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Kannibalismus, Haufen verstümmelter Tiere, blinde Behörden: Skandal-Tierquäl ...

Kannibalismus, Haufen verstümmelter Tiere, blinde Behörden: Skandal-Tierquäler verurteilt

Von News Team - Samstag, 16.03.2019 - 14:08 Uhr

Wegen besonderer Grausamkeit, hunderter Fälle von Tierquälerei und Misshandlung von Tieren aus Profitgier stand ein Tierhalter aus Baden-Württemberg in Ulm vor Gericht. Im Jahr 2016 hatte die "SOKO Tierschutz" die skandalösen Zustände auf seinem Hof in Merklingen, der mit mehreren Gütesiegeln ausgezeichnet wurde, aufgedeckt. Der beschuldigte Betreiber wurde nun verurteilt.

Das Urteil sei das erste seiner Art in der bundesdeutschen Justizgeschichte, berichtet der Verein SOKO Tierschutz in einer Pressemitteilung. Den Angeklagten erwartet nun eine Haftstrafe von drei Jahren Gefängnis für die schrecklichen Zustände auf seinem Hof. Der Tierschützer und SOKO-Chef Friedrich Mülln hatte sich damals bei Nacht mit einer versteckten Kamera Zugang zu einem Stall des Betreibers verschafft und zeichnete furchtbare Szenen auf.

Tiere der Reihe nach mit einem Vorschlaghammer getötet
Die geheim aufgenommenen Videos zeigen sterbende, verwahrloste Tiere, Haufen mit schlimm zugerichteten toten Tieren, hunderte, schwer verletzte Schweine und das brutale Töten der Tiere mit einem Vorschlaghammer.

SOKO Tierschutz

Massiver Kannibalismus unter den leidenden Tieren
Ermittlungen der Polizei belegten zudem, dass der Stall massiv und über Jahre überbelegt war und dadurch massiver Kannibalismus und Todesraten von über 20 % ausgelöst wurden.
SOKO-Ermittler Friedrich Mülln gestand vor Gericht, dass er weltweit nie etwas Vergleichbares miterleben musste.

In dem Stall herrschte das pure Grauen, selbst in 26 Jahren als Tierschutzermittler, habe ich weltweit nichts Vergleichbares gesehen
SOKO Tierschutz

Fleisch des Skandal-Hofes EU weit im Handel - mit Gütesiegeln!

Der Stall, dessen Fleisch laut SOKO Tierschutz EU weit im Handel war, schmückte sich mit diversen Fleischsiegeln wie "Qualität aus Baden-Württemberg", "QS" und der "Initiative Tierwohl".

Behörden blind auf beiden Augen
Die Behörden wollen von alledem über Jahre nichts mitbekommen haben. Man habe laut Aussagen vor Gericht eine 50 Meter lange Halle mit hunderten, verletzten Schweinen direkt neben dem Hauptstall einfach "übersehen". Von der Tierquälerei und den bis zu dreimal zu hohen Tierbeständen habe man nichts mitbekommen.

Selbst ein Blinder diesen Stall hätte finden müssen

Polizei und SOKO Tierschutz versicherten jedoch, "dass selbst ein Blinder diesen Stall hätte finden müssen". Die Vernehmung der Amtsveterinäre zeichnete laut SOKO Tierschutz darüber hinaus "ein erschreckendes Bild einer Behörde, die den Verdacht auf Unfähigkeit und sogar Korruption nährt."

IM VIDEO: Skandalöse Tierquälerei - Schildkröten in Greifarm-Automat

Tierquäler im Landratsamt
Besonders brisant: Der Tierquäler hatte neben der Haltung tausender Schweine noch eine Beschäftigung: Im Landratsamt. Dazu habe die Behörde nicht einmal über Geräte zur Überprüfung der Stallluft verfügt, die selbst bei den Tierschützern zur Standard-Ausrüstung gehörten und innerhalb von Sekunden beweisen haben beweisen können, dass die Luft in dem Stall toxisch und für die Tiere gefährlich war.

Richter spricht von rechtsfreiem Raum
Der Richter übte massive Kritik an der Verquickung der Behörden mit der Massentierhaltungsindustrie, dem institutionalisierten Rechtsbruch in der Branche und sprach von einem rechtsfreien Raum, der von juristischer Verantwortung beraubt, Tierquälerei aus Profitstreben verursacht. Den besagten Stall nannte er eine "Massentierhölle".

Die Tierschützer zeigen sich zufrieden mit dem Urteil und darin "die Chance auf eine Zeitenwende, um den rechtsfreien Raum in den Ställen endlich zu beenden."

Bisher wurde jedes Verfahren gegen Tierquälerei in der Massentierhaltung eingestellt oder mit Mini- Bußgeldern ad acta gelegt. Das Urteil von Ulm ist ein Zeichen, das die Branche erschüttern wird, denn es berührt Rechtsbrüche wie die massive Überbelegung der Ställe, den Kannibalismus und Verwahrlosung schwacher Tiere, die in tausenden Ställen Alltag sind. Es bleibt zu hoffen, dass mehr Richter den nötigen Mut aufbringen, das deutsche Tierschutzgesetz endlich anzuwenden und damit dem Wildwuchs in der Tierhaltung ein für alle mal klar zu stellen, dass die Schonzeit vorbei ist und Tiere in Deutschland Rechte haben.

1 Kommentar

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So was von pervers kann nur der Mensch bringen
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