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Lebensgefahr im Gleis - So gefährlich ist das Spiel "Pokémon Go" wirklich

Lebensgefahr im Gleis - So gefährlich ist das Spiel "Pokémon Go" wirklich

News Team
31.07.2016, 09:43 Uhr
Beitrag von News Team

Halberstadt (ots) - Die Bundespolizei wurde am Donnerstag, den 28. Juli, um 22.15 Uhr über eine Person im Gleis in der Ortslage Halberstadt informiert. Daraufhin wurde das betroffene Gleis sofort gesperrt.

Eine zur Unterstützung angeforderte Streife des Polizeireviers Halberstadt fand den Mann sitzend neben einem Andreaskreuz an der Strecke vor. Er wurde sofort aus dem Gefahrenbereich herausgeholt.

Eine Befragung des 33-Jährgen ergab, dass er "Pokémon Go" gespielt und dabei die Orientierung verloren hat.

Der Mann war leicht angetrunken. Ihm war zu keiner Zeit bewusst, dass er sich mit seinem Handeln in akute Lebensgefahr begeben hatte.

Die Bundespolizei möchte aufgrund des aktuellen Sachverhaltes erneut auf die Gefahren hinweisen, denen sich der Mann arglos ausgesetzt hatte:

- Züge können Hindernissen nicht ausweichen. Ein 1200 Tonnen schwerer Zug mit 100 Stundenkilometern hat einen Bremsweg von über 1000 Metern.
- Windrichtungen beeinflussen die eigene Wahrnehmung eines heranfahrenden Zuges erheblich.
- Ein elektrisch betriebener Zug ist beispielsweise für das menschliche Ohr erst wahrnehmbar, wenn er sich schon im Vorbeifahren befindet.
- Von den Zügen geht eine enorme Sogwirkung aus.

Deshalb appelliert die Bundespolizei "Bahnanlagen sind keine Spielplätze" und auch "Pokémon Go" darf nicht in der Nähe von oder auf Gleisen gespielt werden.

So funktioniert Pokemon Go


Seit zwei Wochen gibt es für viele Menschen - und nicht nur für Jugendliche und Kinder - nur ein Thema: Das Spiel "Pokemon Go" wurde am 13. Juli in den deutschen App Stores zum Download frei gegeben und begleitet seitdem Tausende in ihrem medialen Alltag.

Bei dem Spiel Pokémon GO verschmilzt die virtuelle Welt mit der realen: So animiert Pokémon Go die Spieler, mit ihren Smartphones durch die Umgebung zu laufen und in der "echten Welt" versteckte virtuelle Pokémon-Figuren einzufangen. In Kampfarenen kann man sich mit anderen Teams messen und an so genannten Pokéstops Punkte sammeln.

Um diese Orte, die virtuell in die reale Welt integriert sind, zu erreichen, ist die Spielbasis eine echte Landkarte der näheren Umgebung. Bewegt man sich mit seinem Smartphone also real, verlagert sich die Spielkarte um den Standpunkt. Das Spielfeld ist so gesehen die ganze Welt. Straßen und Wege sind gut zu erkennen, genau wie die Bebauung. Das Spiel bedient sich dazu der GPS-Funktion und des Kartenmaterials des Smartphones.

Was zunächst harmlos und nach lustigem Ferienspaß an der frischen Luft klingt, hat sich jedoch innerhalb kürzester Zeit zu einem echten Problem entwickelt:

Die Spieler verlieren sehr oft jeglichen Sinn für die Realität und konzentrieren sich ausschließlich auf die Suche nach Pokémons wie Pikachu, Schiggy oder Bisasam und starren dabei auf ihr Display. Das führt dazu, dass es gerade im Straßenverkehr zu gefährlichen Situationen kommt: Die vollkommen abgelenkten Spieler verlieren durch die fieberhafte Pokeman-Jagd schlicht den Blick für die Umgebung und die Gefahren des Straßenverkehrs.

Die User verlieren sich derart in ihrer Spielwelt, dass sie die reale Welt und deren Gefahren vollkommen ausblenden: Sie laufen über die Straße, ohne auf den Verkehr zu achten, rote Ampeln werden nicht registriert, Passanten werden angerempelt und so weiter......

Ganz besonders gefährlich wird es aber, wenn die Pokemon-Suche mit dem Fahrrad oder gar dem Auto durchgeführt wird. Das Benutzen von Mobiltelefonen während der Fahrt stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die für Kraftfahrer mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet wird. Bei Radfahrern wird ein Verwarngeld in Höhe von 25 Euro fällig.

Das ist jedoch nicht das Schlimmste: Die Pokemon-Suche via Rad oder Auto ist einfach ungemein gefährlich! Durch die starke Ablenkung vom Straßenverkehr und das dauerhafte Starren auf das Display steigt das Unfallrisiko enorm an. Ein Pokemon ist es nicht wert, dass die eigene Gesundheit, das Leben oder das anderer gefährdet werden!

Sie verlieren die Orientierung


Hinzu kommt, dass die Spieler durch die Fixierung auf das Smartphone nicht mehr darauf achten, auf welchem Terrain sie sich bewegen.

Nicht selten wurden bereits unerlaubt fremde Grundstücke auf der Jagd nach den virtuellen Monstern betreten - hier drohen Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs! Nicht jeder ist damit einverstanden, wenn Fremde im Garten nach virtuellen Monstern suchen! Aber auch Ganoven könnten das Pokemon-Fieber ausnutzen: Während die Spieler völlig abgelenkt durch die Welt laufen, sind sie leichte Opfer für Taschendiebe oder Räuber, die das Portmonee oder andere Wertgegenstände stehlen könnten.

Die Polizei möchte kein Spielverderber sein, macht jedoch deutlich, dass Spaß und Risiken bei der virtuellen Monstersuche hier nah nebeneinander liegen!

Eltern empfiehlt die Polizei dringend, mit ihren Kindern über die gefährliche Faszination von Pokemon Go zu sprechen und diese für die Gefahren bei der Benutzung von Smartphones im Straßenverkehr zu sensibilisieren.

Dieser Moslem hat eine klare Botschaft an die Welt

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