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60 Prozent negativ! Pflegeheime erhalten unfassbar schlechtes Zeugnis

60 Prozent negativ! Pflegeheime erhalten unfassbar schlechtes Zeugnis

News Team
02.06.2016, 13:39 Uhr
Beitrag von News Team

60 Prozent aller deutschen Pflegeheime fallen bei den jährlichen Qualitätsprüfungen der Kassen negativ auf, wenn es um den medizinisch relevanten Teil der Pflege geht. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Versorgung mit Nahrung, Schmerzbehandlung oder die Vorsorge für Bettlägerige. Das hat eine umfangreiche Auswertung der verfügbaren Daten zu Qualität und Kosten aller Pflegeheime bundesweit durch das Recherchezentrum correctiv.org, die „Welt" und der NDR-Fernsehredaktion von "Die Reportage" ergeben.

Die Analyse offenbart viele Probleme. Mehr als die Hälfte der Heime versorgen die Alten und Kranken den Prüfungen zufolge nicht korrekt mit Medikamenten, mehr als 30 Prozent nicht vorschriftsmäßig mit Nahrung und Flüssigkeit. Die Analyse ermöglicht erstmals auch den detaillierten Vergleich zwischen Bundesländern und Landkreisen.

Ein halbes Dutzend Reporter und Programmierer hat in den vergangenen Monaten die Daten aller deutschen Pflegeheime sowie Informationen zu allen Landkreisen und Städten ausgewertet. Correctiv veröffentlicht diese Informationen für jedes einzelne Pflegeheim im Internet unter correctiv.org/pflege. Ein zentraler Bestandteil der Analyse war es, aus den "Pflegenoten", die Qualitätsprüfer der Kassen jährlich vergeben, die medizinisch relevanten Teile herauszulösen. Die Pflegenoten stehen seit Jahren in der Kritik, weil 77 – zum großen Teil wenig aussagekräftige – Komponenten zu einer Gesamtnote zusammengefügt werden. Das führt dazu, dass der bundesweite Durchschnitt trotz teils gravierender Pflegemängel bei einer unrealistischen 1,3 liegt.

Die Daten zeigen auch, dass die Qualität von Pflegeheimen längst nicht immer mit den Preisen für die Pflege in Einklang zu bringen sind. In Rheinland-Pfalz müssen Heimbewohner das meiste Geld für die schlechteste Pflege zahlen. Obwohl die Einrichtungen dort am häufigsten bemängelt werden, sind die Heime mit die teuersten in Deutschland. Ein Heimplatz für einen Bewohner mit der Pflegestufe 3 kostet in dem Bundesland im Schnitt 3450 Euro pro Monat, mehr als 1800 Euro davon müssen Pflegebedürftige privat zahlen. Auf die Frage, warum ihr Land so schlecht abschneide, sagt die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) auf „Welt“-Anfrage, ein Ländervergleich über die Pflegenoten sei "nicht aussagekräftig".

Die Datenanalyse ergab auch enorme Unterschiede bei der Personalausstattung der Pflegeheime. In Bremen arbeiten fast vier von fünf Pflegekräften in Teilzeit, im Saarland sind es hingegen weniger als halb so viele. In manchen Landkreisen, wie dem Saale-Orla-Kreis in Thüringen, arbeiten nach Daten der statistischen Landesämter sogar 90 Prozent der Pflegekräfte in Teilzeit.

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1 Kommentar

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die Pflegeheime werden einmal im Jahr durch den MDK geprüft.
Bisher konnten Mängel in der Pflege durch eine hübsche Dekoration des Mittagstischs ausgeglichen werden ... da die Noten nämlich nicht unterschiedlich gewichtet wurden ...
wer durch mangelnde Wundversorgung, beispielsweise Dekubitus, eine mangelhaft Note bekam, also 5 dann aber bei der Dekoration eine sehr gute Note, also eine 1, bekam dann, trotz pflegerische Mängel vorliegen dann eine 3 ...
dieser Mangel soll, wenn ich mich nicht irre aber spätestens 2017 beseitigt werden, dann soll es angeblich nicht mehr möglich sein, dass gravierende Mängel durch "Pippifax" ausgeglichen werden kann ...
wenn ich die langen Wartelisten der Pflegeheime sehe, fehlt mir allerdings der Glaube daran, dass sich daran etwas ändern wird ...
es müßte sich strukturell etwas ändern ... wenn für Senioren pro Tag 6.- Euro pro Tag für Nahrung ausgegeben werden können, wird die Ernährung dieser Personen Mängel aufweisen ... wenn ich mich nicht irre, stehen Hartz4-lern 4,50 € täglich für Lebensmittel zur Verfügung ...
desweiteren war und ist der Pflegeschlüssel seit Jahrzehnten das Problem in der Pflege ...
und wer in der Pflege tätig ist, der weiß, was es bedeutet, wenn zu wenig Personal da ist und dann noch welche in Urlaub gehen oder Krank werden ...
Bei der Bahn ist das einfach ... dort wurde der Bahnhof in Mainz vor zwei oder 3 Jahren für Wochen einfach geschlossen, da Urlaubs- und Krankheitsbedingt ... keine Fahrdienstleiter verfügbar waren,
Für mich steht jedenfalls fest, bevor ich in ein Seniorenheim gehe, bringe ich mich lieber um ... denn das Leben in einem Seniorenheim empfinde ich als eine Kreuzigung, die jahrelang andauert ... das muss ich nicht haben ...
  • 02.06.2016, 17:44 Uhr
  • 1
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