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Rechtsradikale in der DDR

Rechtsradikale in der DDR

15.08.2016, 09:16 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Rezension von Sophie Bose im Magazin Stern: In seinem Buch „Der gescheiterte Anti-Faschismus der SED. Rassismus in der DDR“ zeigt der Historiker, Soziologe und Pädagoge Harry Waibel, dass Rassismus, Neonazismus und Antisemitismus Bestandteile des öffentlichen Lebens der DDR waren, aber von der SED-Regierung konsequent geleugnet und geheim gehalten wurden.
Das Zentralinstitut für Jugendforschung kam 1988 in einer Studie zu den pikanten Ergebnissen, dass 10 bis 15 Prozent der DDR-Bevölkerung „festgefügte rechtsradikale Denkmuster“ und bis zu 50 Prozent der Jugendlichen „rechtsradikale Gefühlsstrukturen“ aufwiesen.
Ausländischen Arbeiterinnen und Arbeitern wurde zu Restaurants häufig der Zutritt verwehrt und in Geschäften keine Waren an sie verkauft.
Die Ursachen für Faschismus und Rassismus wurden allein auf die kapitalistische Volkswirtschaft reduziert.
Nach einer Massenschlägerei in Merseburg, bei der zwei Kubaner ums Leben kamen, wurden die Ermittlungen eingestellt. Der Familie in Kuba wurde mitgeteilt, dass sie bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Der Fall soll im Auftrag der Familie vor dem Europäischen Gerichtshof wieder aufgerollt werden.
Somit ist es kein Wunder, dass in den neuen Bundesländern die Fremdenfeindlichkeit deutlich ausgeprägter ist, als in der alten Bundesrepublik Deutschland. Es bleibt die Hoffnung, dass neue Generationen durch Begegnungen mit Ausländern weltoffener sind und dieses düstere Kapitel eines Tages abgeschlossen ist.

1 Kommentar

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  • 21.03.2017, 20:09 Uhr
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