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Sind wir ein Volk genüsslicher Gaffer?

Sind wir ein Volk genüsslicher Gaffer?

09.07.2017, 10:13 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Geschehnisse von Hamburg treffend auf den Punkt bringen - Michael K Thomsen hat es meines Erachtens geschafft. Hier seine Ausführungen:

Ich erlaube mir mal eine andere Sicht auf die Ereignisse in Hamburg.

Vielleicht hat sich ja auch der ein oder andere gefragt:

„Warum sehen so viele gesunde junge Menschen dabei zu, wie Idioten und Gewalttäter Barrikaden errichten und Feuer legen?“

Das Ganze erinnert mich doch sehr an das Phänomen "Gaffer". Ein Unfall auf der Autobahn und die Vorbeifahrenden drosseln nicht nur über Gebühr das Tempo und glotzen, sondern zücken noch die Handy-Kamera.

Ich hab mich beim Schauen der Bilder im Fernsehen immer wieder gefragt:

„Wieso bilden die Menschenketten und machen Sitzblockaden vor der Polizei, anstatt diese Mittel auch gegen offensichtlich provozierende Chaoten anzuwenden. Da wird zugeschaut und genüsslich konsumiert, was passiert. Hauptsache dabei gewesen - und noch ein peace in die Kamera.

Eine Generation von Bilderkonsumenten via Fernsehen und Spielekonsole, unfähig selbst zu denken und mit anderen (Nebenstehenden) zu reden? Da wird sich von allen Seiten empört und es ist so schnell und leicht, als nicht verantwortlicher Zuschauer Schuldige zu finden und je nach politischer Meinung abzumeckern.

Die Einen sagen, die Polizei sei schuld, der nächste packt den Oberbürgermeister am Kragen, andere wieder die Merkel und so sind es immer die anderen. Nie wir selbst.

Tragen nicht auch die gaffenden Bürger dazu bei, dass sich das Ganze sogar noch für den "Schwarzen Block" richtig lohnt? Nicht genug, dass sie niedere Triebe skrupellos ausleben können, sie erhalten noch Aufmerksam und werden - gerne anonym als Masse - tausendfach erwähnt.

Fehlt uns Bürgern, die wir solchen Aktionen beiwohnen, der Mut, die Kreativität, die Absprache, das Konzept, unseren Beitrag zu leisten?

Warum schauen die Menschen Bier trinkend und Kamera zückend zu, wie da echte Kranke, dennoch gut organisierte Idioten Gegenstände ins Feuer werfen? Niemand holt einen Feuerlöscher. Nein Gaffen.

"Hier ist was los!" (man erlebt ja sonst nichts.)

Eine Sitzblockade rund um das Feuer, sodass die Chaoten da nichts mehr rein werfen können, zum Beispiel. Nein man sitzt vor der Polizei und manche rufen vom Rand blöde Sprüche.

Müssen wir alles den Polizisten überlassen, die sich teilweise zum Selbstschutz oder aus Sorge, in einen Hinterhalt zu geraten, oder aus Vorsicht, um nicht Unbeteiligte zu treffen oder eine weitere Eskalation zu riskieren, nicht trauen vorzugehen?

Hätte sich nur eine Gruppe von Menschen beispielhaft getraut, sich den Chaoten des Schwarzen Blocks in den Weg zu stellen, wäre denen vielleicht ein wenig der Zahn gezogen worden. Und selbst wenn die Vermummten ihre Gewalt gegen Sachen und Polizei auf friedliche Menschen ausgedehnt hätten, spätestens dann hätte die Polizei eingegriffen.

Meine Fragen bleiben:

Sind wir ein Volk genüsslicher Gaffer, die sich alles reinziehen, um am Ende den moralischen Verurteiler zu spielen?

Fehlt uns der Mut, gegenseitige Aufmunterung und Absprache, um Zivilcourage zu zeigen?

Ich sehe und höre schon jetzt das Hauen und Stechen von links und von rechts - Wahlkampfgetöse.

Haben wir nicht viel mehr in der Hand, wenn wir endlich mal miteinander reden und aktiv werden, statt nur zu jammern, zu motzen und zu gaffen?

von Michael K. Thomsen

8 Kommentare

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Jedem Gaffer sollte ein Strafzettel verpasst werden!
  • 09.07.2017, 17:13 Uhr
  • 0
Lina, normalerweise reicht ein Strafzettel bei Gaffern nicht aus!!!
  • 09.07.2017, 17:34 Uhr
  • 0
Aber es wäre ein Anfang!
  • 09.07.2017, 17:39 Uhr
  • 0
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Wer hòren will muss fühlen. So lautet ein alter bekannter Spruch. Wer als Erwachsener bei eine gewaltätigen Demo mitmacht, sollte es auch mal zu fühlen kriegen was Gewalt bedeutet. Das könnte einen positiven Lernprozess auslösen. Also mal eine Bitte an die scheue zurückhaltende Polizei. Beim nächsten mal, wenn ihr Steine und Flaschen fliegen seht, dann holt die Schlagstöcke und das Tränengas raus. Zeigt diesen Typen wer auf der Straße das staatliche Gewaltmonopol hat.
  • 09.07.2017, 15:11 Uhr
  • 1
Die Randalierer identifizieren die Ordnungskräfte als ihre Staatsfeinde. Auch eine Ordnungskraft muss sich im Rahmen der Verhältnismäßigkeit verteidigen ohne hinterher aus der Presse zu erfahren was er darf oder nicht! Im Geschehnis Hamburg hat auch die Presse maßgeblich gepuscht. Wenn Strafverfahren anlaufen sollte auch die Presse inform der entsprechenden Redakteure auf die Anklagebank.
  • 09.07.2017, 17:33 Uhr
  • 1
Wenn, so wie geschehen es Angriffe auf die Gesundheit und das Leben der Polizei gegeben hat dann ist auch der Schlagstock und Tränengas ein probates Mittel zur Gefahrenabwehr. Nochmal, solchen Gewalttätern ist es deutlich zu machen das rote Linien überschritten wurden.
Die Gewalttäter sollen ihre persönlichen Gewalterfahrung am eigenen Körper spüren.
  • 09.07.2017, 18:16 Uhr
  • 1
Lieber Werner, ich gebe dir völlig Recht. Was aber passiert wenn die Polizei hart durchgreift? Linke und Grüne Politschwafler hauen auf unsere Beamten ein. Sie müssen sich bespucken, beschimpfen und körperlichen Angriffen aussetzen aber bloß nicht mal zurück schlagen. Leider haben sich diese Kreise bis in unsere Rechtsprechung breit gemacht. Ob bei Demonstranten oder beim Fußball, einkassieren, Schnellgerichte und Knast. Geldstrafen oder Bewährung, da lachen die uns doch aus. Nein alle wissen auf dieser Welt, Deutschland ist ein Schlaraffenland für Kriminelle, vom Taschendieb über Einbrecherbanden, der Mafia oder kriminelle Banken und Konzerne. Wie war der Spruch?“ ein Land in dem man gerne Lebt“. Ja diese Typen leben hier in einem Traumland, sie kommen aus allen Kontinenten hier her.
  • 10.07.2017, 11:38 Uhr
  • 1
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Bravo, auf den Kopf getroffen. Wir erleben das aber doch jedes Wochenende. Da sind 30, 40 oder 60000 Menschen in einem Stadion und 500 machen Randale. Wo sind die Mutigen Fans die sich diese Gruppe mal zur Brust nehmen und jeweils zu zweit oder zu dritt aus dem Stadion begleiten. Nein man schaut zu und schimpft aber Mumm gleich 0.
  • 09.07.2017, 10:36 Uhr
  • 2
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