aufruf zur "Körperverletzung" ggf. auch mit Duldung der möglichen Todesfolge.
Woraus leitest du diese Legitimation eines Bürgers in Deutschland ab?
  • 23.05.2016, 16:23 Uhr
  • 2
Wo ich rufe ich zum praktischen Widerstand auf? Ich habe drei Aktionsformen benannt, das ist alles.
  • 23.05.2016, 16:56 Uhr
  • 0
Aufzählung der drei Positionen, davon die erste, die auf körperlliche Gewalt hinausläuft.
und
Letzter Satz deines Themenbeitrages:
"Wo Worte versagen (z.B. bei knallharten Nazis und Rassisten), müssen Taten sprechen."
(vorher konjunktiv formuliert, dieser Satz selbst ist als Aufforderung formuliert.)

Davon unabhängig - wie gefragt, woraus leitest du eine Legitimation für den praktischen Widerstand in Form von Straßenkampf ab?
  • 23.05.2016, 17:16 Uhr
  • 1
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