wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Das »Trump & Co - Bewusstsein«

Das »Trump & Co - Bewusstsein«

05.07.2016, 14:51 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Was wäre wenn Donald Trump Präsident der USA wird oder Norbert Hofer Bundespräsident in Österreich? Marine Le Pen (Front National, Frankreich) und Geert Wilders (Partij voor de Vrijheid, Niederlande) hoffen, im nächsten Jahr an die Regierung zu kommen. Großbritanien steigt aus der EU aus, die Initiatoren des Brexits tauchen aber unter und stehlen sich aus der Verantwortung. Die AfD gewinnt in Deutschland Zulauf, weil Bürger sich eine bessere Alternative erhoffen. Nach ihrer Meinung haben die bisherigen Parteien ausgedient. Es ist der Hass auf die bisherigen Eliten, auf die die Rechtspopulisten schauen. Allerdings wollen rechtspopulistische Parteien zu elitären Parteien aufsteigen, weil sie sich einbilden, ein besseres Rezept für die Zukunft ihrer Länder zu haben. Da laufen sicher auch Bürger hinter den rechten Schwätzern her, die an sich nicht rechtsorientiert sind, aber sich Sorgen machen, wegen der Flüchtlingskrise und über die angebliche Verfremdung der deutschen Kultur. Diese Bürger sind das gefundene Fressen für die Rechtsparteien.

Eine SB -Nutzerin wird von ihren syrischen Nachbarn zum Zuckerfest eingeladen, welches sie am Ende des Ramadan feiern, obwohl Fremdenhasser behaupten, Muslime wollen ihn ihrem Dschihad, alle Ungläubigen umbringen (man bedenke, die Evangelische und Katholische Kirche und der Zentralrat der Juden haben sich gegen eine Verunglimpfung des Islams gerichtet). Ewig gestrige Gestalten wollen eine Schneise zwischen der muslimischen und der anderen Welt schlagen wollen. Damit spielen solche Gestalten den salafistischen Dschihadisten des sog. Islamischen Staates in die Hände, die die Zeit der frühen Kalifen zur glorreichsten Zeit überhöhen, diese Zeit allerding alles andere als glorreich war.

Trump & Co. schauen dem Volk aufs Maul. Diese Redewendung stammt von Martin Luther, dem wir zu verdanken haben, dass wir ein Deutsch reden, wie wir es heute reden.

»Man muss die Mutter im Hause, die Kinder auf den Gassen, den gemeinen Mann auf dem Markt fragen und denselbigen aufs Maul sehen, wie sie reden und danach dolmetschen, so verstehen sie es dann und merken, dass man Deutsch mit ihnen redet.«

So rechtfertigte Luther seine Bibelübersetzung, die vom Volk verstanden werden sollte. Wenn wir heute über Politiker sagen, sie sollen dem Volk aufs Maul schauen, meinen wir damit, sie sollen uns zuhören und sich mit den Sorgen und Nöten des Volkes auseinandersetzen. Wenn sie dem Volk aufs Maul schauen, haben sie gute Chancen gewählt zu werden.

Populisten kosten die Sorgen der Bevölkerung aus und schüren Ängste ohne realistische Lösungen anzubieten. Der Hass auf alles, was fremd ist, ist eine bewährte Schiene der rechten Szene, das Bewusstsein der Bevölkerung zu erobern, dass Bewusstsein ins »Trump & Co.- Bewusstein« zu verführen. Es braucht nur ein Flüchtling eine Straftat zu begehen, und schon ist das ein gefundenes Fressen für die Hetzer. Wenn ein Christ eine Straftat tut, ist das den Hetzern nicht für eine Notiz am Schwarzen Brett wert, obwohl jedes Verbrechen vor dem Gesetzt ein Verbrechen darstellt. Religionszugehörigkeit spielt da keine Rolle Es standen am Schwarzen Brett auch schon Schlagzeilen, die sich als Fake entpuppt haben. Erst gestern in einem Kommentar, eine offenbar bewusst falsch angegebene Zahlenangabe, was die sexuellen Übergriffe am Kölner Bahnhof in der Silversternacht 2015/16 betrifft. Wenn gegen Ausländer gehetzt wird, wird gerne übertrieben, Hauptsache es hört sich schlimmer an. Zur Zeit wird gerne ein Interview mit dem angesehenen Politikwissenschaftlers Bassam Tibi verlinkt, der darin folgendes sagt:

»Heute sieht Göttingen aus wie ein Flüchtlingslager«

oder

»Ich habe sicherlich in den letzten eineinhalb Jahren mit mehreren Tausend Syrern gesprochen, ob in Göttingen, Frankfurt, Berlin, München. Die meisten von ihnen, habe ich am Dialekt festgestellt, sind keine Städter, sondern vom Land. Und unter ihnen gibt es viele Antisemiten.«

Dieses Interview erschien mehrmals auf dem Schwarzen Brett, als würde man unter Demenz leiden und müsse es fünfmal lesen, um es dann doch wieder zu vergessen. Die Botschaft , die aber vermittelt werden soll, ist, auch Herr Tibi sei gegen Flüchtlinge, was er aber nie behauptet hat. Im Gegenteil. Er ist Verfechter eines Euro-Islam, diesen Begriff er selbst geprägt hat.

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.