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Auf den Spuren von Theodor Fontane

Auf den Spuren von Theodor Fontane

16.06.2017, 21:02 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Fontane und Schinkel sind Neuruppins bekannteste Söhne


Neben dem reizvollen Ruppiner See, der die Stadt Neuruppin umspült, sind es vor allem die bekannten Söhne der Stadt Theodor Fontane und Karl Friedrich Schinkel, die die Besucher anziehen. Die Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz-Ruppin liegt zirka 60 Kilometer nordwestlich von Berlin, wird zwar Fontanestadt genannt, hat aber eine viel längere Geschichte als der Dichter.

Das damalige (Neu-) Ruppin war eine planmäßige Stadtgründung der Grafen von Lindow-Ruppin, die in Alt Ruppin residierten. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1238. Eine Erweiterung der ursprünglichen Marktsiedlung Alt Ruppin, hin zur heutigen Stadt Neuruppin, erfolgte wahrscheinlich bereits vor der Gründung des Dominikanerklosters 1246 als erste Niederlassung des Ordens zwischen Elbe und Oder durch den ersten Prior Wichmann von Arnstein. Die Befestigung der Stadt erfolgte im 13. Jahrhundert durch Palisaden und ein Wall-Grabensystem, später wurde sie durch Mauern und Wall-Grabenanlagen befestigt.

Neuruppin gehörte im Mittelalter zu den größeren nordostdeutschen Städten. Die Stadt hatte einen nahezu quadratischen Grundriss von etwa 700 × 700 Meter. 1688 wurde Neuruppin eine der ersten Garnisonsstädte Brandenburgs, nach 1685 siedelten sich französische Hugenotten an.

Ein Einschnitt in die Entwicklung der Stadt war der Flächenbrand im August 1787. Das Feuer brach in einer mit Getreide gefüllten Scheune am Bechliner Tor aus und breitete sich rasch aus. Nur zwei schmale Bereiche am Ost- und Westrand der Stadt blieben erhalten, alles andere wurde bis auf die Grundmauern vernichtet. Menschenleben waren allerdings nicht zu beklagen.

Der Wiederaufbau der Stadt gestaltete sich nach einem einheitlich geplanten Grundriss. Die beiden eng zusammenliegenden Nord-Süd-Straßen wurden zu einer Achse, der späteren Karl-Marx-Straße, vereinigt. Es entstand ein rechtwinkliges Netz von Straßen mit durchgängig zweigeschossigen Traufenhäusern. Lange breite Straßen, unterbrochen durch stattliche Plätze, und Häuser im frühklassizistischen Stil prägen seit jener Zeit das Stadtbild. So entstand mit dem Wiederaufbau eine in dieser Originalität einzigartige klassizistische Stadtanlage. Sie gilt auch als Musterbeispiel frühklassizistischer Städtebaukunst.

Unseren Spaziergang durch Fontanes Heimat beginnen wir am Bahnhof Rheinsberger Tor, nachdem wir uns in der Tourist-Information mit Stadtplan und Broschüren eingedeckt haben. Der Karl-Marx-Straße folgend stehen wir schon bald hinter der Pfarrkirche St. Marien vor dem Schinkel-Denkmal.

Karl Friedrich Schinkel, 1781 in Neuruppin geboren und im Oktober 1841 in Berlin verstorben, war ein preußischer Baumeister, Architekt, Stadtplaner, der den Klassizismus und den Historismus in Preußen entscheidend mitgestaltete. Schinkel war Oberlandesbaudirektor und Architekt des Königs. Seine Bauwerke prägen heute noch das Stadtbild der Mitte Berlins.

Das Fontane-Geburtshaus finden wir in der heutigen Karl-Marx-Straße 84. Der Apotheker Louis Henry und Emilie Fontane hatten 1819 geheiratet und waren von Berlin nach Neuruppin gezogen. Sie konnten das Haus mit angeschlossener Apotheke günstig erwerben. Am Eingang zur heute noch bestehenden Löwen-Apotheke erinnert eine Gedenktafel daran, dass Theordor Fontane hier am 30. Dezember 1819 geboren wurde.

Vorbei am wunderschönen „Alten Gymnasium“, in dem Fontane zur Schule gegangen ist, stoßen wir am Ende der Straße auf sein Denkmal. Fontane war ein deutscher Schriftsteller und gilt als literarischer Spiegel Preußens. Seine bekanntesten Werke sind Effi Briest, Der Stechlin, Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland und die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.

Nun biegen wir links in die Karl-Liebknecht-Straße ein, passieren das Rathaus von Neuruppin und kommen über die Schifferstraße zur Uferpromenade des Ruppiner Sees. Über den Fahrgastschiffen und Hausbooten ragt die Klosterkirche St. Trinitatis weit ins Land hinein. Nach einer Pause unter dem modernen Parzival-Denkmal am Wasser biegen wir in die Fischbänkenstraße ein und statten vor dem Rückweg zum Bahnhof dem Museumshof noch einen Besuch ab. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt. Quelle: Wikipedia

2 Kommentare

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Brandenburg ist so schön! Danke für den Beitrag.
  • gerade eben
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Ich bin am Überlegen, den Spuren von Theodor Fontane mal zu folgen ... vielleicht im Herbst?
  • 19.06.2017, 11:57 Uhr
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