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Treue und Loyalität

Treue und Loyalität

Peter Leopold
24.11.2016, 06:24 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Obwohl diese Begriffe in groben Zügen dasselbe bedeuten, gibt es in der Praxis große Unterschiede. Immerhin kommt "Loyalität" aus dem französischen "Treue". Was Treue bedeutet, sollte Jeder wissen - obwohl man denken könnte, dass für Einige diese Wort ebenfalls ein Fremdwort ist. Während das Wort Treue primär in persönlichen Beziehungen ihre Bedeutung hat, beschreibt Loyalität im allgemeinen Sprachgebrauch etwas Anderes.

Man muss diesen Begriff öfter erklären, damit diese Wertvorstellung auch ankommt. Für mich ist es eine innere Verbundenheit und deren Ausdruck im Verhalten gegenüber einer Person, Gruppe oder Gemeinschaft - wobei man diesen Begriff nicht automatisch mit "blindem Gehorsam" gleichsetzen kann. Auch wenn man die Meinung nicht voll umfänglich teilt, so teilt man aus eigener Überzeugung das Gesamtkonzept Anderer. Und Loyalität ist immer freiwillig.

Was hat das nun mit Wize.life zu tun? Viele glauben, dass zum Beispiel Paten völlig neutral und ohne Loyalität sein sollten - ausgenommen Demjenigen gegenüber, der gerade für sich Loyalität einfordert. Aber wenn man schon eine Art von Loyalität sehen will, sollte die gegenüber der Plattform und dem Team bestehen und nicht gegenüber dem Nutzer, der (im Allgemeinen) nur seine eigenen Interessen verfolgt. "Tu was...mach was... stell das ab...Du musst doch..." sind die Standardformulierungen, mit denen gewisse Unannehmlichkeiten an Paten heran getragen werden.

Der Nutzer sollte nicht denken, dass ich mit Allem zu 100% überein stimme, was hier auf der Plattform passiert. Allerdings ist für mich ist Loyalität eine der ehrenhaftesten Charakterzüge, die ein Mensch sich aneignen kann und mein Gewissen ist die EINZIGE Messlatte für mein Handeln oder eben nicht handeln bei bestimmten Dingen - auch wenn das Einige mit Unverständnis sehen. Loyal zu handeln bedeutet eben auch manchmal gegen die eigene Überzeugung zu handeln, wenn man die Lösung eines Problems als Ganzes betrachtet und den Überblick nicht verlieren will.

Auf manche Sätze reagiert man normalerweise allergisch. Sie beginnen meistens mit "Ich will..." oder "ich verlange..." oder "Du musst..." Im realen Leben reagiere ich auch sofort entsprechend. Da ist es egal, was der Andere will, sagt, denkt oder tut wenn ein Satz schon damit beginnt. Im Netz hingegen versucht man doch, erst einmal zu verstehen, worum es geht. Was aber auch hier nicht erwartet werden kann, ist eine "Akutloyalität" gegenüber dem Gesprächspartner - auch wenn er sich dadurch unverstanden fühlt.

Man könnte natürlich jetzt die Frage in den Raum stellen, was schlimmer zu bewerten ist: Der Mangel an Treue oder der Mangel an Loyalität (wenn man diese Begriffe schon unterschiedlich sehen will) Für mich ist Beides nicht akzeptabel und für Beides gilt: Es dauert sehr lange, bis man sich zu Loyalität bekennen kann - länger als das mit der partnerschaftlichen Treue gehandhabt wird.

1 Kommentar

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Ich denke, dass auch das mit dem Internet zusammenhängt. All die Egalisierung, die Verrohung. Wo die es schaffen Oberhand zu gewinnen, haben Treue und Loyalität keine Chance. Das war in Pre-Internetzeiten anders. Ich mag das Internet. Aber der Umgang damit, ist nicht jedem gegeben.
  • 25.11.2016, 10:16 Uhr
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