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Bund zahlt mehr als 4100 Euro Zuschuss pro Rentner

Bund zahlt mehr als 4100 Euro Zuschuss pro Rentner

Helmut Achatz
02.12.2016, 14:41 Uhr
Beitrag von Helmut Achatz

Ohne Bundeszuschuss wäre die Rentenversicherung schon längst pleite. Der Rententopf leidet an chronischer Unterdeckung – das ist systemimmanent. Es sieht also weit schlimmer aus, als uns die Politiker glauben lassen. Anders gesagt, die Lage ist ernster als viele glauben. Schon heute muss die Bundesregierung 86,7 Milliarden Euro zuschießen, damit die Deutschen Rentenversicherung ihren Verpflichtung nachkommen kann. Das sind mehr als 4100 Euro Bundeszuschuss pro Rentner.

Staat muss ständig mehr zuschießen

Das Rentenniveau sinkt und dennoch muss die Regierung ständig mehr zuschießen. Da kann doch am System etwas nicht stimmen. Dieser sogenannte Bundeszuschuss wird ja aber auch von den Steuerzahlern bezahlt, ja durch die Mehrwert- und Ökosteuer sogar von den Rentnern selbst. Denn ein Prozent der Mehrwertsteuer und die Gesamteinnahmen aus der Ökosteuer wandern auch in den großen Rententopf.

Rente mit 72 Jahren vorstellbar

Wir finanzieren also mit unseren Beiträgen schon lange nicht mehr unsere eigene Rente, denn unsere Beiträge sind bereits ausgegeben, wenn wir sie einzahlen. Vielmehr zahlen wir die Renten der jetzigen Rentenempfänger und müssen zudem länger arbeiten. Sogar über eine Rente ab 72 Jahren soll in der Politik bereits diskutiert werden. Wir werden also wohl nur noch eine Grundrente bekommen, die Inflationsbedingt wahrscheinlich noch nicht einmal die nötigsten Kosten decken wird.

2017 bereits 91 Milliarden Euro Zuschuss

Den Berechnungen des Ministeriums zufolge wird die Bundesregierung 2016 mehr als 86,7 Milliarden Euro an die Rentenkasse überweisen. Im kommenden Jahr dürften es mehr als 91 Milliarden Euro sein – 300 Millionen Euro mehr als bislang geplant. Der Grund dafür sei insbesondere die Entwicklung der Umsatzsteuer und die Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter. Bis 2020 werde der Bundeszuschuss auf 100,65 Milliarden Euro steigen. Heute liegt das Rentenniveau bei knapp 48 Prozent.

Es reicht hinten und vorne nicht

Und trotzdem wird es nicht reichen. Schon heute rechnet die Mehrheit der Deutschen, dass sie auch nach ihrem 65. Geburtstag noch arbeiten müssen. Die Hamburger Körber Stiftung hat ermittelt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen davon ausgeht, in diesem Alter noch zu arbeiten. Der Hälfte ist auch klar, dass es im Alter finanziell wohl nicht reichen wird. Dabei hat es die jetzige Generation 50plus noch gar nicht so schlecht getroffen – Gnade der frühen Geburt. Der nachwachsenden Generation in Deutschland dürfte es schlechter gehen. Das Vertrauen in die künftige Rente ist der Körber Stiftung dabei nicht sonderlich groß: 92 Prozent glauben, dass das Rentensystem weiter verändert werden muss, damit künftige Rentner nicht unterversorgt sind. Von der Politik erwarten sie allerdings nicht viel.

Wie viel schießt der Bund zur gesetzlichen Rente zu?

Mehr dazu unter vorunruhestand.de

7 Kommentare

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Von den Zuschüssen wird oft und lange geredet, nur daß die Regierungen sehr oft die Rentenkassen für Renten fremde Sachleistungen ausgenommen hat wie eine Ganz, davon wird selten gesprochen. Die Rentenlasten werden überwiegend von den Arbeitnehmern getragen, die Arbeitgeber haben sich aus der paritätischen Befüllen der Rentenkassen mit Hilfe unserer Häuptlinge ja verabschiedet - sie stehen auch kurz vor dem Konkurs? Wo bleibt hier die Gerechtigkeit? Diese Regierung ist die unfähigste, die es jemals in der Bundesrepublik Deutschland gab und die will weiter so machen? Nachdem die SPD aufzuwachen scheint, wünscht sich die CDU ein Zusammengehen mit den Steigbügelhaltern "den Grünen" um zu einer Regierungsmehrheit zu kommen. Kein normaler Mensch sollte weder die CDU noch die CSU wählen, nur dann bekommen wir die Frau AM los.
  • 02.12.2016, 21:51 Uhr
  • 3
Helmut Achatz
Ich habe den Blogbeitrag entsprechend ergänzt http://vorunruhestand.de/2016/12/bun...ss-rentner/
  • 03.12.2016, 17:37 Uhr
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ja tut weh, wenn man über 40 Jahre gedattelt hat, dafür ein Taschengeld als Rente bekommt und gesagt bekommt, dass man auf Kosten der Jüngeren lebt. Wer diese Aussage noch unterstützt, das ist für mich ein Hasspretiker, macht Terror zwischen Jung und Alt. Das hat keiner von unsverdient, pfui !
  • 21.12.2016, 16:46 Uhr
  • 0
Jede prozentuale Lohn-oder Rentenerhöhung lässt die Einkommensschere weiter aufgehen.
Beispiel : Rente, aus Statistik 2015:
Rentenauszahlung 249568 Millionen Euro (je Monat 20797 Millionen,
Rentenbezieher 25,52 Millionen ergibt 814,94 € monatlich.
Angenommene Erhöhung 3% ergibt 839,39 € monatlich
Erhöhung 24,45 €
würde jeder Rentenempfänger 24,45 € erhalten bleibt die Schere konstant.
so aber bekommt der Rentner mit 1500,-€ + 45,-- €
der mit einer kleinen Rente von 500,-€ lediglich 15.-€,
30,--€ mehr für den der schon "viel" bekommt und nur 15,-- € am unteren Rand.
Mit sozialer Gerechtigkeit hat das wohl nichts zu tun.
Das Beispiel lässt sich genauso auf die prozentualen Lohnerhöhungen anwenden.
Die Funktionäre bei den Gewerkschaften begrüßen das natürlich, die profitieren ja davon. Aber es war schon immer so : Der Teufel und der größte Haufen.
  • 01.01.2017, 17:38 Uhr
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man hat schon darauf gesehen, dass wir im Osten nicht zu viel Rente bekommen,denn bei uns m u s s t e n beide arbeiten, Die Löhne waren niedrig, so dass wir von einem Gehalt gar nicht existieren konnten. Wir waren beide im Angestelltenverhältnis und das war besch...... .Mein Mann blickt auf 50 Jahre Arbeitsleben es ist traurig, aber wir ärgern uns nicht darüber, das kostet nur zusätzlich Kraft und die haben wir nicht mehr
  • 01.01.2017, 17:50 Uhr
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Sehr geehrte Frau Hager,
den ersten Tag im Neuen Jahr sollten auch Sie genießem und nicht ärgern, wegen den Blödmännern und Frauen die in der Politik sind. Denn nicht nur Ihnen ergeht es so. Ein Beispiel: 44 Jahre und 8 Monate gearbeitet, eine Rente, die man als Taschengeld bezeichnet, eine betriebliche Altersversorgung 1982 abgeschlossen, vor der Auszahlung teilte die Krankenkasse mit, daß ca. 25 % der Summe für KK + Pflegevers. abzuführen ist. Dazu kam noch für 12 Jahre ÖD eine Zussatzrente von ca. 100 € auch davon will die KK ca. 25 % davon haben. Das heißt für die KK bekommen den Rachen nicht voll. Ist man einmal wirklich krank und benötigt Medikamente, dann dürfen die Ärzte diese Heilmittel nicht mehr auf Rezept verordnen. Wieso? weshalb? warum?
keine vernünftige Antwort, weder von Herrn Gröhe, noch von der KK, noch von der Ärztekammer. Einer schiebt den schwarzen Peter zum anderen - nur keine Verantwortung für irgend etwas übernehmen - das ist unser Gesundheitsunwesen. Es gibt nur einen Rat: Wählen sie diese Politikbanausen in diesem Jahr nicht mehr!!! Sicher haben sie von Priol gehört, wofür CDU steht - Christliche demenze Union. Was kann man von einem Menschen mit Demenz wollen?
  • 01.01.2017, 20:09 Uhr
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Herr Peter Hilbert, ich gebe Ihnen recht, aber so sehr interessiert mich das mit 84 Jahren nicht mehr, weil ich die Kräfte die ich noch besitze ganz sehr einteilen muss. Die Kranken kassen sind das Allerletzte, die haben mich gar erledigt und bewiesen, dass sie zu allerletzt für uns da sind. Das erfährt man ganz präziese, wenn man die Pflegestufe braucht. Davon kann ich ein Lied singen und da bin ich auch nicht allein betroffen. Mit der Wahl, weiß man nicht genau was man machen sollte, denn ich traue keinem mehr.
  • 02.01.2017, 14:26 Uhr
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