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"Das Volk will sie" - Erdogan schickt drohende Botschaft nach Deutschland

News Team
26.07.2016, 10:26 Uhr
Beitrag von News Team

Nach dem gescheiterten Putschversuch am 15. Juli, trat Präsident Recep Tayyip Erdogan in einem Interview mit der ARD vor deutsche Kameras. Erdogan nutzte die Gelegenheit und schickt eine drohende Botschaft in Richtung EU.

Das türkische Volk will die Todesstrafe

Europäische Politiker hatten zuletzt vor der Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei gewarnt. Doch Erdogan hat seine Botschaft deutlich gemacht: 52 Prozent aller Türken würden laut ihm die Todesstrafe wollen. "Das türkische Volk will die Wiedereinführung der Todesstrafe. Und wir, als die Regierung, müssen hören, was das Volk will. Wir können nicht einfach sagen 'Nein. Das interessiert uns nicht'.”

Türkei nicht in der Lage für einen EU-Beitritt

Seine Worte waren wohl eine Antwort auf die Warnung von Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission. Dieser sagte, wenn die Türkei die Todesstrafe wiedereinführe, gäbe es keine Hoffnung für sie auf einen EU-Beitritt. "Ich glaube, dass die Türkei im derzeitigen Zustand nicht in der Lage ist, in Kürze beizutreten - im Übrigen auch nicht über einen längeren Zeitraum".

Die Türkei hatte die Todesstrafe 2004 abgeschafft - so konnten die EU-Beitrittsgespräche im folgenden Jahr begonnen werden. Um die Verantwortlichen des gescheiterten Putsches zu bestrafen, habe Erdogan die Wiedereinführung nicht ausgeschlossen.
"Nur in Europa gibt es keine Todesstrafe. Andernorts gibt es sie fast überall", merkte er an.

Was würde Europa tun, wenn wir diese Leute gehen lassen würden?

Im Bezug zur Flüchtlingspolitik sagte der türkische Präsident, dass der Putschversuch nichts an Ankaras Engagement am Flüchtlingsdeal mit der EU ändern würde.

“Die Türkei steht zu ihren Verpflichtungen”, sagte er in dem ARD-Interview, bevor er zur Kritik an der EU ausholte: Die Türkei hätte beinahe 11 Billionen Euro seit der Syrischen Flüchtlingskrise investiert - die EU nur 2 Billionen. Auch hätte die EU der Türkei drei Milliarden Euro für die Versorgung der Flüchtlinge zugesprochen, aber niemals ausgezahlt. Lediglich ein bis zwei Millionen Euro hätte die Türkei erhalten. “Fragen sie sie [die EU]! Habt ihr gezahlt? Aber die Türkei beherbergt immer noch 3 Millionen Menschen. Was würde Europa tun, wenn wir diese Leute gehen lassen würden?", fragte Erdogan und forderte erneut "die 2005 versprochene" Visa-Freiheit für Türken.

Die europäischen Regierenden sind nicht aufrichtig

Nach dem Putschversuch, der etwa 290 Todesopfer forderte, sollen mehr als 10.000 Menschen verhaftet worden sein. Laut Amnesty International gäbe es "glaubwürdige Beweise", dass die Gefangenen schwere Bestrafungen erhalten. Der europäische Direktor der Menschenrechtsgruppe John Dalhuisen sagte: "Die Berichte von Missbrauch, inklusive Schlägen und Vergewaltigungen in Haft, sind extrem alarmierend."

Daneben wurden inzwischen mehr als 45.000 Beamte entlassen und über 21.000 Lehrer ihrer Lizenzen entzogen. Vergangenen Montag wurden 42 türkische Journalisten auf Regierungsgeheiß verhaftet.

Ein Angriff auf das Volk

“Ja. Es war der kritischste Moment meines Lebens”, sagte Erdogan rückblickend auf den Putsch. Es sei “ein Angriff auf das Volk” gewesen.

Erdogan sieht seinen Erzrivalen Fethullah Gülen als Drahtzieher. Regierungsfeindliche Strukturen hätten sich "wie ein Krebsgeschwür im Staat ausgebreitet" und hätten "Metastasen produziert". Erdogan schwor die Türkei “von dem Virus zu reinigen”.

Gülen wies jede Anschuldigungen von sich und sprach stattdessen von der Möglichkeit, die Regierung habe den Putsch selber organisiert.

Keiner gratuliert dieser Mutter zur Geburt ihres Kindes – bis ein völlig Fremder in ihr Leben tritt

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65 Kommentare

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'Gescheiteter Putschversuch'. Aha. Und nur einen Tag später weiß Meister Erdogan, wen er entlassen und verhaften kann, nein muss. Am ersten Tag waren es glaube ich, ca. 4.000 Menschen. Die Zahl der Verhaftungen und Entlassungen ist nun unglaublich gestiegen.
Diesem Menschen traue ich keinen Meter über den Weg! Doch eines verkennt der Mann: Die Kraft der Menschen, die seine Machthaberei nicht wollen. Ich mache jetzt mal 'ne Prognose: Ich gebe ihm ca. noch 6 Monate, dann gelangt seine Bösartigkeit mit Wucht zu ihm zurück. So ist es.
  • 26.07.2016, 20:56 Uhr
  • 5
Ich will hoffen, daß Du recht hast. Es ist schon merkwürdig, daß Verhaftungslisten vorhanden waren. Es besteht schon der Verdacht, daß er den Putsch selbst inszeniert hat. Das paßt zu einem Diktator.
  • 26.07.2016, 21:34 Uhr
  • 3
Was denn sonst? Der mann lügt doch schon, wenn er nur Luft holt. Sorry, ich finde, er ist flüssiger als Wasser, nämlich überflüssig!
  • 26.07.2016, 21:39 Uhr
  • 5
Stimmt!
  • 26.07.2016, 21:40 Uhr
  • 1
RR, Dein Wort in Allahs Ohr, aber ich fürchte, Du hast da die Rechnung ohne die Ar+++kriecher Erdogans in der EU und D gemacht ... und seine millionenstarken Verbündeten, die U-Boote in EU...
  • 27.07.2016, 00:04 Uhr
  • 4
Guten Morgen Albrecht, wusstest Du, dass wir Kraft unserer Gedanken die Welt bewegen? Kein Witz. Unsere Gedanken sind Elektromagnestische Felder, die sich verstärken, je mehr gleiche/ähnliche Gedanken gedacht werden. Sie werden manifest/umgesetzt, wenn Menschen sie empfangen und die Möglichkeit der Umsetzung sehen. Deshalb ist es von so enormer Bedeutung, dass wir uns nicht der Angst und Unsicherheit ergeben und auch keine Zweifel hegen.
Sag einfach 'JA, Erdogan verlässt das Feld'!
  • 27.07.2016, 07:30 Uhr
  • 0
RR, mir ist das ein wenig zu esotherisch, aber ich mache unbedingt mit "Ja, Erdogan verlässt das Feld" zu sagen, schreiben, denken.
In der Qintessenz stimme ich Dir ja zu, dass gleiche/ähnliche Gedanken sehr wohl die Welt verändern können, da sie auch langfristig das Handeln beeinflussen.
Ich lese seit vielen Jahren oft auch die Kommentare der Leser in den sog. Qualitätsmedien. Auch dort ist eine Änderung in den Gedanken zu finden. Aber es gibt eben immer auch die negativen Kräfte, die stärker werden ...
  • 27.07.2016, 13:01 Uhr
  • 1
Ja, ich gebe zu, es klingt esoterisch, wobei Esoterik das Wissen der Quelle ist und nicht irgendein Hokuspokus. Wissenschaftlich weiß man um die elektromagnetischen Felder der Gedanken. --- Das Gehirn hat im übrigen eine 'Strahlkraft' von ca. 50 cm, während das Herz eine von mind. 2 m hat. - Also wer spricht da noch von 'negativen' Kräften?
Die gibt es letztlich auch nicht, die Energie ist immer ein und dieselbe, schwingt nur anders.

Noch eines: so furchtbar es ist und so viel Leid die furtchbaren Taten und Dinge auch verursachen, sie müssen ans Licht, damit sie verschwinden können!
  • 27.07.2016, 13:15 Uhr
  • 0
Das ist genau die richtige Reaktion!

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...105005.html
  • 27.07.2016, 21:27 Uhr
  • 1
Mit Deinem letzten Post kann ich wieder etwas anfangen.
  • 28.07.2016, 00:50 Uhr
  • 2
Fein. Mit dem Schreiben braucht man eben deutlich mehr Worte der Erklärung, als wenn wir miteinander redeten....
  • 28.07.2016, 08:03 Uhr
  • 1
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Und wieder haben wir einen Diktator ..........ist nur die Frage .....wenn mal dieser Putschversuch von Erdogan nicht selbst inziniert war .....ist er doch der perfekte Schauspieler ......mir tun unsere Kinder leid ....in was für eine grausame Welt haben wir sie da hinein geboren ......auch wenn Erdogan seine Strippen aus weiter Ferne zieht ......ist er doch ganz nah ....esbist traurig anzusehen ......wie schwach unsere Politik ....im eigenen Land ist ....
  • 26.07.2016, 19:43 Uhr
  • 3
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Der Erdogan ist so ein verlogenes Schwein,es ist doch nur der Diktator, der die permanet von der Todesstrafe fordert.
  • 26.07.2016, 18:27 Uhr
  • 0
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ohne irgendwie Erdogan Fan zu sein...
nur so ein Gedanke
In den USA gibt es in vielen Bundesstaaten noch die Todesstraffe und wird auch angewandt.
Mit denen verhandelt die EU grad wegen eines Freihandelsabkommens....
  • 26.07.2016, 14:52 Uhr
  • 5
Und gegen dieses Abkommen sind der größte Teil der deutschen Bürger ebenfalls,nur das interessiert einer Merkel nicht im Geringsten.
  • 26.07.2016, 15:01 Uhr
  • 5
Die USA will und kann kein Mitglied der EU werden, es geht denen um TTIP, ein Handelsabkommen,welches unter Anderem Lebensmittelgesetze und Gesundheitsabkommen abschwächt;z.B um uns ihre Chlorhühnchen zu verkaufen.
  • 26.07.2016, 15:12 Uhr
  • 5
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Als würde es ein Erdogan interessieren, was das Volk will Der macht doch, was ER will
  • 26.07.2016, 14:42 Uhr
  • 10
« L’État, c’est moi ! » (deutsch: „Der Staat bin ich!“)
  • 26.07.2016, 14:59 Uhr
  • 3
So sieht er es und so "regiert" er auch
  • 26.07.2016, 15:01 Uhr
  • 3
Louis 14, nur die Zeit sollte eigentlich vorbei sein.
Aber wenn man den Präsidententenpalast und das Regierungsverhalten des Herrn E. verfolgt, scheint es leider so zu sein, dass die Türkei noch weiter zurück, bis ins MA rutscht.
Erdogan HÖRT auf SEIN Volk, jedoch nur, wenn es IHM passt. Andernfalls geht´s ab den Knast.
  • 26.07.2016, 15:17 Uhr
  • 4
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Peter Leopold
Er schickt eine drohende Botschaft nach Deutschland. Soso... meine Frau würde sagen, "es interessiert die Klofrau, was er schickt". Und recht hat sie. Erdogan hat sich längst von jeglicher Demokratie verabschiedet und es ist klar, dass mit seinem Verhalten jede Zusage hinfällig ist - schon weil sich die Voraussetzungen geändert haben.
  • 26.07.2016, 14:22 Uhr
  • 7
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Bin mal gespannt, wie sich unsere Politiker verhalten !....
  • 26.07.2016, 14:02 Uhr
  • 2
Sie werden sich verhalten,wie gewohnt,mit Ignoranz und Gleichgültigkeit.
  • 26.07.2016, 14:54 Uhr
  • 3
Das befürchte ich auch !.....
  • 26.07.2016, 16:03 Uhr
  • 1
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Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als die Türkei unter Erdogan (oder einem gleichgesinnten Despoten) in die Europäische Union !
  • 26.07.2016, 13:55 Uhr
  • 4
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Weshalb bietet die ARD ihm noch ein Plattform?
Ich bin gespannt in wie weit sich unsere Politiker (A.M. und die EU) von ihm erpressen lassen.
Grenzen dicht, Geldhahn zu etc. (Wie schon mehrfach hier geschrieben). Jeder hier in Deutschland der hinter diesem Diktator steht soll seinen Lebensmittelpunkt in die Türkei zurück verlegen.
  • 26.07.2016, 13:52 Uhr
  • 10
genau Carina und glechzeitig mit einem lebenslangen Einreiseverbot für Deuschland belegen.
  • 26.07.2016, 18:36 Uhr
  • 3
Mal den Teufel nicht an die Wand.
  • 27.07.2016, 13:19 Uhr
  • 1
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