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Verpasste Gelegenheiten oder das "Ich kann mich nicht leiden" Syndrom

Verpasste Gelegenheiten oder das "Ich kann mich nicht leiden" Syndrom

Peter Leopold
19.06.2016, 06:55 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Manchmal ist es schon erstaunlich, wozu Menschen fähig sind, wenn sie sich in den Kopf gesetzt haben, auf Andere los zu gehen, sie ihm realen Leben ebenso wie im Netz zu stalken und bis hin zur psychischen uns manchmal auch physischen Vernichtung zu quälen. Es gibt da eine große Bandbreite von Einfällen, auf die ich im Einzelnen gar nicht eingehen möchte. Derartige Tipps werde ich bestimmt nicht geben.

Aber die Ursachen für ein derartiges Verhalten sind interessant und abgesehen von persönlichen unüberwindbaren Differenzen, die ja einen persönlichen Täter-Opfer Bezug erfordern, liegen sie oft genug beim Angreifer selbst. Erst wenn man sich näher mit den Betreffenden befasst, bekommt man eine vage Vorstellung davon, was wirklich dahinter steckt. Nicht, dass ich für solche Leute besonders viel Verständnis aufbringen würde. Davon bin ich weit entfernt. Aber es ist wie eine "Erleuchtung", wenn man sieht, was dahinter steckt und schon ist ein Angreifer im Netz nicht mehr so stark und übermächtig wie er scheint.

Nicht selten stecken verpasste Gelegenheiten dahinter. Ob es nun eigene Versäumnisse sind, oder vom Schicksal gewollte unvermeidbare "Zwischenfälle" auf die man keinen Einfluss hat - am Ende endet es in der eigenen Unzufriedenheit oder wenn man einen praktischen Vergleich heranziehen will - einem Druckkochtopf ohne Sicherheitsventil, der irgendwann explodiert. Anders ausgedrückt: Das "Ich kann mich nicht leiden" Syndrom.

Nicht bei Jedem sind die Auswirkungen so dramatisch, dass der Neidfaktor hoch genug wäre, um sich an Anderen abzureagieren. Aber besonders im Netz, wo man doch scheinbar anonym unterwegs ist, finden sich genügend Beispiele für das "sich selbst nicht leiden können" weil man zumindest anscheinend etwas in seinem eigenen Leben verpasst hat für das es keine zweite Chance gibt. Doch erkennbar sind in erster Linie die Auswirkungen und nicht die Hintergründe.

Neid und Bewunderung liegen sehr nahe beieinander und man kann durchaus annehmen, dass ein persönlicher Angriff ohne konkreten Anlass als einzige Ursache hat, dass sich der Angreifer selbst nicht leiden kann. Nach aussen sind es die sogenannten "Kampfemanzen", "sexuell unausgelastete Männer" oder auch "Querulanten" die generell auf Krawall gebürstet sind und eine vernünftige Kommunikation unmöglich machen und man braucht schon sehr viel Geduld, um solche Menschen wieder auf eine Schiene zu bringen, auf der sie sich wieder so halbwegs selbst ausstehen können.

Manchmal lohnt sich das sogar und dann stellt man fest, dass die Betreffenden gar nicht so schlimm sind, wie sie erst erscheinen. Aber es kann auch nicht die Lebensaufgabe Anderer sein, die Sichtweisen der Betreffenden alleine zu ändern. Und so muss sich auch jeder Einzelne auch hin und wieder hinterfragen, warum er gerade so und nicht anders handelt.

24 Kommentare

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Netzhass ist gratis: Eine Kolumne von Sascha Lobo

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/k...870799.html

Hass gab es natürlich schon immer. Aber zu den größten Problemen des Netzes gehört, dass die digitale Version des Hasses ausgerechnet um den Teil reduziert ist, der für den Hassenden anstrengend ist: die Konfrontation von Angesicht zu Angesicht. Ja, das ist ein Problem, und ja, das Internet macht es einfacher, Hass auszukübeln.
Außerhalb des Internets hat es einen hohen sozialen Preis, einer Person gegenüberzutreten und ihr Hass zu zeigen. Netzhass ist gratis.

Digitaler Hass ist ein gesellschaftliches Problem galaktischen Ausmaßes.

Ein Schulfach Interneterziehung wäre ein Anfang, dazu ein Aufstand der Nichthassenden, ebenso wie alle anderen Maßnahmen, die zu einer digitalen Herzensbildung beitragen, einer sozialen, nicht bloß technischen Online-Kompetenz also.
  • 22.07.2016, 19:17 Uhr
  • 1
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Wir leben doch alle in einer überdimensional großen Anstalt merke ich gerade. Die Anstalt nennt sich Welt oder Erde!
  • 20.06.2016, 08:16 Uhr
  • 1
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So langsam werden mir deine Beiträge unheimlich, so entlarvend und wahrhaftig sie auch sind. ((( Schüttel )))
  • 20.06.2016, 02:41 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Sind nur Beobachtungen
  • 20.06.2016, 04:42 Uhr
  • 0
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Also meine Lebensaufgabe ist es nicht, die Sichtweisen anderer zu ändern. Manchmal entlocken mir diese Menschen sogar ein Lächeln ob ihrer Durchschaubarkeit, aber in der Regel - ich gehe ihnen aus dem Weg, ob im Netz oder im realen Leben. Sage mir dann immer "die sind einfach anderes gestrickt" und gut ist es. Schont die Nerven.
  • 19.06.2016, 19:34 Uhr
  • 1
Peter Leopold
DAS stimmt allerdings. Einfacher ist es auf jeden Fall...
  • 19.06.2016, 19:37 Uhr
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Peter Leopold
Man könnte sich natürlich auch sagen..."Derjenige ist es nicht wert". Ethische Grenzen kannst Du setzen.Aber solange Jemand mit sich selbst nicht klar kommt, wirst Du die Handlungsweise kaum ändern.
  • 19.06.2016, 19:47 Uhr
  • 1
Ob mein Weg einfacher ist? Kann ich gar nicht so sagen, hat lange gedauert, bis ich ihn für mich gefunden habe. Dieses "aufeinander zugehen" ist mit einigen Mitmenschen einfach nicht möglich, sie wollen nicht und machen einfach dicht.
  • 19.06.2016, 20:16 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Das funktioniert auch nicht bei Allen.
  • 19.06.2016, 20:17 Uhr
  • 1
Stimmt. Man muss schon aufpassen.
  • 19.06.2016, 20:18 Uhr
  • 0
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Auf den Punkt gebracht. So typische Urekel, haben in erster Linie, ein Problem mit sich selber.
  • 19.06.2016, 10:41 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Offenbar
  • 19.06.2016, 10:42 Uhr
  • 1
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Auf der anderen Seite ist die Intensität der "Bedrohung" die von solch einem Menschen aus zu gehen scheint, für sein Gegenüber abhängig von dessen Widerstandsfähigkeit und dem Grad solch ein Verhalten zu tolerieren.

Außerhalb des Internets ist es u.U. wesentlich schwieriger einem Querulanten, Stalker, Störer oder wie man sie auch nennen möchte, aus dem Weg zu gehen. Hier am Schwarzen Brett genügt ein Blockieren oder einfach nicht zu reagieren.
  • 19.06.2016, 10:00 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Andererseits sind im realen Leben die rechtlichen Möglichkeiten viel ausgeprägter und z.T. auch wirkungsvoller... Man muss sie aber auch nutzen.
  • 19.06.2016, 10:06 Uhr
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Ja sicher. Ich kann mich aber entscheiden, ob ich rechtliche Möglichkeiten ausschöpfen will, oder aber solche menschen einfach ingnoriere. In vielen Fällen sind solche "Angriffe" nicht wirklich lebensbedrohlich ---jeder empfindet da anders, ich gebe es zu!
  • 19.06.2016, 10:11 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Nun...das hängt aber auch von der befindlichkeit des Opfers ab. Jemand, der zu sensibel ist, kann dadurch tatsächlich in eine lebensbedrohliche Situation kommen...
  • 19.06.2016, 10:12 Uhr
  • 0
Das meinte ich mit Widerstandsfähigkeit und dem Grad zu tolerieren. Beides ist bei jedem Menschen verschieden.
  • 19.06.2016, 10:16 Uhr
  • 2
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Gibt es auch im realen Leben. Wenn man sich ansieht, welche Querulanten was den Behörden schreiben, sieht man durchaus große Ähnlichkeiten.

Und die Antworten darauf müssen immer noch bürgerfreundlich abgefasst werden - obwohl es schwer fällt.

Nur der Prozentsatz ist geringer als im Internet - die Anonymität ist sehr verlockend, Persönlichkeitsstörungen so richtig freien Lauf zu geben...

Sobald allerdings in den Äußerungen Straftatbestände erkennbar sind, geht es sofort ab zur Staatsanwaltschaft zur weiteren Veranlassung.
  • 19.06.2016, 07:17 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Das ist auch der richtige Weg. Im realen leben muss sich ein Querulant wenigstens persönlich stellen und kann sich nicht verstecken...
  • 19.06.2016, 07:23 Uhr
  • 0
Oft kommen diese Schreiben auch anonym - vollkommen verwirrt. Dann gehen sie zum Betreuungsrichter - der erkennt sie manchmal schon am Schriftbild...

Nichts Neues . schreiben jeden Tag Unsinn....richtig versifftes Papier...
  • 19.06.2016, 07:25 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Grins...das ist im Netz auch nicht anders. Die unverwechselbare Art sich auszudrücken, ist wie ein persönliches Outing
  • 19.06.2016, 07:27 Uhr
  • 0
Sobald Drohungen enthalten sind, gehen sie an die Polizei. Der eröffnen dann das ganze Spektrum von der <Gefährdungsansprache, Begutachtung sowie Überwachung. Die werden dann ganz ruhig - schon wegen der Nachbarschaft und Polizeipräsenz...

An den Verteilern dieser Post kann man erkennen, dass die überall hinschreiben - bis sage und Schreibe an den Papst in Rom.

Meistens sind sie bei allen Behörden amtsbekannt und werden rausgeschmissen..Das verstehen sie besser...
  • 19.06.2016, 07:34 Uhr
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Peter Leopold
Damit rechnen ja die Wenigsten. Vielleicht gehört auch eine gehörige Portion überzogenes Selbstvertrauen zum Bild...
  • 19.06.2016, 07:35 Uhr
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Das stimmt - an den Kragen und ab auf den Bürgersteig - da toben sie noch 20 Minuten und danach suchen sie andere Einrichtungen auf...

Manchmal ist das echt eine Belustigung und Abwechslung bei der täglichen Arbeit und willkommene Pause, aus dem Fenster zu schauen...
  • 19.06.2016, 07:37 Uhr
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