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Erlebnisorientiertes Publikum - Hauptsache Spiel, Spaß und Spannung

Erlebnisorientiertes Publikum - Hauptsache Spiel, Spaß und Spannung

Peter Leopold
28.08.2016, 06:04 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Manchmal muss man die Dinge einfach nur nett umschreiben, damit sie von Allen wahrgenommen werden. Im Zweifelsfall kann man sie auch noch verbal dramatisieren, damit sie auch Jeden erreichen. Ewiges Geschwätz ohne konkrete Ideen, die auch am Ende umsetzbar sind, oft eher Unmut hervor als dass dass man das tut, was angebracht wäre: Einfach einmal darüber nachdenken. Das Netz hat uns das Denken zu einem großen Teil abgenommen. Jede Information ist 24 Stunden verfügbar und der Mensch ist kaum noch gezwungen, sich etwas zu merken.

Während heute nicht einmal mehr handgeschriebene Einkaufslisten für den täglichen Bedarf nötig sind, weil einige Klicks ausreichen, um aus dem gesamten Warensortiment alles auszuwählen, was man gerade haben will, können wir uns voll und ganz auf Spiel, Spaß und Spannung konzentrieren. Wichtige Informationen über die man noch zu Hause Tage lang geredet hat, werden in sozialen Netzwerken kurz kommentiert, um sich danach wieder dem Erlebnishunger zu widmen.

Höher, besser, größer und schneller. Nichts ist dem Menschen heutzutage unangenehmer, als eine ruhige gleichbleibende Linie, die sich wie ein roter Faden durchs Leben zieht. Und sollte es doch einmal langweilig werden, kann man ja ein paar virtuelle Katastrophen verursachen, damit das Erlebnis - orientierte Publikum zufrieden gestellt ist und der eigene Aufstieg in den Beliebtheitslisten des bevorzugten Klientel´s erst einmal gesichert wurde.

Nicht anders verhält sich der "moderne Mensch" im Alltag. Kaum etwas ruft so viele Möchtegern - Experten, Spaß - Ermittler und Hobby-Forensiker auf den Plan wie ein Verkehrsunfall oder eine Massenschlägerei mit vielen Verletzten oder sogar Toten. Und innerhalb kürzester Zeit treffen auch die ersten Aluhut - Träger ein, die nicht nur Vermutungen anstellen, wie was passiert sein könnte, sondern ganz genau wissen, wer warum schuld ist und welche Strafe die Gesellschaft zu verhängen hat. Die nachträgliche Informationen muss man nicht berücksichtigen. Sie stehen ja am nächsten Tag in den "Lückenpresse", auf die man ja schon im Vorfeld hinweisen kann.

Gut gelaunt kann man sich dann auf den Weg nach Hause machen und das Gefühl genießen, etwas für das Erlebnis-orientierte Publikum getan zu haben. Und in der Nachbarschaft hat man auch etwas zu erzählen: Was man doch für ein Held war, ein Unfallglotzer gewesen zu sein, ohne das Bewusstsein verloren zu haben. Dass man weder geholfen, noch die Rettungskräfte verständigt hat, wird natürlich verschwiegen. Aber wie hätte man sonst die tollen Handybilder machen können, die plötzlich wie aus dem Nichts im Netz aufgetaucht sind?

Was war man doch wieder für ein toller Held - dem Erlebnis-hungrigen Publikum das tägliche Futter geliefert zu haben. Nur dumm, dass die alte Frau mit dem Rollator, die während der "Filmaufnahmen" daneben stand, einen Infarkt erlitten und noch am Ort des Geschehens verstorben ist. Aber das interessiert das Publikum im Netz ja nicht, solange es keine Bilder gibt, die dramatisch genug wären...

34 Kommentare

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Die Gaffer oder Schaulustigen sind in der Tat ein großes Problem geworden. Diese vielleicht als solche darzustellende angeborene Neugier oder auch ein abwertendes Informationsinteresse kann in der modernen Zeit nicht mehr hingenommen werden.

Behinderungen der Rettungskräfte sowie Verletzung der Persönlichkeitsrechte Betroffener durch Aufnahmen mit dem Smartphone und ein Verbreiten im Internet und Sozialen Netzwerken muß ein spürbares Ende nehmen.

Gegen Schaulustige, die nach einem Unfall knipsen und filmen statt zu helfen, will der Bundesrat mit einem Gesetzentwurf vorgehen, der jetzt beim Bundestag eingegangen ist. Bisher macht sich nur strafbar, wer mit Gewalt oder durch Androhen von Gewalt Rettungsarbeiten nach einem Unfall behindert. Dies will der Bundesrat "im Interesse des Opferschutzes" ändern. Dazu soll ein neuer Paragraf 115 ins Strafgesetzbuch eingefügt werden. Danach soll "mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft werden, wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not Hilfeleistende der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes oder eines Rettungsdienstes behindert". Damit werde auch "bloßes Sitzen- und Stehenbleiben" vom Straftatbestand erfasst, erklärt die Länderkammer.

Zudem will der Bundesrat den strafrechtlichen Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts gegen die Herstellung und Verbreitung bloßstellender Bildaufnahmen auf verstorbene Personen erweitern. Er gelte bisher nur für lebende Personen, bemängelt der Bundesrat. Der Paragraf 201a (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen) soll entsprechend erweitert werden.

Es sollte für alle verständlich sein, dass gewisse Dinge schon aus Gründen der Pietät nicht machbar sein sollten und sich eher verbieten. Aber durch die immer weitere verbreitete Möglichkeit des Einsatzes modernster Technik hat gutes Zureden wohl keinen Zweck mehr,
Daher hat die Politik jetzt nach der Urlaubszeit endlich reagiert.

Der Einkaufszettel ist sicher nach wie vor ein gutes Hilfsmittel für unsere Generation. Aber man sollte sich auch damit abfinden und gezielt entgegensteuern, dass gewisse Gedächtnisleistungen im Alter nachlassen. Versuchen, sich etwas zu merken ist eine gute Sache.

Mir persönlich kommt dabei mein photografisches Gedächtnis sehr zur Hilfe. Mit Hilfsbrücken und Bildern gelingt vieles spielend leicht. Aber es ist auch eine besondere vielleicht angeborene Gabe.

Ich wünsche Dir noch einen angenehmen Sonntag
  • 28.08.2016, 07:42 Uhr
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Peter Leopold
Bis sich neue Regelungen herum gesprochen haben, wird es noch dauern. Für meinen Geschmack etwas ZU lange Ich weiß nicht, ob es angeboren ist, aber ein Gesicht, dass ich einmal gesehen habe, vergesse ich nicht mehr und meistens ist das kein gutes Zeichen... für den Betreffenden. Dir auch einen schönen Sonntag!
  • 28.08.2016, 07:47 Uhr
  • 1
Danke...

Ja bei Gesichtern ist dies in der Tat der Fall...in Bruchteilen von Sekunden erkennt der Mensch alles, was er wissen muß. Und wenn er dieses nicht vergißt, kann es ein gutes aber auch vermehrt ein schlechtes Zeichen sein...

Na klar - es wird wieder die übliche Empörung geben - mundtot und Kameratot machen, Persönlichkeitseinschränkungen und vieles mehr. Mal abwarten, wann es in Kraft tritt und wie dann die Gerichte drauf reagieren und urteilen..
  • 28.08.2016, 07:51 Uhr
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Peter Leopold
Jedenfalls dürften die ersten Fälle in der Praxis spannend werden. Schon weil sie richtungsweisend für alle Weiteren sind.
  • 28.08.2016, 07:54 Uhr
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Hier wurde ein Kommentar durch den Eigentümer des Inhalts entfernt.
Peter Leopold
Vor Allem, weil diese Gaffer auch NICHTS tun ! Keine Hilfe...gar nichts
  • 28.08.2016, 08:01 Uhr
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Ja - habe noch eine kleine Ergänzung hinzugefügt - Montagsthema der Paten...
  • 28.08.2016, 08:03 Uhr
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Peter Leopold
Die Idee ist gar nicht so schlecht...
  • 28.08.2016, 08:06 Uhr
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Ein ganz aktuelles Thema - jeder hat dazu eine Meinung und kann dann ja mal verfolgen, wie Berlin darüber mit den Parteien denkt. Es kommt aus dem Bundesrat, den Vertretern der Länder...

Verspricht Spannung und ist ergebnisoffen....Noch ist es kein Gesetz...

Und vielleicht muß mal wieder Karlsruhe die letzte Entscheidung treffen..
  • 28.08.2016, 08:08 Uhr
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Peter Leopold
Na dann bin ich ja mal gespannt, ob sich das durchsetzt
  • 28.08.2016, 08:09 Uhr
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Du weißt doch - einer geht bestimmt nach Karlsruhe - die dann letzte Entscheidung der Verfassungsmäßigkeit....Aber es ist ein spannendes Thema, das bildet und niemand braucht böse sein, wenn er eine andere Meinung hat. Denn die andere Meinung ist ja bisher geltendes Recht...
  • 28.08.2016, 08:11 Uhr
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Peter Leopold
Solange es im Rahmen bleibt. Aber man kennt ja die einschlägigen Kandidaten... Jedenfalls trage ich es mal ein
  • 28.08.2016, 08:13 Uhr
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Oder auch im Themenchat mit diesen Abstimmungsbalken. Da gibt es bestimmt eine Vielzahl von Meinungen. Im Montagschat käme da in einer Stunde vielleicht vieles zu kurz...
  • 28.08.2016, 08:14 Uhr
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Peter Leopold
Darum kann ja in der Gruppe weiter diskutiert werden
  • 28.08.2016, 08:15 Uhr
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Sicher....Mach mal was draus - meines Erachtens ein spannendes Thema ohne das dafür ein großes Hintergrundwissen erforderlich sein muß...Und Praxisnah...
  • 28.08.2016, 08:17 Uhr
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Peter Leopold
Kommt am 10.9.
  • 28.08.2016, 08:22 Uhr
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Na wunderbar - hast vielleicht unbewußt ein Thema angesprochen, dass viele im Land interessiert - insbesondere hinsichtlich der Abstellung solcher Schaulustigen. Und ist ergebnisoffen....Jeder kann bestimmt seine Meinung bei den parlamentarischen Diskussionen im Bundestag und Bundesrat irgendwie wiederfinden...
  • 28.08.2016, 08:28 Uhr
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Peter Leopold
Gut vorstellbar
  • 28.08.2016, 08:29 Uhr
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Und sie können jetzt schon in Deinem Thread anfangen - würden mich auch gegenteilige Meinungen sehr interessieren...
  • 28.08.2016, 08:30 Uhr
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Peter Leopold
Das wäre noch ein bischen früh. Sonst ist das Thema tot gelaufen bevor es richtig anfängt
  • 28.08.2016, 08:32 Uhr
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Ok - Du hast da mehr Erfahrung. Ich halte das Thema für parteipolitisch völlig neutral. Daher sollte im Bundestag der Fraktionszwang völlig hierzu aufgehoben werden.

Auch im Montagschat wäre nur dafür zu sorgen, dass wirklich Gegner wie Befürworter zu Wort kommen - vielleicht unter Begleitung eines jeweiligen Paten, der auch die andere Meinung vertritt.
  • 28.08.2016, 08:42 Uhr
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Peter Leopold
Da wird sich sicher Einer finden
  • 28.08.2016, 08:44 Uhr
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Wir haben bereits die Gesetze um gegen "Gaffer" gegebenenfalls vorzugehen. Verweigerte Hilfeleistung, Behinderung von Einsatzkräften und die Verletzung von Persönlichkeitsrechten, stehen bereits unter Strafe.

Ein wenig erinnert mich so ein Gesetz an den Gesetzesantrag bei der EU, politisch unkorrektes Denken unter Strafe zu stellen.
Moral, "Anstand", menschliche Werte, lassen sich nicht per Gesetz verordnen. Wenn sie bei zu vielen nicht vorhanden sind, dann liegt der Fehler wo anders, nicht bei der Gesetzgebung.

Sollte so ein Gesetz kommen, ist die Gefahr, dass es über das Ziel hinaus schießt, sehr groß. Dann wird es z.B. (wie in Spanien), verboten sein bei Demonstrationen etc. zu fotografieren.
Immer wenn neue Gesetze geplant werden, obwohl die Rechtssprechung bereits alle Mittel in der Hand hat, sollte es misstrauisch machen.
  • 28.08.2016, 10:49 Uhr
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Peter Leopold
Dieses Verbot in Spanien macht durchaus Sinn - wird aber in Deutschland wohl nicht kommen. Und diese Gesetze gegen Gaffer sind völlig unzureichend - auch was die Strafen angeht...
  • 28.08.2016, 10:52 Uhr
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In wie fern sind sie unzureichend?
Und warum macht dieses Gesetz in Spanien Sinn?
  • 28.08.2016, 10:53 Uhr
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Peter Leopold
Weil z.B. bei Unfalltoten das Persönlichkeitsrecht völlig außer Acht gelassen wird und "unterlassene Hilfeleistung" gibt in der Praxis bestenfalls eine Bewährungsstrafe. Das ist definitiv zu wenig, wenn dadurch zum Beispiel Jemand zu Tode kommt.
  • 28.08.2016, 10:56 Uhr
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Du meinst also, das die bestehenden Gesetze nicht konsequent genug angewendet werden, bzw. die Strafen zu gering sind?
OK, aber warum dann ein neues Gesetz?
Und warum macht dieses Gesetz in Spanien Sinn?
  • 28.08.2016, 10:58 Uhr
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Peter Leopold
Weil es eben nicht reicht, ein Gesetz zu überarbeiten, wenn einige Punkte gar nicht berücksichtigt wurden. Das Fotografierverbot bei Demonstrationen hat schon den Sinn, die Teilnehmer zu schützen, denn viel zu oft wurden einzelne Teilnehmer, die auf den Bildern zu sehen waren, persönlich und virtuell angegriffen, wenn sie erkannt wurden
  • 28.08.2016, 11:03 Uhr
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Welche Punkte sind da nicht vom Gesetz berücksichtigt, die Straftatbestände darstellen könnten?
Das Fotografierverbot in Spanien wurde aber nicht dafür angewendet um einzelne Demonstranten zu schützen, sondern um zu vermeiden, dass Übergriffe der Polizei in die Öffentlichkeit kommen.
Dürfen staatliche Organisationen in einer Demokratie nicht kontrolliert werden?
  • 28.08.2016, 11:07 Uhr
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Peter Leopold
Sorry, aber DAS ist Blödsinn hoch drei. Fakt ist nämlich, dass gerade in Spanien die "Übergriffe" weit unter denen in anderen europäischen Staaten liegen. Tatsache ist auch, dass es in Spanien einen Paragraphen gibt, der bereits respektloses Verhalten gegenüber der Polizei unter Strafe stellt.
Und was nicht berücksichtigt wurde ? Das geltende Recht sanktioniert Behinderungen von Rettungsarbeiten dann, wenn die Behinderungen durch Gewalt oder durch Drohung
mit Gewalt erfolgen bzw. mit einem tätlichen Angriff auf den Hilfeleistenden verbunden sind. Eine Behinderung von Rettungsarbeiten, bei der keine Gewalt im Sinne des § 113 des StGB angewendet wird und kein tätlicher Angriff vorliegt, ist bisher nicht explizit unter Strafe gestellt.
  • 28.08.2016, 11:14 Uhr
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Es ist immer schön, wenn man Blödsinn schreiben darf. Offensichtlich gilt das für alle.
http://amnistia.org.ar/sitio2/2015/e...etenciones/
http://www.derechoshumanos.net/abusospoliciales/

Spanien, das sind nicht nur die kanarischen Inseln.

Eine Behinderung von Rettungsarbeiten ... ist bisher nicht explizit unter Strafe gestellt?
https://anwaltauskunft.de/magazin/ge...fen-drohen/

Aber ist ist halt leicht, Blödsinn zu schreiben.
  • 28.08.2016, 11:29 Uhr
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Peter Leopold
Man sollte einen Beitrag nicht nur lesen, sondern auch verstehen...

Übrigens schön, dass Du etwas von 2014 ausgegraben hast. Außerdem steht beim 2. Link etwas von einer Anzahl von Anzeigen - nicht von Verurteilungen. Das ist ein winziger Unterschied. Nebenbei ist das Video von RT und damit eine sehr zweifelhafte Quelle, die gerne von Rechtsradikalen genommen wird.
Ausserdem muss man unterscheiden. Die spanische Guardia Civil ist eine MILITÄRISCHE Organisation mit polizeilichen Aufgaben. Schönen Tag noch. ICH habe auch noch ein reales Leben
  • 28.08.2016, 11:47 Uhr
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und die Aufnahmen sind wohl aus Russland?
Ich frage mich schon, mit was für Charakteren man es hier so zu tun hat.
Zu der eigentlichen Frage: Brauchen wir da ein neues Gesetz, kein einziges Argument. Aber Begriffe wie "Blödsinn" sind dann der Ersatz.
Vergiss es, wenn Du für Deine Meinung mit nichts anderem umgehen kannst, als mit bedingungsloser Zustimmung. Dann würde ich aber auch keine Beiträge schreiben.
  • 28.08.2016, 11:54 Uhr
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Peter Leopold
Mit SERIÖSEN Meinungen schon. Aber schön, dass Du weißt, dass es sich um einen von Russland finanzierten Sender handelt Oder wie kommst Du auf Russland ? ICH habe das nicht erwähnt. http://www.zeit.de/politik/ausland/2...anda-luegen Viel Spaß noch!
  • 28.08.2016, 12:03 Uhr
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