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Europas Shopping King

Europas Shopping King

Peter Leopold
20.08.2016, 04:52 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Kennt Jemand Shopping Queen aus dem Fernsehen ? Die Kandidaten bekommen einen bestimmten Betrag, mit denen sie ein Outfit zu einem angegebenen Thema zusammen kaufen müssen. Was weniger bekannt sein dürfte ist, dass es ganz offensichtlich auch eine europäische Version für Politiker gibt. Anders ist die Forderungspalette von Sultan Erdogan nicht erklärbar. Also der Kandidat bekommt die Option, einen Flüchtlings-Pakt auszuarbeiten und muss Diesen so gut wie möglich für sich nutzen.

Gleich vorweg: Es sieht nicht so aus, als ob er gewinnen würde. Und Europas "Shopping - King" wird er damit auch nicht. Im Tausch gegen stehen folgende Forderungen im Raum:

  • Visafreiheit für Türken bis Oktober 2016
  • EU Voll-Mitgliedschaft bis 2023
  • Besuch von Tusk, Merkel und Junker zur selben Zeit
  • Auslieferung von Erdogans Gegnern und wirtschaftliche Abschottung der Unterstützer

Ein späterer Zeitpunkt für die volle Visafreiheit ist für Erdogan nicht akzeptabel, wie der türkische Außenminister verlauten lässt.

Eine EU-Vollmitgliedschaft wird es unter den gegebenen Voraussetzungen niemals geben und die laufenden Verhandlungen haben sich im Grunde genommen schon erledigt, da bereits mehrere Staaten ein Veto angekündigt haben.

Auch für einen gemeinsamen Besuch der europäischen Spitzenpolitiker sehe ich schwarz, denn es ist dem Sultan durchaus zuzutrauen, dass er diese Politiker in Geiselhaft nimmt, um sich einen Beitritt zu erpressen. Dass Dieser keinerlei Gültigkeit hätte, ist ein Gedankengang, den ein Diktator nicht kennt.

Und dann muss man auch noch bedenken, dass Sultan Erdogan keine passende Kohle mehr hat, um diesen Shopping - Trip zu wagen, denn sein Flüchtlingspakt ist schon deshalb nicht gültig, weil wieder ungehindert Flüchtlinge über die Türkei nach Griechenland gelangen. Ganz schön dreist, der Versuch als Kandidat teilzunehmen, obwohl man ohnehin nur anschreiben lassen kann. Und mit ungedeckten Schecks einzukaufen, ist - nebenbei gesagt - schlicht Betrug.

Man muss sich natürlich auch fragen, welchen Vorteil die Türkei in der EU bringen würde. Und die Antwort ist ernüchternd. der größte Wirtschaftszweig - der Tourismus ist ein Koma - Patient und die Goldfälschungsindustrie kommt auch nicht so gut an. Der Bau von Bussen und Traktoren sowie Dieselmotoren ist ein bedeutender Wirtschaftszweig innerhalb der Türkei. Doch ein entsprechender Export darf durchaus kritisch gesehen werden. Und die Textilindustrie wird sich auf Dauer auch nicht halten, wenn Überseeproduktionen erst forciert werden. Dass der Finanzsektor fest in staatlicher - und damit in Erdogans Hand liegt, ist auch nicht unbedingt ein Vorteil zumal kleinere Banken in den letzten Jahren ohnehin von Korruptionsskandalen erschüttert wurden. Und der viel gepriesene türkische Bergbau ? Chrom, Steinkohle, Braunkohle, Eisen, aber auch Blei, Zink, Gold, Kupfer und Silber sind nicht unendlich vorhanden. Also kein langfristiger Grund.

Vielleicht wäre es einmal ratsam, sich in einem stillen Moment hin zu setzen und sich zu fragen, ob die EU das wirklich haben muss... Langfristig ist es ein zweites Griechenland - auch wenn die Wirtschaftszahlen im Moment nicht schlecht aussehen.

5 Kommentare

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Der Sultan schießt sich selbst ins Knie, ist scheinbar so überzeugt von sich, dass er es nicht merkt. Tja, wenn man Egomane ist....
  • 20.08.2016, 06:50 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Selber schuld würde ich sagen. Schätze, er merkt es nicht einmal...
  • 20.08.2016, 06:52 Uhr
  • 1
Doch, er bekommt es ja durch die EU zu spüren. Aber die sind dort alle soooo unfair...
  • 20.08.2016, 06:55 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Ja wirklich...böse..böse EU
  • 20.08.2016, 06:56 Uhr
  • 1
Gott sei es getrommelt und gepfiffen
  • 20.08.2016, 07:01 Uhr
  • 0
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