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Willkommen in Europa mit Ausriss

Willkommen in Europa mit Ausriss

26.09.2016, 13:24 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Ein Asyl-Reiseführer von Menschenrechtsaktivisten zeigt Wirtschaftsmigranten auf, wie sie die Behörden austricksen können. Auch deshalb wird der Zustrom von «Flüchtlingen» immer grösser Für die Tessiner Grenzwächter war es ein unerwarteter und aufschlussreicher Fund: Als sie vor rund drei Wochen einen Somalier bei der illegalen Einreise stoppten, führte dieser eine Art Handbuch mit sich, das detailliert aufzeigt, wie man es anstellen muss, damit man in Europa schnell Asyl bekommt.

Das Manual trägt den Titel «Welcome to Italy and Europe» und richtet sich an alle Asylsuchenden, die in Süditalien anlanden. Verfasst haben ihn Aktivisten des afrikanisch-europäischen Netzwerkes «Welcome to Europe», einer Art Dachverband von Organisationen, die sich den Asylregeln widersetzen.
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Im Tessin, wo die Zahl klandestiner Grenzübertritte in den Sommermonaten sprunghaft angestiegen ist, ist man über diese Form der Solidarität mit Asylsuchenden nicht besonders erfreut. «Es ist unbestritten, dass Flüchtlinge Hilfe brauchen», sagt der Tessiner Nationalrat Marco Romano (CVP). «Aber eine solche Anleitung ist sicher nicht der richtige Weg. Sie öffnet der illegalen Migration nur ein weiteres Tor.» Ein solches Manual verleite doch Migranten ohne Asylanspruch dazu, illegal einzuwandern, indem man ihnen Routen und Helfer vermittle. «Sie schaden damit jenen, die wirklich Schutz vor Verfolgung brauchen – weil sie mit ihren Aktivitäten auch eine härtere Gangart im Asylbereich provozieren», betont der Tessiner Politiker.
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Das fast fünfzig Seiten umfassende Papier ist aber vor allem ein weiteres Zeugnis davon, wie Menschenrechtsaktivisten mithelfen, dass der Zustrom an Flüchtlingen immer grösser wird. Es ist eine Art exklusiver Reiseführer für Asylsuchende aus Afrika, die über Italien ins gelobte Europa einreisen wollen. Auffallend: Von der ersten bis zur letzten Seite werden darin den Migranten ihre Rechte durch ständiges Wiederholen fast eingetrichtert. Über Pflichten steht kaum ein Wort. Der Grundtenor ist ebenso klar wie tendenziös: Die böse Grenzschutzpolizei will den angeblichen Opfern von Repression und Verfolgung keine Hilfe bieten.
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Sobald man einen Fuss auf europäischen Boden setze, habe man aber das Recht auf Schutz vor Verfolgung und das Recht auf Asyl. Jeder habe das Recht, nicht in ein Land zurückgeschickt zu werden, in dem er aufgrund der Rasse, des Geschlechts, der Nationalität, der Religion oder der Politik verfolgt oder diskriminiert werde. Wer ein Asylgesuch stelle, habe überdies das Recht auf medizinische Versorgung, saubere Kleider, Nahrungsmittel, auf Gratisanwälte, auf Familiennachzug, auf angemessene Wohnräume.

Tipps gegen die Polizei


Gegen die europäische Grenzschutzpolizei Frontex wird im Manual Misstrauen gesät und Stimmung gemacht, obwohl Frontex nachweislich Tausende von Bootsflüchtlingen vor dem Ertrinken im Mittelmeer rettete. Wenn man um Asyl ersuche, solle man bei der ersten Befragung kurz und bündig darlegen, weshalb man das Asylgesuch stelle, raten die Menschenrechtsaktivisten in ihrem Papier und warnen gleichzeitig: Die Beamten von Frontex und Europol würden bei der Befragung Tricks anwenden, um die Ankommenden als Wirtschaftsflüchtlinge zu entlarven und wieder abzuschieben (was die Schengen- Staaten von der Behörde auch erwarten).
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Eindringlich werden die Asylanten deshalb auf solche Situationen im Reiseführer vorbereitet: Wenn man auf die Frage eines Beamten, warum man nach Italien gekommen sei, antworte: «Zum Arbeiten», verwirke man damit das Recht auf Asyl. Armut, wirtschaftliche Probleme und die Suche nach einem Job seien kein Asylgrund. Die Asylanten werden stattdessen angehalten, sich früh eine glaubwürdige Geschichte zu ihrem Schicksal auszudenken und sich diese gut zu merken, das erhöhe die Chance auf Asyl. Überhaupt solle man sich von den Polizeibeamten nicht einschüchtern lassen. Diese würden Flüchtlingen beim Anlanden häufig drohen, sie hätten kein Recht auf Asyl, wird im Manual behauptet. Dies stimme nicht. Jeder habe das Recht, ein Asylgesuch einzureichen.
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Und weiter: Frontex sei keine Organisation, die Migranten helfen wolle. Das Hauptziel der Grenzbehörde sei der Schutz der europäischen Wasser- und Landgrenzen und nicht der Schutz der Menschenrechte. Man solle aufpassen, was man gegenüber dieser Polizeitruppe sage, weil Frontex alle europäischen Dienst stellen darüber informiere.
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Es gibt auch Tipps für die Einreise über die Balkanroute auf dem Landweg, via Seeweg von Griechenland nach Italien oder von Afrika nach Italien. Zum Beispiel: Komme man auf dem Landweg nach Italien, solle man sich sofort (ob bei legaler oder illegaler Einreise, wird nicht präzisiert) in eine grössere Stadt begeben und dort im Polizeihauptquartier ein Asylgesuch einreichen. Werde man unterwegs aufgegriffen, könne es helfen, wenn man auf ein Stück Papier in Grossbuchstaben schreibe «Chiedo asilo» («Ich ersuche um Asyl») und einen Rechtsbeistand verlange.

Grosse Bahnhöfe meiden


Und wie kommt man von Italien in den Norden Europas? Auch dazu gibt der Asyl-Reiseführer Auskunft. Die grossen Bahnhöfe wie zum Beispiel Milano Centrale solle man besser meiden, heisst es darin. Dort würden Bahnpolizisten regelmässig Reisende kontrollieren. Empfohlen werden kleinere Bahnhöfe, wo internationale Züge ebenfalls halten würden.
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Weiter findet man eine Beschreibung samt Skizzen, wie man als Asylsuchender per Bahn in oder durch die Schweiz gelangt. Zwischen Mailand und Lugano beziehungsweise Zürich verkehrten täglich zwischen 8.25 und 20.25 Uhr acht Züge, laut dem Asyl-Reiseführer bekommt man die Tickets für 19 Euro. Für die Route Mailand–Bern–Basel gebe es täglich drei Züge und die Tickets zum Preis von 29 Euro. Ob es tatsächlich derart günstige Verbindungen gibt von Mailand nach Zürich, ist allerdings nicht klar. Ähnliche Informationen sind für Verbindungen nach Frankreich, Deutschland und Österreich aufgeführt. Gleichzeitig wird auf Busse ab Rom und Mailand nach Marseille, Wien, Paris und Zürich verwiesen.
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Es gibt Hinweise, wie man die Regeln des Dublin-Abkommens aushebeln kann, damit man bei der Einreise in die Schweiz zum Beispiel nicht sofort wieder ins Erstasylland Italien zurückgeschickt wird, wie es das Dubliner Asylabkommen vorsieht. Mit der Hilfe eines Rechtsanwaltes könne man die Härtefallklausel Artikel 17 im Regelwerk Dublin III anrufen und so die Abschiebung verhindern. Demnach können die Mitgliedstaaten aus humanitären Gründen von den Zuständigkeitskriterien (Erstasylland-Regelung) abweichen, um Familienangehörige, Verwandte oder Personen jeder anderen verwandtschaftlichen Beziehung zusammenzuführen.
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Weiter kann man in diesem Handbuch nachlesen, dass Flüchtlinge, welche über die Balkanroute nach Italien gelangten und im Dublin- Staat Griechenland registriert worden seien, nicht nach Griechenland zurückgeführt werden dürften. Griechenland gelte als unsicheres Land, eine Rückführung sei demnach illegal. Und man habe das Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Eine Armada von Rechtsanwälten


Der Teil, in dem es um die Identifikation der Asylsuchenden geht, ist fast schon ein Aufruf zum zivilen Ungehorsam und zur Nichtkooperation mit den Grenzbeamten und Asylbehörden. Man dürfe sich gegen Fotos und Fingerabdrücke wehren, heisst es da. Man solle passiven Widerstand leisten, weil die Polizei jegliche Gegenwehr als Widerstand gegen die Staatsgewalt interpretiere und ein Strafverfahren einleite. Wenn Beamte beim Fingerabdrucknehmen Gewalt anwendeten, also zum Beispiel den Arm des Asylsuchenden packten, machten sie sich strafbar. Ebenso dürfe die Polizei keine Leibesvisitation gegen den Willen der Betroffenen durchführen.
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Eine Armada von Rechtsanwälten und NGOs steht Gewehr bei Fuss, um den Asylsuchenden jederzeit beizustehen. Ob Probleme beim Asylverfahren, mit der Polizei oder bei der Unterbringung: Es gibt für alles und jedes im Manual eine Telefonnummer und eine Adresse. In allen grossen Städten Italiens gibt es Kontaktleute, die Asylsuchenden aus jeder Notlage helfen sollen. Die Adressen füllen mehrere Seiten des Asyl-Reiseführers. Dazu gibt es eine Liste von Asylunterkünften, wo man nach Auffassung der Aktivisten die Flüchtlinge nicht korrekt behandelt. Dazu die Einrichtungen, in denen man gratis essen und übernachten kann. Kein Wunder, macht sich halb Afrika auf den Weg nach Europa.
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Aus Weltwoche Nr. 37.16 vom Donnerstag, 15. September 2016

42 Kommentare

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Solche Willkommen-Asyl-Reiseführer gibt es schon sehr lange .... seit 1 - 2 und mehr Jahren und die sind teilweise von radikalen Salafisten in den Herkunftsländer verfasst worden. Deutschland wird darin als das Paradies genannt .....
  • 03.11.2016, 14:34 Uhr
  • 1
im Geburtsland der Asylsuchenden ist hier das Paradies ......
man erhält Wohnung, Möbel, Kleidung, ärztliche Versorgung, finanzielle Unterstützung auf der ganzen Linie ..... hallo - das ist doch paradiesisch .....

aber den Kriegsflüchlingen muss geholfen werden .... das ist nunmal unsere Pflicht .... und das ist gut so ....

aber man braucht nicht naiv zu sein, und die andere Seite nicht sehen wollen .... das macht uns angreifbar ....

siehe auch das türkische Großmacht-Gehabe
  • 03.11.2016, 17:42 Uhr
  • 1
das die Türkei Mitglied der Nato ist - das ist noch das große Glück für den Westen, sonst gebe es schon einen Pakt mit aggressiveren Staaten in der Region ..... und dann wäre es noch unkontrollierbarer ..... und dann wäre der neue "Sultan" gar nicht mehr zu stoppen .....
  • 04.11.2016, 16:50 Uhr
  • 0
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Malle war mal Bundesland von Deutschland --- bald wird Deutschland zum Bundesland der Moslems ---wie die Zeiten sich doch ändern
  • 27.09.2016, 22:58 Uhr
  • 2
Mehr als beleidigen und dummes Zeug erzählen ist nicht in deinem Kopf vorhanden , solltest mal zum Arzt gehen wird sonst noch schlimmer --viel Glück
  • 03.11.2016, 23:45 Uhr
  • 0
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Schreib bitte Kochrezepte auf, wo du was von verstehst, danke!
  • 27.09.2016, 13:48 Uhr
  • 1
Aha, das willst Du wohl nicht wahr haben?
  • 27.09.2016, 13:52 Uhr
  • 4
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Das ist unglaublich!!
  • 27.09.2016, 10:23 Uhr
  • 2
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Nur weiter so,bis es wirklich Ernst wird,und es kommt.
  • 26.09.2016, 19:26 Uhr
  • 1
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Unglaublich, was da abläuft. Über den Zustrom ins rechte Lager braucht man sich in Europa bei diesen Machenschaften nicht mehr zu wundern. Ob diese dämlichen Aktivisten samt Anwälten sich da einmal Gedanken drüber gemacht haben? Ab diese weltfremden Aktivisten sind ja so beseelt von ihrem Blödsinn und die Anwälte geldgeil, denen ist alles egal.
  • 26.09.2016, 19:12 Uhr
  • 3
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Mein lieber Mann, was da alles abgeht.........UNFASSBAR....
  • 26.09.2016, 15:40 Uhr
  • 3
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