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Eine neue Heimat finden - Integration ist möglich

Eine neue Heimat finden - Integration ist möglich

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
29.11.2016, 12:50 Uhr

Ein Freund meines Mannes hatte in der Vergangenheit immer wieder Pflegekinder. Letztes Jahr im Herbst kam die Anfrage, ob sie auch einen minderjährigen Flüchtling nehmen würden. Sie haben sich auf das Experiment eingelassen.
Wenn ich den 17-jährigen A. aus Afghanistan frage, sagt er, seine Heimat ist zerstört, aber im Herzen ist sie ein Ort in der Provinz Wardak. Er erzählt von der Zeit, als alles noch „in Ordnung“ war. Das bedeutete zwar zwangloses Fußballspielen im Garten des Elternhauses. Jedoch diesen zu verlassen war gefährlich, denn hinter jeder Straßenecke konnten die Taliban lauern.
A. ist seit April 2015 in Nürnberg, davor war er monatelang auf der Flucht. Der Bruder ist tot, die Eltern gelten als vermisst. Nach Deutschland ging er, weil sein Onkel ihm dazu geraten hatte. Er selbst hatte davor noch nie davon gehört. Wenn der Bürgerkrieg irgendwann mal vorbei ist, will er wieder zurück nach Afghanistan.
Er hat keinen Kontakt zu früheren Freunden und Verwandten, weiß nicht, ob sie noch leben. Er wird traurig, wenn er im Fernsehen die Bilder von Anschlägen in Afghanistan sieht. Dieser Terror hat kein Ende, so viele Unschuldige müssen sterben.
Über die Diakonie Rummelsberg werden junge unbegleitete Flüchtlinge meist in Wohngemeinschaften untergebracht, mit bis zu zehn Mitgliedern aus einem Land. Doch A. hatte das Glück, in eine Pflegefamilie zu kommen. Er hat sich gut eingelebt, besucht die Mittelschule und lernt eifrig Deutsch. Denn nur so kann er Freunde finden. Er spielt auch im Verein Fußball, das kann er ja schon. Seine Pflegeeltern unterstützen ihn, sie geben ihm Kraft und Mut, sich hier einzuleben, eine neue Heimat zu finden.
Solche Beispiele zeigen, dass Integration möglich ist.

Aus einem Leserbrief an unsere Mitgliederzeitung def aktuell, veröffentlicht 3/2016 S. 10.
Bild: Afghanistan physical en, Sommerkorn, wikimedia commons, CC BY-SA 2.0 (Ausschnitt Zentralafghanistan)
- Die erwähnte Provinz Wardak liegt in Zentralafghanistan südwestlich von Kabul.

4 Kommentare

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Was wär unser Land ohne die Hilfen der sozialen Einrichtungen der Kichen. Ob jetzt Caritas oder Diakonie, bei tragen die größte Last der sozialen Aufgaben in unserem Land.
Es fließt auch viel Geld aus der Kirchensteuer zu diesen Trägervereinen.
  • 06.01.2017, 13:53 Uhr
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