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Die Brennstoffzelle, Fuel Cell, - mit diesem elektroantrieb wirbelt Toyota d ...

Warum jetzt alle Autofirmen auf die Brennstoffzelle setzen

Von wize.life-Nutzer -

Wetten sind erlaubt: Welche Art von Elektroautos setzt sich in Zukunft durch? Waren die Quoten vielleicht noch gestern 10:1 für die batterie-elektrischen Autos wie Tesla und BMW i3 oder auch die Plugin-Hybride und damit gegen die Brennstoffzelle. Sage ich heute: 10:1 für die Brennstoffzelle. Warum?

Jetzt plötzlich reden alle wieder von der Brennstoffzelle. Der Hintergrund, die Batterietechnik für die Elektroautos schafft eben nicht die gewünschten Kilometerleistungen. Außerdem sind diese Batterien mit solch hoher Leistung sehr teuer, schwer und nicht ohne Risiko. Hinzukommt das stundenlange Laden.

Offensichtlich ist erneut die deutsche Automobilindustrie von Toyota getrieben. Kaum haben die findigen Hybrid-Propagandisten den gepaarten Antrieb mit Elektro- und Verbrennungsmotor allgemein durchgesetzt und die Konkurrenz zur Nachahmung quasi gezwungen, kommt der nächste Paukenschlag.

Nach dem Prius wirbelt nun der Mirai die Autokonzerne auf


Ab dem 15. Dezember, also in weniger als drei Wochen, kündigt Toyota den Marktstart für den „Mirai“ in Japan angekündigt. Der „Mirai“ ist das erste in Serie gefertigte Brennstoffzellenfahrzeug von Toyota. Aber September 2015 wird er auch in Europa zum Preis von 78.000 Euro angeboten. Aber nicht genug. Auch Hyundai wird seinen Brennstoffzellen-SUV im Frühjahr in Europa verkaufen. Sein Preis: 67.000 Euro. Wo bleiben die Erfinder des Automobils, die Deutschen, mit ihrem hohen Anspruch, die technologischen Weltmarktführer schlechthin zu sein?

Mit der Fanfare aus Fernost, Brennstoffzellenfahrzeuge jetzt serienmäßig auf den Markt zu bringen, wirken Volkswagen und Konsorten wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen. Auf der Automobilshow in Los Angeles zeigte Audi mit dem A7 H-tron (dabei steht H für Hydrogen = Wasserstoff) und Volkswagen ließ den Golf Variant auf den Stand rollen. Der eine ist ein Showcar und soll die neue Designlinie von Audi zeigen, der andere ein Forschungsfahrzeug, an dem „weiter geforscht wird“. Im Klartext, beide stehen sich nach der Autoshow in den Museen die Reifen platt, ohne dass sie im Verkehr rollten.

Autoshow in Los Angeles: Amerikas grünes Gewissen


Traditionsgemäß ist die Autoschau in Los Angeles eine Messe, auf der sich Show und Eco treffen. Der Glamour, das ist der Luxus eines Mercedes-Maybach oder BMW X6-Coupés. Die Abteilung „grünes Gewissen und Umweltschutz“ repräsentieren in diesem Jahr die Brennstoffzellenfahrzeuge. Vom amerikanischen Sonnenstaat an der Westküste sind in den letzten Jahrzehnten immer die Impulse für eine saubere und nachhaltige Mobilität ausgegangen. Hier wurde der Katalysator hoffähig, hatten die ersten Elektroautos ihren Auftritt, wurde der Toyota Prius zum Hit und wird der weltweit meistverkaufte Elektrowagen, der Tesla, gebaut. In den Städten, auf den Highways ist der schnurrende Luxuswagen permanent präsent.

Akido Toyoda: Der Schwenk hin zur Brennstoffzelle


Wenn der Welt größte Automobilkonzern einen technologische Paradigmenwechsel vollzieht, kann das nicht ohne Folgen für die restliche Konkurrenz sein. Es war der Akido Toyoda, Sproß der Gründerfamilie, der diesen Schwenk vollzogen hat. Eigentlich wollte der begeisterte Hobbyrennfahrer in seinen Labors die Lithium-Luft-Batterie zur Serienreife entwickeln lassen. Sie hätte das Potenzial genügend Energie in ihren Zellen zu speichern, um 500 und mehr Kilometer rein elektrisch zu fahren.

Die ehrgeizigen Forscher wurden aber eines besseren belehrt und wandten sich wieder dem Brennstoffzellenantrieb zu. Seine Realisierung erscheint ihnen viel einfacher, da diese neue Technik erprobt ist. Es braucht aber „nur“ noch einer geeigneten Infrastruktur um die Drucktanks innerhalb von drei Minuten mit Wasserstoff zu füllen, um 700 Kilometer weit fahren zu können.

Honda mit der smarten Wasserstoff-Füllanlage


Technik ja, Tankstelle nein – dieses Mantra beten deutsche Automobilhersteller herunter, bis sie es selbst nicht mehr hören können. Auch wird es durch ständiges Wiederholen kaum wahrer. Wie Wasserstoff auch zuhause getankt werden kann, beweist Honda. Mit der Smart Hydrogen Station, SHS, wird über ein Hochdruck-Elektrolysemodul Wasserstoff erzeugt, der dann auch getankt werden kann. Ähnlich wie bei der Heimabfüllungsanlage für Erdgas, mit deren Hilfe die Drucktanks eines Erdgasautos betankt werden können, jetzt Druckbetankung mit. Diese Technik erlaubt, die eigene Wasserstofftankstelle zu betreiben.

Parallel dazu hat Honda angekündigt, in anderthalb Jahren, im März 2016, sein neues Fuel Cell Vehicle in Japan auf den Markt zu bringen. Der Honda FCV ist ein weiteres Fahrzeug in der langen Reihe seit den 1980-er Jahren. 2002 präsentierte Honda mit dem FCX den weltweit ersten voll zertifizierten Brennstoffzellen-Pkw, der Flottenkunden in Japan und Nordamerika in einem Leasingmodell angeboten wurde. 2003 ließ Honda mit dem FC Stack aufhorchen. Es war der erste Brennstoffzellenstapel, der auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt betriebsbereit ist. 2005 stellte Honda Endverbrauchern als erster Automobilhersteller ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug zur Verfügung und 2007 wurde mit dem FCX Clarity das weltweit erste in Serie gefertigte Brennstoffzellenfahrzeug präsentiert.

Mercedes Brennstoffzelle - früh dabei, zu früh wieder abgesprungen


Aber auch Mercedes war schon früh auf den Zug der Brennstoffzelle aufgesprungen. Die B-Klasse ist startbereit und wäre auch 2013 auf den Markt gekommen, wenn nicht Konzernchef Dieter Zetsche „Halt“ gerufen hätte. Das rote Signal wurde deswegen gesetzt, weil es an Infrastruktur fehlte. „Henne und Ei“ waren wieder traut vereint. Aber mittlerweile erkennen manche in der Automobilindustrie, wie durchgekaut das angebliche Argument ist.

Sie gehen neue Partnerschaften ein, verbünden sich mit Gaserzeugern (Linde) und Mineralölgesellschaften, um eine Wasserstoff-Autobahn zu errichten. Diese Schwerpunkttankstellen sollen das erste Rückgrat bilden. Die heimischen Zapfsäulen könnten dem Wasserstoffauto schier unbegrenzte Reichweite eröffnen und damit den Wettlauf um das Elektromobil der Zukunft entscheiden. Der Batterieantrieb eines Tesla oder BMW i3, i8 hätte dann verloren.

Mercedes und Toyota verkauften ihre Tesla-Anteile - warum?


Diese Perspektiven könnten, so spekulieren Fachleute, der Grund sein, dass sowohl Mercedes als auch Toyota alle ihre Anteile an Tesla verkauft haben und damit aus diesem Geschäft ausgestiegen sind. Weil sie nicht mehr an das batterie-elektrische Auto glauben?

Auch wenn BMW auf batterie-elektrisch abfährt und mit der Brennstoffzelle null Erfahrung hat, wäre es halb so schlimm. Die Bayern aus München können dank ihrer technologischen Verflechtung mit Toyota auf den „Mirai“ zurückgreifen und als BMW-Brennstoffzellenfahrzeug adaptieren. Wetten, dass..

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