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Gerade noch einmal vorbei geschrammt

Gerade noch einmal vorbei geschrammt

Peter Leopold
24.05.2016, 04:38 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Manchmal hat man einfach nur Glück und die jüngsten politischen Ereignisse scheinen das zu belegen. Selten war ein Wahlausgang so knapp wie bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich. Und eine Wahl während eines überraschenden Kanzlerwechsels ist ohnehin wie ein Selbstmordkommando wenn Rechtspopulisten in der brauen Ecke lauern. Offenbar wurde die Strategie im letzten Moment durchschaut, die im Grunde genommen wohl recht simpel war. Erst das Staatsoberhaupt stellen, dann damit die Regierung feuern und mit eigenen Leuten besetzen.

Aber auch ein von der Politik enttäuschtes Volk ist nicht dumm und man könnte beinahe denken, dass genau die richtige Dosierung Protest gefunden wurde um der Regierung zwar einen Denkzettel zu verpassen, aber Chaos zu verhindern. Die Rechnung der Rechtspopulisten ist nicht aufgegangen - diesmal. Ob man in Deutschland dieses Rechenexperiment wagen kann, ist zumindest zu bezweifeln, denn trotz vieler Gemeinsamkeiten gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Eigenschaften zwischen Österreich und Deutschland.

Das kleine Nachbarland hat nicht diesen zwanghaften Drang, die 30er Jahre zu vergessen und selbst die Jugend vertraut offenbar mehr den Erfahrungen der älteren Generation, als den Nationalschwätzern, die viele große Worte, aber keine Lösungen für Probleme kennen. Deutschlands Rechte hingegen sind nach wie vor im "Verteidigungsmodus". Gegen alles das kostet, gegen alles Fremde und gegen alles das Opfer verlangt. Und solange diese scheinbare Bedrohung vorhanden ist, folgt der Bürger jedem Rattenfänger nach rechts.

Neben möglichen finanziellen Einschränkungen die durch Niedrigzinspolitik mit verursacht wird, ist eine "Überfremdung" das Paradethema der Rechtspopulisten. Aber es ist eine Frage der Sichtweise, was man aus der gegebenen Situation macht. Natürlich kann man in jedem Fremden einen potentionellen Feind sehen, der dem Deutschen Geld, Frauen und Wohnraum weg nimmt und damit schon automatisch zum Gegner wird. Man kann aber auch in einem Fremden einen Freund sehen, den man nur noch nicht kennengelernt hat. Aber solange Einzelfälle wie radikale Muslime zum Standard erhoben werden bis man die Mehrheit nicht mehr sieht, wird es mit dieser Einstellung wohl nichts.

Die Gefahr, wieder in Zeiten der Diktatur und der "Hau drauf Politik" zurück zu fallen, ist in Deutschland größer, als in jedem anderen europäischen Land, denn für die Geschichte trägt man nur zu gerne Scheuklappen. Und wer am gewaltbereiten Deutschen zweifelt, muss nur einmal ein paar Fußballspiele besuchen.

Europa ist noch einmal an einer Katastrophe vorbei geschrammt. Ob das so bleibt, hängt von Vernunft und Menschlichkeit ab. Diese Eigenschaften möchte ich nicht freiwillig abgeben, denn dann unterscheidet uns nicht mehr viel vom Tier.

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20 Kommentare

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  • 24.05.2016, 18:13 Uhr
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"Europa ist noch einmal an einer Katastrophe vorbei geschrammt."
Was für eine Katastrophe soll das sein - meinst du damit ernsthaft, die Situation, wenn ein paar Briefwähler anders entschieden hätten???
  • 24.05.2016, 08:58 Uhr
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Peter Leopold
Ich meine, dass sich sonst die Geschichte wiederholt hätte. Eine nationalsozialistische Gesinnung wird immer eine Solche bleiben - egal wie man sie nennt.
  • 24.05.2016, 09:00 Uhr
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Das kann doch nicht dein Ernst sein. Dieser Wahlausgang ändert kaum etwas an den aktuellen Entwicklungen und mit Vergleichen zu den 30ern sollte man schon etwas vorsichtiger sein.
Die aktuelle Situation ist doch eine völlig andere.
  • 24.05.2016, 09:06 Uhr
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Peter Leopold
NICHTS ist anders. Wirtschaftskrise, Fremdenhass und radikales Denken. Das ist 1:1 umzusetzen.
  • 24.05.2016, 09:14 Uhr
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Ok - dann hast du ein völlig anderes Bild von der aktuellen Lage als ich. Wo ist denn speziell in Deutschland oder Österreich eine Wirtschaftskrise?
Probleme mit der jüngsten weitgehend unkontrollierten Massenzuwanderung gibt es allerdings, nur die gab es in den 30ern so nicht.
Wo siehst du da ein 1:1?
  • 24.05.2016, 09:20 Uhr
  • 1
Peter Leopold
In den 30ern waren es die Juden, die wirtschaftlich überlegen waren und heute sind es Andere die durch den Zusammenhalt im Gesamtpaket dem Deutschen überlegen sind. Die Wirtschaftskrise liegt heute darin, dass genauer darauf geachtet wird, was Deutschland exportiert und speziell im Rüstungsbereich geht ohne EU nichts mehr so wie vorher.
  • 24.05.2016, 09:20 Uhr
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Welche "andere" sind denn da wirtschaftlich überlegen.
Das sind für mich schon fast schizophren konstruierte Zusammenhänge, die es gar nicht gibt.
  • 24.05.2016, 09:24 Uhr
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Peter Leopold
Na dann freu Dich, dass DU gerne "normal" sein möchtest. Schönen Tag noch!
  • 24.05.2016, 09:32 Uhr
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... wünsch ich dir auch und bisl mehr Realismus.
  • 24.05.2016, 09:45 Uhr
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Realismus? Aha...
  • 24.05.2016, 11:15 Uhr
  • 0
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Politiker sind wie Tauben, am Boden fressen sie dir aus der Hand, wenn sie oben sind Sche....n sie dir am Kopf
  • 24.05.2016, 08:45 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Das nennt man Naturgesetz
  • 24.05.2016, 08:51 Uhr
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er heisst jetzt nicht mehr Van Bellen sondern Van Beulen
  • 24.05.2016, 08:44 Uhr
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Heißt es nicht aus Volkes Mund: Am Ende siegt immer die Vernunft.
Danke für Deinen interessanten Beitrag.
Nachdenken lohnt immer
  • 24.05.2016, 07:28 Uhr
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Peter Leopold
Die Frage ist, ob letztendlich etwas daraus gelernt wird...
  • 24.05.2016, 07:29 Uhr
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das weiß man erst später
  • 24.05.2016, 07:30 Uhr
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Peter Leopold
Sicher...nur wüsste ich es gerne JETZT, ob ich schon mal Bunker bauen und Lebensmittel einlagern muss
  • 24.05.2016, 07:33 Uhr
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hoffentlich nicht...ich wiederhole: am Ende siegt die Vernunft (hoffentlich)
  • 24.05.2016, 08:01 Uhr
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Peter Leopold
  • 24.05.2016, 08:02 Uhr
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