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Der Terrorzug

Der Terrorzug

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
26.07.2016, 11:01 Uhr

Treuchtlingen, den schönen und uralten Ort an der Altmühl, kennt so recht niemand. Von dort ist der Zug gekommen. Er bummelte dann vom Altmühltal hinauf, passierte das große land- und hauswirtschaftliche Bildungszentrum Gut Triesdorf, dann die Markgrafenstadt Ansbach und mehrere andere kleine Orte, um dann über Ochsenfurt Würzburg zu erreichen. In dieser stillen mainfränkischen Landschaft stieg ein junger Mann in den Zug ein und ging plötzlich auf die wenigen Passagiere mit einer Axt und einem Messer los. Er war im vergangenen Jahr als Flüchtling ins Land gekommen, als 17jähriger afghanischer unbegleiteter Flüchtling. Vielleicht hat er sich unter falschen Angaben den verbesserten Status des unbegleiteten Jugendlichen gesichert, das wird noch untersucht. Vielleicht war er älter als 17, und auch kein Afghane - wohin Deutschland durch den jahrelangen Bundeswehreinsatz immerhin noch eine Beziehung hat -, sondern ein Paschtune aus der Grenzregion Pakistans. Jedenfalls hat er in einem Bekennervideo das Messer gezückt und seinem Hass auf Deutschland Ausdruck verliehen. Durch ein zufällig in der Nähe befindliches Sondereinsatzkommando der Polizei wurde er erschossen und am weiteren Morden gehindert.

Er hinterlässt auch das stille Land vor dem Main in Unruhe - ein jugendlicher Flüchtling, der sogar schon in einer Gastfamilie lebte und auf dem Weg zu seiner Integration war, und der geht her und will wahllos Menschen erstechen und erschlagen? Neben der Tat an sich, sagen die Menschen, ist der Vertrauensbruch schlimm. Für die anderen, die auch fremd sind in der Gegend, wird es schwerer. Sie müssen nun mit dem Misstrauen leben und beweisen, dass sie nicht so sind.

Seine Opfer, hören wir, sind schwer verletzt, werden aber leben. Er selbst hat sein Leben verloren. Ein Gewinn für die Sache des Islamismus, zu dem er sich per Video bekannt hat? Die Organisation IS hat seine Opfergabe angenommen und sich zu ihm zurückbekannt. Eine Anerkennung für den Ehrlosen, die nur durch Ermordung Unschuldiger und den eigenen Tod erreicht werden kann, ist sie das wert? Ist sie irgendwas wert?

Vielleicht ist der Zug aber auch gar nicht in Treuchtlingen abgefahren, sondern schon im vergangenen Jahr in Paris, in Brüssel, und über Köln und andere Orte zu uns gekommen. Aktueller Auslöser war sicher die Mordtat des Marrokaners in Nizza am 14. Juli. Andere sind seither aufgesprungen. Hoffentlich ist dieser Zug nun endlich zum Stehen gekommen.

Bild: Ausschnitt aus Regional-Express von Lars Steffens, CC BY-SA 2.0

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