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Amokläufer und soziale Netzwerke

Amokläufer und soziale Netzwerke

Peter Leopold
15.08.2016, 04:57 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Wenn man sich die Medienberichte der letzten Monate ansieht, könnte man denken, dass die Zahl der Amokläufe dramatisch zugenommen hat. Aber ist das wirklich so, oder ist nur das mediale Interesse gestiegen ? Amokläufer gab es immer schon und die Auswirkungen waren nicht weniger tragisch als heute.

In den Staaten ereignet sich fast alle 12,5 Tage ein Amoklauf in der Öffentlichkeit. Einmal im Monat findet dort ein Amoklauf an Schulen statt.
Bis zum Jahr 2000 waren es noch etwa drei Amokläufe pro Jahr.

Warum also dieser erschreckende Anstieg ? In erster Linie dürfte es wohl die Berichterstattung sein, die einem Amokläufer in die Hände spielt. Diese "depressiven Narzissten" brauchen die Öffentlichkeit, um sich zu verwirklichen und den "Ruhm" um in die Geschichte einzugehen. Sie sehen sich natürlich als Opfer, die von der Umwelt einerseits nicht beachtet werden, aber sich andererseits von Anderen ungerecht behandelt fühlen.

Soziale Netzwerke verstärken diesen Trend noch. Der Grund ist einfach nachzuvollziehen. Der Amokläufer kann diese Medien durch eigene Initiative teilweise selbst steuern. Sei es durch eigene Beiträge oder auch durch die Rolle, die er in diesen Netzwerken annimmt. Daher muss man davon ausgehen, dass in sozialen Netzwerken eine ganze Menge an potentionellen Amokläufern die Runde macht. Und je auffälliger das Streben nach zweifelhaftem Ruhm, umso höher müsste man das Risiko einstufen.

Kann man solche Amokläufe nicht verhindern? Vielleicht nicht Alle, aber möglich wäre es in manchen Fällen. So manchem Nutzer in sozialen Netzwerken müsste man die Grundlagen entziehen, die als Basis für einen Amoklauf dienen. Man darf einen potentionellen Amokläufer nicht in seiner Opferrolle bestärken und man muss ihm das Publikum für seine narzisstische Darstellung nehmen. Und so gerne man auch auf bestimmte Kommentare reagieren würde: Ignorieren ist manchmal der beste Weg.

Natürlich kann man nicht jeden Selbstdarsteller unter Generalverdacht stellen und man braucht schon eine Menge Feingefühl um zu erkennen, ob eine Gefährdung da ist oder nicht. Dazu muss man sich aber auch mit dem Betreffenden ein Wenig beschäftigen und es bleibt jedem Selbst überlassen, ob er dazu bereit ist. Auffällig wäre in jedem Fall eine wiederkehrende Gewaltverherrlichung oder das Befürworten von Einzeltäter - Aktionen, über die in den Medien berichtet wird.

Auch hier gibt es so manchen Nutzer, die man am Liebsten fragen möchte, wann es denn soweit wäre, aber das würde nur die tatsächlich "Amoklauf - Gefährdeten" provozieren, denn sie wüssten: Man hat ein Auge auf sie und das gehört zu den Punkten, die einen Amokläufer ausmachen. Und je größer das Publikum, umso höher das Risiko. Ohne Aufmerksamkeit lohnt sich ein Amoklauf nicht. Melancholische Verstimmungen oder echte Depressionen reichen für eine solche Tat nicht aus. Berichte über Schießereien oder Amokläufen mit Macheten, Messern oder anderen Waffen schüren allerdings die Bereitschaft dazu.

Aber so ganz hilflos ist man im Vorfeld auch nicht. In sozialen Netzwerken verfügen die anderen Nutzer durchaus über die Macht etwas verändern zu können, indem sie einen potentionellen Amokläufer die Aufmerksamkeit entziehen. Auch das sollte man bedenken, bevor man auf Dinge antwortet, die so provokant und Aufmerksamkeits- gierig sind, dass man den eigentlichen Sinn überhaupt nicht nachvollziehen kann.

8 Kommentare

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In den USA ist schon seit den 80er Jahren eine deutliche Zunahme an Amok-Läufen zu verzeichnen. Ein Zusammenhang mit den sog. Sozialen-Medien, kann daraus nicht abgeleitet werden.

Andererseits könntest Du Recht haben, wenn man die Zunahme an menschenfeindlichen und menschenverachtenden Kommentaren hier im SB zum Maßstab nimmt.
  • 15.08.2016, 18:48 Uhr
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Peter Leopold
Das ist DER Maßstab, den der Nutzer auch versteht.
  • 15.08.2016, 18:49 Uhr
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Mit den Zahlen aus den USA hast Du Dich ein wenig vertan.
242 "Mass shootings" waren es bereits in diesem Jahr.
http://www.gunviolencearchive.org/
  • 15.08.2016, 18:35 Uhr
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Peter Leopold
Sorry, aber ich richte mich nach meinen SERIÖSEN Quellen
  • 15.08.2016, 18:42 Uhr
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Das "Gun Violence Archive" ist eine sehr SERIÖSE Quelle in den USA.
  • 15.08.2016, 18:43 Uhr
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Peter Leopold
Nicht für mich!
  • 15.08.2016, 18:44 Uhr
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Welche ist denn Deine SERIÖSE Quelle?
  • 15.08.2016, 18:52 Uhr
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Peter Leopold
Sorry, aber DIE gebe ich bestimmt nicht bekannt...
  • 15.08.2016, 18:55 Uhr
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