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Nach Hacker-Angriff auf Telekom - Sicherheitsbehörde: Ein richtiger GAU komm ...

Nach Hacker-Angriff auf Telekom - Sicherheitsbehörde: Ein richtiger GAU kommt erst noch

News Team
29.11.2016, 11:37 Uhr
Beitrag von News Team

Nach Einschätzung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die jüngste Hackerattacke auf die Router von Telekomkunden vergleichsweise glimpflich verlaufen. „Dieses Mal haben wir noch Glück gehabt - der Angriff hat nicht richtig funktioniert“, sagte BSI-Präsident Arne Schönbohm am Montag der „Welt“.

Die Angreifer hätten nach einer ersten BSI-Analyse schlampig gearbeitet: Die Speedport-Router der Kunden stürzten durch den Angriff zwar ab, eine Schadsoftware aber hätten die Täter nicht installieren können.

Schönbohm nimmt die aktuelle Attacke auf die Telekom-Router zum Anlass, schärfere Sicherheitsstandards im Internet der Dinge zu fordern: „Je vernetzter die Welt ist und je allgemeiner Massenprodukte wie Router weltweit baugleich im Netz eingesetzt werden, desto verwundbarer sind unsere Netz-Infrastrukturen.“

Schönbohm möchte deswegen für Geräte wie DSL-Router, die von asiatischen Herstellern wie Arcadyan oder Huawei massenhaft hergestellt werden, verstärkt Sicherheits-Gütesiegel einsetzen: „Um die Chancen der vernetzten Gesellschaft nutzen zu können, müssen wir auch die Informationssicherheit noch stärker vorausschauend politisch gestalten. Wir wollen im Rahmen der Cyber-Sicherheitsstrategie der Bundesregierung Gütesiegel und Zertifikate für IT-Sicherheit ausbauen, die Mindeststandards im Internet der Dinge garantieren“, sagte Schönbohm der „Welt“: „Dazu könnte auch gehören, die Hersteller zu regelmäßigen und zeitnahen Sicherheitsupdates zu verpflichten, die automatisch aufgespielt werden."

Eine solche Verpflichtung sei nur auf europäischer Ebene sinnvoll; mit einem deutschen Alleingang lasse sich nicht viel erreichen, sagte Schönbohm. Der BSI-Präsident kritisierte, dass viele Hersteller diese Sicherheitsupdates insbesondere bei älteren Netzgeräten vernachlässigten: „Mir sind Beispiele bekannt, wo Lücken monatelang bestehen bleiben.“

1 Kommentar

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Dass viele Server, Modems, Router, Webcams, Babyphones, Hausvernetzungen, etc. nicht gegen Einblicke und Einflüsse von außen gesichert sind, müsste inzwischen eigentlich jedem bekannt sein. Über diese Thematik gab es schon eine Reihe sehr informativer Berichte (zum Beispiel von der Süddeutschen Zeitung).
Via shodan.io kann jeder Interessierte alle ungeschützten derartigen Einrichtungen weltweit, auf Wunsch nach Region oder Ort sortiert, abfragen. Und wenn man in shodan.io reinschaut, sieht man sofort eine Reihe von Einrichtungen der Telekom.
Es ist also kein Wunder, dass dieser Angriff erfolgte.
  • 29.11.2016, 20:30 Uhr
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