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Natur und Genuss in den Dolomiten

Natur und Genuss in den Dolomiten

Heiner Sieger
11.02.2017, 14:11 Uhr
Beitrag von Heiner Sieger

Der Abenteurer und Gipfelstürmer Reinhold Messner hält sie für das schönste Gebirge der Welt - die Dolomiten. Kein Wunder: Ihre Gipfel und Zacken, ihre immer Wände und Grate, ihre im Spiel von Licht und Wolken sich wandelnde Silhouette kann einem immer wieder die Sprache verschlagen. Wer seinen Alltagsstress für ein paar Tage oder länger hinter sich lassen und frische Kraft tanken will, findet hier Ruhe und Entspannung in zahlreichen Tälern, Hotels, Hütten und Bauernhöfen. Hautnah erleben lässt sich das Naturerlebnis der Dolomiten besonders im Wanderparadies des Eggentals und der benachbarten Bletterbachschlucht. Zehn gute Gründe für einen Besuch:

Das Tal der markanten Felsen
Knappe 20 Autominuten von Südtirols Landeshauptstadt Bozen, ist der Trubel des Alltags vergessen. Riesige, markante Felsgebilde ragen aus dichten uralten Bergwäldern hervor und bilden ein malerisches, wild blühendes Refugium für Naturliebhaber und Frischluftsportler. Hier– zwischen den atemberaubenden Dolomitengebirgszügen Rosengarten und Latemar (UNESCO Weltnaturerbe) – liegt ein abwechslungsreiches Wanderparadies: Mehr als 480 gepflegte Wanderwege auf mehr rund Kilometern laden Genusswanderer, anspruchsvolle Kraxler und Erholungssuchende ein.

Der Name „Eggen“ leitet sich vom ladinischen Wort ega („Wasser“) ab. Der unterste Talabschnitt ist eine zerklüftete Schlucht, die Karl May zu seinem Roman „Durchs wilde Kurdistan“ inspiriert haben soll. Bei Birchabruck teilt sich das Tal in zwei Äste: Einer führt weiter Richtung Süden nach Obereggen und zu Latemar und Reiterjoch, der andere gegen Osten nach Welschnofen und zu Karerpass und dem legendären Rosengarten.

Die traditionelle Alpenregion zwischen Rosengarten und Latemar war bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert dank des Alpin-Pioniers Theodor Christomannos ein begehrtes Urlaubsziel. Das wuchtige, von Christomannos und seinem „Verein für Alpenhotels in Tirol“ im Sommer 1896 eröffnete Grand-Hotel unterhalb des Rosengarten lockte beständig prominente Bergurlaub-Pioniere von Kaiserin Sissi, über Schriftsteller Karl May und Englands Premierminister Winston Churchill bis zu Filmregisseur Luis Trenker an.

König Laurins Garten
Unterhalb des gewaltigen, zerklüfteten Massivs des Rosengarten lag der Sage zufolge einst der wunderschöne Garten voller Rosen des Zwergenkönigs Laurin und seinem fleißigen Zwergenvolk, das im Inneren der Berge nach Kristallen, Silber und Gold schürfte. Als seinerzeit der König an der Etsch seine wunderschöne Tochter Simhilde vermählen wollte, wurden alle Adeligen der Umgebung zu einer Maifahrt eingeladen, nur König Laurin nicht. Aber mit seiner Tarnkappe ausgerüstet, nahm er als unsichtbarer Gast daran teil. Als er am Turnierplatz Simhilde erblickte, verliebte er sich auf Anhieb in sie, zig sie kurzerhand auf sein Pferd und ritt mit ihr von dannen.

Die Ritter, die die geraubte Prinzessin zurückholen wollten, verfolgten den Zwergenkönig zum Rosengarten. Beim folgenden Kampf zertrampelten sie die Rosen in seinem Zaubergarten, packten ihn, zerbrachen den Zaubergürtel und führten ihn in Gefangenschaft. Laurin aber, erzürnt über sein Schicksal, drehte sich um und belegte den Rosengarten mit einem Fluch: Weder bei Tag noch bei Nacht sollte ihn jemals mehr ein Menschenauge sehen. Aber er hatte die Dämmerung vergessen und so kommt es, dass der verzauberte Garten auch heute noch in der Dämmerung seine blühenden Rosen für kurze Zeit erstrahlen lässt. Noch heute ist die „Enrosadira“, wie die Einheimischen das abendliche Erröten des Rosengarten nennen, eines der faszinierendsten Schauspiele in den Alpen.

Das Natur-Erlebnisreich
Sehen, Erleben und Staunen – das ist auch das Motto unterhalb des Schwesterbergs Latemar, der sich oberhalb des Ortes Obereggen erhebt. Vor zwei Jahren haben die Eggentaler begonnen, ihren alpinen Lebensraum zu einem Erlebnisreich für Wanderer auszubauen. Im „Latemarium“, wie sie es nennen, können Gäste zwischen acht Themenstrecken aller Schwierigkeitsgrade wählen, sich im Waldhochseilgarten austoben und spektakuläre Fernblicke auf die umliegende Gipfelwelt vom Brenta-Gebirge über die Ortlergruppe bis zu den Ötztaler-, Stubaier- und Zillertaler Alpen von der Aussichtsplattform „Latemar.360°“ genießen sowie auf spielerische Weise an verschiedenen Stationen die Geheimnisse der Natur rund um den imposanten Gebirgsstock kennenlernen.

Das Naturjuwel Latemar – mit seinen steil aufragenden Felswänden, geologischen und botanischen Besonderheiten, uralten Bergwäldern und saftig blühenden Wiesen – hat schon immer die Menschen in seinen Bann gezogen. Sanft und harmonisch eingebettet in die faszinierende und ursprüngliche Bergwelt vermitteln Lern- und Erlebnistafeln wissenswertes über Flora und Fauna und die Einzigartigkeit der Dolomiten. So können sie ihren Kopf in zwischen zwei überdimensionale Hörmuscheln stecken. Jedes kleine Summen ist hier als verstärktes Rauschen im Stein zu hören. Auf anderen Tafeln erfährt man zum Beispiel, dass der lilafarbene „Gegenblättrige Steinbrech“ die am höchsten aufwachsende Blütenpflanze Europas ist, die zu 4500 Meter Höhe gedeiht. Das dunkelrosa blühende „Glänzende Fingerkraut“ dagegen verankert sich im Geröll und hält dabei den Schutt fest.

Mit diesem Wissen ist der Wanderer bestens eingestimmt auf den geologischen Lehrpfad „Latemar.geo“, der einen auf eine Zeitreise in die Vergangenheit bis vor 245 Millionen Jahren schickt. Sportlich orientierte Bergerklimmer können auch den Pfad „Latemar.2671m“ (Nr.18/516/22) nehmen, der zur Latemarhütte auf dem felsigen Gipfelkamm in 2.671 Metern Höhe führt. Wer es weniger dramatisch, dafür aber idyllisch mag, ist auf dem „Latemar.tempo“ (Nr.10/11) bestens aufgehoben. Er führt über saftige Almwiesen und durch duftende Bergwälder und lädt mit schattigen Plätzen und Wellnessliegen zum puren Wandergenuss ein.

Die moderne Kräuterhexe
Noch erlebnis- und lehrreicher wird so eine Dolomiten-Wanderung in Begleitung von Sigrid Thaler. Die diplomierte Botanikerin hat sich komplett den Bergkräutern verschrieben und im vergangenen Jahr Südtirols erste Kräuterakademie eröffnet. Mindestens einmal pro Woche startet sie mit Gästen des Hotels Sonnalp in Obereggen auf eine Kräuterwanderung, die in der Regel auch Teile der Latemarpfade umfasst, je nach Kondition und Wünschen der Mitwanderer. Die erfahren dann so manches über Beschaffenheit und heilende Geheimnisse der Bergkräuter, die rund um die Dolomitengipfel aus den Almwiesen sprießen.

Blutwurz und Wegerich wachsen hier, Arnika und Enzian. Und an die 60 verschiedene Wildorchideen. Mit viel Spaß, Charme und einer gehörigen Portion Fachwissen, hilft die Sigrid dabei, so manches zarte Kraut, das zwischen stolzen und farbenfrohen Alpenblumen wächst, zu entdecken und auf Herz und Nieren zu prüfen. Sie ist bei jeder Wanderung aufs Neue fasziniert: „Jede Woche blüht was anderes, bunter, vielfältiger, heilkräftiger, da die Bergkräuter extremeren Bedingungen ausgesetzt sind, ist jede Pflanze ist ein kleines Wunder, das Krankheiten vorbeugt und heilen kann.“

Zum Beispiel hilft Nelkenwurz bei der Wundheilung und Zahnfleischentzündungen. Fingerkraut, als Tee, Tinktur, Salbe oder in Öl angesetzt oder geräuchert, hilft bei Magen-Darm-Beschwerden. Das Alpenmaßliebchen, dem Gänseblümchen ähnlich, wirkt mit den enthaltenen Sapponinen als Tee getrunken gegen Verschleimung. „Die Wirkstoffe der Kräuter decken den ganzen Organismus ab. Man muss genau wissen, welchen Wirkstoff man braucht, danach sucht man die Pflanze aus. Für die Verdauung braucht der Magen etwa Bitterstoffe wie sie in Enzian, Löwenzahn, Schafgarbe, Wermut und Blutwurz vorkommen“, erzählt sie.

Zurück im Sonnalp vertieft die Kräuterhexe, wie Sigrid Thaler sich selbst gern schmunzelnd nennt, die Eindrücke der Wanderung in ihrem wöchentlichen Kräuterworkshop, gibt wertvolle Tipps zum Sammeln und Trocknen, erklärt die wichtigsten Wirkstoffe und die sachgerechte Verarbeitung. Gemeinsam mit den Teilnehmern stellt sie Salben und Tinkturen her, mischt Kräutersalze- und Gewürze, Currymischungen, Öle, Tees, Liköre und vermittelt sogar altes Südtiroler Heilwissen wie die Herstellung von Heilweinen und der sagenumwobenen Pechsalbe.

„Ich möchte Bögen spannen von altem Wissen zur wissenschaftlichen Erkenntnis. Wenn man Kräuter in die Nahrung aufnimmt, wird daraus wieder ein Lebensmittel im wahrsten Sinne des Wortes.“ Bei dieser Biophotonik erhält Körper von den Wildkräutern Informationen. Deren Zellen haben Strahlen, die alle lebenden Zellen zum Leuchten bringen, das sind die wichtigsten Antioxidantien , die Ordnung schaffen im Körper, Krankheiten verhindert und Lebensverlängernd sind, das überträgt sich in Lichtgeschwindigkeit.“ Aber so lacht sie: „Die Kräuter müssen frisch sein, dann strahlt man auch selber wieder!“

Die Alm der regionalen Köstlichkeiten
Kräuter mögen zwar sehr gesund sein, aber richtig satt wird man von ihnen nicht wirklich. Doch nach einem leckeren Essen können sie durchaus gut tun, bisweilen auch in hochprozentiger flüssiger Form, etwa als Enzianschnaps. Und lecker, sehr lecker essen, das können Wanderer, die im Latemarium unterwegs sind, zum Beispiel in der gediegenen Mayrl-Alm.

Die Hütte ist dermaßen naturgetreu angelegt, dass sich sogar Murmeltiere zur Freude der Terrassengäste regelmäßig auf dem Hausdach zeigen. Hüttenwirt Mark Eisath setzt bevorzugt auf regionale Kost und Küche und kann Interessierten genau sagen, woher er seine Produkte bezieht.

„Wir haben hier im Tal so viele gute Sachen, da brauche ich nicht lange anderswo zu suchen“, lacht er von einem Ohr zum anderen. Südtiroler Traditionsgerichte sind bei ihm natürlich die hausgemachten Schlutzkrapfen, frittierte Südtiroler Marillenknödel, aber auch das Tris aus Spinat-, Rote Beete- und Kasnocken, länglichen Knödeln, von den Einheimischen auch Fastenknödel genannt. „Der Käse für das Kasbrettl kommt vom Learnerhof in Deutschnofen, wo der junge Käser Stefan Köhl das Geschäft führt. Unsere Eier sind Freiland vom Pacherhof in Eggen, Speck und Kaminwurze hole ich beim Metzger Zelger in Deutschnofen und das Roastbeef vom Ochsen kommt vom Fleckerhof in Eggen“, zählt der Hüttenwirt voll Stolz auf.

Das Hotel für Genießer
Der gleiche Stolz auf die Heimat und die eigene Leistung spiegelt sich auch im Gesicht von Georg Weissensteiner, dem Seniorchef des Hotels Sonnalp in Obereggen, das direkt am Einstieg in die Wanderwege rund um den Latemar liegt. Der langjährige Vorsitzende des örtlichen Tourismusverbandes kennt jeden Winkel im Eggental, und der 73-jährige freut sich jedesmal, wenn er auf geführten Wanderungen offensichtliche und verborgene Schönheiten seines Heimattals präsentieren kann.

Vor allem aber hat er sein Haus dem Genuss verschrieben, das im Sonnalp, einem ausgewiesenen „Genießer-Hotel“ viele Gesichter hat: Er beginnt schon beim Ankommen, denn die Familie Weissensteiner versteht es, jedem Gast sofort das Gefühl von zu Hause zu vermitteln. Die Zimmer und Suiten haben allesamt sonnenverwöhnte Süd- und Ostlage und geben den Blick auf das herrliche Bergpanorama frei.

„Unsere Gäste sind keine Gipfelstürmer, sondern Menschen, die Stress und Druck zuhause lassen möchten“, erzählt Georg Weissensteiner unterwegs. „Kein Verkehr, keine Ampeln. Stattdessen die Natur genießen, eine halbe Stunde in den Wald rauswandern, auf einem Bankerl sitzen und das Bimmeln der Kuhglocken und das Zwitschern der Vögel zu hören – das ist doch Genuss und Erholung pur.“

Und obendrauf hat der herzliche Hotelier noch eine erstklassige Küche, einen bestens bestückten Weinkeller Keller und persönliche Betreuung zu bieten, die seine mehr als 80 Prozent Stammgäste zu schätzen wissen: Wer das Sonnalp einmal genossen hat, kommt eben gerne wieder.

Der treue Haubenkoch
Einen gepflegten Anteil an dieser Treue hat nicht zuletzt Martin Köhl, noch so ein Heimatverbundener. Und genau diese Heimat präsentiert der wiederholt mit zwei Hauben ausgezeichnete Chefkoch des Sonnalp’ seinen Gästen seit nunmehr schon 20 Jahren auf dem Teller. Kreativ, raffiniert, harmonisch - und vor allem regional. Täglich zelebriert er sie in fein abgestimmten, schnörkellosen Gerichten, die durch die perfekte Fusion der Aromen und Texturen lebt. Das Produkt ist dabei der Star, und diesen sucht er vorzugsweise direkt vor der Haustür: Deutschnofner Käse, den sein Bruder herstellt, Kräuter und Blüten aus dem eigenen Garten oder Almwiese vor dem Hotel, selbstgesammelte Pilze, Eggentaler Urtomaten, Fisch aus kristallklaren Bergflüssen und bestes Dry Aged Rind vom Metzger seines Vertrauens.

„Nur aus besten Grundzutaten kann man etwas Besonderes erschaffen“, lautet das Credo des Mitglieds der Spitzenköche „Eurotoques“. Und der Spitzenkoch ist sich auch nicht zu schade, einfache Bauerngerichte neu zu interpretieren: Etwa die Schlutzkrapfen aus gebranntem Mehl gefüllt mit geschmolzenem Bergkäse aus seinem Heimatort Deutschnofen. Oder eine „Fonduta“: „Die Bauern hatten ja früher oft nicht viel, da haben ja sie eben Suppe aus gebranntem Mehl gemacht, die Brennsuppe und dann Käse reingestreut.“ Nicht nur für hungrige Wanderer ein schlichter Genuss.

Genau diese Klarheit schätzen seine Gäste seit Jahren. Sei es mittags im hauseigenen Bistro, in dem der 48-Jährige Kochkünstler feinste Südtiroler Gerichte mit mediterranem Einfluss serviert, als auch abends im liebevoll neu gestalteten Sonnalp Panoramarestaurant des Hauses, das den perfekten Rahmen für die 5- bis 6-gängigen Genießer-Halbpensionsmenüs bietet. Zielstrebig verfolgt er diese Eroberung der Geschmacksgipfel auch auf seiner „Kreativ-Spielwiese“, wie er die einladende und Hauben gekrönte Gourmetstube des 4-Sterne-S-Hotels nennt. Wie er die Qualität nach 20 Jahren ständig weiter steigert? „Ich mache immer noch selber Praktika, lade Sterneköche zum Austausch ein und forsche im Internet nach kreativen Inspirationen. Das darf man aber nicht einfach abschauen, sondern ich passe das an meinen Stil an“, lächelt Martin Köhl bescheiden unter seiner großen weißen Kochmütze hervor.

Der Südtiroler Wein-Profi
Zu solch erstklassiger Küche gehören natürlich als Begleitung auch exzellente Weine. Und inzwischen hat Südtirol davon reichlich zu bieten. Keiner weiß das besser als David Weissensteiner, der Juniorchef im Hotel Sonnalp. Er kennt zahlreiche der jungen wilden Winzer aus Südtirols Weinbergen persönlich, schließlich kommt er aus derselben Generation. Als Wein-Experte und Sommelier kann er zu jedem Gang den passenden Tropfen empfehlen oder eine Flasche, die auch mehrere unterschiedliche Gänge leicht und locker begleiten kann. In seinem begehbaren und bestens sortierten steinernen Weingewölbe pflegt er rund 450 Positionen unter denen so mancher Weinschatz – vorzugsweise Spitzenweine aus Südtirol und Italien – verborgen liegt.

Aus Terlan etwa kommt einer seiner Lieblingsweine - oder wie er es nennt „der König der Südtiroler Sauvignons“. Weissensteiner: „Die Terlaner Weißweine haben eine hohe Mineralität und feine Säure und sind daher nicht nur sehr fruchtig und gehaltvoll sondern auch sehr langlebig.“ Einer der Lieblingswinzer von David ist das Weingut Pfitscher aus Montan, dass sich zu 100 Prozent dem nachhaltigen Weinbau verschrieben hat. Hierfür hat die Winzerfamilie den Ansitz Pfitscher aus der Dorfmitte von Montan mitten in die Weinberge verlegt.

Akribische Ressourcenschonung stand beim Neubau der Kellerei im Mittelpunkt. So entstand ein zeitgenössisches Anwesen, das sich zurückhaltend in das Landschaftsensemble einfügt. 2012 erhielt Pfitscher als erster Betrieb Italiens das Qualitätssiegel „KlimaHaus Wine“. Montan ist ein idyllischer Ort am Osthang des Unterlands oberhalb von Castelfeder, bekannt als eine der besten Lagen für den Blauburgunder und geprägt von steilen Hängen, kostbaren Terrassenlagen und einem milden, alpinkontinentalen Klima. Das Aushängeschild des Weinguts Pfitscher ist der Pinot Nero „Matan Riserva“.

Der Entschleunigungs-Parcour
Auch in den überwiegend von der Sonne verwöhnten Dolomiten kann das Wetter mal nicht mitspielen. Macht nichts. Denn da gibt es ja noch den Indoor-Entschleunigungsparcour im Sonnalp. „Loslassen und genießen“ lautet hier die Devise, die natürlich auch nach einem aktiven Tag in der magischen Bergwelt gilt. Hier lockt dann mehr die Reise zu sich selber.

Allein schon der Ruheraum mit der großen Glasfront und dem Blick nach draußen zur beruhigenden Bergwelt ist eine enorme Kraftquelle. Während draußen der Regen plätschert, verdampfen drinnen in Sauna und Aromabad jeglicher Stress und Alltagssorgen. Tief in sich hineinhören, den Körper spüren und die aufkommende Entspannung in vollen Zügen genießen – wirkungsvoller kann Entschleunigung nicht sein.

Expedition in die Schlucht der Dinosaurier
Eine überaus faszinierende Reise zur Entstehungszeit unserer Erde liegt nur eine knappe halbe Auto-Stunde von Obereggen entfernt. Die gewaltige, die acht Kilometer lange und 400 Meter tiefe Bletterbachschlucht beim kleinen Ort Aldein, auch als „Grand Canyon Südtirols“ oder „Schlucht der Dinosaurier“ genannt, ist eine Halbstages-Expedition auf alle Fälle wert. Nirgendwo sonst in Europa lässt sich die Geschichte unseres Globus derart hautnah erleben, wie inmitten dieses 230 bis 280 Millionen Jahre alten Gesteins.

Mit einer Wanderung durch die beeindruckende Schlucht, seit 2009 auch Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, begibt man sich auf eine Zeitreise, die einen zurück bringt bis in die Eiszeit, Spuren von Sauriern, Pflanzenfossilien und versteinerten Muscheln. Sie ist das Ergebnis von Verwitterung und Abtragung seit der letzten Eiszeit vor 18.000 Jahren. Geologisch besonders einzigartig: Im Zuge der Alpenfaltung wurden die fünf übereinander liegenden Gesteinsschichten so erhalten, wie sie Millionen Jahre zuvor abgelagert wurden – vom roten Bozener Quarzporphyr bis zum weißen Dolomit. Das auch auch „Contrin“ genannte Gestein besteht aus den Resten von Kalkalgen, die sich seinerzeit in einem tropischen, Flächenmeer ablagerten.

Denn vor 234 Millionen Jahren waren die Dolomiten eine karibische Insel. Und noch heute lassen sich hier genau die gleichen Steine mit Muscheln und Pflanzeneinschlüssen finden wie etwa auf Barbados, einer Insel der kleinen Antillen. In den Sandsteinlagen der Schlucht aus der Permzeit vor 250-260 Millionen Jahren fanden Geologen überdies Spuren von etwa 20 Saurierarten und stellte fest, das dieser Gebirgszug dieselbe Entstehungsgeschichte hat wie der Grand Canyon in den USA und damals am Äquator lag.

Von Mai bis Oktober ist der GEOPARC Bletterbach wanderbar. Damit verbunden sind auch ein GEO-Weg mit informativen Tafeln, ein Waldlehrpfad sowie das Besucherzentrum Aldein, direkt am Eingang zur Bletterbachschlucht. Hier erzählt ein kleines Museum die Geschichte unserer Erde und zeigt spannende Funde, die Geologen in der Schlucht gemacht haben. Die Faszination der Dolomiten schlägt auch hier den Besucher sofort in ihren Bann.

Info:
GEOPARK Bletterbach
Tel.: +39 0471 886 946
info@bletterbach.info
www.bletterbach.info

Hotel Sonnalp
I - 39050 Obereggen/Dolomiten
Tel +39 0471 615842
info@sonnalp.com
www.sonnalp.com

5 Kommentare

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Hallo Heiner,
dein Bild des Rosengartens müsste von St. Zyprian aus aufgenommen worden sein. Ich kann mich noch erinnern, als ich zum erstenmal 1984 in St. Zyprian im Hotel Piné meinen Urlaub verbrachte,o jeden Abend etliche Fotografen dort auf dieses wunderbare Panorama warteten.
Von St. Zyprian aus, beginnt für mich eine der schönsten Kurzwanderung, die Bärenfalle über die Schlernhäuser zum Monte Pez.
Selbst meine Frau war sowas von begeistert, dass wir und das will bei meiner Frau was heißen, dass wir eine 5tätige Wanderung durch den Rosengarten machten.
Wir sind sehr gerne in Südtirol, sehr gerne in den Dolomiten, aber in den Rosengarten haben wir uns verliebt, obwohl wir unseren Urlaub immer in Gufidaun verbringen. Der Rosengarten liegt ja nur um die Ecke.
Danke lieber Heiner für diesen Bericht.
  • 07.06.2017, 23:49 Uhr
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Heiner Sieger
Lieber Jürgen,
danke für Deinen netten und mit persönlichen Erinnerungen gespickten Kommentar. Und danke auch für den Wandertipp an alle anderen Leser hier. Vielleicht findest Du auch noch ein paar weitere Anregungen zu Südtirol auf meiner eigenen Seite www.schönessüdtirol.de, habe die Ehre, Heiner
  • 08.06.2017, 08:58 Uhr
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Der Bericht über die Dolomiten gefällt mir sehr gut. Zum König Laurin aber: War es nicht so, dass er sich mit seinem Gürtel unsichtbar machte und im Rosengarten versteckte. Durch seine Bewegungen haben die Rosen sich auch bewegt, als er sich durch die Rosen zwängte, dadurch haben sie ihn verraten. Aufgrund des Verrates sprach er den Fluch aus, das der Rosengarten weder Tags noch Nachts gesehen werden kann. Besagte Dämmerung hatte er nicht erwähnt.
  • 08.04.2017, 14:38 Uhr
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Heiner Sieger
Hallo Hans-Peter, perfekt wiedergegeben von Dir. Ich habe das Geschehen nur verkürzt dargestellt, da die alte Sage nicht allzu viel Platz einnehmen sollte innerhalb des Beitrags, Aber danke für Dein feedback und Dein Lob, freut mich sehr!
  • 10.04.2017, 16:51 Uhr
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Die Dolomiten haben mich immer schon angezogen, bin auch dreimal schon durchgefahren zum Gardasee. Den Rosengarten, die Sextenner Dolomiten, Meran und Dreizinnen habe ich "auf dem Zettel".
  • 11.04.2017, 10:34 Uhr
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