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Die Verrohung der Gesellschaft

Die Verrohung der Gesellschaft

Peter Leopold
07.06.2016, 04:01 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Es ist kein neues Phänomen und es ist auch nicht auf eine aktuelle Ursache zurückzuführen, denn bereits seit vielen Jahren sehen wir, dass sich unsere Gesellschaft verändert - und nicht unbedingt zum Positiven. Es kann auch keine Generationsfrage sein, denn es ist auch zu beobacten, dass besonders Diejenigen, die schon zur älteren Generation gehören, inzwischen an einem Punkt angekommen sind, an dem ein friedliches Zusammenleben kaum noch möglich ist. Es handelt sich um eine klare Verrohung der Gesellschaft.

Wenn mir heute Jemand erklärt, dass diese Verrohung lediglich an Ungerechtigkeit und veränderten gesellschaftlichen Spielregeln liegt, halte ich das für eine äusserst billige und zweifelhafte Ausrede. Die Gewaltbereitschaft hat alleine im Vorjahr um 35% zugenommen und das Gewissen wirkt kaum noch als Bremse. Deutschland befindet sich auch nicht im Kriegszustand - jedenfalls nicht offiziell.

Ich lese täglich Nachrichten wie "Radfahrer in Hamburg erschossen" oder "Polizist eiskalt überfahren" oder "Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft" oder "Ehefrau aus dem Fenster gestoßen" oder "Mann zündet schlafenden Obdachlosen an" usw. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Nicht jeder Vorfall richtet sich gegen die ein oder andere politische Gruppe. Viel öfter geht es ganz klar um Einzelpersonen, die einen Privatkrieg gegen Andere führen, die ihnen einfach "im Weg sind"

Natürlich gab es auch schon schon früher solche Nachrichten. Aber weder mit einer derartigen Brutalität, noch in dieser Häufigkeit. Auch in Netzwerken ist der Ton zunehmend rauer geworden und Diejenigen, die nicht bereit sind, sich bei dieser Verrohung mitreissen zu lassen, gehen gnadenlos unter. Selbst vor schweren Straftaten wird da nicht zurück geschreckt - vielleicht in der Hoffnung, dass sich die Gesellschaft auch daran irgendwann gewöhnt.

Aber wer auf diesen Zug aufspringt, macht sich ebenso schuldig, wie die Initiatoren derartiger Hass erfüllten Verhaltensweisen. Während es in sozialen Netzwerken relativ einfach wäre, diesen Dingen entgegen zu wirken, indem man diesen Personenkreis entfernt, sieht es im realen Leben schon anders aus. Man kann nicht gewalttätige Subjekte (das Wort Menschen verwende ich in diesem Zusammenhang bewusst nicht) nicht einfach wegsperren, damit sie Zeit zum Nachdenken haben. Man kann auch nicht diese Leute "füttern" damit sie zufriedener sind. Man könnte sie aber so sehr beschäftigen, dass sie keine Energie mehr haben, sich an Gewaltaktionen zu beteiligen. Vielleicht wäre das ein Ansatz...

12 Kommentare

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Stimmt,die Verrohung der Gesellschaft hat zugenommen.Woran liegt das?Das sollte von kompetenten Soziologen einmal untersucht werden.Bin mir aber sicher,das auch mangelnde Polizeipräsenz und eine lasche Justiz mit laschen Gesetzen auch dazu gehören.Wofür sollen Straftäter Angst haben?Außerdem kommen außerhalb unserer Gesellschaft Banden aus Osteuropa über die offenen Grenzen um hier Straftaten zu begehen und Polizei und Justiz sind dagegen machtlos.Wie schon geschrieben,es gibt viele Ursachen,es ist Zeit vom Gesetzgeber zu handeln durch z.B.höhere Polizeipräsens,mehr Richter ect.usw.usf.
  • 07.06.2016, 19:23 Uhr
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Peter Leopold
Woher die Täter kommen, lasse ich mal dahin gestellt. Immerhin ist dieses Phänomen bei ALLEN zu beobachten. Aber ich denke, dass die Ursache in der "antiautoritären Erziehung" liegt
  • 07.06.2016, 19:41 Uhr
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So viele waren es,glaube ichnicht ,die damals antiautoritär erzogen haben
  • 07.06.2016, 19:43 Uhr
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Peter Leopold
Nicht vergessen...es liegen inzwischen fast 2 Generationen dazwischen...
  • 07.06.2016, 19:44 Uhr
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Die Verrohung findet sich auch häufig bei Fußballspielen,ein Hass und eine Zerstörungswut in den Fahrzeugen(Bahn ect.)sowie immense Körperverletzungen durch Schlagen,Bengalofeuern usw.Bin früher!!häufig zu Bundesligaspielen gegangen(Gesenkirchen)aber so etwas gab es damals nicht.Natürlich gab es auch mal Randale,vor dem Stadion waren 4 berittene Polizisten die für Ordnung sorgten und natürlich die Helfer der Vereine.Aber heute hätte ich echt Angst!Woher kommt diese Verrohung bei den Fußballspielen?Das sind keine Fans,das sind Idioten!
  • 07.06.2016, 19:52 Uhr
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Ich stimme Dir in fast allem zu Peter. Man hat so gefühlt täglich mehrere hässliche Straftaten über die ständig und ausführlich berichtet werden. Aber was meinst Du mit "Beschäftigung" um kriminelle Energie zu mindern? Arbeitslager??????
  • 07.06.2016, 08:57 Uhr
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Peter Leopold
Das mag vielleicht unzivilisiert klingen, aber für Kriminelle gelten ja auch im Knast keine caritativen Richtlinien...
  • 07.06.2016, 09:00 Uhr
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Das stimmt zwar, aber diese Einrichtungen haben ein "Geschmäckle"! So geht das nicht!!!
  • 07.06.2016, 09:01 Uhr
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Peter Leopold
Es klingt wohl härter, als es tatsächlich in der Praxis wäre. Es geht ja nicht um Peitschen und Fußketten, sondern schlicht um den Zwang, etwas sinnvolles zu tun.
  • 07.06.2016, 09:04 Uhr
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Peter Leopold
Tja...das nennt man heute Resozialisierung. Bloß mit Samthandschuhen anfassen, damit keine bösen Menschen rauskommen... Aber so ein "Sanatoriumsaufenthalt" hat noch Keinen besser gemacht...
  • 07.06.2016, 16:30 Uhr
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Ich halte es auch schon für bedenklich, wenn auf dieser Plattform Nazivokabular benutzt wird wie "Lügenpresse". Wir wissen ja, aus welcher Richtung das kommt.
Dieser Beitrag durfte stehenbleiben
https://www.seniorbook.de/schwarzes-...uegenpresse
  • 07.06.2016, 08:43 Uhr
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So geht es mir auch, Maddin.....auch darin findet eine Verrohung statt. Es sollen Hemmschwellen sinken und Seriosität in Zweifel gezogen werden. Man baut an einer Verunglimpfung der Demokratie und ihren Errungenschaften zugunstens einer rechten, primitiv und intolerant denkenden Klientel.
  • 07.06.2016, 20:56 Uhr
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