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Ein Blickfang an zentraler Lage

Ein Blickfang an zentraler Lage

13.05.2013, 17:08 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Nach nur 6 Monaten Bauzeit ist in Mühlheim/Donau ein hochwertiger Neubau für Wohnen und Gewerbe entstanden, der in Baden-Württemberg beispielhaft für nachhaltiges Planen und Bauen ist: Im Auftrag von Jürgen Kupferschmid hat die Architektin Cornelia Lurz die Kriterien für Energieeffizienz und Barrierefreiheit konsequent aus einer Hand umgesetzt.

Eine nachhaltige Entwicklung für alle Generationen entspricht einem grossen Bedürfnis von immer mehr Menschen. Sie soll ihren heutigen Anforderungen entsprechen, ohne künftige Generationen in ihren Möglichkeiten einzuschränken und zu gefährden. In einem 2011 verabschiedeten Positionspapier weist die Architektenkammer Baden-Württemberg darauf hin, dass Nachhaltigkeit ein bestimmendes Ziel für verantwortlich handelnde Architekten und Stadtplaner ist.

Wohnraum, der sich den Bewohnern anpasst
In Mühlheim/Donau hat die Konstanzer Architektin Cornelia Lurz im Auftrag von Jürgen Kupferschmid einen Neubau verwirklicht, der Nachhaltigkeit und architektonische Qualität in Einklang bringt. Der schlichte Riegel ist ein Blickfang an zentraler Lage – insbesondere durch die moderne Architektursprache und durch die hochwertigen Fassadenplatten. Er steht beispielhaft dafür, wie wir den Herausforderungen des Klimawandels, der Ressourcenverknappung und der gesellschaftlichen Veränderung mit innovativen Lösungen begegnen können. „Man sollte schon heute darauf achten, dass ein Gebäude und der Wohnraum flexibel nutzbar sind. Nicht die Bewohner sollen sich dem Wohnraum anpassen, sondern der Wohnraum sollte sich den Bewohnern anpassen“, betont die Architektin aus Überzeugung.

Generationenfreundlich: Wohnkomfort für alle
Mit Blick auf die Barrierefreiheit von Gebäuden weist die Lehrbeauftragte an der HTWG Konstanz darauf hin, dass aus praktischen und ästhetischen Lösungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität Wohnkomfort für alle entsteht: „Wo sich z.B. ein Rollstuhl ohne Hindernisse bewegen lässt, gestaltet sich auch für eine Mutter mit Kinderwagen der Alltag leichter. Was Älteren nützt, schadet Jüngeren ja nicht, sondern führt zu Benutzerfreundlichkeit für alle Generationen“, erläutert die 38-Jährige. Dies trifft auch für die beiden flexibel nutzbaren Mietwohnungen zu, die während einer nur 6-monatigen Bauzeit in der Mühlheimer Vorstadt entstanden sind: Neben Singles, jungen Paaren oder Familien mit Kindern können dort auch Menschen mit motorischen und visuellen Einschränkungen ihren Bedürfnissen entsprechend leben und von hoher Wohnqualität profitieren: Alle Räume sind barrierefrei zugänglich, die Wohnung im Erdgeschoss ist rollstuhlgerecht. Auch Balkon und Terrasse sind schwellenlos und somit barrierefrei vom offenen Wohn-Essbereich zugänglich. „Die Innenräume sind mit Schiebetüren ausgestattet“, erläutert Cornelia Lurz. „Diese haben eine auch für Rollstühle geeignete Durchgangsbreite und sind insbesondere für Menschen mit Gehhilfen sehr einfach zu öffnen und zu schliessen.“ Indem Schiebetüren nur den Platz zur Seite benötigen, wird kein wertvoller Stellraum verschwendet, und das Zimmer kann bis in die kleinste Ecke genutzt werden. Alle Türen sind raumhoch und wirken deshalb insgesamt sehr schlank. Alle Bedienelemente wie Lichtschalter sowie Tür- und Fenstergriffe sind einfach zu erreichen. Da sie sich optisch kontrastreich vom Hintergrund abheben, sind sie auch für Menschen mit einer Sehschwäche leicht aufzufinden.

Langfristig und zielgerichtet geplant
Grosszügige bodengleiche, dreifach verglaste Fenster aus Holz garantieren lichtdurchflutete Räume den ganzen Tag über. Ein Aufzugschacht ist bereits vorgesehen, sodass bei Bedarf ein Lift eingebaut werden kann. Eine langfristige und zielgerichtete Planung wie diese vermeidet einen kurzfristigen und kostspieligen Umbau. Dazu sagt Cornelia Lurz: „Sehr gut ist es, gleich beim Neubau zu berücksichtigen, dass man vielleicht irgendwann einmal einen Aufzug nachrüsten könnte. Der Architekt sollte eine Fläche dafür bereithalten, die sich ebenfalls flexibel nutzen lässt – zum Beispiel als Abstellraum oder zusätzliches WC. Ausserdem ist es sinnvoll, wenn ich gleich an rutschfeste Bodenbeläge denke oder an eine gute Ausleuchtung, die ich später bei Bedarf noch nachrüsten kann.“ In dem von ihr verwirklichten Neubau konnten all diese Kriterien konsequent realisiert werden.

Weitgehende Unabhängigkeit von Energielieferanten
Darüber hinaus hat die Architektin ein zukunftsorientiertes Gesamtkonzept für den sparsamen und verantwortungsbewussten Umgang mit Energie erstellt und erfolgreich umgesetzt. Die sorgfältig durchdachten Lösungen entsprechen den Themen der heutigen Zeit: Energieeffizienz, Energiesparen sowie Einsatz erneuerbarer Energien. Das in Massivbauweise errichtete Gebäude wurde an der Aussenhülle hervorragend gedämmt, was den Wärmeverlust erheblich reduziert. Teil des innovativen Konzepts ist auch eine Wärmepumpen-Heizung, welche natürliche Ressourcen als Wärmequelle nutzt. Durch den Einsatz einer Wärmepumpe kommt das Haus ohne Schornstein aus, Kaminkehren und Abgaskontrolle entfallen komplett. Auch auf Öltank, Gasanschluss oder einen Lagerraum für Holzpellets konnte deshalb vollständig verzichtet werden. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt Strom, der sowohl in das Netz eingespeist, als auch für den Betrieb der Wärmepumpe genutzt werden kann. So ist eine weitgehende Unabhängigkeit von Energielieferanten gewährleistet.

Werden sowohl Energiefragen, als auch Barrierefreiheit bei der Planung von Um- und Neubauten möglichst frühzeitig berücksichtigt, können dadurch die Vorteile einer nachhaltigen Entwicklung für alle Generationen voll genutzt werden. In Kooperation mit leistungsstarken Handwerksbetrieben aus der Region ist in Mühlheim/Donau ein Haus entstanden, das diesem Ziel gerecht wird.

Musterwohnung
Die EG-Wohnung mit Garten ist öffentlich zugänglich und wird u.a. als generationenfreundliche Ferienwohnung und für barrierefreies Probewohnen genutzt.

Einen informativen Fernsehbeitrag finden Sie bei Regio TV Bodensee.

Fotos: inka reiter fotodesign

1 Kommentar

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  • 09.07.2013, 20:59 Uhr
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