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Busrundreise durch Irland und Nordirland

Busrundreise durch Irland und Nordirland

18.05.2017, 09:58 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Ein besonderes Reiseerlebnis bringt im Frühjahr eine Rundreise über die „grüne“ Insel Irland und Nordirland. Dem Besucher stellt sich wirklich im rauen Atlantikklima die Insel in ihrem satten Grün und den auffallend gelb blühenden Ginsterbüschen dar, gespickt durch viele historische Sehenswürdigkeiten, die vom geschichtlichen wechselhaftem Auf und Ab der Insel zeugen.

Nach dem Flug nach Dublin, da „Kurzstrecke“ und somit ohne Bordverpflegung empfing uns die Hauptstadt Irlands, durch und durch überzeugt „europäisch“ bis hin zur „Euro-Währung“. Dennoch wird man durch die Reiseleitung darauf hingewiesen, sich vorsichtshalber mit Englischem Pfund zu versorgen, da die Reise auch nach Nordirland und damit durch ein Stück „Großbritanniens“ führt, dessen bevorstehender „Brexit“ nicht zu übersehen und in Gesprächen mit Einheimischen nicht zu überhören ist.

Werden im Reiseprogramm Hotels mit TV genannt, sollte man sich nicht darauf einstellen, auf seinem Zimmer TV-Geräte auch mit deutschsprachigen Kanälen vorzufinden. Auch haben sich die Hotels durch die wachsende Touristik auf kontinentale Verpflegung ihrer Gäste eingestellt, sieht man vom Frühstück mit seinem reichhaltigen Angebot von Schinken, Würstchen, Rühreiern und den üblichen typisch englischen Süßspeisen ab.

Vor uns lag eine ca. 1700 km lange Busreise entgegen dem Uhrzeigersinn, bei der abgesehen von den üppig grünen Wiesen besonders die kulturellen Höhepunkte dieser Insel erwähnenswert sind. Auf Grund der relativ kurzen Zeit konnte leider nicht alles an Sehenswürdigkeiten besucht werden.

Die erste zu besuchende Sehenswürdigkeit war die Klostersiedlung „Monasterboice“. Zum ersten Mal konnten hier die mächtigen grauen mit keltischen Ornamenten versehenen Steinkreuze bestaunt werden. Inmitten des Friedhofes konnte man uralte Grabsteinplatten bewundern und mit etwas Mühe auch die Inschriften entziffern. Auch ein für Irland so typischer Rundturm, leider nicht mehr in seiner ursprünglichen Höhe war – äußerlich - zu besichtigen.

Die Grenze überschreitet man – noch – ohne Probleme. Wie es nach dem Brexit aussehen wird, weiß keiner der Einwohner Irlands oder Nordirlands zu sagen. Das Tagesziel ist die Hauptstadt Nordirlands Belfast. Eine Stadtrundfahrt mit anschließendem Spaziergang durch die sehr lebendige Innenstadt führte uns diese Stadt mit ihrer politisch sehr unruhigen Vergangenheit nahe. Im Gespräch mit Iren ist zu hören, dass man immer noch an die Einigung dieser beiden Landesteile glaubt.

Zu sehen waren u.a. der schiefe „Albert Clock Turm“, die „Queens Universität“ und die schon von weitem zu sehenden hohen Kräne im Hafen von Belfast. Wir wurden daran erinnert, dass hier die „Titanic“ gebaut wurde und von hier aus zu ihrer ersten und letzten Fahrt nach Nordamerika aufgebrochen ist. Das „Titanic-Museum“ zu besuchen ließ leider der enge Zeitplan dieser Rundreise nicht zu, so dass nur ein Foto-Stop und ein kleiner Spaziergang um und in die Vorhalle des Museums möglich war.

Am 3. Tag unserer Reise fuhren wir entlang der malerischen Küstenstraße zum „Giant’s Gauseway“ und konnten dort während eines Spazierganges das Eruptivgestein und die vielen Basaltsäulen in ihrer Schönheit bewundern.

In Derry, dem früheren London-Derry, bekannt geworden durch den Krieg zwischen Iren und Protestanten, dessen Ursprung jedoch nicht allein im Glauben, sondern in der geschichtlichen politischen Vergangenheit des von den Engländern im Mittelalter unterdrückten und ausgebeuteten irischen Volkes zu sehen ist. An Häuserwänden erinnern riesige Graffitis an die Vorgänge des Kampfes der IRA gegen die britische Armee. Ein Bummel über die mit Kanonen gesäumte noch gut erhaltene Stadtmauer, der Besuch der Guildhall und Derrys Rathaus vertiefen den Eindruck dieser kulturhistorisch interessanten Stadt, die 2013 zur britischen Kulturhauptstadt gewählt wurde.

Der nächste Tag führte uns durch die Berge und Täler Donegals und bot den Besuch einer Prozellanfabrik mit einer sachkundigen Führung. Und immer wieder, so weit das Auge reicht, wilde Hügel, sattgrüne Moore, weite Heidelandschaften. Immer wieder auffallend die typischen Steinmauern, zwar lose aufgeschichtet aber doch sehr widerstandsfest und riedgedeckte Hütten. Und auf den durch Mauern eingezäunten Weiden unzählige Schafherden

Der nächste Stopp auf unserer Rundreise diente der Kylemore Abtei, malerisch am Fuße eines bewaldeten Berghanges und am Ufer des Lough Poolacappul gelegen.
Wer wollte konnte sich gegen Eintrittsgebühr dieses herrliche und großzügig angelegte Anwesen ansehen und sich in die romantische Liebesgeschichte des ehemaligen Besitzers hineinversetzen.

Wir erreichten die „Burren-Region“, ein Karstgebiet, wie wir es von Südeuropa her kennen. Sie ist ein Hochplateau aus porösem Kalkstein und inmitten der „Poulhabrone Dolmen“, ein neolitisches Felsengrab, das von der jahrtausendealten Bevölkerungsgeschichte Irlands erzählt.

Als nächstes kam ein weiterer Höhepunkte dieser Rundreise, die „Klippen von Moher“, die wir bei typisch irischem Wetter mit starkem Wind und Regen bewanderten. Hier steigen die höchsten Klippen Irlands vom Atlantischen Ozean etwa 215 m empor. Ein Besucherzentrum informiert über den Ozean, das Gestein, die Natur und die Menschen dieser Region. In Fortsetzung der Rundreise brachte uns eine Fähre zum County Kerry.

Der Bus fuhr mit uns am nächsten Tag über den berühmten „Ring of Kerry“, der bekanntesten Panoramastraße Irlands. Nicht nur die vielen Flüsse, die winzigen idyllischen Dörfer und die steilen Klippen begeisterten uns, auch der Besuch eines Bauerhofmuseums (Kerry Bog Village), das einen informativen Querschnitt über das frühere Landleben der Iren mit Landwirtschaft und Schafzucht, aber auch über die Technik der Torfgewinnung. Auch die Besichtigung einer Schaffarm mit entsprechender Information über alles Wissenswerte der Schafzucht mit der Vorführung eines „Hirtenhundes“ und seiner Hüte-Aufgabe begeisterten uns.

Das nächste Ziel war der Killarney Nationalpark mit seinen riesigen Seen- und Parklandschaften. Einer dieser Seen ist der „Muckross Lake“, an dessen Ufer die Muckross Abtei liegt, bei der es sich um eines der besterhaltenen Franziskanerklöster handelt. Inmitten des Kreuzganges der Ruine wächst eine riesige uralte Eibe.

Am nächsten Tag verließen wir den Westen der Insel und fuhren durch das Landesinnere zurück nach Dublin. Auf dem Weg bewunderten wir das „Rock auf Cahir“ und passierten den Rock of Cashel, eine massive Festung hoch auf einem Berg. Danach besichtigten wir das „Ballyowen House“, ein im typisch klassischen georgianischen Stil erbautes Landhaus und gewannen Einblick in typisch irisches Landleben. Am Nachmittag dieses 8. Reisetages erreichten wir Dublin und schlossen damit den Kreis unserer überaus informativen Rundreise. Hier hatten wir noch die Möglichkeit, durch eine persönlich gestaltete Excursion die Sehenswürdigkeiten der Stadt Dublin wie die „50-Penny-Bridge“ oder das alte historische Viertel „Tempel Bar“ zu sehen, durch die Altstadt mit ihren vielen historischen Sehenswürdigkeiten zu flanieren und uns einem typisch irischen Essen mit einem gut schmeckenden typisch irischen Bier zu widmen.

Der nächste Tag war bereits der Tag der Rückreise und wir begaben uns auf den Weg zum Flughafen, um nach erlebnisreichen sehr eindrucksvollen acht Reisetagen wieder die Heimfahrt anzutreten. So eine kurze Rundreise kann nur einen Eindruck über ein so interessantes Land vermitteln. Viele Sehenswürdigkeiten mit geschichtlichem Hintergrund entlang unseres Weges konnten leider aus Zeitgründen nicht besucht werden. Dennoch ist unser während dieser Rundreise gewonnener Eindruck von Irland und Nordirland ein nachhaltig bleibender positiver.

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1 Kommentar

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Tolle Reise , sieht so aus , als ob es die gleiche Reise ist, die uns so begeistert hat, " Wild Atlantic Way" mit Eberhardt Reisen aus Kesselsdorf. Wir waren bereits das zweite mal in Irland und sind immer wieder begeistert.
  • 25.05.2017, 12:34 Uhr
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