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Gesichtsverschleierung

13.09.2016, 00:27 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Nachdem ich die Ausarbeitung zur Verfassungsmäßigkeit eines Verbots der Gesichtsverschleierung vom 22.12.2014 gelesen habe komme ich nicht umhin, auch etwas zu dem Thema anzumerken.

“Vor dem Hintergrund und unter der Voraussetzung, dass das Tragen einer Burka von den Betroffenen als verbindlich vorgeschrieben empfunden wird, fällt das Tragen einer Burka unter den Schutzbereich der Religionsfreiheit aus Art. 4 GG.“

Nun hat aber ein hoher sunnitischer Gelehrter zwischenzeitlich klargestellt, dass das Tragen einer Burka keine religiöse Vorschrift ist und nur einer alten und sogar teilweise vorislamischen Tradition entspricht. Dadurch ist doch das Tragen einer Burka nicht mehr durch unser GG geschützt.
Oder soll der besondere Schutz des Art. 4 GG sogar greifen, wenn das Tragen der Burka von der Trägerin als religiös empfunden wird, obwohl es keine religiöse Bekleidung ist?

Es kann doch nicht angehen, dass jede und jeder seine Bekleidung oder Nichtbekleidung als religiös verbindlich empfindet und somit unter einer Burka oder völlig unbekleidet in der Öffentlichkeit herumlaufen darf.

Wenn eine Bekleidung in anderen Ländern lediglich einer Tradition entspricht, kann sie in Deutschland doch nicht unter den besonderen Schutz des Art. 4 GG fallen.

Komme ich nun auf die Empfindung zurück.

Was ist denn mit der Empfindung unserer Mitmenschen? Viele ängstigen sich wenn ihnen trotz entsprechender guter Witterungslage Personen mit einer Gesichtsverschleierung begegnen. Wir sind es in Deutschland gewohnt, dass wir das Gesicht derer die uns begegnen oder mit denen wir sprechen sehen. Unser Gehirn ist geschult auf die Augen und Mundpartie zu achten, denn gerade diese Gesichtsteile erzeugen bei uns Vertrauen oder Angst. Die Beobachtung des Gesichtes meines Gegenübers gibt mir Sicherheit oder rät zur Vorsicht bis hin zur Flucht. Dieses Empfinden gilt es zu schützen, dieses Empfinden ist für uns Lebenswichtig.

Wenn unsere Gesetzgeber dieses für uns so wichtige eigene persönliche Empfinden niedriger einstufen als das Empfinden einiger muslimischer Frauen, dann kann es nur Unruhen geben.

Ob die Gesichtsverschleierung von den Frauen aus eigener Empfindung getragen oder das Tragen von anderen Personen verlangt wird, hat gegenüber unseren Empfindungen hinten anzustehen.

Sofern andere Personen, ob Ehemann, Sohn, Bruder, Vater oder der Imam, das Tragen einer Gesichtsverschleierung als religiöses Zeichen verlangt, verstößt er klar gegen ein Deutsches Gesetz.

Leider ist dieser Verstoß bisher weder als Ordnungswidrigkeit noch als Straftatbestand eingestuft worden.

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