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Von Reichsbürger erschossen: Münchner Polizisten trauern mit Engel und letzt ...

Von Reichsbürger erschossen: Münchner Polizisten trauern mit Engel und letzten Worten um Kollegen

News Team
20.10.2016, 12:52 Uhr
Beitrag von News Team

Bei einer gerichtlich angeordneten Durchsuchungsaktion des Landratsamtes Roth bei einem 49-jährigen sogenannten 'Reichsbürger' in Georgensgmünd im Landkreis Roth sollten am Mittwoch dessen Jagd- und Sportwaffen wegen seiner Unzuverlässigkeit als Waffenbesitzer sichergestellt werden. Der 49-Jährige eröffnete sofort das Feuer auf die Polizisten. Dabei wurden vier Beamte des Spezialeinsatzkommandos zum Teil schwer verletzt. Der Täter konnte leicht verletzt festgenommen werden. Einer der Polizisten erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen Mordverdachts.

In tiefer Trauer nehmen die Kollegen der Münchner Polizei Abschied von dem getöteten Beamten. Auf Facebook schreiben Sie diese Zeilen:

Manchmal kann man seine Gefühle nicht mit Worten ausdrücken.

In den frühen Morgenstunden erreichte uns die traurige Nachricht, dass der Kollege des Spezialeinsatzkommandos Nordbayern aufgrund seiner schweren Schussverletzungen im Krankenhaus verstarb.

Unsere Gedanken und Gebete gehören den Angehörigen und Freunden des verstorbenen Kollegen.

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zeigte sich entsetzt über den dramatischen Angriff, wie er auf einer Pressekonferenz in Roth betonte. "Ein derart brutales Vorgehen gegen den Staat durch die Reichsbürger hat es in Bayern bislang nicht gegeben", so Herrmann. "Wir werden die sogenannte 'Reichsbürgerbewegung' jetzt noch intensiver überwachen und konsequent unter die Lupe nehmen. Uns geht es insbesondere darum festzustellen, wer von diesen Reichsbürgern gefährlich sein könnte. Dazu gehört auch die sorgfältige Überprüfung, welche Reichsbürger Waffen besitzen. Unser Ziel ist, allen Reichsbürgern, die legal eine Waffe besitzen, ihre Waffenerlaubnisse zu entziehen. Wer die deutsche Rechtsordnung ablehnt, der bietet keine Gewähr, ordnungsgemäß mit Waffen umzugehen."

Die 'Reichsbürgerbewegung' ist laut Herrmann äußerst heterogen. "Es gibt eine ganze Reihe von Personen und Gruppierungen, die mit unterschiedlichen Begründungen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugnen sowie der Verfassung und ihren demokratisch gewählten Repräsentanten jegliche Legitimation absprechen", erläuterte Herrmann. "Ein Teil davon verfolgt rechtsextremistische Ziele." So werde die 'Exilregierung des deutschen Reiches' aufgrund ihrer Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung durch das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet. Die Anhänger der 'Exilregierung des deutschen Reiches' weisen - wenn auch in unterschiedlich starker Ausprägung - eine große ideologische Nähe zum Rechtsextremismus auf. Zwischen 30 bis 40 Personen aus der Reichsbürgerszene sind derzeit der rechtsextremistischen Szene in Bayern zuzurechnen.

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