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Das G20 Treffen in Hamburg 2017

10.07.2017, 18:05 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Der G20 Gipfel in Hamburg am 7. und 8. Juli 2017 - eine kurze Bilanz

Das politische Gebilde des Hamburger G20-Treffens (als gleichzeitige politische Ordnungsformation ad hoc) lässt zwei Analysen zu.

1. die Glaubwürdigkeit und die Referenz einer linken Globalisierungskritik (unabhängig vom eigentlichen Organisationshintergrund) ist mehr als diskreditiert und verliert seinen eigentlichen Zweckinhalt damit zusehends, ja konterkariert sich letztlich selbst als politische Gegenfigur.
Zum anderen wird Politik – die für den Zusammenhang einer Gesellschaft unabdingbar ist (denn es gibt keine unpolitischen Ebenen weder für die Zivilgesellschaft und noch weniger für den staatlichen Teil einer Gesellschaft) – durch diese Soziopathologisierung mittels exzessiver Gewalt gleichsam dämonisiert, statt politisches Handeln zu reformieren.

2. Der eigentliche politische Gehalt ist zweideutig: Zum einen funktioniert dieses Gremium der zwanzig wichtigsten und einflussreichsten Staaten dieser Welt, dort wo Beschlüsse gefasst werden. Eine Forschergruppe der Universität von Toronto, die die Ergebnisse der G20 seit Jahren evaluiert, bescheinigte den Staaten, mehr als 70 Prozent der Versprechen ihrer Schlusserklärungen in der Vergangenheit eingehalten zu haben. Das ist ein Maßstab, an dem sich die starken Volkswirtschaften dieser Welt auch nach Hamburg messen lassen müssen.
Damit ist und bleibt die G20 ein weltpolitisches Format für globale Lösungsfragen und ein Forum für politische Gestaltungsmöglichkeiten auf dem globalen Sektor.
Zum anderen aber verliert sich der originäre Ansatz einer wertebasierten Gemeinschaft immer stärker und wird zu bloßen ökonomischen Dispositionsregistratur.
So sollte in Hamburg Afrika eigentlich im Mittelpunkt stehen - doch das Thema sei durch all die anderen Themen "eher als Verschiebemasse genutzt" worden, sagte Ursula Eid von der deutschen Afrika-Stiftung.
Und: „In ernüchternder Weise dokumentiert die Hamburger Gipfelerklärung aber auch den Verlust an Gemeinsamkeit, die mit dem Auftreten des neuen US-Präsidenten Trump auf der Bühne der Weltpolitik einhergeht. Bis in die letzten Stunden versuchten die Unterhändler der G20-Mitglieder, vor allem im Klimaschutz einen Minimalkonsens zu formulieren. Am Ende blieb nur das offene Eingeständnis des Dissenses. Die nun schwarz auf weiß belegten Streitpunkte in Klima und Handelsfragen sind lediglich Symptome eines fundamentalen Auseinanderdriftens von Grundverständnissen über die Handlungsmöglichkeiten von Politik im 21. Jahrhundert. Hier die Gruppe jener Staaten, die auf internationale Vernetzung, Abstimmung und Interessenausgleich setzen. In der neuen Weltordnung dieser Tage steht China den europäischen G20-Mitgliedern in vielen dieser Fragen näher als dort die alte, ehemalige Vormacht des Westens, die USA.“ (Stephan Detjen)

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12 Kommentare

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Hallo Rosen, Du hast einen sehr kompetenten Artikel geschrieben.
>>>>>>>>sind lediglich Symptome eines fundamentalen Auseinanderdriftens von Grundverständnissen<<<<<<<<<<<<
Ja, das ist sicher richtig. Aber gerade deshalb halte ich es für wichtig, dass man sich trifft. Und es ist wichtig, dass die Politiker sich persönlich kennenlernen. Gute Politik hat sehr viel mehr mit persönlichem Kontakt zu tun, als das man das glaubt.
  • 12.07.2017, 16:07 Uhr
  • 0
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Das Thema Globalisierung ist ein äußerst komplexes. Wir und auch ich sehen in der Regel nur die örtlichen Auswirkungen. Der Fokus muss doch auf den globalen Widerstand gegen den ungehinderten , grenzenlosen Kapitalfluss liegen. Das Kapital kann in Sekunden um die Welt geschickt werden, ohne das es eine wirkliche Kontrolle gibt.
Wie sind die abhängig Beschäftigten weltweit organisiert, um eine gemeinsame Sprache zu finden. Der globale Widerstand gegen das gegenseitige ausspielen der Arbeitnehmer muss organisiert werden. Wo sind die intellektuellen linken Vordenker? Wo ist die Internationale der Arbeitnehmer?
  • 10.07.2017, 21:22 Uhr
  • 3
Werner Paulmann

"Wo sind die linken interllektuellen Vorturner?"

Das will ich Dir sagen. Diese waren bereits da.
In Russland- in China-in Kuba-in der DDR- in allen Ostblockstaaten- in Ländern von Süd-und Mittelamerika

Und was hat es gebracht?

Glaubst Du wirklich das ein neuer " moderner globaler Kommunismus" die Welt in ein Paradies verwandeln würde.?

Wenn ja- dann träum weiter.
Die Wahrheit ist: Der Mensch als solcher ist wie er ist. Mit all seinen Eigenschaften.
Mitgefühl, Verantwortungsbewusstein, Güte, Altruismus stehen Macht und Habgier, Zerstörungswut, Hass und Mordlust gegenüber.
All diese Begriffe sind die "Natur des Menschen" und niemand wird dies verändern. Keine Polizei, kein Grundgesetz, keine Politiker, keine Parteien , keine Religionen und keine Ideologien.

Die Erde wird daher niemals ein rundum "friedlicher Ort" werden.
Das "bestmögliche" zu verhandeln und einen Ausgleich der Interressen zu finden war , ist und wird in Zukunft das Maximale sein- was man tun kann.
  • 10.07.2017, 22:07 Uhr
  • 2
Zu deinem letzten Satz. Um eben das "bestmögliche" zu verhandeln brauchst du intellektuelle Vordenker. Menschen die das Ganze verstehen.
Das Paradies auf Erden werden wir nicht erreichen, aber ein Stück mehr Gerechtigkeit.
  • 11.07.2017, 05:37 Uhr
  • 3
Wo sind die Denker, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft betrachten, Ziele unter Berücksichtigung von Erfahrungen und Auswirkungen formulieren angemessen umsetzen?
Die Geschichte dieses Planeten und ihrer Bewohner hat Spuren hinterlassen und diese sollen ohne Rücksicht auf Verluste innerhalb von nur 100 Jahren auf den Kopf gestellt werden. Ergebnis: Kriege, Ausbeutung, Zerstörung von Kulturen und menschlichen Wurzeln, Hinterlassen von Plutonium geschädigten Landschaften und Grundwasser. Flucht und Vertreibung usw. Das alles um der Demokratie willen? Und wozu "diente" der Gipfel noch?
  • 11.07.2017, 18:10 Uhr
  • 0
Werner Paulmann

"Um das bestmögliche zu verhandeln brauchst du interllektuelle Vordenker. Menschen die das ganze verstehen"

Das hört sich gut an. Nur- wer soll das sein. Schon bei drei "klugen Köpfen" hast du drei Meinungen.
Die einen sehen ihr Heil im Nationalismus, im Sozialismus, im Kommunismus. Die anderen im Kapitalismus. Oder in den Religionen. Auch hier gravierende Unterschiede. Von " atheistisch bis fortschrittlich christlich geprägt bis fundamentalistisch islamisch. Die ganze Bandbreite. Jeder hat einen anderen Standpunkt.
Aber niemand hat die "Wahrheit" oder die "eine Lösung" gepachtet.
Einzelne Kluge Köpfe würden deshalb auch nur ihre Vorstellung der Dinge präferieren und müssten dann die "Andersdenkende" wieder unterjochen um sich durchzusetzen. Das haben wir doch vortrefflich im Kommunismus bereits erlebt.

Es wird nie eine gute Lösung für die gesamte Menschheit geben. Die Alternativen liegen in Krieg oder verhandeln.

Aber nicht weil einzelne "Böse" es so wollen, sondern weil wir alle- die Gesamtheit der Weltbevölkerung es so will.
Der Mensch an sich ist eine egoistisches Wesen. Da dürfen wir uns nichts vormachen.
  • 11.07.2017, 21:40 Uhr
  • 0
Ja, das sehe ich in gewisser Weise ähnlich. Doch waren es immer die "Verführer", die die Menschheit in die Kriege schickten. Das einfache Volk hatte meist schnell erkannt, wohin die Reise ging und hatte diese angezettelten Katastrophen auszubaden. Jedoch wurde es im Vorfeld geistig darauf gut vorbereitet, um Widerständen vorzubeugen. Und jetzt.... könnten wir uns z.B. fragen, welche Methoden müssen angewandt werden, um das Volk für einen Überwachungsstaat zu begeistern.
  • 12.07.2017, 10:01 Uhr
  • 0
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Zu 1.
Globalisierungskritik (linke ? was ist das ?) wird konterkariert weil ein paar Idioten Krawall machen ?
Das wäre ein Blaupause jedwede Kritik an irgend etwas zu konterkarieren.
Man stelle sich vor es hätte eine Demo gegen Kindesmißbrauch stattgefunden und es hätte Krawall gegeben.
Wäre dann dein Fazit zum Kritik an Kindesmißbrauch auch so ausgefallen ?
Zu 2.
70 % der Versprechen wurde eingehalten ?
Das ist ein Witz.
Man hat zu 70 % der Versprechungen Beschlüsse gefasst, tatsächlich umgesetzt wurden die Beschlüsse in den seltensten Fällen.
  • 10.07.2017, 19:37 Uhr
  • 0
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" Schafft diese Gipfel ab !"
Die Gipfel dienen nur der Selbstdarstellung unfähiger Politiker wie Merkel, verschlingen immense Steuergelder und haben in Hamburg gezeigt, dass unser Staat die Sicherheit seiner Bürger nicht mehr gewährleisten kann. Und Kosten für die Beseitigung der Krawallschäden dürfen nicht mit Steuergeldern entschädigt werden, sondern müssen von den Mitverantwortlichen wie Merkel und Konsorten persönlich getragen werden..
  • 10.07.2017, 18:33 Uhr
  • 3
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Bürgermeister Scholz ist nicht das einzige Problem. Deutschland hat ein Problem mit seinen Eliten. Es sind zu viele, die diesen Staat in seiner jetzigen Form offen oder im Stillen ablehnen und jeder Äußerung von Opposition, solange diese von linker Seite geäußert wird, zustimmen. Es sind zu viele an Fernseh- und Zeitungsjournalisten, an Professoren und Wissenschaftler, an Theaterleuten, Künstlern und Schriftstellern und nicht zu Letzt Priester und Bischöfe der christlichen Kirchen, die einem Ideal einer „Eine-Welt-Gesellschaft“ als Ersatz für den verlorengegangenen Traum vom Sozialismus anhängen und bereits sind dafür unseren Staat zu opfern. Das Ausmaß an verdeckter, offen geäußerter Zustimmung bzw. die nur zögerliche Solidarität mit der Polizei ist erschreckend, zeigt aber auch klar, wie weit sich Teile der Eliten bereits von unserem Staat entfernt haben. Eine solche Zukunft lernt uns fürchten.
  • 10.07.2017, 18:14 Uhr
  • 5
Ich sehe in Bürgermeister Scholz kein Problem - in einer Abkoppelung spezifischer Schichten der Gesellschaft (eben jenen Eliten) dann schon, womit ich Dir zustimme.
Nur, solche gesellschaftlichen Transformationen sind nur im gesellschaftlichen, im demokratischen und im politischen Kontext, Verfahren und Gegentransformationen zu lösen - ich verweise z.B. darauf: https://bewegung.jetzt/
  • 10.07.2017, 18:23 Uhr
  • 1
Gerald Range

Deutschland befindet sich bereits in einem "dekadenten Stadium"
Wie einst im "alten Rom" Als Rom wirtschaftlich und politisch am Höhepunkt seiner Macht war setzte der Zerfall ein. Und wie damals im alten Rom- geht dieser Zerfall wieder von den "Eliten" aus.

Das kann man durchaus miteinander vergleichen. Auch wenn die äußeren Umstände heute ganz anders sind.
  • 10.07.2017, 21:49 Uhr
  • 2
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