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Studie deckt auf! Diese Gefahr in unseren Krankenhäusern kostet tausenden Me ...

Studie deckt auf! Diese Gefahr in unseren Krankenhäusern kostet tausenden Menschen das Leben

News Team
10.08.2016, 12:57 Uhr
Beitrag von News Team

Bis zu 40.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an Infektionen, die sie sich im Krankenhaus zugezogen haben. Die Zahl der Erkrankten erreiche bis zu einer Million. Das Nachrichtenmagazin "stern" testete die Qualität der Reinigung in 17 deutschen Krankenhäusern - Mit einem alarmierenden Ergebnis: Bei der Hygiene würden sich dramatische Mängel zeigen!

Als Grund für die gefährlichen Krankenhaus-Infektionen, gegen die oft kein Antibiotikum hilft, stehe laut "stern" oft die Krankenhausreinigung im Verdacht, mitverantwortlich zu sein. Es fehle jedoch bislang an Studien dazu, wie gut in Kliniken wirklich geputzt wird.

Der stern untersuchte 17 Krankenhäuser in Hamburg. Für den Test kam das sogenannte "Glow-Check"-Verfahren zum Einsatz, das auch Gesundheitsämter nutzen. Dabei werden unsichtbare Markierungen an sogenannten Griffkontaktflächen angebracht, die häufig von Personal und Patienten berührt werden - Türgriffe, Spülköpfe und Fahrstuhlknöpfe etwa. Die Markierungen sind nur unter UV-Licht sichtbar.

Nur jede vierte Stelle wird täglich geputzt!

Das Ergebnis des stern-Checks: Nur jede vierte der 783 markierten Flächen wurde wenigstens einmal in 24 Stunden komplett gereinigt.
Sogar Türklinken, die Hygienikern wegen besonders häufiger Berührungen als größte Gefahr gelten, waren in 69 Prozent der Fälle gar nicht oder nur teilweise gesäubert. In der Notaufnahme eines großen Hamburger Krankenhauses war die Türklinke eines Isolierzimmers, in dem mit gefährlichen Keimen infizierte Patienten lagen, ungereinigt.

Multiresistenter Keim fordert 19 Todesopfer

Wie der stern weiter berichtet, habe sich erst letztes Jahr an der Uniklinik Kiel auf mehreren Stationen ein seltener multiresistenter Keim verbreitet. Dieser habe mehrere Monate auf Oberflächen überleben können. Von 31 angesteckten Patienten starben 19. In welchen Fällen die Infektion und nicht schon die Grunderkrankung zum Tod führte, ermittelt derzeit noch die Staatsanwaltschaft, laut Klinikum seien es drei.

Verseuchte Oberflächen gefährlicher als Patientenkontakt

In dem Bericht heißt es weiter, dass Studien von Forschern aus Dublin und Boston zeigten, dass Keime über verseuchte Oberflächen besonders oft zu Pflegekräften und Ärzten gelangen. Beispielsweise ist das Risiko einer Übertragung von multiresistenten Staphylokokken (MRSA) auf Krankenhausmitarbeiter durch kontaminierte Oberflächen doppelt so hoch wie durch den Umgang mit infizierten Patienten.

Gewerkschaften und Experten warnen

Die Ursache für die Ausbreitung gefährlicher Keime sehen Gewerkschaften und Hygieneexperten in den "zunehmend schlechteren Arbeitsbedingungen" für Putzkräfte in Krankenhäusern. Krankenhäuser könnten durch Auslagerung der Reinigung Kosten sparen, doch die auswärtigen Putzkräfte seien meist schlechter ausgebildet als Angestellte und zudem überlastet, heißt es weiter. Laut einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) an deutschen Kliniken aus dem Jahr 2013 müssen Putzkräfte bis zu 400 Quadratmeter pro Stunde bewältigen. "Das ist mehr als das Dreifache früherer Richtwerte, die jahrzehntelang überall Standard waren", kommentiert der Vizepräsident der Gesellschaft Walter Popp.b

Die jüngste stern-Recherche zeigt, wie dringend die Krankenhaushygiene in Deutschland verbessert werden muss.

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53 Kommentare

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Und wir reden und machen einen hipe um Ebola in Afrika?
  • 21.08.2016, 12:47 Uhr
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Ich kann verstehen, dass von Krankenhausmitarbeitern das Problem der Hygiene heruntergespielt wird. Doch die Zahlen belegen es deutlich. Ich selbst bin im Jahre 2015 aus einem Krankenhaus praktisch heraus geschmissen worden, weil ich mich bei der Verwaltung über katastrophale Hygieneverhältnisse beschwert hatte. Da ging es darum, dass Medikamentenboxen offen auf einem Rollwagen standen, der genau dort stand, wo Patienten mit dem Pflegeteam kommunizierte. Ich sah öfters, wie beim Sprechen feiner Speichel über diese Medikamentenboxen versprüht wurde. Wenn ich heute daran denke ekelt es mich immer noch. Die Verwaltung hat sich bei mir entschuldigt. Das Pflegeteam war entrüstet und hat mich das auch deutlich gezeigt. Obwohl ich vorher mit der Stationsschwester ganz vernünftig darüber unterhalten habe. Doch sie fühlte sich wohl persönlich angegriffen und meinte nur zu mir, dass sie mit mir über solche Dinge nicht diskutieren würde. Das zur Hygiene in unseren Krankenhäusern! Bei der Zahl der Erkrankungen an MRSA und den daraus resultierenden Todesfällen, ist die Dunkelziffer wahrscheinlich nicht einmal mit einbezogen. Jeder der dieses Thema verharmlost, sollte sich vorstellen, wie es ist wenn er selbst als kranker Mensch von so einem Keim befallen wird.
  • 13.08.2016, 11:10 Uhr
  • 1
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Welch ein Blödsinn.. Ich arbeit in einer Notaufnahme in einer großen Klinik in Mannheim. Bei uns gibt es verschiedene Reinigungsteams, je nach Grund. Danach werden die einzelnen Zimmer/Untersuchungsboxen auf 3 Stunden gesperrt. Und ganz ehrlich, die Zahl der MRSA Fälle sind bei weitem nicht so ausgebreitet, wie behauptet. Zumal viele von uns diesen Erreger in uns haben könnten und auch bestimmt haben und keiner weiß Bescheid. Man könnte sich quasi auch in der Strassenbahn anstecken. Es ist nicht immer nur die Schuld der Krankenhäuser. Aber es macht es einem leicht, dies in seinem Unwissen zu behaupten...
  • 12.08.2016, 12:49 Uhr
  • 1
Ich habe auch in Krankenhäusern gearbeitet. In einem habe ich mich mit MRSA angesteckt. Es wurde zu einem kranken Patient ein gesunder gelegt (das Bett muss ja voll sein und Geld bringen) Das Pp wurde angewiesen, zum keimfreien Patienten unmaskiert zu gehen, zu dem befallenen Patienten in Vollmontur ( Haube, Mundschutz, Kittel und Schuhüberzieher). WAS FÜR EINE LÄCHERLICHE ANWEISUNG. JEDER, DER MIT MRSA ZU TUN HAT, SOLLTE WISSEN, DASS ER NOCH IN EINEM RADIUS VON 20 M NACHWEISBAR IST. WAR ALSO QUATSCH MIT DER MASKERADE. MEIN DAMALIGER DIENSTGEBER HAT MICH AUF HAUSKOSTEN SANIERT. Ich sehe das nach wie vor als Schuldeingeständnis, denn nicht die Sanierung ist teuer, sondern die permanenten Tests in den Laboren kosten Schotter. Der Brüller war: er wollte, dass ich trotz MRSA zur Arbeit komme. Es gab deshalb Abmahnungen. Ich habe dann gekündigt. Ich bin Mutter, habe demgemäss eine gewisse Verantwortung. Ich habe einen Miniskusriss,den ich wegen solcher Hygienemängel nicht operieren lassen möchte. Ich bandagiere den bei Sport, hab mehr Spiel in der Kniescheibe. Noch geht alles gut.
  • 14.08.2016, 08:46 Uhr
  • 0
dir ist schon klar, dass millionen menschen mit mrsa frei herumlaufen und du es dir nicht nur in der klinik holen kannst. es kann jeder sein, auch der nachbar neben dir im bus......
  • 14.08.2016, 08:58 Uhr
  • 0
Aber muß ich im Krankenhaus diese Angst haben????
  • 21.08.2016, 12:48 Uhr
  • 0
nicht nur im krankenhaus... MRSA ist überall.... ob im bus, oder in einer klinik. aber keine sorge, viele menschen haben es in sich und wissen es gar nicht. darum ist jegliche panikmache hier falsch....... aber typisch fürs internet....
  • 22.08.2016, 08:05 Uhr
  • 0
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Das ist ja nun nichts Neues.
  • 12.08.2016, 09:52 Uhr
  • 0
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Die Finanzen werden falsch verteilt und kommen nicht da an wo sie sollen !!!
  • 11.08.2016, 20:53 Uhr
  • 2
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Des Übels Kern:
Krankenhäuser = Profitcenter
  • 11.08.2016, 00:40 Uhr
  • 1
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Das ist doch schon "Asbach Uralt"und kein einziger Bundes-gesundheitsminister hatte bis jetzt den A... in der Hose diesen furchtbaren Zuständen den Garaus auszumachen.Das Einzige was bis zum heutigen Tage jegliche Gesundheitsreform erbracht hat, waren Kosteneinsparungen die sich vorallem auf die Krankenhaushygiene im negativen Sinne, sowie auf den Personalbestand in diesen Bereichen ausgewirkt hat...hierzu sage ich....POLITISCHES VERSAGEN........was vielen Patienten das Leben gekostet hat.
  • 10.08.2016, 23:19 Uhr
  • 3
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darüber regen sich viel zu wenige auf, kein Wunder,geht ja nicht um Deutschlands derzeitiges Lieblingsthema. Ich habe mittlerweile ANGST ins KH zu gehen. In Holland kommen multiresistente Keime so gut wie nicht vor.JEDER neue Patient bekommt zuerst einen Abstrich und kommt in Karantäne,bevor es nicht geklärt st
  • 10.08.2016, 22:56 Uhr
  • 6
Meinst du allgemein die Beamten? Oder nur die in Berlin sitzen, die nur dummes Zeug reden und praktizieren?
  • 11.08.2016, 20:41 Uhr
  • 0
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den Bericht habe ich gestern im Fernsehen gesehen,erschreckend ....
  • 10.08.2016, 22:50 Uhr
  • 1
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Es ist wirklich kaum zu glauben , da werden zigtausende für aufwenige Gerätemedizin verbraucht , neueste OP-Methoden angewendet, aber für ein Mindestmaß an Hygiene ist kein Geld da
  • 10.08.2016, 22:39 Uhr
  • 2
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