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Die Türkei erntet Atatürks Aussaat

Die Türkei erntet Atatürks Aussaat

17.07.2016, 13:04 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

"Sollte ich eines Tages großen Einfluss oder Macht besitzen, halte ich es für das Beste, unsere Gesellschaft schlagartig – sofort und in kürzester Zeit – zu verändern. Denn im Gegensatz zu anderen glaube ich nicht, dass sich diese Veränderung erreichen lässt, indem die Ungebildeten nur schrittweise auf ein höheres Niveau geführt werden. Mein Innerstes sträubt sich gegen eine solche Auffassung. Aus welchem Grund sollte ich mich auf den niedrigeren Stand der allgemeinen Bevölkerung zurückbegeben, nachdem ich viele Jahre lang ausgebildet worden bin, Zivilisations- und Sozialgeschichte studiert und in allen Phasen meines Lebens Befriedigung durch Freiheit erfahren habe? Ich werde dafür sorgen, dass sie auch dahin kommen. Nicht ich darf mich ihnen, sondern sie müssen sich mir annähern."

Wer nicht weiß, dass diese Worte von Mustafa Kemal Atatürk in seinem Tagebuch am 6. Juni 1918 aufgeschrieben wurden, der wird nicht über die Geschichte der modernen Türkei diskutieren können.

Atatürk wollte mit den Mitteln des Diktators und vor allem schnell die Kopie eines westlichen demokratischen Landes schaffen und diese Idee so dringend verwirklichen, dass ihn jeder Weg recht war. Die Türkei steht schon seit Jahren auf den Scherben dieses Weges - und wer da den Mut, besser die Dummheit besitzt, von einer "aufgeklärten, moderne Türkei" zu sprechen, der beweist tiefgreifendes Unverständnis für die Entwicklung von Menschen und Nationen.

Atatürk hat mit seinem Land das gemacht, was heute unsere Rassisten, unsere rechten und all die vielen besorgten Bürger sich ähnlich vorstellen: Eine gut geplante Vergewaltigung gewachsener Kultur und die dauerhafte Erzwingung einer modernen, scheinbar weltoffenen Gemeinschaft durch straffe (militärische) Macht.
Wo solch überhebliches, absurd unbedachtes Handeln hinführt, erleben wir
gerade mit.

Wegmarken in der türkischen Geschichte

  • 1923: Mustafa Kemal (der sich ab 1934 Atatürk nennt) proklamiert die Gründung der Republik Türkei, das Kalifat wird abgeschafft.
  • 1924: Die neue türkische Verfassung tritt in Kraft. Die ersten laizistischen Gesetze werden verabschiedet, die den Einfluss des Islam als Staatsreligion beschneiden.
  • 1945: Die Türkei, während des Zweiten Weltkrieges offiziell neutral, schließt sich den Siegermächten an.
  • 1950: Die ersten freien Wahlen in einem Mehrparteiensystem werden abgehalten.
  • 1952: Die Türkei tritt gemeinsam mit dem Erzrivalen Griechenland der Nato bei.
  • 1960: Erster Staatsstreich durch das Militär. Der gewählte Regierungschef Adnan Menderes wird abgesetzt und hingerichtet.
  • 1971: Zweiter Staatsstreich durch das Militär, das den Rücktritt der gewählten Regierung von Süleyman Demirel erzwingt.
  • 1974: Im Konflikt mit Griechenland um die Vorherrschaft in der Ägäis marschiert die Türkei in Zypern ein und besetzt den Nordteil der Insel. 1983 wird dort die "Türkische Republik Nordzypern" proklamiert, die lediglich von der Regierung in Ankara anerkannt wird.
  • 1980: Dritter Staatsstreich durch das Militär. Das Parlament wird aufgelöst; die politischen Parteien werden verboten, führende Politiker festgenommen.
  • 1984: Beginn des Aufstandes der Rebellen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), der bis heute andauert und in dessen Verlauf mehr als 40.000 Menschen getötet werden.
  • 1990/1991: Die Türkei beteiligt sich an der Militärkoalition zur Vertreibung der irakischen Streitkräfte aus Kuwait.
  • 1997: Das türkische Militär greift erneut ein und zwingt den islamistischen Ministerpräsidenten Necmettin Erbakan zum Rücktritt. Seine Refah-Partei wird aufgelöst.
  • 1999: Ein türkisches Kommando nimmt in Kenia PKK-Chef Abdullah Öcalan gefangen.
  • 2002: Die Türkei leitet demokratische Reformen ein, darunter die Abschaffung der Todesstrafe, um den Anforderungen der Europäischen Union für eine Mitgliedschaft zu entsprechen. Die islamisch-konservative AK-Partei von Recep Tayyip Erdogan gewinnt die Wahlen, ein Jahr später wird Erdogan Regierungschef.
  • 2005: Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union.
  • 2007: Erdogans Partei setzt die Wahl des AKP-Politikers Abdullah Gül zum Präsidenten durch; damit steht erstmals ein Vertreter aus der islamischen Bewegung an der Spitze der gemäß Verfassung laizistischen Türkei.
  • 2010: Schweres Zerwürfnis mit Israel nach der Erstürmung einer Gaza-Hilfsflotte durch israelische Soldaten und der Tötung von zehn türkischen Aktivisten.
  • 2012: Kampagne der Regierung Erdogan gegen hunderte Militärangehörige. Unter dem Vorwurf, als Teil eines geheimen Netzwerks namens Ergenekon einen Umsturz zu planen, wird zahlreichen Offizieren der Prozess gemacht.
  • 2013: Beispiellose landesweite Protestwelle gegen die Regierung im Mai und Juni. Die Proteste werden blutig niedergeschlagen.
  • 2014: Erdogan will in der Türkei ein Präsidialsystem errichten, das ihm größte Machtbefugnisse einräumt. Im August wird er erstmals in einer Direktwahl zum Staatschef gewählt.
  • 2015: Widerstrebend schließt sich die Türkei der internationalen Militärkoalition zur Bekämpfung der radikalsunnitischen Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) an. Im Oktober wird Ankara vom schwersten Anschlag in der türkischen Geschichte erschüttert, bei dem mehr als hundert Menschen getötet werden. Die türkische Führung macht dafür den IS verantwortlich; es folgt eine Serie weiterer Anschläge.
  • 2016: Am Abend des 15. Juli putscht eine Gruppe von Militärs und verkündet die Machtübernahme in der Türkei. Am Tag darauf erklärt die Regierung den Putsch für gescheitert, mehr als 260 Menschen werden im Zuge der Gefechte getötet.

Quelle der Wegmarken

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86 Kommentare

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Immer wenn England eine Kolonie "aufgegeben" hat, hat es dafür gesorgt das einer seiner Lakaien dort die Macht übernahm. Atatürk war so ein Lakei Englands. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern leicht recherchierbar.
Bildung war ihm, wie allen Despoten, ein Dorn im Auge. So hat er die Türken, die (durch die Koranschulen) alle Lesen und Schreiben konnten, über Nacht zu Analphabeten gemacht, in dem er einfach die arabische Schrift verbot. Was so ein Schritt für ein Land bedeutet, können sich wahrscheinlich die wenigsten vorstellen.
Der Kemalismus war (und ist) dazu gedacht, den Türken ein eigens (osmanisches?) Selbstgefühl zu nehmen. Er sieht die Türkei immer noch als Kolonie des Westens.

Was Mike in dem Beitrag leider ganz übergeht, sind die westlichen Einflüsse auf das Militär (und deren Historie). Damit konnte das Militär dort ein Staat im Staate werden, der sich selbst als völlig unabhängig von gewählten Parlamenten und demokratischen Gesetzen sieht.
Aus all dem wird klar ,warum der Westen das Militär dort als Hüter des "Kemalismus" bezeichnet und warum deutsche Politiker (vor allem von den Grünen) erst mal so begeistert auf den Putschversuch reagiert haben.

Zu den aktuellen Ereignissen kann ich nur sagen: Ich stehe in laufendem Kontakt mit Leuten in der Türkei und was ich von denen höre, ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was zur Zeit hier an "Informationen" verbreitet wird.
  • 25.07.2016, 12:54 Uhr
  • 0
Ich übergehe nicht, wenn du erlaubst, ich schreibe nur nicht über Dinge, die sich meiner Kenntnis weitgehend entziehen.

Ich hoffe, du kannst das akzeptieren.
  • 25.07.2016, 13:00 Uhr
  • 0
Kann ich gerne
Aber ohne den Druck des Westens auf dieses Land zu kennen, ist es schwer die türkische Politik zu verstehen.
Eigentlich befindet sich das Land zwischen Mühlsteinen:
Da sind die Interessen der östlichen Nachbarn (wie Russland) das seinen Einfluss in der Region nicht verlieren will. Als Nato-Mitglied sind sie dem Westen verpflichtet, der in der Region aber sehr gewalttätig seine Macht ausbaut.
Man weiß in der türkischen Regierung sehr wohl, was in den Nachbarländern passiert und wo Kurden und IS ihr Geld und ihre Waffen herbekommen.
In der unstabilsten Region der Welt ein stabiles Staatsgefüge aufrecht zu erhalten, ist eine sehr schwierige Aufgabe.
  • 25.07.2016, 13:10 Uhr
  • 2
  • 25.07.2016, 13:15 Uhr
  • 0
Nicht so sachlich (und ordentlich ) wie Du, hatte ich auch einmal versucht die Situation in der Türkei darzustellen:
http://www.seniorbook.de/themen/kate...tuerkei-los
  • 25.07.2016, 13:18 Uhr
  • 0
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wize.life-Nutzer, ich stelle doch keine Theorie vor..... Atatürk hat sein Land mit Blick auf die Zukunft und guten Idealvorstellungen zu einer Kopie eines westlichen Staates machen wollen - und es per Druck von oben letztlich auch gemacht.

Ich bin nicht der einzige, der genau weiß, dass solches Vorgehen immer nur eine befristete Zeit funktioniert. Ganz im Gegenteil.
Aber um das zu verstehen, muss man schon um die Machtstrukturen in der Türkei wissen und wissen, wie sich die Türkei entwickelt hat.
  • 18.07.2016, 13:51 Uhr
  • 1
Gut - falscher Begriff, sorry.
Aber ansonsten gebe ich dir ja Recht. Es wurde eine andere Kultur aufgezwungen. Das geht immer schief, durchaus auch in Europa.
Wobei - eine bestimmte Zeit funktioniert ist ja wohl nicht ganz richtig - es hat genau genommen gar nicht funktioniert, in der Mehrheit des Volkes, das aus einfachen Bauern besteht, deren Bildung nun halt so ist wie sie ist und die klar von der Religion beeinflusst waren, sind und noch lange sein werden.
So gesehen war der wahre Fehler, nicht für Bildung im einfachen Volk zu sorgen - auch das wie immer und überall.
Wie gesagt - so weit davon ist die westliche Welt nicht entfernt. Selbst in Frankreich, wo die Säkularisierung etwas her ist, haben bestimmte Regionen weit weg von den Städten bis heute am alten Denken festgehalten. Das ist nur ein Beispiel ohne weitere Wertung, um zu verdeutlichen: auch wenn wir, die wir denken, Vorteile in der Veränderung sehen, so ist die Mehrheit dazu nicht in der Lage - nirgends. Wenn dann ein Erdogan kommt, hat der alle Chancen, die Uhren zurückzudrehen.
  • 18.07.2016, 14:08 Uhr
  • 0
Auch Erdogan hat dasselbe Problem. Er hat die meisten Stimmen von DEN türkischen Landsleuten, die arm, un-ausgebildet und ohne jegliche Bildung überhaupt und ohne Wissen von Werten anderer Länder im hintersten Teil der Türkei leben. Die Abhängigkeit von einer verqueren "Religion", sprich Aberglauben, verschlimmert diese Situation zusätzlich. Auch Erdogan möchte die Türkei schnell dem Westen angleichen und sogleich ins Osmanische Reich umwandeln. Das ist der Traum vieler Türken, nicht nur von Erdogan. Viele Bücher, die ich über die Türkei gelesen habe, sprechen davon. Ich denke, Erdogan hat zuviel auf einmal gewollt, sich selbst unter Druck gesetzt und hat sich nun selbst ganz furchtbar verspekuliert. Er ist völlig durchgedreht meiner Meinung nach. Erdogan steht mit einem Fuss im tiefsten Mittelalterund mit dem anderen im 21, Jahrhundert. Diese wahnsinnigen Unterschiede in der Bevölkerung kann auch ein Erdogan nicht innerhalb von wenigen Jahren ändern. Dazu braucht das Land eine viel längere Entwicklungszeit. Eine Jahrhundertaufgabe. Diese Sache wird meiner Meinung für Erdogan nicht gut ausgehen. Auch deswegen nicht, weil niemand mehr an ihn herankommen wird, um ihn "zurückzuholen". Auch bei den westlichen Politikern ist nicht mehr viel Verstand vorhanden Sind alle völlig übrfordert. Da gehört überall eine neue Mannschaft her. Die Briten haben es vorgemacht.
  • 18.07.2016, 20:33 Uhr
  • 0
Na na na, nein. Falsch. Die westlichen Politiker sind keineswegs überfordert - sie werden jedoch erpresst. Mit Flüchtlingen. Sie können die Türkei nicht unter Druck setzen, denn dann sagt Erdogan: aus die Maus, was das Flüchtlingsabkommen angeht - die Flüchtlinge fangen wieder an zu strömen - und ich denke, ich muss nicht erklären, was dann passiert.
Die westlichen Politiker haben einen Fehler gemacht: Sie haben ein Abkommen mit einem machtgierigen und wenig berechenbaren Politiker gemacht. (Wobei - er ist gar nicht unberechenbar, man konnte das genau berechnen.)
Denn die westlichen Politiker - allen voran Frau Merkel - standen so sehr unter Druck von Seiten ihrer Wähler, dass ihnen gar nichts anderes übrig blieb, diesen Deal zu machen.
Also - bitte - wo ist die Lösung?
Keine Flüchtlinge - Abkommen mit Erdogan - machtgieriger erpresserischer Politiker, der alles verlangen kann
oder -
Aufkündigung des Abkommens von Seiten der Türkei - neuerlicher Flüchtlingsstrom mit unendlichem Leid, das jedoch keinen Europäer interessiert. Die Europäer interessieren sich nur dafür, dass die Flüchtlinge bleiben wo sie sind und notfalls in die Kriegsgebiete zurückgeschickt werden, damit sie in ihrem heilen Leben nicht gestört werden.
Wenn also ein neuer Flüchtlingsstrom einsetzt, dann gibt es einen so lauten Knall, dass alles zu spät ist.
Also - von vorne - lässt sich Europa lieber von der Türkei erpressen.
Und wer ist schuld?
Nein - nicht die Politiker. In diesem Fall ist es "das Volk", zumindest das, das meint, es zu sein.

Was meinst du, Erdogan will die Türkei ins osmanische Reich umwandeln? Meinst du, er will den Sternenhalbmond durch Europa tragen? Ja, das will er vermutlich tatsächlich - das wäre der krönende Abschluss seiner Laufbahn: Europa gehört zum osmanischen Reich.
Und nein, das ist keine Kopp-Idee - das ist sicher wirklich sein Traum. Der ist genau so ein Volltrottel mit solchen Ideen.
Nur bin ich sicher, das wird nicht passieren - im Gegensatz zu den Koppverlagfans.
  • 18.07.2016, 20:52 Uhr
  • 1
Vielen Dank für die Fortschreibung meines Kommentars. Ich habe mich in meinem Kommentar ausschliesslich auf die Person Erdogan konzentriert und alle Folgen, die sich durch seine waghalsigen Unternehmungen ergeben, aussen vorgelassen.

Hier ein Buchtitel: "Istanbul" von Orman Pamuk. Von ihm habe ich in derselben Sache ein weiteres Buch gelesen. Den Titel eines sehr interessanten Buches auch zur Geschichte der Türkei, über die Verschiedenartigkeit der Völker und deren Zusammenleben und Zerstörung usw. liefere ich nach. Dauert etwas. Hatte das Buch als Leihgabe von einer Freundin , die ist aber im Urlaub. Und ich weiss den Titel nicht mehr genau. Nein, mit dem Kropp-Verlag habe ich nichts zu tun, lese auch deren Ergüsse nicht,

Frau Merkel hat sich m.M. nach auf Anweisung bzw. Beschlussfassung der EU an Erdogan gewandt. Diese abenteuerliche Sache ist also EU-Mist und Fr. Merkel war hier Erfüllungsgehilfin der EU. (Selber schuld).

Sonst folge ich Deinen Ausführungen.

Eine Lösung ? Ich weiss keine.

Es hat sicher jetzt auch keinen Sinn, nach Ursachen und so zu forschen. Handlungen sind dringend geboten. Nur welche ? Man kann es mit der Angst zu tun bekommen.

Ach, noch etwas, Politiker, die sich erpressen lassen, sind wohl doch nicht so ganz auf der Höhe ihres Tuns.
  • 18.07.2016, 21:23 Uhr
  • 1
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Was die von dir hier vorgestellte Theorie angeht, so tun sich Westeuropäer schwer anzuerkennen, dass es auch andere gleichwertige Kulturen geben kann und diese nicht zeitlebens auf die Erlösung durch die westliche warten.
Aber Manfred hat in einem Recht: Es wurde uns immer gelehrt, Kemal Atatürk sei der große Reformer und die Türkei ihm dankbar. Vermutlich ist es auch so - für die gehobene Schicht, die Bildungsschicht - und die West-Türkei.
Aber das normale Volk, die Bauern, die einfachen Leute, wollen wie überall an ihren Traditionen und vor allem ihrer Religion festhalten. Wie man sieht, ändert sich das nicht einmal nach so vielen Generationen.
Und das ist das, was Erdogan ausmacht. Er ist "einer aus dem Volk", kein abgehobener Intellektueller. Deshalb verehrt ihn die Mehrheit - und deshalb geht er nun gegen die Intelligenzia seines Landes vor.
  • 18.07.2016, 13:39 Uhr
  • 1
Vielleicht kann man es auch so sehen: Erdogan strebt nach Macht und bringt mit populistischen Aktionen die rückständige Hälfte der türkischen Gesellschaft hinter sich. Mit den Dummen treibt man ja bekanntlich die Welt um.
  • 18.07.2016, 14:25 Uhr
  • 4
Ja, aber ich bin der festen Überzeugung, dass es nicht nur die Dummen sind, vielmehr die, die den starken Mann an der Spitze wollen.
Das war auch Atatürk ja schon, und dem folgten nahezu alle. Weil sie in ihm den starken Mann an der Spitze eines starken Staates sahen..
  • 18.07.2016, 14:28 Uhr
  • 2
Zu Atatürks Zeiten war das allgemein üblich, heute gilt der Wunsch nach einem starken Mann doch eher als rückschrittlich.
  • 18.07.2016, 14:32 Uhr
  • 1
Im Westen - wieder - also "unseren" Gesellschaften. Wenn diese "starken Männer" in den nicht-europäischen Ländern nicht immer der Macht und dem Geld verfallen würden, könnten sie ja mal was vernünftiges erreichen, denn man kann nicht die westliche Demokratie auf die ganze Welt übertragen.
Wobei die demokratischste und westlichste aller Demokratien im Moment auch in der Gefahr ist, sich einem "starken Mann" des Law and Order zu unterwerfen.
Mike - ich würde von der Masse des einfachen Volkes niemals von den "Dummen" sprechen. Sie sind in dem Sinne, wie wir es sehen, ungebildet - aber nicht dumm. Aber sie folgen dem, der ihnen verspricht, an ihren Traditionen und ihrem Glauben festzuhalten - und das ist das Problem.
  • 18.07.2016, 14:40 Uhr
  • 1
1960 bis heute haben militärische Kräfte fünf Mal geputscht !

Und der letzte Putsch ging unter anderem auch deshalb schief, weil der "starke" Erdogan die Bevölkerung auf die Strasse brachte! Der starke Mann ist in der Türkei die Zukunft - auch in der von heute.
  • 18.07.2016, 14:49 Uhr
  • 1
Und er weiß sicherlich wie die unterschiedlichen Gesellschaften ticken - aufgewachsen in einem einfachen Stadtteil Istanbuls kennt er die weltläufige Gesellschaft der Küste ebenso wie die der zugewanderten „Bauern“ aus dem Landesinneren.
„Dumm“ ist oben im übertragenen Sinne verwendet, sonst würde das Sprichwort nicht funktionieren
  • 18.07.2016, 15:04 Uhr
  • 1
Ich habe eben einen Strang gelöscht,, weil ich von den Zwischenspielen der Edith Edith ST dir Nase voll habe, Tut mir leid, Leute
Der Umgang mit Menschen, die machen was sie sagen, scheint nicht jederfraus Sache zu sein
  • 18.07.2016, 16:40 Uhr
  • 0
Sara,
"Aber sie folgen dem, der ihnen verspricht, an ihren Traditionen und ihrem Glauben festzuhalten - und das ist das Problem. "
Da stimme ich Dir zu ... und sicher auch Edith.

Das gilt auch für die Leitlinien der Integration bei uns.

Die Jugend hat das Recht darauf, Tradition und Glauben "abzuwerfen".
  • 18.07.2016, 17:32 Uhr
  • 0
Edith garantiert nicht - aber die lassen wir nun besser außen vor.
Welche Jugend?
Wenn du die Jugend mit türkischen Wurzel in Deutschland meinst, scheint die sich in großen Teilen auf ihre sogenannten "alten Werte" zurückzubesinnen - und das, weil sie ihre eigene Identität sucht. Sie hat ihren Platz in der westlichen Gesellschaft offensichtlich nicht gefunden - und daran sind sie garantiert nicht selbst schuld, sondern - auch in großen Teilen, wenn auch nicht in allen - durchaus die Deutschen mit deutschen Wurzeln, die ihnen zeigten, dass sie nicht dazugehören.
Aber auch hier ist wieder die Bildungsschicht der Knackpunkt. Nur ist es halt so, dass die Mehrheit hier wie dort - deutsch wie türkisch - zu den weniger gebildeten gehören.
  • 18.07.2016, 17:42 Uhr
  • 0
Ich meine die Kinder der Flüchtlinge und Immigranten, die bei uns eine neue Heimat suchen.

Ihnen muss die Freiheit gelassen werden, sich in unserer Kultur eine andere Identität als die ihrer Eltern zu suchen.

Das mit allen Mitteln zu unterbinden, das ist oberstes Ziel der Islamverbände hier.

Und das führt folglich zu dem, was Du oben beschrieben hast.

Übrigens: Heute Morgen im DF: 80% der 3 Mio Deutsch-Türken fühlen sich als "nicht angekommen" und sehen durch Erdogan als durch die Kanzlerin vertreten.

Kannst Du mir zustimmen?

Edith ist übrigens meine Freundin, die ich sehr schätze.
  • 19.07.2016, 08:10 Uhr
  • 0
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Hier wurde ein Kommentar durch den Eigentümer des Inhalts entfernt.
ich beschäftige mich jetzt erst mit der Geschichte der Türkei, danke erstmal für deine Notiz
  • 17.07.2016, 14:12 Uhr
  • 1
Sehr zu empfehlen: Orhan Pamuk (nennt Edith oben) - Istanbul. Da begreift man viel von der (West-)türkischen Seele.
  • 18.07.2016, 13:44 Uhr
  • 1
hab mir mal eins bestellt gerade. Danke
  • 18.07.2016, 15:26 Uhr
  • 0
Viel von der türkischen Seele und wenig von der Geschichte dieses Landes.
  • 18.07.2016, 15:35 Uhr
  • 0
hab mir gestern einen Film angeschaut über die türkische Seele. Wenn mir in kurzen Worten und Daten (siehe oben) die Geschichte erklärt wird, ist es ok. Ansonsten ist es mir zu anstrengend, vielleicht noch ein ganzes Buch zu kaufen. Sowas lese ich meist auf langen Flügen Ich habe es ja mehr mit den Seelen
  • 18.07.2016, 15:48 Uhr
  • 0
Das war nur Info, habs mal mit den Seelen
  • 18.07.2016, 15:50 Uhr
  • 1
Es gibt bei SB eine Userin, selbst Türkin, die einige informative Beiträge veröffentlicht hat.
Vielleicht clickt sie sich ein.
  • 19.07.2016, 08:17 Uhr
  • 0
Zu den Seelen - die hier bei uns eine leckere Delikatesse bedeuten :
Um die Geschichte zu begreifen, macht es manchmal Sinn, sich mit der Seele eines Volkes zu beschäftigen, zu versuchen, die zu verstehen.
Denn wenn man Geschichte nur trocken, in Daten und sachlichen Analysen volks- und/oder zeitfremder Historiker aufnimmt, weiß man zwar Fakten, aber nicht unbedingt Gründe.
Wenn sie in der Schule etwas mehr von dieser Seele des Volkes erzählt hätten, wäre der Geschichtsunterricht sehr viel effektiver gewesen.
  • 19.07.2016, 12:46 Uhr
  • 1
Wie ergründet man die Seele eines Volkes?
Indem man seine Märchen liest.
Ich: kaukasische Märchen
Oder über Fotos aus dem Alltag.
Vor Jahren habe ich einen Fotoband über das Osmanische Reich (1916) auf einer Auktion erworben.
  • 19.07.2016, 13:29 Uhr
  • 0
ein wenig Seele wirst du in dem Video finden, das ich gerade gezeigt habe
  • 19.07.2016, 13:34 Uhr
  • 1
Erinnert mich an " Go, trabi go"
  • 19.07.2016, 13:47 Uhr
  • 0
du hast ihn in der kurzen Zeit gesehen?
  • 19.07.2016, 15:30 Uhr
  • 0
Deiner war nur ein 5-Minuten-Clip.
Trabi kannte ich.
  • 19.07.2016, 15:34 Uhr
  • 0
Mist, ich hatte gedacht, ich hab den ganzen Film Sorry
  • 19.07.2016, 16:03 Uhr
  • 0
  • 19.07.2016, 16:10 Uhr
  • 0
werde mal sehen, ob der Film auch in der Mediathek ist. Liest sich ganz unterhaltsam
  • 19.07.2016, 16:26 Uhr
  • 0
Den Film will ich auch noch sehen - der muss großartig sein.
  • 19.07.2016, 16:37 Uhr
  • 1
Es ist sehr schwer, bis Unmöglich, sich ein Bild der Türkei nur aus hiesigen Quellen zu machen.
Wer hat den hier eine Vorstellung davon, welchen enormen wirtschaftlichen und demokratischen Aufschwung dieses Land in den letzten 15 Jahren gemacht hat?

Wo auf der Welt wird der Mindestlohn mit einem Mal um 30% angehoben, so wie letztes Jahr in der Türkei? Und hat man hier etwas darüber gelesen?
Schaut euch einmal die Verfassungsänderungen aus dieser Zeit an:
http://www.verfassungen.eu/tr/
Hat man davon etwas hier gehört, wie viel Demokratisierung dort stattgefunden hat?

Bücher und Filme, die ihren Umsatz dadurch erreichen, dass sie gängige Vorurteile bestätigen, helfen zum Verständnis wenig. Natürlich gibt es auch andere.
  • 25.07.2016, 13:30 Uhr
  • 1
also für mich war der Film reinste Unterhaltung, da denke ich nicht an die Verfassung o.ä.
  • 25.07.2016, 13:56 Uhr
  • 0
Aus der Filmbeschreibung des ARD:
„Die Geschichte beginnt im Jahr 1962: Ausgelassen feiert sie ihre bestandne Aufnahmeprüfung zum Mathematik-Studium in Istanbul. Dass sie eine der ersten Frauen in dieser Männer-Domäne ist, macht sie … stolz“.

Bereits 1914 konnten Frauen in der Türkei an der Darülfünun Universität Mathematik, Literaturwissenschaften und Naturwissenschaften studieren und machten das natürlich auch.
Und das ist es was ich meine. Natürlich ist es Unterhaltung. Aber es vermittelt auch ein Bild. Und welches?
  • 25.07.2016, 14:12 Uhr
  • 1
ein wenig Kultur und Seele?
  • 25.07.2016, 16:04 Uhr
  • 0
Fein, Michael, dass Du das Bild der Türken etwas zurechtrückst.
Bereits für die Türken des Osmanischen Reiches war Berlin ein Vorbild, nach dem sich die "feine" Gesellschaft in Istambul , Ismir und Ankara ausgerichtet hat.

Berlin hat zahlreiche "Consultants" nach Istambul entsandt.
Von der Golz (Pascha), Moltke und Exc. von Wangenheim.
Entwickelt hat sich die Armee und die "höfische" Gesellschaft. Die Damen des Harems waren bereits hochgebildet.

Was sich nur träge entwickelt hat, das war die Mittelschicht.

Auch Atatürk konnte daran nichts ändern.

Die Phase der Industriealisierung hatte noch nicht stattgefunden und stockte bis in die 1960er.

Gänzlich unentwickelt und von dem Aufschwung vom Kemalismus unberührt blieben die sog. "Bergtürken" - die Kurden in Anatolien.
Sie verharrten in ihren alten Traditionen und in ihrem Glauben.

Das hat angehalten, bis Anatolien als "Fenster nach Moskau" für die USA 1950 interessant geworden ist.
Deutschland musste sich im Rahmen des Kalten Krieges für einen Teil des türkischen Proletariats öffnen.
Das Wirtschaftswunder hat sich nicht nur für uns Deutsche entwickelt.

Es diente auch der politischen Stabilität der Türkei.

In D. hat sich im Keim die Türkische Mittelschicht entwickelt.
Sie aber war kurdisch, islamisch und nicht kemalistisch.

Langsam hat die heimische industrialisierung nachgezogen.

Steil hat sich die Energiegewinnung zulasten des Iraq entwickelt.
Und dann kam Erdogan.
Gestern gab es mehrere Demonstrationen der Kemalisten (Opposition) in der Türkei.
  • 25.07.2016, 16:15 Uhr
  • 1
mein bester Freund ist zur Zeit in der Türkei. Von ihm bekomme ich sehr zeitnahe Informationen. Er hat mir empfohlen mal im Netz nach den Webcams aus den türkischen Städten zu suchen.
Zur Zeit ist die ganze Türkei eine große Pro-Erdogan Demonstration. Nachts sind die Straßen voll mit Menschen die aufpassen wollen, dass es keinen neuen Putsch gibt.
Außerdem erzählt er mir von den Bildern über den Putsch, die hier nie gezeigt wurden.
Und natürlich gibt es eine Opposition. Zum Glück. Und die demonstriert auch. Aus der berechtigten Sorge, das die AKP jetzt zu viel Macht bekommt. Aber das alles läuft in einem viel demokratischerem Rahmen, als man uns hier weiß machen will.

Apropo Mittelschicht. Wenn ich in der Türkei unterwegs bin, kann ich gut sehen, dass diese Schicht (die bei uns schon fast abgeschafft wurde) dort den absoluten Löwenanteil an dem Aufschwung hat. Jede Garage ist irgendeine Firma und läuft.
  • 25.07.2016, 16:56 Uhr
  • 1
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Man Bruder , schreib doch einfach : die Türkei ist ein SCHWEINE-Staat!! Basta
ich war 1977 für 3 monate in Ostanatolien als Landvermesser ...da war in jedem micky mouse-Dorf eine westtürkische Militärstation ...bis heute und es hersscht Bürgerkrieg ...bis heute nix gelernt ...

Ata hat es gut gemeint ...der Türke rafft das nicht ...
  • 17.07.2016, 13:48 Uhr
  • 4
Das schreibe ich deshalb nicht, weil gut meinen und diktatorisch umsetzen einen starken Mann erfordert, der dann kaum von sich behaupten kann, ein Demokrat zu sein.
Dabei war das einmal das Ziel des Mannes. Das nutzt nur nichts. Das hat sich Mao eingebildet, Stalin, Hitler .... und schief gegangen ist es allemal.
  • 17.07.2016, 13:56 Uhr
  • 6
ok Bruder ...ich bin auch nur ein rotziger bauernlümmel aus Ostfriesland ...und hab nur klippschule und denke einfach ...so
ich war x-mal in der Türkei ....den Staat kannste vergessen ...
so...nun wech winke winke ...
geh baden ...goiles badewetter in Hang-over )
  • 17.07.2016, 14:04 Uhr
  • 2
wize.life-Nutzer. Bruder, du weißt doch, dass ich eine andere Maschine im Kopf habe .... das ändert aber nichts am Endergebnis´, wie wir doch immer wieder feststellen.
  • 17.07.2016, 14:07 Uhr
  • 1
and so long
  • 17.07.2016, 14:14 Uhr
  • 0
Au weia!
  • 18.07.2016, 13:40 Uhr
  • 0
  • 18.07.2016, 17:17 Uhr
  • 0
na chen ...alles Tutti ??!!
  • 18.07.2016, 20:54 Uhr
  • 0
Gestern, 20:22 Uhr
kannst noch bei uns einsteigen ...muss dich bewerben ... Lebenslauf . polizeil. führungszeugnis ?? haste ???

psst unter uns ...du siehst irgendwie vorbestraft aus ... solche nehmen wir tschöööö
  • 18.07.2016, 20:59 Uhr
  • 0
korrektur : solche nehmen wir natürlich nicht ...
also : Hau ab
  • 18.07.2016, 21:02 Uhr
  • 0
Oddo ... meinst du mich?
  • 18.07.2016, 21:06 Uhr
  • 0
ja vor7 min
  • 18.07.2016, 21:11 Uhr
  • 0
vor 17 min
  • 18.07.2016, 21:12 Uhr
  • 0
okkkaaayyyy... *ärmelhochkrempel* Freundchen ... im Prinzip konform ... aber, ... du kriegst die volle Breitseite ... wenn du das möchtest!
  • 18.07.2016, 21:18 Uhr
  • 1
Morgen wieder ... ... bin jetzt weg Schönen Abend und später eine gute Nacht!
  • 18.07.2016, 21:20 Uhr
  • 0
  • 18.07.2016, 21:28 Uhr
  • 0
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Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Du zeigst hier ganz deutlich auf (finde ich als Beispiel hervorragend) wie der Sinn einer Aussage durch die Hervorhebung eines einzelnen Satzes, aus dem Kontext gerissen wird/werden kann.

Deshalb hebe ich einen anderen Satz hervor, welcher der (für meine Interpretation) eigentlich wichtige ist:

Aus welchem Grund sollte ich mich auf den niedrigeren Stand der allgemeinen Bevölkerung zurückbegeben, nachdem ich viele Jahre lang ausgebildet worden bin, Zivilisations- und Sozialgeschichte studiert und in allen Phasen meines Lebens Befriedigung durch Freiheit erfahren habe?

"Ich werde dafür sorgen, dass sie auch dahin kommen."

Nicht ich darf mich ihnen, sondern sie müssen sich mir annähern."
  • 17.07.2016, 13:30 Uhr
  • 7
Du darfst alles denken und hervorheben was du willst.
Und wenn deiner Meinung nach etwas schon durch eine fette Darstellung aus dem Kontex gerissen wird erst recht.

Ich kann nichts dafür, wenn du dich gerne blamieren möchtest. .
  • 17.07.2016, 13:40 Uhr
  • 1
Meine Hoffnung, mit dir jemals in ein sachliches "Gespräch" zu kommen, schwindet mehr und mehr dahin.
  • 17.07.2016, 13:44 Uhr
  • 6
Nein, auf diese Art kann das nicht funktionieren. Niemals. Ich schätze Hirn und Satisfaktionsfähigkeit beim Gedanken-austausch.

Und wenn ich mir das Zitat vor Augen halte, mit seinem im Grunde völlig gegen jeden demokratischen Gedanken verstoßenden Inhalts, dann wird mir schon auch klar, dass der Gedanke kommen könnte, dass solchen Ideen auch etwas Gutes innewohnt.

Das haben die auch gedacht, die auf dieser Welt schon vorgeschlagen haben, Demokratievertreter nur von Menschen mit einem Mindestmaß an Intelligenz wählen zu lassen.

Also freunde du dich doch am besten damit ab, dass die Hoffnung stets zuletzt stirbt.
  • 17.07.2016, 13:53 Uhr
  • 1
Atatürk wird in den Kreisen gebildeter Türken außérordentlich geschätzt.
In der Tat sind beim Übergang vom Stammesdenken zur freien Demokratie viele Hürden zu überwinden.
  • 17.07.2016, 14:01 Uhr
  • 5
Sein Ansatz war deshalb klug, gut und richtig ... Bildung für sein Volk.
  • 17.07.2016, 14:07 Uhr
  • 7
  • 17.07.2016, 14:08 Uhr
  • 0
Absolut!
  • 17.07.2016, 14:31 Uhr
  • 4
Die Idee, das Land dorthin zu führen .... die war gut.
Der Ansatz zur Ausführung dagegen völlig falsch.
  • 17.07.2016, 14:39 Uhr
  • 2
Er machte Bildung zu dem höchsten Kulturgut und führte die Trennung von Religion und Politik herbei.
DAS allein ist schon sein ganz großes Verdienst.
E dagegen setzt auf Untertanengeist (der wenig Gebildeten), auf einen Missbrauch der Religion als Kitt in einer präsidial geführten Gesellschaft.
Er dreht das Rad der Geschichte zurück, nicht naiv, sondern berechnend, weil er auf die Emotionalität seines Volkes setzt und NICHT auf Intelligenz und Urteilsvermögen.
  • 17.07.2016, 14:50 Uhr
  • 6
Ich diskutiere nicht über Erdogan, da musst du dir einen anderen suchen
  • 17.07.2016, 14:52 Uhr
  • 0
wize.life-Nutzer ... da bin ich ganz bei dir.
  • 17.07.2016, 14:55 Uhr
  • 6
Ihr setzt voraus,dass die türkische Mentalität dieselbe wie eure ist.
Ihr könnt aber nicht voraussetzen, dass die einfachen Menschen - die letztendlich die Mehrheit darstellen - so denkt und so logisch handelt, wie ihr es erwartet. Demokratie bedeutet Mehrheit - und wenn diese diese "Fortschritte" nicht will - Pech gehabt.
  • 18.07.2016, 13:43 Uhr
  • 0
So so ... "Ihr setzt voraus ...". Tun "wir" das?
  • 18.07.2016, 13:58 Uhr
  • 2
wize.life-Nutzer, bist du nicht schon draußen: "Sein Ansatz war deshalb klug, gut und richtig ... Bildung für sein Volk."

Das war seine Idee und seine Vorstellung - sein Ansatz war, das zu erzwingen, weil er wusste dass es sonst NICHT durchsetzbar sein würde.

Und genau dieser Ansatz, so gut er auch gemeint sein mag, war falsch. Denn so war das nur mit Macht zu erhalten - Überzeugungen waren in den breiten Bevölkerungsschichten nicht vorhanden.

Schau dir einfach mal an, wie lange Deutschland gebraucht hat, um wenigstens zu versuchen demokratisch zu sein.
Da war GB schon lange eine funktionierende Demokratie.
  • 18.07.2016, 14:06 Uhr
  • 1
Wenn das so ist, sollten die Demokraten in unserem Land die Mehrheit behalten, damit wir nicht irgendwann eine "türkische Demokratie" haben.
  • 18.07.2016, 14:06 Uhr
  • 1
Deutschland gibt es noch nicht so lange wie den Beginn der Demokratie in anderen Ländern wie GB und auch Frankreich auf gewisse Weise - aber das ist ein anderes Thema.
Lucia - ich hoffe sehr, dass Deutschland demokratisch bleibt - aber auch da gilt: es kann in Westeuropa keine "türkische Demokratie" geben, weil die Gesellschaft schlicht anders funktioniert.
  • 18.07.2016, 14:12 Uhr
  • 0
Macht ihr euch Sorgen um die Demokratie in Deutschland ?

Das halte ich für verfehlt, denn sie beweist doch gerade jetzt, wie stark sie ist, obwohl sie heftig angegriffen wird.

Abgesehen davon, dass es in meinem Text um die Türkei geht, nicht um Deutschland.... falls sich jemand verlesen haben sollte.
  • 18.07.2016, 14:15 Uhr
  • 0
Pssss - du weißt doch, es muss alles mit Deutschland in Verbindung gebracht werden, denn es ist schwierig, außerhalb der Grenzen zu denken.
  • 18.07.2016, 14:17 Uhr
  • 0
  • 18.07.2016, 14:18 Uhr
  • 0
Wie glücklich bin ich, dass unsere 'Demokratie' so stark ist!
  • 18.07.2016, 14:19 Uhr
  • 2
Die Einführung der Schulpflicht (für alle), steht in keinem Widerspruch zur Demokratie.
Denn diese wurde sicher in keinem Land per Volkentscheid eingeführt. Oder irre ich mich da?
  • 18.07.2016, 15:04 Uhr
  • 2
Jetzt ist gut mit denen, die nichts zum meinem Text zu sagen haben ....hier ist jetzt Pause für euch Mädels, tummelt euch an anderem Platze
  • 18.07.2016, 15:07 Uhr
  • 0
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