wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Das böse Netz

Das böse Netz

Peter Leopold
08.05.2016, 07:35 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Das Internet ist ein wirklich toller Spielplatz für Alle. So ist es möglich, jederzeit alles zu bestellen, was schön und modisch ist oder mit Fremden zu kommunizieren, die man auf der Strasse nicht einmal ansehen würde, weil sie entweder so hässlich sind, dass man sich erschrocken abwenden würde, oder denen man auf den ersten Blick ansieht, dass sie eher einem charakterlichen Totalschaden gleichen als einem Freund, dem man nur noch nicht begegnet ist.

Viele älteren Leuten ist das Netz suspekt, weil man so viele negantive Dinge hört, die teilweise bewusst in die virtuelle Welt gesetzt wurden, um sich abzuschotten und wirklich informative Dinge für sich zu behalten. Einige dieser Gruppen representieren tatsächlich eine Art geschlossene Gesellschaft: Das Darknet.

Die "dunkle Seite" des Netzes ist im Normalfall für den Durchschnittsnutzer gar nicht zugänglich und beinhaltet vorzugsweise alles, das der Gesetzgeber verboten hat. Waffen- und Drogenhandel, illegale sexuelle Praktiken und sogar Aufrufe zur Gewalt verschiedener politischer Interessensgemeinschaften. So gut wie jede dieser Sparten ist irgendwie strafrechtlich relevant - einerseits wegen Verstößen gegen das Urheberrecht, aber auch wegen durchaus schwerer Verbrechen. Und je schwerer das Delikt, umso strenger wird die Sparte abgeschottet.

Die Grenzen sind manchmal fließend und nicht immer leicht zu erkennen.So Mancher hat schon einen Link bekommen, um vielleicht ein Medikament zu kriegen, das möglicherweise gegen Beschwerden hilft, aber aus guten Gründen noch lange nicht zugelassen ist. Andere tappen in Abofallen oder andere Abzocker-Tricks, die man als Solche erst einmal nicht erkennt. Erst, wenn man sich genauer informiert, sieht man die Hintergründe und die verschleierten Urheber.

Jeder Betreiber einer Website kann bestimmen, ob und wenn ja, welche Teile seines Angebots im Index von Google & Co. landen dürfen. Lässt ein Seitenbetreiber keine Suchmaschinen zu, taucht sein Angebot selbst dann nicht in den Trefferlisten auf, wenn man gezielt danach sucht. Man braucht schon kostenpflichtige Suchmaschinen wie "BrightPlanet" die gegen Bezahlung derartige Seiten im Index speichern und ggf. freigeben.

Geheime Seiten, die z.B. die US-Regierung, Non-Profit-Organisationen, medizinische Vereinigungen usw. führen – haben alle riesige Datenbestände, die aber nur über spezielle Suchmaschinen durchforstet werden können. Ich warne ausdrücklich davor, sich solcher Suchmaschinen zu bedienen, wenn man zum Zugriff auf derartige Seiten nicht berechtigt ist. Die Strafen dafür können existenzvernichtend sein.

Es versteht sich von selbst, dass diese Seiten hier nicht genannt werden. Aber sie existieren nun einmal und man sollte durchaus wissen, worauf man sich einfäll, wenn man sich derartiger Seiten bedient.

Was sollte man tun?

Wenn man einmal "auf so eine Seite fällt" ist es das Beste, sich sofort davon zu verabschieden und sie nie wieder aufzurufen. Also keinesfalls als Lesezeichen speichern oder selbst versuchen, die Hintergründe zu ermitteln. meist ist sogar der bewusste Besuch solcher Seiten strafbar - zum Beispiel, wenn es um Kinderpornographie geht. Natürlich kann man auch Anzeige erstatten. Aber es ist nicht immer leicht zu erklären, wie man überhaupt auf derartige Seiten gekommen ist und so komt man durchaus auch selbst ins Visier der offiziellen Ermittler.

Natürlich ist es schwer, gewisse Dinge, die man einmal im Netz gesehen hat, schnell zu vergessen. Ermittler kennen das Phänomen der schlaflosen Nächte, weil man z.B. Online-Vergewaltigungen von Vorschulkindern nicht aus dem Kopf bekommt. Und eigentlich wird man ohne fremde professionelle Hilfe derartige Bilder auch nicht mehr los - es sei denn, man ist so abgebrüht, dass man Einiges wegstecken kann, dass der Normalnutzer niemals zu sehen bekommen würde. Aber das trifft für die Wenigsten zu...

2 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Über die Annonymität im Tor-Netzwerk (häufig unzulässigerweise mit dem Darknet gleich gesetzt) gibt es ja sehr unterschiedliche Aussagen. Ich habe schon gelesen, dass es dort nur so von Nodes der unterschiedlichsten Strafverfolgungsbehörden wimmelt. Um wirklich annonym zu sein und damit unbestraft illegales erwerben zu können, muss man schon ein bisschen versierter sein, war der Oh-Ton dort. (Ich hoffe, ich habe das jetzt richtig wieder gegeben.)
  • 10.05.2016, 17:45 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Es gibt sowas wie völlige Anonymität schon lange nicht mehr. Das ist eine Illusion von Leuten, die das gerne so hätten.
  • 10.05.2016, 17:51 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.