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Johannitag in Triesdorf - Hauswirtschaft von ihrer besten Seite

Johannitag in Triesdorf - Hauswirtschaft von ihrer besten Seite

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
12.07.2016, 16:51 Uhr

Jedes Jahr wird das Bildungszentrum Triesdorf nahe Ansbach zum Anziehungspunkt für Tausende Besucher. Der Johannitag bietet die Gelegenheit, der Bevölkerung im weiten Umkreis in einer großen Schau zu zeigen, was alles in Triesdorfs Institutionen, zehn Schulen, zwei universitären Einrichtungen und Forschungsinstituten gelehrt und gelernt wird. Die Schwerpunkte liegen auf Landwirtschaft und Ernährung sowie Energie und Umwelt.

Die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Haushaltsführungskräfte AEH beteiligt sich seit Jahren mit einem Stand am Johannitag. Im seitlich gelegenen Weißen Schloss geht es die Treppe hinauf, und man steht unter einer prachtvollen stuckierten Decke vor dem Stand der AEH. Der Spezialbeitrag dieses Jahres war der Ökologische Fußabdruck, eine Messmethode, wieviel der einzelne Mensch an Ressourcen verbraucht, wie tief sinnbildlich also sein Fußabdruck auf der Erde ist. Der Selbsttest, wie man ihn im Internet an mehreren Stellen, aber auch von Hand mit einem Fragebogen von z. B. Brot für die Welt durchführen kann, ergibt auch bei Personen, die sich für ökologisch bewusst halten und darauf in ihrem Alltag achten, das überraschende Ergebnis eines in unseren Breiten recht hohen Verbrauchs. Es werden jedoch sehr spezifische Größen und Verhaltensweisen miteingerechnet, etwa Autofahrten und Urlaubsreisen, auch noch per Flugzeug. Auch schlägt die Wohnungsgröße als beanspruchter Raum zu Buche. Dennoch, der Test kann zu interessanten Erkenntnissen beim eigenen Verhalten führen.

Da der Test jedoch umfangreich ist und die Verbandsinteressen viel weiter reichen, haben DEF und EAM das Thema variiert in "Erste Schritte für einen Nachhaltigen Lebensstil".
bewusst ernähren - regional und saisonal
bewusst konsumieren - weniger ist mehr
bewusst mobil sein - besser unterwegs mit Rad, Bus und Bahn
bewusst wohnen - sinnvoll heizen und einrichten

und in Summe bedeutet dies: die Schöpfung bewahren!

So stand es auf dem eigens angefertigten Veranstaltungsplakat und auf der von zwei grünen Füßen geschmückten Aktionspostkarte. Und es rollte und ratterte das Glücksrad. Je nach Farbfeld, das oben stehen blieb, waren Fragen aus verschiedenen hauswirtschaftlichen Bereichen von der Ernährung bis zur Mobilität zu beantworten und kleine Preise zur Belohnung zu gewinnen. Da das Glücksrad vor allem Kinder starkt anzog, war auch ein bisschen Hilfe bei den zum Teil ganz schön kniffligen Fragen erlaubt. Eine Frage, die fast alle Kinder auf Anhieb allein beantworten konnten, lautete "Wann ist Erdbeerzeit?" - "jetzt!"

Dem Stand des engagierten AEH-Teams gegenüber war der Stand des Dachverbands der hauswirtschaftlichen Berufe BayLaH und trug so zur eindeutigen Schwerpunktbildung bei. Dort fing ein Bügelbrett mit einem Anorak darüber die Aufmerksamkeit: "Würden Sie so was bügeln?"
Also, ich würde nicht, wurde aber eines Besseren belehrt. Man darf, es kann im günstigen Fall sogar eine Wiederauffrischung der Imprägnierung sein. Man sollte halt den Pflegehinweisen in der Naht des Anoraks folgen.

Sehr schön war auch der Raum gestaltet, in dem es um Kräuterverwertung und Käseherstellung ging. Er war bis ins Detail liebevoll dekoriert, auch in einem didaktisch ausgefeilten Methodenmix in der Darbietung: Plakate, Schaubilder, Ausrüstungsgegenstände zur Konkretisierung, Film, eine Kräuterwäscheleine mit Porträts der einzelnen Pflanzen, Kräuteressig und Feigensenf in Gläsern mit entsprechenden Rezepten, Milchkannen mit Fotos von der Käseerzeugung, dazu Feldblumenarrangements. Das Beste war jedoch, dass auch ein Geschmackserlebnis als aktivierender Teil mit dabei war. Bei einer MIlchverkostung galt es zu erschmecken H-Milch versus frischer Milch vom heutigen Tage und als Besonderheit ein geheimnisvoller Trunk, der ziemlich nach Mehl oder jedenfalls Getreide schmeckte. Desgleichen kleine Käsewürfelchen mit echtem Allgäuer Emmentaler versus der Supermarktversion. Nicht schlecht, aber der Unterschied lässt sich ohne Verpackung schon schmecken.

Unten auf dem Schloßhof war Volksfest- oder Biergartenstimmung rund um den Metzgereistand und das lange Kuchenbuffet. Die köstlichen Kuchen und Torten, für die die Hauswirtschaft im Weißen Schloß schon bekannt ist, gab es auch im Speisesaal. Die große Küche war neu ausgestattet worden und wurde den Besucherinnen und Besuchern in mehreren kleinen Ausstellungen erklärt.

Das Schloß selbst lag sehr schön in Wiese und Gärten, mit dem Brunnen und der riesigen Blutbuche vorne. Doch nicht nur von außen war es schön anzusehen, auch von innen boten sich aufmerksamen Besucherinnen und Besuchern viele reizvolle Anblicke. Eine große Menge von Blumensträußen und Gestecken, mal konventionell, mal in ungewöhnlichen Gefäßen und Kombinationen, brachten den Sommer und die Schönheit in die Zimmer und die Gänge. Liebevoll und gut durchdacht bis ins kleinste Detail präsentierte sich hier die Hauswirtschaft als eine sehr lebendige und mit dem Leben verbundene Disziplin von ihrer besten Seite.

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