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Wie viel der Staat seinen Bürgern wirklich abknöpft

Wie viel der Staat seinen Bürgern wirklich abknöpft

Helmut Achatz
14.04.2017, 12:01 Uhr
Beitrag von Helmut Achatz

Der deutsche Staat ist besonders effizient beim Eintreiben von Steuern und Abgaben. Wie viel knöpft er den Bürgern wirklich ab? Direkte und indirekte Steuern sowie Sozialabgaben zusammen genommen liegt die Last bei weit über 50 Prozent. Das ist absolute Spitze – nur der belgische Staat ist noch gieriger.

Der Nimmersatt Staat lässt vielen seiner Bürger nicht einmal mehr die Hälfte ihres Brutto-Einkommens – und damit ist Deutschland im internationalen Vergleich gleich hinter Belgien an der Spitze. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, hat Deutschland mit den wichtigsten Industrieländern verglichen – die Zahlen im „Tax Wages 2017“-Report sind erschreckend, erschreckend für deutsche Steuer- und Abgabenzahler. Steuern und Sozialabgaben, beides zusammengenommen, schlagen hierzulande richtig zu Buche. Die OECD hat die Steuer- und Abgabenlast eines durchschnittlich verdienenden in Vollzeit arbeitenden Arbeitnehmers untersucht und miteinander verglichen. Hierzulande sind das pro Jahr 47 809 Euro – oder monatlich 3984 Euro.

Hälfte kassieren Staat und Sozialversicherung

Davon bleiben ihm oder ihr nach Abzug Steuern und Sozialabgaben 50,6 Prozent übrig. In Belgien sind es mit 46 Prozent sogar noch weniger. Wobei die Betonung auf „alleinstehend“ liegt. Schuld an dieser hohen Belastung ist nicht einmal so sehr die Einkommensteuer, sondern vor allem die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Da ist Deutschland bezogen auf den Arbeitnehmeranteil mit 17,3 Prozent gleich hinter Slowenien auf Platz zwei, bei der Einkommensteuer mit 15,9 Prozent „nur“ auf Platz elf. In punkto Arbeitgeberanteil bei den Sozialabgaben liegt Deutschland mit 16,2 Prozent sogar nur auf Platz 15.

Deutschland ist ein Hoch-Steuer-und-Abgaben-Land wie der aktuelle OECD-Bericht „Taxing Wages 2017“ eindrucksvoll belegt. Das Ärgerliche daran, es wird nicht besser, sondern ist sogar noch belastender geworden in den vergangenen Jahren.

Eigentlich müssten Deutschland ein ziemlich sozialer Staat sein angesichts der hohen Sozialabgaben. Die Skandinavier mit niedrigeren Sozialabgaben haben jedoch höhere Sozialstandards – kleinere Kindergartengruppen, besser ausgestattete Schulen und besser bezahltes Personal, sprich das Sozialsysteme in Dänemark, Schweden und Norwegen gilt als vorbildlich.

Okay, Singles sollen ruhig blechen, sagen vielleicht einige. Der Staat kassiert aber auch Alleinerziehende ab. Bei der Steuer- und Abgabenlast von Alleinerziehenden mit zwei Kindern und zwei Drittel des Durchschnittseinkommens, sprich 2670 Euro verdienen, liegt Deutschland auf Platz fünf, hinter der Türkei, Belgien, Schweden und Griechenland. Die Steuer- und Abgabenlast dieser Gruppe liegt bei 31 Prozent. Wer mehr verdient, hat sofort auch eine höhere Quote und kommt locker an Alleinstehende heran.

Lediglich bei Ehepaaren mit zwei Kindern, wobei nur einer arbeitet, ist Deutschland auf Platz neun, aber nur weil die Steuern vergleichsweise niedrig sind. In punkto Sozialabgaben rangiert Deutschland auch in dieser Gruppe mit 17,1 Prozent auf Platz zwei.

Die OECD-Statistik ist freilich nur die halbe Wahrheit, denn zu den direkten Steuern und Sozialabgaben gesellen sich noch die indirekten Steuern wie Mineröl-, Versicherungs-, Strom- und vor allem Mehrwertsteuer. Was es alles an Steuern gibt, ist den meisten gar nicht klar. Alle zusammengenommen kommt ein Alleinerziehender mit einem in etwa durchschnittlichen Brutto und zwei Kindern auf eine Steuer- und Abgabenlast von annähernd 55 Prozent. Anders ausgedrückt, der Staat lässt Alleinerziehenden nicht einmal die Hälfte des Gehalts. Eine konkrete Rechnung verdeutlicht, wie schamlos der Staat seine Bürger abkassiert.

Mehr dazu unter vorunruhestand.de

6 Kommentare

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Soll doch jeder mal seinen realen Nettolohn von heute mit dem vor drei Jahren vergleichen, den meisten Facharbeitern werden so etwa 150 Euro jeden Monat fehlen, im Vergleich zu vor drei Jahren.

Genau den Betrag braucht man, von jedem Arbeiter, um Mio von illegalen Migranten zu verhalten, die weder die deutsche Sprache beherrschen, noch eine Ausbildung haben.

Versteckt sind diese Mehrabzüge, in steigenden Energiekosten, steigenden Krankenkassenbeiträgen, Maut, niedrigen Renten und allgemeinen Verteuerungen.
  • 14.04.2017, 23:29 Uhr
  • 2
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Was wollen wir?
Wenig Steuern zahlen = wenig Sozialstaat, wenig Leistung des Staates.
Viel Steuern zahlen = sozialen Staat, gute Infrastruktur,

Wir sind immer noch ein sozialer Staat. Wir sind schließlich eines der reichsten Länder.
  • 14.04.2017, 13:07 Uhr
  • 0
Deutschland war schon reicher, es wird gerade immer ärmer und vor allem ist es extremst hoch verschuldet.
  • 14.04.2017, 23:34 Uhr
  • 0
Helmut Achatz
von wegen guter Infrastruktur - meine älteste Tochter ist Bauingenieure und arbeitet in einem Ingenieurbüro, das sich mit Materialprüfung beschäftigt. Jede dritte Brücke, viele Tunnel sind marode.
  • 15.04.2017, 11:45 Uhr
  • 3
Das mit den Brücken und Tunneln ist ein bekanntes Thema. Die BR hat dafür in nächsten Jahren einige Milliarden Euro
bereitgestellt.
  • 15.04.2017, 11:51 Uhr
  • 0
Ihr schafft das schon.
Die Regierung hat ja auch jeden Monat zwei Milliarden für Flüchtlinge übrig, dann wird das mit den Brücken auch irgendwie klappen.

Nur die Rentner und die Jugend, sowie die Steuerzahler, müssen halt dafür in die Röhre gucken, macht aber nichts, das sind ja Minderheiten.
  • 15.04.2017, 23:30 Uhr
  • 1
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