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PEW-Studie  -  Beleg für die Islamisierung Deutschlands

PEW-Studie - Beleg für die Islamisierung Deutschlands

03.09.2016, 23:41 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Dieser Beitrag über ein Papier, dass den Freunden der These "Europa wird in wenigen Jahren islamistisch" als Beweis dient, zeigt auf, wie Aussagen zurechtgebogen und manipuliert werden.
Dietrich Alexander hat neulich in Springers "Welt" einen Text veröffentlicht der ein besonders dreister Versuch ist, nicht vorhandene Fakten in ein gewünschtes Weltbild zu pressen.
Aufgefallen ist es Carsten Buchholz, dem Autor dieser Analyse, wegen des ursprünglich reißerischen Titels. Da hieß es: "Demografische Übermacht der Muslime unaufhaltsam".
Wer das ausführlich lesen möchte findet den Artikel auf neunmalsechs - wer mit einer Zusammenfassung der Manipulationen, glatten Lügen und Verdrehen der Tatsachen (und nicht nur bei der WELT) zufrieden ist, kann hier meine Kurzfassung seines Textes lesen.

Die PEW-Untersuchung hat die Entwicklung der Religionsgruppen bis 2050 untersucht. Der Titel lautet: The Future of World Religions: Population Growth Projections, 2010-2050?
Mit dem Ergebnis, dass die Christen auch im Jahr 2050 weltweit immer noch die größte Religionsgruppe sein werden. Nicht mehr mit ganz so großem Abstand wie heute: Während es heute rund 500 Millionen mehr Christen als Moslems gibt, sollen es 2050 dann noch rund 150 Millionen mehr Christen als Moslems sein.
"Muslimische Bevölkerungen sind in den Teilen der Welt konzentriert, die am schnellsten wachsen", gemeint ist Nigeria, Pakistan, Indonesien und Indien. In Indien werden trotz einer hinduistischen Mehrheitsbevölkerung laut Pew-Prognose im Jahr 2050 mit 310 Millionen mehr Muslime leben als im benachbarten (islamischen) Pakistan (273 Millionen).
Indien wird dann das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung sein und Indonesien (dann 256 Millionen Muslime) den Rang abgelaufen haben.
Auch die zweifelhafte Prognose für 2070 wird oft noch falsch dargestellt. Denn alles was da steht, ist dass es in 2070 eventuell gleich viele Christen und Moslem auf der Erde gibt. Aus dieser Darstellung wird sehr schnell öffentlich: "mehr Muslime als Christen."
Bis jedoch die Zahl der Moslems die Zahl der Christen auch nur um 1% übersteigt, würde es selbst auf dieser Basis noch bis ins Jahr 2100 dauern (steht dort bei PEW!).

Doch selbst diese Verfälschung ist scheinbar nicht drastisch genug, deshalb wird oft weiter zugespitzt: "Die Daten lassen die sehr realistische Prognose zu, dass es spätestens im Jahr 2070 ... "
Die Aussage der Autoren des PEW ist dagegen: Frühestens – denn sie liefern nur Gründe, warum sich das Wachstum abschwächen, aber keinen Einzigen, warum es sich noch beschleunigen könnte.

Noch ein schönes Beispiel, wie diese Quelle zurechtgebogen und dann öffentlich darstellt wird:
Zusammenfassung 1:
Die Kernaussage der Untersuchung wird gar nicht dargestellt (2050 weiterhin mehr Christen als Moslems), sondern eher eine spekulative Randüberlegung zum Thema des Textes gemacht.
Zusammenfassung 2:
Dieses Papier der VEW ist überhaupt keine wissenschaftliche Studie obwohl immer wieder behauptet wird, aus einer wissenschaftlichen Arbeit zu zitieren. "Forscher", "Institut", "Forschungsinstitut" und schließlich "Wissenschaftler". "Demografie-Forscher des renommierten Pew-Instituts in Washington".
Das PEW ist keine Forschungseinrichtung, es ist keiner Universität zugeordnet, es ist keine staatlich Organisation, sondern ein mit privatem Geld finanzierter "Think Tank". So nennen sich Organisationen, die sich zum Ziel gesetzt haben, den politischen Diskurs in den USA in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen.
Finanziert wird das PEW wohl vor allem aus Gewinnen des US Mineralöl- und Erdgasunternehmen „Sunoco“ (siehe Wikipedia für Details: Pew Research Center, Pew Charitable Trusts, Sunoco)

Das PEW ist bisher vor allem durch Meinungsumfragen mäßig bekannt geworden. Demografische Veröffentlichungen sind für das PEW Neuland.
Für die Bezeichnung „renommiert“ gibt es keinen Anlass, bei Wikipedia lautet die Einschätzung seiner Bedeutung: „Das Pew-Forschungszentrum wird von der Presse zitiert, um weltweite Umfragen zu Themen wie Religiosität, Selbst- und Fremdeinschätzung von Anhängern verschiedener Religionen zu fundieren.“ Ich habe dagegen keine wissenschaftlichen Institutionen oder etablierte Wissenschaftler finden können, die das PEW referenzieren – und auch keine Zitate in wissenschaftlichen Publikationen.
Das Dokument genügt offensichtlich nicht einmal wissenschaftlichen Mindeststandards – selbst auf Verweise und eine Literaturliste wurde verzichtet.
Der zitierte „Pew-Direktor für Religionsforschung, Alan Cooperman“ ist kein Wissenschaftler, sondern verfügt lediglich über einen Bachelor’s degree (ähnlich einem Vordiplom) in Government (Verwaltungswissenschaft).
Es werden zwar immer wieder ein paar Wissenschaftler als Beitragende genannt und ihnen wird für „Input und Analyse“ gedankt.
Als Autoren werden sie jedoch nicht genannt und damit stehen sie nicht für das Ergebnis gerade, haben das Papier evtl. sogar nie gelesen.

Quellen:
Carsten Buchholz, Autor
DIE WELT

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