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Echte Armut oder gefühlte Armut ?

Echte Armut oder gefühlte Armut ?

Peter Leopold
24.09.2016, 05:03 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Bei dem Begriff "Armut" bekommen viele Mitbürger Gänsehaut. Nicht, weil sie es so schrecklich finden würden, dass Andere tatsächlich arm sind, sondern, weil es jeden treffen kann - unabhängig von Staatsangehörigkeit, Herkunft oder gesellschaftlicher Position. Und plötzlich wird Einem klar, dass man auch selbst irgendwann betroffen sein könnte. Doch es gibt einen Unterschied zwischen echter Armut und "gefühlter Armut" Um es gleich vorweg zu nehmen: Gegen echte Armut muss von der Gesellschaft etwas getan werden.

Forderungen von der Parteichefin der Linken Katja Kipping von einer sanktionsfreie Mindestsicherung in Höhe von 1050 Euro sowie eine Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Stunde halte ich für absolut lächerlich und nicht finanzierbar. Zum Einen müsste sanktionsfrei wohl neu definiert werden, denn für Jemanden, der einfach nicht arbeiten will, darf es keine Nachsicht geben. Damit wird auch keine echte Armut bekämpft, sondern es werden nur die Faulsten in der Bevölkerung von der Allgemeinheit gesponsert. Einen Anreiz zur Arbeit findet sich in diesem Fall kaum noch, denn wirklich "lohnend" ist Arbeit für einen großen Anteil der Bevölkerung heute schon nicht mehr.

Und dann gibt es die "gefühlte Armut" von der dann gesprochen wird, wenn man zwar das Nötigste zum Leben hat, aber auf jeden Luxus verzichten muss. Aber mit "Armut" hat das nichts zu tun. Eher schon mit Neid auf Alle, die mehr haben und einer großen Portion Selbstmitleid, dass man eben weniger hat, als Andere. Es kann nicht sein, dass sich jemand arm FÜHLT, weil er nicht seine täglichen Tabakkonsum finanzieren kann, oder seine Sauforgien mit Billigbier feiern muss. Einen Anspruch auf Playstation gibt es übrigens auch nicht. Kaum Jemanden der arbeitet, kann man davon überzeugen, diese "gefühlte Armut" mit zu finanzieren.

Ja, es gibt auch in Deutschland Fälle, in denen die Betroffenen wirklich nicht wissen, wie sie über die Runden kommen sollen. Die Schuldigen sitzen aber am Ehesten in den Führungsetagen der Konzerne. Wenn Kosten für Strom, Heizung und anderen Dingen für den Durchschnittsbürger nicht mehr finanziert werden können, aber andererseits die Gewinne der Konzerne steigen, läuft etwas völlig verkehrt und es wäre dringend nötig, die Preise dafür gesetzlich zu limitieren.

Gerecht wäre das zwar auch nicht, weil die besser Verdienenden dann immer noch wesentlich mehr zur Verfügung haben als ärmere Bevölkerungsschichten. Aber auch Diese könnten dann ein menschenwürdiges Leben mit so selbstverständlich gewordenen Dingen wie Energie führen. Interessant ist allerdings die Tatsache, dass sich "ECHTE" Arme nur selten beschweren, aber Diejenigen, die sich nur arm fühlen, ständig auf die Barrikaden gehen. Doch es wäre purer Kommunismus, wenn man Alle gleich macht damit auch die Marktwirtschaft aus hebelt. Es würde keinen Anreiz mehr geben, "mehr" zu wollen.

Man kann auch ohne Porsche vor der Tür glücklich sein und eine 150 qm Wohnung für zwei Personen ist nur für Putzfanatiker interessant. Wirklich schlimm wird es aber, wenn man sich Kinder nicht mehr leisten kann und hier ist auch eine große Gefahr für die Zukunft zu sehen. Die Finanzierungsspirale dreht sich weiter nach innen und es wird damit auch für den Staat immer schwieriger, alle Kosten zu decken ohne Steuern und Gebühren zu erhöhen.

Für die "ganz Schlauen" sei noch gesagt, dass dieses Armutsproblem NICHTS mit Flüchtlingen zu tun hat, denn dieses Problem besteht schon wesentlich länger. Und wer permanent gegen Migration hetzt, sollte bedenken, dass es vielleicht irgendwann genau diese Migranten sind, die für die Renten sorgen werden. das gilt auch für den Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt, dem es finanziell auch nur deshalb besser geht, weil er mit zehn Personen auf 50 qm lebt. Etwas, das einem Deutschen nie einfallen würde. Mentalitätsunterschiede können nicht dafür verantwortlich sein, dass Neid und Hass um sich greifen und die deutsche Sturheit ist nun einmal größer, als die Bereitschaft, unbekannte Dinge anzunehmen. Und niemand sollte glauben, dass dieses "Flüchtlingsgeld" dazu verwendet würde, die Einkommen zu erhöhen, wenn es diese Flüchtlinge nicht gäbe...

151 Kommentare

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Hier wurde ein Kommentar durch den Eigentümer des Inhalts entfernt.
Armut gibt es in unserem Land schon lange. Auch gibt es viele Menschen, die sich schämen ihre Armut öffentlich zu machen
und daher keine Sozialhilfe beantragen. Mir sind sehr viele dieser
Menschen bekannt und sie lassen sich nur schwer überzeugen,
dass sie Hilfe bekommen können.
  • 25.09.2016, 22:21 Uhr
  • 0
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Warum versuchen wir immer wieder jemanden zu finden, der schuld an unserer Armut ist? Haben wir immer alles richtig gemacht? Gab es nicht doch hin und wieder die Möglichkeit, mehr zu erreichen, wenn wir mal das Sofa verlassen hätten?
  • 25.09.2016, 14:57 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Naja...der Deutsche sucht nun mal lieber die Schuld für Alles bei Anderen...
  • 25.09.2016, 14:59 Uhr
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Hier werden mal wieder Migranten und Flüchtlinge in einen Topf geworfen, obwohl sie nichts miteinander zu tun haben. Vorher informieren wäre besser.
  • 24.09.2016, 23:26 Uhr
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Peter Leopold
Ach nee..ein ganz Schlauer! Gehetzt wird gegen BEIDE Gruppen. Daher gibt es NULL Unterschied!
  • 25.09.2016, 04:06 Uhr
  • 1
La, ich bin nun einmal ein ganz Schlauer und das ist auch gut so.
  • 25.09.2016, 20:04 Uhr
  • 0
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Werter Digger Wersin,
das Problem liegt meiner Ansicht woanders, während sich die Vorstandsgehälter ins Uferlose gesteigert haben und die Aufsichtsräte solche Dinge mitgespielt haben, sind die Löhne der Facharbeiter und dielöhne der Handwerker auf dem Lande kaum gestiegen, das ist und war der Knackpunkt. Denn das Verhalten der Vorstände schafft Begehrlichkeiten die ein Handwerksmeister nicht erfüllen kann, ein Multinationaler Konzern schon, wenn er will. Dadurch haben sic in der Vergangenheit erhebliche Verschiebungen in den Gehaltern ergeben. Nicht von Nord nach Süd oder von Osten nach Westen, sondern auch innerhalb der verschiedenen Branchen. Dei Arbeitnehmer von zu dem auch noch von den unsozialen Gesetzgebern unten gehalten durch die Leiharbeiter, nach dem Motto 3 Leiharbeiten ersetzen eine teure Vollzeitkraft usw. Dann wurde auch die paritätische Bezahlung der Krankenkassenbeiträge abgeschafft. Alles zu Lasten der Arbeitnehmer.
Lag die Kaufkraft der DM bei 100 % so liegt heute die Kaufkraft des € bei 35-40%. Denn mit der Einführung des Euro verloren die Arbeitnehmer ca. 50 % während die Löhne sich durch die Umrechnung reduzierten wurde aus den DM-Preisen = € - Preise. So wurden die Arbeitnehmer wieder beschissen und ie Rentner mit. Das war eine klassische Währungsreform.
  • 24.09.2016, 20:32 Uhr
  • 4
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Peter, Du hast die Situation treffend geschildert. Ich greife einmal Deinen Passus heraus, Preise gesetzlich zu limitieren, "wenn Kosten für Strom, Heizung und anderen Dingen für den Durchschnittsbürger nicht mehr finanziert werden können, aber andererseits die Gewinne der Konzerne steigen".
Was dann passiert, kannst Du Dir denken. Unternehmen werden ihre Produktion herunterfahren, bzw. versuchen, mehr zu exportieren. Mit der Folge, dass die betreffende Ware knapper wird und sich ein Schwarzmarkt bildet, weil nicht genug angeboten wird.
Im Falle von Strom, Heizung etc. werden Unternehmen natürlich nicht mehr investieren, weil es sicher lohnendere Objekte gibt, wo Geld gewinnbringender angelegt werden kann.
Dein Vorschlag läuft auf eine Planwirtschaft hinaus, mit der viele Staaten katastrophale Erfahrungen gemacht haben. Bestes Beispiel ist z. Zt. Venezuela, wo eine linke Regierung die Wirtschaft und damit die Lebensqualität der Bevölkerung völlig an die Wand gefahren hat. Sichtbar wurde das durch den Verfall des Ölpreises, als sich die Subventionierung des täglichen Lebens nicht mehr bezahlen ließen.
Bei allem Zorn über die Menschen, die immer reicher werden, ist die Planwirtschaft sicher ein falscher Ansatz. Du solltest darüber nachdenken.
  • 24.09.2016, 17:08 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Gewinnbegrenzungen setze ich nicht mit Planwirtschaft gleich. man darf ja Gewinn machen. Aber es kann nicht sein, dass die sogenannten Entscheidungsträger mit Millionen nach Hause gehen, während Andere nicht einmal die Grundbedürfnisse decken können. Energie ist lebensnotwendig geworden. Und wenn jemand meint, das für sich ausnutzen zu wollen, muss er eben enteignet werden - wenn es um Privatwirtschaft geht.
  • 24.09.2016, 17:13 Uhr
  • 2
Ich frage mich nur, wie Du das beurteilen willst? Wenn ein Unternehmen Millionen in die Forschung gesteckt hat, dann erwarten die Aktionäre zu Recht anständige Gewinne, damit sich ihre Investition in das Unternehmen lohnt.
Soll jetzt ein Politiker bestimmen, dass der Gewinn maximal bei 3 Prozent liegt, damit die Gesellschaft zufrieden ist?
Alles was dann darüber liegt, würde dann weggesteuert werden. Was glaubst Du, wer hier dann noch in Deutschland investieren würde?
  • 24.09.2016, 17:38 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Wirtschaft und Verbraucher haben noch nie zusammen gepasst und man wird sich entscheiden müssen, was wichtiger ist. Wenn keiner mehr die Preise zahlen kann, gibt es auch keine Gewinne. So einfach ist das.
  • 24.09.2016, 17:40 Uhr
  • 2
Peter: "Wenn keiner mehr die Preise zahlen kann, gibt es auch keine Gewinne". Schreibst Du jetzt über Griechenland oder Nord-Korea? In Deutschland herrscht ein derart scharfer Wettbewerb, dass unsere Preise sehr moderat sind. Im übrigen ist Wettbewerb immer besser, als Deine Vorschläge "Gewinne zwangsweise zu begrenzen oder Firmen zu verstaatlichen". Das ist Planwirtschaft pur!
  • 25.09.2016, 08:46 Uhr
  • 1
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Peter, ich danke Dir dafür, dass Du den Finger genau in die offene Wunde legst. Du sprichst das aus, was sehr viele denken. Nicht alle, denn sonst könnte man die Hetze auf die Flüchtlinge/Asylsuchenden nicht mehr aufrecht erhalten. Nochmals DANKE
  • 24.09.2016, 14:50 Uhr
  • 1
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Diese Frage trifft ein zentrales Thema. Ich sehe die Angelegenheit von einem für mich wichtigen Blickwinkel aus. Deutschland ist ein soziales und menschliches unterentwickeltes Land. Wie kann es sein, dass die Realität bei dem Thema Altersheim den meisten Bürgern bekannt ist? Wie kann es sein, dass diese Zustände, ich vergleiche diese mit Kz Lager Zuständen von denjenigen, die damit zu tun haben, mit einer bewussten Selbstverständlichkeit hingenommen werden, die mir Angst und Wut gleichzeitig macht Unsere Elterngeneration hat zu beginn bereits die Greuel eines Krieges erleben müssen, von ihrer Kindergeneration wird sie jetzt nochmals wie Kriminelle behandelt
  • 24.09.2016, 14:39 Uhr
  • 3
Maria,
vielleicht findest du Antwort in "Die "Belasteten" von Götz Aly
ich stimme dir zu , besonders wenn es um die ältere Generation geht. Die Pflegeheime werden zunehmend Bewahranstalten und nicht wenige sind froh, dass sie die Eltern dort aufgehoben wissen
Ich finde es für manche gerechtfertigt wenn sie den Mut hätten Probleme anzusprechen. Doch das tun sie nicht.
Ich habe es aktuel gerade schmerzlich erlebt
  • 25.09.2016, 08:36 Uhr
  • 0
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Ich finde eine gesetzlich festgelegte Mindestrente wäre dringend angebracht ... Natürlich NUR für Leute welche auch die Mindestanfoderungen erfüllen --- also auch einen Anspruch erwirkt haben .... bin da voll bei Katja Kipping
Und wieso wäre das nicht finanzierbar ????
Es werden Millionen für ganz andere Bedürfnisse ---- ausgegeben
Ich vermiss auch im Bericht ... die Definition -- WER in unserm Land - Arm ist .. hab jedenfalls nix gelesen - den genauen Euro Betrag
  • 24.09.2016, 14:22 Uhr
  • 2
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Hallo Peter,
nach meiner Scheidung, war sehr reich verh., lebte ich unterm existenzminimum und wurde auch von der Tafel versorgt. Durch Krankheit und mehreren Ops auch noch stand ich wirklich ohne alles da und bekam H.4. es war eine arme Zeit bis zum Rentenbescheid! Heute beziehe ich eine kleine Rente mit Grundsicherung! Ich lebe, inzwischen chronisch krank, in einer kleinen Wohnung, Kinogänge o.ä. sind nicht drin. Mit Unterstützung des Staates rappelte ich mich wieder auf...meine Familie trennte sich teilweise von mir, weil ich "so arm" war.ich bin nur ein kleines Beispiel, aber ich finde, dass jeder die Chance hat, aus seiner Armut herauszukommen, so er nur will!
Das wäre ein Ansatzpunkt, aber statt für unsere Obdachlosen Wohnungen zu bauen, werden die Migras vorgezogen. DE wird noch viel Zeit brauchen, um dieses Dilemma zu beseitigen!
Deinen Bericht finde ich gut und meine, man könnte darüber noch viel mehr schreiben, weil das Armsein-Thema weltweit existiert!
Dir viele Grüße
Josepha
  • 24.09.2016, 14:07 Uhr
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die Migranten können ganz bestimmt nichts dafür, daß du so eine "Familie" hast
  • 24.09.2016, 15:03 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Da muss ich mich anschließen. Wenn die Familie nichts taugt, muss man sehen wie man klar kommt und das ist in Deutschland gar nicht so selten. Migranten haben damit aber nun mal gar nichts zu tun. Du würdest ohne Migranten nicht einen Cent mehr kriegen!
  • 24.09.2016, 15:05 Uhr
  • 1
Peter Josepha Armut gab es auch vorher, oder bist du erst seit letzten Sommer arm
  • 24.09.2016, 15:32 Uhr
  • 0
Ich kenne Leute die haben sich das so ausgesuchtdie sind zu faul zum arbeiten. .Tatsache ist leider so
  • 24.09.2016, 23:37 Uhr
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