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Einkaufen in Airports europäischer Dutyfree-Läden: Lohnt sich das noch?

Einkaufen in Airports europäischer Dutyfree-Läden: Lohnt sich das noch?

Wolfgang Stegers
28.07.2016, 09:32 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Die Dutyfree-shops sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Der Reiz war doch, zollfrei einkaufen zu können und die letzten Reste ausländischer Währung verbraten zu können. Aber seitdem die Europäische Union ein so großes Gebilde verschiedenster Länder frei von Zollschranken geworden ist, fällt auch der Reiz des zollfreien Einkaufs weg. Natürlich gibt es Besonderheiten. So sind aufgrund historischer Besonderheiten die Original-Havannas auf spanischen Flughäfen günstiger als auf deutschen.

Eine deutsche Kette beherrscht die Läden

Wer dann die Grenzen in andere europäische Länder überschreitet, muss erstaunt feststellen, dass die Preise sich nur minimalst unterscheiden. Aber schlimmer noch, das Angebot ist das gleiche wie auf den Flughäfen von Wien, Sankt Petersburg, Istanbul oder Kiew. Überall die gleichen Läden, überall tragen sie denselben Namen: Heinemann.
Heinemann ist ein europaweit operierender Konzern aus Hamburg, der sich auf Dutyfree-Shops spezialisiert hat. Mit der Folge, das Angebot ist uniform. Eine Dutyfree-Kette.

Vergeblich versucht man heimische Zigaretten oder Rauchwaren zu kaufen. Die nationalen Spirituosen tauchen nicht auf und auch andere landestypische Mitbringsel sucht man vergebens. Globalisierung grenzenlos – wie die Hamburgerklopse unterm Triumphbogen des schlechten Geschmacks oder die braune Brauselimonade als Kalorienbombe.

Der Flughafen Minsk als Dutyfree-Perle

Aber siehe da es gibt noch Dutyfree-Perlen. So eine ist der internationale Flughafen von Minsk, 44 Kilometer vor der Hauptstadt mit einer Einwohnerzahl von 1,2 Millionen. Hier in Belarus kann man neben den altbekannten Marken Düfte von Chanel oder Brillen von Ray Ban, den Whisky Laphroaig oder den Tabak Marlboro kaufen. Und siehe da auch heimische Marken sind vertreten. Von Schokoladen über Gebäck, Spirituosen und Zigaretten. Die Preise sind in Dollar und Euro ausgezeichnet, aber die freundliche Verkäuferin nimmt auch Belarus Rubel – alte wie neue. Der Unterschied: vier Nullen wurden seit Juli einfach gestrichen und neue Geldscheine gedruckt und Münzen geprägt.

Eine 200er-Stange Zigaretten für 3,70 Euro

So kostet eine Stange Belarus-Zigaretten 3,70 Euro oder 73 1450 alte gleich 7,3 neue Rubel. Das macht dieses seltsam skurrile Land zwischen Polen, der Ukraine, Lettland und Russland gelegene, seltsam skurrile Land, partiell wieder sympathisch. Auch wenn man kein Raucher ist. Einige sagen jedoch, das schöne Weißrussland habe den Charme eines europäischen Nordkorea mit dem streng autoritären Aljaksandr Lukaschenko samt elfjährigem Sohnemann Nikolas an der Spitze.

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