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Digitales Bangladesh

Digitales Bangladesh

Peter Leopold
12.08.2016, 06:46 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Wer sich in Deutschland einen Internetanschluss bestellt, kann richtige Überraschungen erleben - selbstverständlich keine Positiven. Das wäre auch zu schön. Ohne einen bestimmten Anbieter jetzt bloß zu stellen, muss gesagt werden, dass nur sehr selten die sogenannten "Angebote" vertragsgemäß geliefert werden. Das größte Problem dürfte wohl die flächendeckende Verfügbarkeit sein. Und bis der Anschluss einmal eingerichtet ist, hat man mehrere Stunden in der Hotline verbracht.

Es ist schon traurig, dass ein Anbieter zwar Atem beraubende Geschwindigkeiten im Netz anbietet, aber besonders in ländlichen Gegenden die digitale Versorgung durchaus mit Ländern wie Bangladesh vergleichbar ist. Falls man überhaupt termingerecht einen Anschluss bekommt, werden die versprochenen Geschwindigkeiten selten auch nur annähernd erreicht. Im schlimmsten Fall hat man erst einmal ein paar Monate weder Telefon, noch Internet - besonders bei einem Anbieter - Wechsel.

So sind statt der versprochenen 50 Mbit Geschwindigkeiten von 1-2 Mbit keine Seltenheit. Wenn man beruflich auf das Netz angewiesen ist und das Versenden einer Text - Email knapp 5 Minuten dauert, kann das schon Existenz-bedrohend sein. Da ist es schon interessant, wenn man sieht, dass sogar auf einer Atlantikinsel Geschwindigkeiten von 300 Mbyte/s per Glasfaserleitung Standard sind.

Natürlich ist die Telekom schon durch die Verbreitung in Deutschland Spitzenreiter, aber auch dieses Unternehmen hat irgendwie den Anschluss verpasst. Wenn es aber um die Knebelbedingungen in Verträgen geht, gibt es da nicht so viele Unterschiede. 2 Jahre Vertragsbindung oder "Strafzahlungen" sind keine Ausnahmen und wenn man sich einmal beschwert hat, hat man manchmal gar keine Verbindung mehr.

Natürlich sind Komplettpakete insgesamt günstiger, wenn man sie auch nutzen kann. Digitales Fernsehen mit Kinokanälen und Europa-Flatrate inklusive Handytarif sollten aber dabei sein. Tragisch, wenn es nicht so ist. Aber das beweist nur, dass der Daten-IC ohne den Kunden abgefahren ist. Vielleicht liegt es an der "Quasi-Monopolstellung" den manche Unternehmen haben. Immerhin kommt eine Kleinigkeit dazu, an die kaum Jemand denkt: Die Leitungen sind fest in monopolistischer Hand und die Konkurrenz ist auf die Miete dieser Leitungen angewiesen.

Und mal ehrlich: Wer liest sich beim Vertragsabschluss tatsächlich jedes klein gedruckte Wort durch ? Sinnvoll wäre es allerdings - schon um sich von unliebsamen Überraschungen zu schützen.

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